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Rote Beete schälen ohne dass die halbe Küche aussieht wie Tatort?

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Zitat von leni_k

ich hab das irgendwie automatisch gemacht weil

Das kenn ich gut, und das ist eigentlich der interessanteste Punkt im ganzen Thread. Viele Küchengewohnheiten sind einfach übernommene Defaults, nicht durchdachte Entscheidungen. @andrea.h - aber da muss ich kurz widersprechen. Die Frage ob roh oder gekocht ist nicht nur eine Geschmacksfrage. Beim Kochen verlierst du tatsächlich einen Teil der Nitrat-Konzentration ins Kochwasser, das ist keine Broscience, das ist Chemie. Wer Rote Beete wegen der physiologischen Wirkung isst - Stichwort Stickstoffmonoxid-Synthese - sollte das im Hinterkopf haben. Nicht dramatisch, aber messbar. Für jemanden der das Gemüse einfach mag und einen Eintopf kocht, völlig egal. Realistisch betrachtet: wenn @leni_k die roh für den Salat haben will, ist das eine valide Wahl, die man ihr nicht ausreden muss. Die Schälfrage stellt sich dann trotzdem, und ich würde da tatsächlich sagen - Spülhandschuhe sind keine Raketenwissenschaft. Ich hab im Praxisalltag oft genug Latexhandschuhe an und arbeite da problemlos mit Messern. Größe und Material machen den Unterschied, nicht Handschuhe als Konzept. Was mich aber noch beschäftigt: hat eigentlich jemand die Variante probiert, die Knolle vor dem Schälen 5 Minuten in kaltes Wasser zu legen? Die Oberfläche wird weniger glitschig und das Schälen geht deutlich besser. Aus meiner Erfahrung funktioniert das zuverlässig, ich mach das schon seit Jahren so.

Zitat von markus_hh88

5 Minuten in kaltes Wasser zu legen

da muss ich lachen. also jetzt legen wir das Gemüse erstmal ins Bad bevor wirs anschneiden. ich sag mal so - wenn man beim Kochen schon so einen Workflow braucht dann stimmt irgendwas nicht. aber gut, ich bin Elektriker und kein Koch. was mich bei @markus_hh88 mehr stört ist der Ausflug zu Stickstoffmonoxid und Nitrat-Konzentration. klar stimmt das irgendwie. aber @leni_k will einen Salat machen, keinen Leistungstest. das ist doch Quatsch den Leuten da rein zu reden. dann kaufen die als nächstes irgendwelche Kapseln weil das Kochwasser ja die Wirkung mindert. kenn ich das nicht von irgendwo - mein Schwager macht sowas. für sowas hab ich kein Geld übrig und die meisten anderen auch nicht. @andrea.h hat das eigentlich am besten getroffen, einfach in den Topf und gut is. ohne den ganzen Wissenschaftskram drumrum.

Zitat von ms_77

dann kaufen die als nächstes irgendwelche Kapseln

@ms_77 das ist ein fairer Punkt, und ich nehm mir den auch. Ich hab das tatsächlich zu weit gedreht für den Kontext. Wenn jemand einen Salat macht, braucht er keine Nitrat-Optimierung, da hast du recht. Aber das mit dem "Wissenschaftskram" geht mir trotzdem ein bisschen gegen den Strich. Der Unterschied ist doch ob man Information als Entscheidungsgrundlage nutzt oder ob man sie als Kaufimpuls benutzt. Das sind zwei verschiedene Dinge. Dein Schwager hat offenbar das zweite gemacht, was ich auch blöd finde - aber das liegt nicht an der Information selbst. Und das Einwässern vor dem Schälen ist jetzt wirklich kein "Workflow". Das ist 5 Minuten warten während man eh den Rest vorbereitet. Ich mach das meistens bevor ich die Salatschüssel raushole, das kostet null extra Zeit. Aber gut, Elektriker und Koch - da gibt's scheinbar unterschiedliche Toleranzen für Zwischenschritte. Was mich bei deinem Beitrag aber ehrlich gesagt mehr beschäftigt: du sagst @andrea.h hat das am besten getroffen mit "einfach in den Topf". Aber @leni_k wollte die Beete explizit roh für den Salat. Das ist doch kein Problem das man durch Kochen löst, das ist dann ein anderes Gericht.

