Bitte oder Registrieren, um Beiträge und Themen zu erstellen.

Rote Bete roh vs. gekocht – merkt ihr den Unterschied beim Sport?

Seite 1 von 2Nächste

moin - ich frag mich das schon ne Weile und hab noch keinen wirklich guten Vergleich hingekriegt. Ich fahr ja regelmäßig lange Strecken, Wochenende meist 4-5 Stunden, und ich hab Rote Bete die letzten Monate regelmäßig eingebaut. Meistens gekocht, weil ich nach der Arbeit keine Lust hab da rohe Knollen zu schälen und wegzureiben. Das färbt ja alles komplett ein, Finger, Brett, Waschbecken - kennt ihr das. Jetzt hab ich letzte Woche mal rohe genommen dünn gehobelt mit etwas Zitrone drauf, und irgendwie... hat sich das anders angefühlt? Schwer zu sagen ob das Einbildung ist. Vielleicht war die Tour auch einfach gut. Was ich gelesen hab - ich glaub das war bei einem Sporternährungs-Blog, der Typ zitierte da irgendwas aus ner britischen Uni - ist dass Nitrat beim Erhitzen teilweise verloren geht. Wieviel genau steht da natürlich nicht drin. Also falls man das wegen dem Nitratgehalt macht dann wäre roh theoretisch besser ne. Aber ob das im Alltag wirklich nen Unterschied macht... keine Ahnung. Ich bin da ehrlich gesagt skeptisch wenn jemand sagt "IMMER roh, sonst bringts nix". Das ist mir zu pauschal. Ich kenn Leute die seit Jahren gekochte Rote Bete essen und die laufen trotzdem vernünftig. Ernährung ist halt kein einzelner Schalter. Hat hier jemand beides wirklich konsequent verglichen? Nicht über Wochen Protokoll geführt oder so - ich mein einfach so ein persönliches Gefühl ob ihr nen Unterschied bemerkt habt, roh gegen gekoht. Und was macht ihr überhaupt draus in der Küche wenn ihr die roh nehmt

--
Schaltwerk ölen ist auch Ernährung.

@derbär

Zitat von derbär

Schwer zu sagen ob das Einbildung ist

- ja genau das ist das Problem, oder. Man weiß nie ob die Tour einfach gut war, ob man ausgeschlafen war, ob der Wind gepasst hat. Ich sag dir was mich aber eher beschäftigt als die Roh-vs-Gekocht-Frage: der Zeitpunkt. Wann hastu die rohe Rote Bete gegessen vor der Tour? Weil ich hab gelesen - war irgendwo auf nem Sporternährungs-Podcast, die haben sich auf was aus Exeter bezogen - dass das Nitrat ein gewisses Zeitfenster braucht bis es da ist wo mans will. So 2-3 Stunden vorher soll besser sein als kurz vorher. Ich mach das ehrlich gesagt nie so strategisch. Ich ess was da ist, meistens mit dem Abendessen am Vorabend. Ob das optimal ist - keine Ahnung. Aber ich find das ganze "genau 150 Minuten vorher, roh, nüchtern, bei Vollmond" Denken auch ein bisschen albern. Was ich noch nie ausprobiert hab ist die dünne Hobel-Variante mit Zitrone die du beschreibst. Das klingt eigentlich machbar unter der Woche, meine Frau macht so einen Fenchelsalat der geht ähnlich schnell. Vielleicht probier ich das mal mit rein. Aber ehrlich gesagt - wenn du nach 5-Stunden-Touren nicht weißt obs an der Roten Bete lag, dann ist das kein Vergleich, das ist Rauschen im System.

