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Rote Beete roh vs. gekocht – schmeckt das wirklich so anders?

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ich stell mir das schon länger und hab es nie wirklich ausprobiert. ich kenn Rote Beete eigentlich fast nur gekocht entweder vakuumverpackt aus dem Billa (ich weiß, ich weiß) oder manchmal frisch im Ofen gegart. aber roh? nie angerührt. jetzt hab ich letzte Woche am Brunnenmarkt welche gekauft, weil ich sowieso grad öfter drüber nachdenke was ich rund ums Training esse. und die Frau am Stand meinte ich soll sie einfach mal roh hobeln, mit etwas Zitrone und Olivenöl - passt ihr nach eigener Aussage am besten. hab ich dann auch gemacht. und ehrlich gesagt war ich überrascht. viel knackiger natürlich, aber der erdige Geschmack ist irgendwie... weniger? oder anders? schwer zu beschreiben. nicht so intensiv wie wenn man sie lange gart. das Problem war das Schälen. ich hab Einmalhandschuhe gehabt aber das Brett hat trotzdem ausgesehen wie ein Tatortfoto danach. gibt's da nen Trick den ich nicht kenn? ich hab gelesen dass manche sie kurz blanchieren vor dem Schälen, aber dann ist es ja nicht mehr roh... und die Textur beim Rohessen - die ist halt schon sehr fest. ich hab sie dünn gehobelt aber meine Kiefermuskeln haben das trotzdem bemerkt. vielleicht zu dick? oder ist das einfach so? mich würd wirklich interessieren ob jemand den Unterschied im Geschmack auch so wahrnimmt oder ob ich da irgendwas falsch mach. und ob es einen Unterschied macht wie frisch die sind - die vom Markt haben auf jeden Fall anders geschmeckt als das was ich sonst aus der Vakuumpackung kenn, also da ist schon was dran. danke schon mal 🙂

Zitat von leni_k

der erdige Geschmack ist irgendwie... weniger?

Das könnte auch daran liegen, dass du die rohe Rote Beete mit Zitrone gegessen hast. Die Säure verändert den Geschmack erheblich, habe ich da gute Erfahrungen gemacht. Wenn ich im Garten die noch-jungen Blätter roh in einen Salat mache, schmeckt man diesen intensiven erdigen Ton viel deutlicher als wenn Zitrone oder Essig dran kommt. Bei den Schälflecken - ja, das ist lästig, aber ehrlich gesagt gewöhnt man sich daran. Ich arbeite immer mit alten Schneidebrettern, nicht mit meinen guten, und ziehe mir einfach alte Handschuhe an. Das mit dem Blanchieren ist natürlich unsinnig wenn dir die Rohheit wichtig ist. Zur Dicke der Hobelstücke: Das ist wohl Geschmackssache. Wenn es dir zu fest in den Zähnen ist, probier doch mal noch dünner, oder schneide sie einfach in ganz feine Scheiben mit dem Messer statt zu hobeln. Meine Nachbarin schneidet ihre immer in dünne Julienne - sieht hübsch aus und liegt leichter auf der Zunge. Was mich aber neugierig macht - du schreibst dass die vom Markt anders schmecken als vakuumverpackt. Das ist genau der Punkt! Die frischen haben noch ihre ganze Kraft, während die verpackten... naja. Da verliert sich vieles im Lager. Wenn du die Gelegenheit hast öfter zum Brunnenmarkt zu gehen, würde ich das nutzen. Die Zeit lohnt sich wirklich.