Zitat von markus_hh88

das ist dann ein anderes Gericht

ja stimmt, da hab ich geschlampt. sorry @leni_k, war nicht fair. aber @markus_hh88 - ich bleib dabei dass du den Unterschied zwischen Information und Kaufimpuls schöner beschreibst als er in der Praxis ist. mein Schwager hat auch nicht angefangen mit "ich kauf jetzt Kapseln". der hat angefangen mit sowas wie was du da schreibst und drei Monate später steht da ein Regal voll Zeugs. so funktioniert das nun mal. da braucht man sich nix vormachen. und zum eigentlichen Thema noch - ich frag mich ehrlich gesagt ob @leni_k das überhaupt noch liest. die hat gefragt wie man Rote Beete schält ohne dass die Küche aussieht wie ein Unfallort und wir reden jetzt über Geosmin und Stickstoffmonoxid. is mir schnuppe ob das fachlich stimmt, das hilft der Frau beim Salatschneiden nicht. wenn ich das richtig verstehe will sie einfach wissen ob Kunststoffbrett besser ist und welche Handschuhe taugen. das eine - Kunststoff färbt auch, hab ich bei meiner Frau gesehen, aber man kriegts mit normaler Spülmittellauge leichter raus als Holz. das zweite - Haushaltshandschuhe von Aldi reichen völlig. die kosten 2 Euro und man hat Grip. fertig.

Kleines Update von mir - ich hab die Sache mit dem Einwässern tatsächlich ausprobiert, nachdem @markus_hh88 das erwähnt hat. Und ehrlich gesagt, es funktioniert. Nicht weil ich das irgendwie wissenschaftlich spannend finde, sondern weil es praktisch hilft. Die Knolle wird weniger glitschig und das Schälen geht schneller wenn man überhaupt noch schälen will. Bei mir im Garten hab ich das früher nie gemacht, aber da ernte ich die Dinger selbst und weiß wie frisch sie sind. Aber @ms_77 hat da einen Punkt der mich auch beschäftigt - die Diskussion ist völlig abgedriftet von dem was @leni_k eigentlich wissen wollte. Ich glaub wirklich, es reicht wenn man sagt: Haushaltshandschuhe kaufen, Kunststoffbrett nimmt auch Flecken an aber lässt sich leichter reinigen, und ansonsten - mit Schale verarbeiten spart das ganze Problem. Das ist praktisch und fertig. Was mich aber noch interessiert - @leni_k, hast du die Beete inzwischen nochmal probiert, mit Schale im Salat? Weil wenn du das machst, brauchst du ja gar nicht erst zu schälen und dann ist die ganze Färbungs-Geschichte auch weniger dramatisch. Das ist bei mir tatsächlich so geworden, seit der Hausarzt mir das geraten hat. Anfangs dachte ich auch das wird nichts, aber wenn man die Knolle dünn genug hobelt passt das perfekt zu Ziegenkäse.

@elvira_k ja danke dass du das Update schreibst, weil ehrlich gesagt hab ich den Thread nicht mehr so aktiv verfolgt nachdem das mit den Nitraten losging. Das war mir dann zu viel Input für ne einfache Frage 😄

aber das mit dem Einwässern interessiert mich jetzt doch - wenn das wirklich hilft dass die weniger glitschig wird dann probier ich das beim nächsten Mal. Ich mein, 5 Minuten sind ja nix, da kann ich in der Zeit eh schon Schüssel rausstellen oder so. Das andere - also die Schale dran lassen - das hab ich inzwischen auch gemacht und muss sagen, es geht. Ich hab sie ganz dünn gehobelt wie du sagst und mit dem Ziegenkäse zusammen schmeckt mans gar nicht so sehr. Meine Kolleginnen in der Arbeit haben das auch irgendwie lustig gefunden dass ich plötzlich mit rosa Salat ankomme, aber die haben's dann auch gegessen. Das war glaub ich das beste an der ganzen Diskussion hier - dass ich gemerkt hab dass ich das schälen ja überhaupt nicht brauch. Was mich aber noch ein bisschen nervt - das Schneidebrett. Ich hab dann doch ein Kunststoff-Brett gekauft weil mir das Holz einfach zu doof aussieht mit den ganzen Flecken und ich bin ehrlich jetzt enttäuscht dass auch das rosa wird. Vielleicht sollte ich mir einfach akzeptieren dass Rote Beete einfach färbt und gut ist, ne? Oder gibt's da noch nen anderen Trick den ich nicht kenn...

@leni_bk, ich glaub du machst dir da mehr Druck als nötig. Ehrlich gesagt hab ich mich da auch lange Zeit verrückt gemacht mit den Flecken, aber irgendwann ist mir aufgefallen - das ist kein echtes Problem, das ist eher eine Gewöhnungssache. Was ich dir noch mitgeben kann: bei mir funktioniert es ganz gut, wenn ich das Brett direkt nach dem Schneiden mit kaltem Wasser abspüle, bevor die Färbung richtig eintrocknet. Nicht erst später, sondern gleich. Das macht bei Kunststoff tatsächlich einen Unterschied. Aber realistisch - nach ein paar Monaten sieht jedes Brett rosa aus, und das ist vollkommen okay. Es ist nicht unhygienisch, es ist einfach nur Optik. Das Positive ist ja, dass du jetzt die Schale mitverarbeitest und das Schäl-Drama komplett hinter dir hast. Das ist eigentlich die größere Erleichterung als irgendwelche Brett-Tricks. Der Hausarzt hat mir da wirklich einen guten Rat gegeben, und bei dir merkt man ja jetzt auch - du arbeitest viel entspannter damit wenn die ganze Schälerei wegfällt. Zum Einwässern - ja, probier das ruhig beim nächsten Mal, das spart dir Zeit beim Hobeln. Bei mir im Garten mach ich das nicht, aber wenn ich mal vom Markt kaufe und die sind ein paar Tage unterwegs, dann hilft es wirklich.

