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Rote-Bete-Saft vs. ganze Knolle - macht das für Ausdauertraining einen Unterschied?

Ich hab die letzten Wochen mal gezielt umgestellt. Vorher war ich eher beim konzentrierten Saft (Betanio PLUS, ich hab da früher schon drüber geschrieben), jetzt esse ich öfter die ganze Knolle, gedämpft, manchmal roh gerieben. Und ich frage mich ernsthaft, ob das überhaupt vergleichbar ist. Die Nitratgehalte variieren ja schon in der Knolle selbst je nach Anbaubedingungen ziemlich stark. Das hab ich bei Lidl et al. (2012, European Journal of Nutrition) zuletzt nochmal nachgelesen, die zeigen da Schwankungen zwischen 100 und über 2000 mg/kg Frischgewicht. Bei einem Saft-Konzentrat ist die Menge wenigstens halbwegs standardisiert, was mir als jemand der eigentlich reproduzierbare Bedingungen mag, schon wichtig ist. Aber: ich merke, dass ich die ganze Knolle subjektiv besser vertrage. Der Saft hat bei mir nach intensiveren Läufen manchmal so eine leichte Magenunruhe ausgelöst, die ich mit der Knolle nicht hab. Kann natürlich Placebo sein oder einfach Timing. Was mich interessiert - hat jemand hier beides systematisch verglichen, also wirklich über mehrere Wochen? Nicht nach Gefühl, sondern z.B. mit Herzfrequenzdaten oder Pace-Auswertung? Ich weiß, das ist schwer sauber zu isolieren weil da gleichzeitig immer zehn andere Variablen rumlaufen (Schlaf, Trainingslast, Wetter in der Vorbereitung). Aber Erfahrungswerte wären trotzdem interessant. Ich plane gerade mein Herbst-Training für einen Halbmarathon Mitte Oktober und würde das bis dahin gerne irgendwie konsistenter halten, als ich es bisher gemacht hab. Frische Knolle vom Wochenmarkt kriege ich hier gut, das wäre dann auch einfacher in den Alltag zu integrieren als immer Flaschen zu besorgen. Edit: Kleine Anmerkung noch. Die Magenunruhe beim Saft könnte auch an der höh

@markus_b82 interessanter Punkt mit den schwankenden Nitratgehalten - das hab ich so nicht auf dem Schirm gehabt ehrlich gesagt. Mich wundert aber trotzdem ob das in der Praxis wirklich so viel ausmacht. Ich mein du trainierst für einen Halbmarathon, nicht für Olympia.

Zitat von markus_b82

hat jemand hier beides systematisch verglichen, also wirklich über mehrere Wochen?

Kann ich so nicht unterschreiben dass das ohne Herzfrequenzdaten nichts wert ist. Ich hab bei mir selber gemerkt dass das Körpergefühl über Wochen schon aussagekräftig ist wenn man ehrlich hinschaut. Klar ist das kein Labor. Aber was bringt dir eine saubere Datenlage wenn die Variablen trotzdem nicht kontrollierbar sind - du sagst es ja selbst. Was mich bei deinem Post mehr beschäftigt: du schreibst, der Saft hat Magenunruhe gemacht. Ich hatte das auch, und bei mir war das klar ein Timing-Problem. Ich hatte den zu nah ans Training getrunken. Als ich das auf zwei Stunden vorher verschoben hab war das weg. Vielleicht ist das bei dir ähnlich und nicht die Form an sich. Ich sag dir - der Preis für Betanio PLUS ist und bleibt eine Frechheit, das steht für mich fest. Wenn frische Knolle vom Markt ähnlich wirkt und du sie besser verträgst ist die Antwort für mich eigentlich klar. Punkt. Was ich noch nicht rausgefunden hab: ob die Knolle roh wirklich anders schlägt als gedämpft, also ob da beim Dämpfen Nitrat flöten geht.

