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Rote Beete und Verdauung – wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht?

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Ich bin jetzt seit etwa drei Monaten dabei, regelmäßig Rote Beete zu essen, wie der Hausarzt mir wegen des Blutdrucks geraten hat. In meinem Garten wächst sie ja gut und ich koche damit, mache Salate oder auch mal einen Sud zum Einmachen. Aber ich habe festgestellt, dass mein Magen da ziemlich eigenartig drauf reagiert. Es ist nicht so, dass ich Schmerzen habe oder so etwas Extremes, aber irgendwie fühle ich mich nach einer ordentlichen Portion Rote Beete für ein paar Stunden merkwürdig aufgebläht und ein bisschen unwohl im Bauch. Ich dachte erst, es liegt an der Menge und habe es mit kleineren Portionen versucht, aber das hilft auch nicht wirklich. Gekocht scheint es etwas besser zu sein als roh, das habe ich festgestellt. Meine Hausärztin meinte, das sei bei manchen Menschen ganz normal und ich soll einfach ausprobieren, wie viel ich vertrage. Aber ehrlich gesagt nervt es mich ein bisschen, weil ich das Gemüse aus dem Garten eigentlich gerne essen würde und nicht ständig damit rechnen möchte, dass mein Bauch protestiert. Auf der anderen will ich ja nicht wieder zu Nahrungsergänzungsmitteln oder irgendwelchen Säften greifen, die sind ja auch nicht der Weg. Hat das noch jemand hier erlebt? Und wenn ja, wie habt ihr das in den Griff bekommen? Oder ist das einfach ein Zeichen, dass Rote Beete für meinen Körper nicht so ideal ist, egal wie gesund sie angeblich sein soll?

@elvira_k

Zitat von elvira_k

irgendwie fühle ich mich nach einer ordentlichen Portion Rote Beete für ein paar Stunden merkwürdig aufgebläht

das kenn ich. Ehrlich gesagt hatte ich das anfangs auch, besonders wenn ich den Saft genommen hab - die konzentrierte Variante trifft den Magen nochmal anders als die Knolle selbst. Ich hab das Gefühl dass der Körper erst eine Weile braucht um mit dem ganzen Nitratzeug klarzukommen, wenn man vorher kaum Rote Beete gegessen hat. Was mich bei dir interessiert: hast du das nur nach größeren Mengen oder auch wenn du wirklich klein anfängst, so halb eine Knolle zu nem Salat? Weil bei mir hat es sich nach ein paar Wochen halbwegs eingeschliffen. Nicht komplett weg aber deutlich besser. Eine Sache noch die ich mal gelesen hab, keine Ahnung mehr wo genau: Rote Beete hat relativ viel Oxalsäure. Und die kann bei manchen Leuten tatsächlich die Verdauung reizen, unabhängig von der Menge. Spinat übrigens auch. Wenn du da grundsätzlich empfindlich bist könnte das die Erklärung sein die deine Ärztin vielleicht noch nicht so direkt genannt hat. Kann ich so nicht unterschreiben dass Rote Beete für jeden problemlos verträglich ist - das ist einer der Punkte wo mir der Hype ums Gemüse auf die Nerven geht.

@rote_socke_83 der Oxalsäure-Punkt ist tatsächlich interessant, weil er oft untergeht wenn Leute über Rote Bete reden. Hast du da eine Quelle für, auch wenn du sagst du weißt nicht mehr wo genau? Ich frag deshalb, weil der Oxalatgehalt in Roter Bete zwar real ist, aber laut dem was ich gelesen hab (u.a. bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, die haben da Tabellen) eher im mittleren Bereich liegt - Spinat ist da tatsächlich deutlich höher. Was mich bei @elvira_k eher beschäftigt: gekocht verträglicher als roh ist ein Hinweis, der in eine andere Richtung zeigt. Hitze baut Oxalate nicht vollständig ab, aber sie verändert die Zellstruktur. Es könnte sein, dass es weniger die Oxalsäure ist, sondern schlicht die unverdaulichen Ballaststoffe in der rohen Knolle - da reagiert der Darm bei manchen Leuten mit genau dem was du beschreibst, also Blähungen ohne echten Schmerz. Ich hab das selbst getestet - nicht mit Rote Bete direkt, aber mit ähnlich ballaststoffreichen Sachen wie rohem Fenchel. Der Unterschied roh/gegart war bei mir enorm, und nicht weil irgendwelche Säuren abgebaut wurden, sondern weil der Körper mit aufgeschlossenen Zellwänden schlicht besser klarkommt. Ob das bei elvira_k jetzt Oxalate oder Ballaststoffstruktur sind lässt sich von außen kaum sagen. Was mir fehlt ist ob sie das Kochwasser wegschüttet - das wäre beim Oxalat-Verdacht eigentlich ein einfacher erster Test.

@markus_b82 der Punkt mit dem Kochwasser ist gut das hätte ich selbst nicht so direkt auf dem Schirm gehabt. Ich geb dir recht dass ich da zu schnell auf Oxalate gezeigt hab ohne das wirklich einzugrenzen.