@leni_bk das mit dem direkten Abspülen ist ein guter Punkt von @elvira_k aber ehrlich gesagt - wenn ich beim Laufen trainiere und danach noch schnell was essen will, hab ich für solche Rituale null Energie. Und dann sitz ich da mit nem rosa Brett und denk mir, na ja. Was mich aber mehr reizt an deinem letzten Beitrag: du fragst ob es noch nen anderen Trick gibt. Ich glaub das ist die falsche Frage. Es gibt keinen Trick, es gibt nur - entweder man akzeptiert dass Rote Beete färbt, oder man isst sie einfach nicht. Punkt. Ich hab das auch lange Zeit genau wie du gesehen, als Problem das man lösen muss. Aber nach ein paar Jahren Halbmarathon-Training und danach wieder schnell essen - da bin ich einfach pragmatischer geworden. Die Schale weglassen hat dir ja jetzt schon die größte Erleichterung gebracht, wie du selbst merkst. Das Brett-Thema ist dann echt nur noch Kosmetik. Ein anderer Gedanke: vielleicht ist es auch einfach eine Frage davon, ob man Rote Beete regelmäßig genug isst um sich da ein separates Brett zu gönnen, oder ob man das lieber sein lässt. Bei mir ist es so - ich ess die vielleicht zwei, drei Mal im Monat und dann is mir das Brett egal. Wenn du die jede Woche verarbeitest, könnte ich mir vorstellen dass dir ein altes, separates Kunststoffbrett einfach weniger auf den Geist geht als immer auf dein gutes Brett zu gucken.

@lisab_93 ja das mit dem separaten alten Brett - das ist eigentlich eine gute Idee. Ich hab jetzt so ein günstiges Kunststoffding für vielleicht 3 Euro und wenn das irgendwann komplett rosa ist mir das weniger peinlich als bei meinem normalen Brett. Und ehrlich gesagt, zwei, drei Mal im Monat is das für mich auch realistisch, nicht jede Woche. Was mich aber gerade beschäftigt - und das hat niemand so richtig beantwortet - wenn ich die Beete jetzt regelmäßiger ess wegen des Trainings, lohnt sich dann überhaupt so ein Fokus aufs Brett? Ich mein, @lisab_93 du sagst du trinkst die ja auch manchmal als Saft oder? Ich hab da diese Betanio PLUS Sachen im Kopf die meine Kolleginnen nehmen und ich weiß ehrlich nicht ob das nur Placebo ist oder ob das was bringt. Ich hab gelesen dass roher Saft angeblich besser sein soll als die verarbeitete Variante aber dann stell ich mir vor wie viel Arbeit es ist die Beeten zu entsaften wenn ich schon beim Schälen so einen Stress hab. Hat da wer Erfahrung mit ob sich die Kapseln oder sowas lohnen oder soll ich mir das sparen?

@leni_bk also zu Betanio PLUS - ich hab das vielleicht drei, vier Wochen genommen, regelmäßig nach dem Laufen. Ehrlich gesagt war ich zu ungeduldig um wirklich zu sehen ob's was bringt aber der Geschmack hat mir auch nicht gefallen. Irgendwie künstlich süßlich. Das Problem mit solchen Kapseln ist ja - du zahlst für Bequemlichkeit und weißt nie wirklich ob du das Zeug nimmst das drin sein soll oder ob es genauso wirkt wie wenn du einfach die echte Beete isst.

Zitat von leni_bk

roher Saft angeblich besser sein soll

- ja, das hört man ständig. Aber dann musst du auch wieder entsaften und hast das gleiche Flecken-Drama nur noch krasser, plus der Saft oxidiert auch relativ schnell. Für mich persönlich ist das zu viel Aufwand für ein Gemüse das ich nicht mal regelmäßig esse. Was ich mich aber frag - wenn deine Kolleginnen die Kapseln nehmen, haben die dir konkret gesagt was die bemerkt haben? Oder ist das auch so ein "hab ich gelesen dass es gut sein soll"? Weil da ist für mich die Grenze zwischen echtem Effekt und Placebo ziemlich verschwommen. Du isst ohnehin schon die Beete jetzt, das reicht wahrscheinlich völlig aus wenn es dir um Training geht. Die Kapseln sparen dir eher nur die Arbeit, kosten dafür aber deutlich mehr.

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