@rote_socke_83

Zitat von rote_socke_83

ob da beim Dämpfen Nitrat flöten geht

Dazu gibt es tatsächlich was Konkretes. Ich meine mich zu erinnern, dass Hobson et al. - oder war das eine andere Gruppe - das mal untersucht haben, aber ich find den Link gerade nicht mehr. Was ich mit Sicherheit sagen kann: Nitrat ist wasserlöslich, das heißt beim Kochen in viel Wasser geht da einiges ins Kochwasser über. Dämpfen ist deswegen tatsächlich besser als Kochen, aber "besser" heißt nicht "verlustfrei". Hast du dafür eine Quelle, falls du das schon irgendwo gelesen hast? Der Punkt mit dem Timing beim Saft ist interessant, weil ich das nie so sauber getrennt hab. Ich hab den meistens relativ spontan getrunken, nicht wirklich auf die Uhr geschaut. Könnte also sein dass du recht hast und ich da einfach schlampig war. Was mich aber mehr beschäftigt: du schreibst, Körpergefühl über Wochen sei aussagekräftig wenn man ehrlich hinschaut. Das glaub ich dir, aber das ist halt genau die Art von Selbstbeobachtung, bei der ich persönlich zu wenig vertraue. Ich bin gerade in einer Trainingsphase wo sich meine Pace-Werte eh verbessern, weil ich das Volumen hochgefahren hab. Wie soll ich da rausrechnen was die Rote Bete beiträgt und was einfach die Adaptation ist? Das ist mein eigentliches Problem. Ich schreib mir das Timing für die nächsten zwei Wochen mal auf, systematischer als bisher.

@markus_b82 das mit dem Rausrechnen ist dein eigentliches Problem sagst du selbst - und da geb ich dir recht, das ist nicht lösbar. Nicht wirklich. Wenn du gerade ohnehin Adaptation machst wegen höherem Volumen, dann kannst du den Rote-Bete-Effekt nicht isolieren, das ist halt so. Punkt. Aber ich frag mich ob das die richtige Fragestellung ist. Du willst für den Halbmarathon im Oktober in Form kommen, nicht eine Studie veröffentlichen. Wenn du dich mit der Knolle besser fühlst und sie besser verträgst, was willst du dann noch belegen?

Zitat von markus_b82

Ich schreib mir das Timing für die nächsten zwei Wochen mal auf

Das find ich sinnvoll, ehrlich gesagt. Nicht wegen der Daten an sich - sondern weil man dadurch automatisch bewusster wird. Ich hab das bei mir gemerkt als ich angefangen hab vor dem Rad fahren aufzuschreiben was ich wann gegessen hab. Nicht um Tabellen auszuwerten, sondern damit ich überhaupt mal merke wie schlampig ich eigentlich war. Zur Quelle fürs Dämpfen: hab ich letztens in einem Artikel auf einer Ernährungsberatungsseite gelesen, kann dir aber nicht mehr sagen welcher - war irgendwas das mein Kollege weitergeleitet hat. Also keine belastbare Quelle, ich geb's zu. War aber kein Youtuber zumindest.

@rote_socke_83

Zitat von rote_socke_83

war irgendwas das mein Kollege weitergeleitet hat

Das ist halt genau das Problem - eine Ernährungsberatungsseite ohne Quellenangabe ist für mich nicht viel besser als ein Youtuber, sorry. Nicht als Angriff gemeint, ich glaub dir dass du das irgendwo gelesen hast. Aber ich kann damit halt nichts anfangen. Was mich an deinem Post aber eigentlich mehr beschäftigt ist der Punkt mit dem "bewusster werden durch Aufschreiben". Das klingt fast schon ein bisschen esoterisch wenn ich ehrlich bin - aber ich glaub da ist tatsächlich was dran, und zwar aus einem anderen Grund als du schreibst. Wenn ich anfange, Timing und Form zu notieren, dann bin ich automatisch konsistenter im Konsum, weil ich nicht einfach vergesse. Mein eigentliches Problem ist weniger die Analyse hinterher als die Unregelmäßigkeit vorher. Ich hab letzte Woche Montag gar nichts gegessen, Dienstag doppelt, dann zwei Tage Pause wegen Arbeit. Das ist kein Protokoll, das ist Chaos. Ob das dann wirklich was bewirkt, sei mal dahingestellt. Aber wenn die Baseline so unregelmäßig ist, ist jede Diskussion über Saft vs. Knolle sowieso hinfällig, weil der Effekt schon durch die Inkonsistenz rausgerauscht wird - das hab ich jetzt erst beim Schreiben so explizit gedacht.