Zitat von markus_b82

ob sie das Kochwasser wegschüttet

@elvira_k das wäre wirklich interessant zu wissen. Ich schütt das bei Rote Beete immer weg, aber eher wegen der Farbe - die versaut einem sonst alles andere im Topf. Ob das bei dir einen Unterschied macht müsstest du einfach mal testen. Was mich bei markus_b82 seinem Beitrag aber etwas stört: ich find das manchmal zu sauber gedacht, dieses "entweder Oxalat oder Ballaststoffstruktur". Im Alltag treten die Sachen doch nicht so schön einzeln auf. Wenn jemand empfindlich ist kann's beides zusammen sein, und der Körper macht da keine Unterscheidung nach Lehrbuch. Ich sag das nicht um zu nerven sondern weil ich das Gefühl hab man sucht manchmal nach der einen Erklärung wo es vielleicht keine gibt. Bei mir zum Beispiel war's früher mit rohem Blumenkohl ähnlich - meine Frau meinte immer ich soll ihn blanchieren, ich hab's jahrelang ignoriert, und ja: sie hatte recht. Nicht wegen irgendeiner Säure sondern weil roh halt roh ist und mein Darm das schlicht nicht mag. Manchmal ist die Antwort so banal.

Zitat von rote_socke_83

ich find das manchmal zu sauber gedacht

Das ist fair. Ich hab das tatsächlich zu sehr vereinfacht dargestellt, als ob man das sauber auseinanderhalten könnte. Der Punkt mit deiner Frau und dem Blumenkohl trifft es eigentlich besser als mein ganzer Beitrag davor - manchmal ist "roh ist halt roh" die ehrlichere Antwort als irgendein Mechanismus den ich da konstruiere. Was mich aber trotzdem beschäftigt: @elvira_k hat gekocht als deutlich verträglicher beschrieben, und das ist ja schon eine Information. Wenn es rein ein "zu viel auf einmal"-Problem wäre, würde der Unterschied roh/gegart nicht so konsistent auftauchen. Meine Hausärztin - naja, eigentlich mein Sportmediziner - würde da wahrscheinlich sagen: einfach weiter beobachten, Muster aufschreiben. Klingt banal, aber ohne Protokoll tappt man da wirklich im Dunkeln. Was ich noch nicht bedacht hatte: Fermentierung. Fermentierte Rote Bete hat eine komplett andere Zellstruktur und die Ballaststoffe sind schon teilweise aufgeschlossen. Ich weiß nicht ob @elvira_k das schon probiert hat - und ich sag das jetzt nicht als Wunderlösung, sondern weil es ein anderer Datenpunkt wäre. Hast du da eine Quelle für, @rote_socke_83, ob das bei Oxalat-Empfindlichkeit überhaupt was ändert? Ich hab da nichts Konkretes zur Hand.

@markus_b82 zur Fermentierung und Oxalat hab ich ehrlich gesagt nichts zur Hand. Da bin ich raus, das wäre geraten. Aber der Protokoll-Gedanke von deinem Sportmediziner - den find ich interessant, auch wenn er erstmal nach Schule klingt. Ich hab sowas fürs Training mal kurz versucht, Leistung, Ernährung, wie ich mich gefühlt hab. Hab nach zwei Wochen aufgehört weil mich das Ausfüllen genervt hat. Aber @elvira_k könnte da mehr Geduld haben als ich, und bei ihr geht's ja nicht ums Training sondern um was das täglich passiert. Was mich bei dem Fermentierung-Vorschlag aber etwas zögern lässt: das ist schon wieder ein Schritt mehr Aufwand. Sie hat Rote Beete im Garten, kocht damit, versucht das in den Alltag zu integrieren - und jetzt sollen wir ihr noch sagen sie soll anfangen zu fermentieren? Ich weiß nicht. Das kann auch dazu führen dass man irgendwann keinen Bock mehr hat und das Gemüse komplett links liegen lässt. Kenn ich von mir selber wenn irgendwas zu aufwändig wird hör ich auf. Was ich @elvira_k eigentlich fragen würde: isst du die Rote Beete meistens allein oder kombiniert du die mit was? Weil ich hab das Gefühl dass mein Magen auf Rote Beete plus fettes Dressing oder sowas nochmal anders reagiert als wenn ich sie pur ess. Könnte totaler Quatsch sein, ist nur so ein Gefühl das ich nie wirklich überprüft hab.