@rote_socke_83 ja klar, der Zeitpunkt ist ne gute Sache. Aber ehrlich - wenn ich samstags fahre und freitag abend was esse, dann passt das zeitlich eher nicht, ne. Das war bei mir eher so zufällig dass es gut gelaufen ist. Was mich aber jetzt eher interessiert: du schreibst dass du das nie strategisch machst und einfach isst was da ist. Und deine Frau macht diesen Fenchelsalat. Heißt das du packst die Rote Bete einfach mit rein in sowas Bestehendes, oder versuchst du da extra was zu planen. Weil das ist wahrscheinlich realistischer als dieses genaue Zeitfenster-Denken. Ich mein bei mir ist es ähnlich - ich schmeiss die gekochte halt einfach mit in den Salat oder aufs Brot wenn ich Lust drauf hab, ohne da großartig die Uhr zu gucken. Und zu deinem Punkt mit dem Rauschen - ja genau deshalb bin ich ja skeptisch bei all dem. Mein Kollege schwört auf seine Shots, wird jedes mal schneller, aber der trainiert auch intensiver als vor nem Jahr. Da kann ich nicht sagen ob das an dem Zeug liegt oder einfach daran dass er mehr Zeit rein steckt. Ich glaub das ist auch ok wenn mans nicht auseinander halten kann. Besser als sich da verrückt zu machen.

@derbär

Zitat von derbär

Ich glaub das ist auch ok wenn mans nicht auseinander halten kann

ja das klingt entspannt - aber ich glaub da steckt auch ne Falle drin. Weil wenn man eh nie weiß obs was bringt, hört man irgendwann auf überhaupt drauf zu achten. Und dann isst man die Rote Bete einfach weil man sie mag, was ja auch vollkommen in Ordnung ist. Nur dann sollte man auch nicht mehr so tun als wäre es Training. Dein Kollege mit den Shots ist übrigens das klassische Beispiel. Der kann dir in drei Jahren nicht sagen ob er schneller geworden ist wegen dem Zeug oder wegen den extra Stunden im Sattel. Und er wirds auch nie wissen. Punkt. Was mich bei deinem letzten Post aber mehr beschäftigt: du sagst du schmeißt die gekochte einfach aufs Brot wenn du Lust drauf hast. Ich mach das auch so - meine Frau kauft die vorgekochten Vakuum-Dinger, die liegen halt im Kühlschrank. Nicht schön aber praktisch nach ner Spätschicht. Was ich mich jetzt frage ist ob du da irgendnen Unterschied merkst zwischen den Vakuum-Knollen und frisch gekochten. Geschmacklich mein ich, nicht irgendwelche Nitratwerte. Die Vakuum-Sachen schmecken mir ehrlich gesagt manchmal ein bisschen säuerlich, ich weiß nicht ob da was zugesetzt wird oder ob das einfach so ist.

@rote_socke_83

Zitat von rote_socke_83

ob du da irgendnen Unterschied merkst zwischen den Vakuum-Knollen und frisch gekochten

Das säuerliche bei den Vakuum-Dingern ist wahrscheinlich kein Einbildung - ich hab mal kurz nachgeschaut (auf der Packung, nicht irgendwo wissenschaftlich), da steht bei vielen "Zitronensäure" oder "Milchsäuregärung" als Konservierung drauf. Also ja, da wird was zugesetzt, oder es ist tatsächlich leicht fermentiert. Schmeckt man. Ich persönlich find die ok für unter der Woche, aber frisch gekochte Knolle ist halt geschmacklich einfach erdiger, voller irgendwie. Was mich an dem ganzen Thread hier aber mehr beschäftigt als Roh vs. Gekocht: niemand hat bisher erwähnt ob die Nitratkonzentration überhaupt zwischen Knollen variiert. Ich hab mal in einem Artikel - war glaub ich vom BfR oder irgendeiner deutschen Verbraucherbehörde - gelesen, dass Nitratgehalt stark von Anbaubedingungen, Düngung und Lagerung abhängt. Sprich: zwei Knollen, gleiches Gewicht, komplett andere Mengen. Dann ist die ganze Roh-vs-Gekocht-Debatte fast akademisch, wenn die Ausgangsvarianz schon so groß ist. Das macht den Vergleich, den derbär beschreibt, noch schwieriger. Nicht nur "war die Tour gut", sondern auch "hatte diese Knolle überhaupt relevante Nitratwerte". Hast du da irgendwas zu gelesen, @rote_socke_83, oder ist das auch nur mein Bauchgefühl das da spricht.

@markus_b82

Zitat von markus_b82

Nitratgehalt stark von Anbaubedingungen, Düngung und Lagerung abhängt

das ist eigentlich der Punkt der mich am meisten nervt an der ganzen Diskussion. Weil das stimmt, und ich glaub das weiß auch jeder irgendwie - aber dann macht man trotzdem weiter und redet über roh vs. gekocht als wäre das die einzige Variable. Kann ich so nicht unterschreiben dass das akademisch ist, ich würd sagen es ist schlicht nicht kontrollierbar. Und das ist ein Unterschied. Akademisch klingt nach "interessiert uns theoretisch aber ist uns praktisch egal" - hier ist es eher "wir reden über etwas das wir gar nicht messen können ohne Labor". Was mich bei dem BfR-Punkt aber ehrlich interessiert: hast du da irgendwas zu Bioware gelesen? Weil ich hab mal gehört - von meiner Hausarztin beiläufig, kein Fachgespräch - dass Bio nicht automatisch weniger Nitrat heißt. Sie meinte sogar das Gegenteil kann passieren wenn bestimmte organische Dünger zu intensiv eingesetzt werden. Das hätte ich vorher nicht gedacht. Und wenn das stimmt dann ist das schon bitter für alle die 30% mehr im Bioladen zahlen und denken sie machen was Besseres für ihre Ausdauer. Das säuerliche bei den Vakuum-Dingern ist übrigens Zitronensäure, hab ich auch schon mal auf der Packung gelesen. Milchsäuregärung wäre ja noch interessant, aber das steht da meistens nicht.

Zitat von rote_socke_83

Bio nicht automatisch weniger Nitrat heißt

Das deckt sich tatsächlich mit dem was ich mal beim BfR überflogen hab - ich glaub das war ein älteres Dokument, vielleicht 2018 oder so, aber der Punkt war ähnlich. Organischer Stickstoff aus Kompost oder Gülle kann, je nach Menge und Zeitpunkt der Ausbringung, ähnliche oder höhere Nitratwerte im Endprodukt erzeugen wie konventionelle Düngung. Deine Hausärztin hat das also nicht aus der Luft gegriffen. Was mich da jetzt aber weiter beschäftigt: wenn weder Bioware noch Konventionell eine zuverlässige Aussage über den Nitratgehalt erlaubt, und der Gehalt zusätzlich von Lagerung abhängt (also auch vom Supermarkt, wie lang die Knolle schon liegt) - dann ist der einzige halbwegs kontrollierbare Parameter eigentlich die Menge, die man isst. Mehr Knolle, höhere Wahrscheinlichkeit dass irgendwas rüberkommt. Das ist natürlich keine elegante Lösung. Was ich nicht weiß, und da würde mich deine Einschätzung interessieren @rote_socke_83: macht es für dich praktisch einen Unterschied ob die Vakuum-Variante Zitronensäure enthält oder ob sie tatsächlich leicht fermentiert ist? Weil wenn da echte Milchsäuregärung stattfindet, verändert das möglicherweise auch die Nitratmatrix im Produkt. Das ist jetzt Spekulation von mir, ich hab da keine Quelle für - aber es wäre nicht unlogisch.

@markus_b82

Zitat von markus_b82

macht es für dich praktisch einen Unterschied ob die Vakuum-Variante Zitronensäure enthält oder ob sie tatsächlich leicht fermentiert ist

ehrlich gesagt - nein. Und ich glaub das ist auch keine Frage die ich im Alltag beantworten kann ohne dass ich da irgendwas messen lasse. Was ich weiß ist wie es schmeckt, und das reicht mir erstmal. Was mich an deiner Spekulation zur Nitratmatrix aber kurz aufgehalten hat: du sagst selbst du hast keine Quelle dafür. Das ist immerhin ehrlich. Aber dann ist das genau das Problem das wir die ganze Zeit haben - wir sitzen hier und bauen Vermutungen auf Vermutungen, und irgendwann klingt das nach nem richtigen Argument obwohl es keins ist. Ich mach das auch, keine Frage. Aber ich merk das gerade. Was mich wirklich interessieren würde, und das hat hier noch keiner angesprochen: was passiert eigentlich mit dem Nitrat wenn man die Knolle einfriert? Ich hab das nie gemacht, aber meine Schwiegermutter friert alles ein was ihr in die Hände kommt, auch Rote Bete. Die kocht die vorher durch und friert sie dann portionsweise ein. Ob da nach dem Auftauen noch irgendwas von dem übrig ist worüber wir hier seit Stunden reden - keine Ahnung. Ich würd tippen: weniger. Aber das ist genauso eine Spekulation wie deine.