@rote_socke_83 der Kombinations-Gedanke ist eigentlich nicht so abwegig wie du selbst ihn bewertest. Es gibt tatsächlich Hinweise - ich mein das aus dem Kontext Fettlöslichkeit - dass bestimmte Fettsäuren die Resorption von Bestandteilen beeinflussen, nicht nur bei Karotinoiden. Ob das bei Rote Bete und Oxalaten oder Ballaststoffen relevant ist, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Aber "fettes Dressing macht es schlimmer" klingt für mich weniger nach Einbildung als nach einem tatsächlichen Mechanismus, den du nur noch nicht benennen kannst. Was mich bei @elvira_k eigentlich mehr interessiert als die Fermentierung: sie sagt, sie kocht die Rote Bete und macht Salate. Aber wie lange kocht sie die? Eine weichgekochte Knolle und eine, die noch etwas Biss hat, sind strukturell ziemlich unterschiedlich. Ich hab das selbst getestet mit Hülsenfrüchten - Linsen, die wirklich durch sind, vertrage ich problemlos, halbgare nicht. Ist vielleicht ein banaler Punkt, aber ich frag mich ob das hier ähnlich sein könnte. Und zum Protokoll - ich versteh dass es nervt, ich mach das fürs Training auch sporadisch und hör dann auf. Aber für so ein spezifisches Symptom würde ich wirklich empfehlen, wenigstens eine Woche konsequent aufzuschreiben was vorher gegessen wurde, nicht nur die Rote Bete selbst.

@markus_b82 der Garpunkt-Gedanke mit den Linsen ist eigentlich der konkreteste Hinweis den du bisher gebracht hast. Den hätte ich selbst nicht so gezogen. Ich frag mich aber ob das für @elvira_k überhaupt greifbar ist - sie kocht ja aus dem Garten, die wird intuitiv kochen und nicht auf die Minute achten. Ich mach das jedenfalls auch so, ich schau ob die Gabel durch geht und gut ist. Was mich bei deiner Protokoll-Empfehlung aber noch beschäftigt: du sagst, nicht nur die Rote Beete aufschreiben sondern was davor gegessen wurde. Das find ich eigentlich den wichtigeren Punkt. Weil wenn ich nach der Schicht spät esse und dann noch Rote Beete dazu mach, ist das was anderes als wenn ich die mittags in Ruhe ess. Tageszeit und ob der Magen vorher schon voll war - das geht in so einem Protokoll gerne unter wenn man's nicht explizit reinschreibt. Kann ich so nicht unterschreiben dass man da eine saubere Woche braucht. Manchmal reichen drei Tage wenn man konsequent ist. Aber @elvira_k muss das selbst entscheiden, die kennt ihren Alltag besser als wir hier.

@rote_socke_83 der Punkt mit Tageszeit stimmt, und ich glaub der geht wirklich oft unter. Ich hab das bei mir selbst gemerkt - abends nach einem langen Arbeitstag reagier ich auf praktisch alles schwerer als mittags, nicht nur auf Rote Bete. Ob das Cortisol ist oder einfach dass der Darm abends träger wird, keine Ahnung, ich hab dazu nichts Belastbares gelesen. Zitat von rote_socke_83manchmal reichen drei Tage wenn man konsequent ist

Das würde ich @elvira_k eigentlich auch so empfehlen, drei Tage sind machbar ohne dass man das Gefühl kriegt man führt ein Ernährungstagebuch bis ans Lebensende. Was ich aber noch nicht angesprochen hab: sie schreibt, sie kocht mit der Rote Bete und macht Salate. Ein Sud zum Einmachen hat sie auch erwähnt. Beim Einmachen kommt oft Essig rein - und saures Milieu verändert wie der Magen reagiert, zumindest bei mir ist das so. Ob das bei ihr auch eine Variable ist weiß ich nicht, aber wenn sie den eingelegten Ansatz mit dem frisch Gekochten vergleicht und die Symptome unterschiedlich sind, wäre das ein Hinweis. Hast du da eine Quelle für, @rote_socke_83, ob Essigsäure die Oxalat-Verfügbarkeit verändert? Ich frag mich ob das in die eine oder andere Richtung geht, aber ich spekuliere da gerade nur. Edit: Kleine Präzisierung - mit "saures Milieu" meine ich natürlich speziell den pH-Wert im Magen, nicht generell den Säuregehalt. Kann ja sein, dass das für die Oxalat-Bioverfügbarkeit gar nicht so relevant ist wie ich dachte.

@markus_b82 zur Essigsäure und Oxalat hab ich nichts, das wäre wirklich geraten. Raus. Was mich bei deinem Einmach-Hinweis aber trotzdem beschäftigt: @elvira_k hat am Anfang geschrieben dass sie einen Sud macht zum Einmachen. Das ist ja wahrscheinlich nicht das was sie täglich isst - oder? Die frisch gekochte Knolle aus dem Garten ist da schon was anderes als das eingeweckte Zeug. Ich frag mich ob wir die ganze Zeit über verschiedene Sachen reden ohne das klar zu haben. Wäre nicht das erste Mal in so einem Thread.

Zitat von markus_b82

ob Essigsäure die Oxalat-Verfügbarkeit verändert

Ich find diese Fragen grundsätzlich interessant aber wir sind da gerade ziemlich weit weg von dem was @elvira_k eigentlich gefragt hat. Die wollte wissen ob andere das kennen und wie sie damit umgehen - und wir bauen hier grad Theorie auf Theorie ohne dass sie sich nochmal gemeldet hat. Draußen fängt's gerade an zu regnen, passt irgendwie. Ich würd ihr eigentlich nur sagen: frisch kochen, weich kochen, klein anfangen, und schauen ob der Unterschied zum Eingemachten spürbar ist. Das ist umsetzbar ohne viel Aufwand. Alles andere kommt danach.

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