Zitat von rote_socke_83

was passiert eigentlich mit dem Nitrat wenn man die Knolle einfriert

Gute Frage, und ich hab da tatsächlich keine belastbare Antwort. Meine Vermutung wäre ähnlich wie deine - Gefrieren allein zerstört Nitrat wahrscheinlich nicht, aber der Kochschritt davor schon teilweise, und dann nochmal Auftauen plus eventuell nochmal erhitzen. Irgendwann ist das halt kumulativ. Aber das ist, wie du sagst, Spekulation. Was mich an dem Einfrieren-Punkt aber beschäftigt: deine Schwiegermutter kocht vorher durch und friert dann ein. Das ist eigentlich die Konstante die fehlt wenn wir über Roh vs. Gekocht reden - nämlich dass die meisten Leute die Dinger eh mehrfach bearbeiten bevor sie gegessen werden. Ich hab das letzte Woche noch so gedacht, weil ich in der Packung meiner Knollen nachgeguckt hab: "vor dem Verzehr erhitzen" stand da drauf, obwohl die vakuumgekocht geliefert werden. Also nochmal Hitze drauf. Ich glaub die Frage ob Einfrieren den Nitratgehalt verändert ist eigentlich gar nicht so trivial. Gibt es da irgendwas vom BfR oder von den üblichen Lebensmittelbehörden? Ich hab da selbst noch nicht gesucht, und ich wäre überrascht wenn das gut untersucht ist - weil es für die meisten Forschungsgruppen wahrscheinlich keine interessante Fragestellung ist solange es kein Sicherheitsproblem gibt. Zu viel Nitrat ist ja das Thema, nicht zu wenig.

@markus_b82

Zitat von markus_b82

Zu viel Nitrat ist ja das Thema nicht zu wenig

das ist der Punkt der mich bei dem ganzen Thread gerade ein bisschen amüsiert, ehrlich gesagt. Wir haben jetzt eine halbe Stunde drüber geredet wie man möglichst viel Nitrat aus der Knolle rausholt - und gleichzeitig gibt es Leute die Rote Bete meiden weil sie Angst vor zu viel Nitrat haben. Die gleiche Knolle, komplett entgegengesetzte Sorgen. Das sagt eigentlich alles über den Informationsstand in dem Bereich. Was dein Punkt mit "vor dem Verzehr erhitzen" auf der Packung angeht - das kenn ich auch, und ich hab mich da immer gefragt ob das ein Haftungsding ist oder ob da wirklich ein Grund dahinter steckt. Bei vakuumgekochter Ware klingt das für mich nach Absicherung des Herstellers, nicht nach ernährungsphysiologischer Empfehlung. Aber das ist mein Laiengefühl, keine Ahnung ob das stimmt. Und zum Einfrieren - ich glaub das BfR hat da nichts Konkretes, weil du Recht hast, das interessiert die nicht. Die schauen auf Höchstwerte bei Spinat und Salat, nicht auf Verluste beim Einfrieren von Rote Bete. Draußen ist es heute übrigens seit heute Mittag endlich wieder erträglich, ich hab den ganzen Thread auf dem Handy beim Lüften gelesen. Naja. Was ich mich frage ist ob deine Schwiegermutter @markus_b82 - oder meinst du deine eigene - die Portionen danach nochmal erhitzt oder kalt isst nach dem Auftauen. Weil das wäre dann tatsächlich der Dreifach-Hitzeschritt den du beschreibst.

Seite 1 von 2Nächste