Zitat von elvira_k

Die Säure verändert den Geschmack erheblich

das stimmt übrigens. meine Frau macht das auch so mit Zitrone - ich hab das mal probiert und der erdige Beigeschmack war wirklich deutlich weniger. wobei ich jetzt nicht sagen würde dass das ein Grund ist extra Kapseln zu kaufen oder sowas, aber das Gemüse selbst... ok ja. @leni_k wegen dem Brett - wir haben bei uns in der Küche ein altes Plastikbrett das ich nur für sowas nehme. Fleisch, rote Beete, das Zeug das färbt. das hat meine Frau irgendwann durchgesetzt und ich muss sagen es ist die richtige Entscheidung gewesen. Holz ist da sowieso blöd, das zieht alles rein. was mich bei dem ganzen Thema roh vs. gekocht aber eigentlich wundert - ob das nicht einfach Gewohnheit ist. ich mein, ich kenn das von früher nur eingelegt, so wie Omas das gemacht haben, mit Essig. das war für mich jahrelang die einzige Variante. dann isst du das roh und es kommt dir komisch vor. ist aber vielleicht dasselbe Gemüse nur anders im Kopf. draußen ist heute noch halbwegs schön übrigens, fast nicht zu glauben für September hier.

Zitat von ms_77

ob das nicht einfach Gewohnheit ist

- ja genau das. ich mein bei mir im Verein gibt's einen Typen der schwört auf rohe Rüben isst die regelmäßig. und ich dachte erst der spinnt, aber als ich ihn mal gefragt hab wie lange er das schon macht meinte er - naja so zwei Jahre, und dann gewöhnste dich dran. vorher fands er auch seltsam. das mit dem Plastikeimer - gute Idee eigentlich. ich hab bei mir noch nie so nen Trick gemacht weil ich die Beete ehrlich gesagt selten verarbeite. aber wenn ich jetzt öfter zum Brunnenmarkt geh wegen des Trainings könnte das sinn machen. wenigstens dann nicht jedes mal das ganze Holzbrett zu ruinieren. @leni_k - eine frage noch: wie lange haben die vom Markt denn gehalten bei dir zuhause? also im Kühlschrank. weil das ist für mich irgendwie auch der Punkt - vakuumverpackt hält ewig, aber frisch vom Markt... da weiß ich nie wie lang ich die noch verwenden kann bis sie anfangen zu schrumpeln. gibt's da ne faustregel?

Zitat von elvira_k

Die Zeit lohnt sich wirklich.

da muss ich lachen. ob sich der Weg zum Markt lohnt - klar wenn man in der Nähe wohnt. aber ich fahr für Gemüse keine 20 Kilometer extra. @derbär wegen Haltbarkeit - meine Frau kauft die manchmal frisch und die liegen bei uns locker zwei, drei Wochen im Kühlschrank ohne dass die schrumpeln. einfach ungewaschen lassen und ins Gemüsefach. die Schale schützt die. das ist eigentlich kein Hexenwerk. was mich bei dem ganzen roh-vs-gekocht Thema aber wirklich beschäftigt - niemand redet davon dass das auch Aufwand ist. ich mein, hobeln, Handschuhe anziehen, das Brett wegräumen, alles abwischen... für ein Gemüse. bei normalen Karotten zieh ich einfach den Sparschäler rüber fertig. vielleicht bin ich da zu bequem aber ich versteh schon warum die Vakuumpackung existiert. die ist halt einfach. schmeckt nach weniger, ja, aber der Aufwand ist auch nach weniger.

Zitat von ms_77

für ein Gemüse

ok aber das gilt doch für fast alles was frisch ist? ich mein Karotten hobeln ist auch nicht null Aufwand und trotzdem macht man's. ich glaub der Punkt ist eher dass Rote Beete halt diesen Ruf hat - gefährlich, färbt alles, riesen Drama. und dann traut man sich erst gar nicht ran. @derbär zur Haltbarkeit: ich hab die vom letzten Brunnenmarkt-Kauf noch nicht aufgebraucht, die lagen jetzt gut eine Woche im Kühlschrank und schauen noch komplett ok aus. ms_77 hat recht mit dem Ungewaschen-lassen, das hab ich auch irgendwo gelesen. was mich aber bei ms_77s Beitrag ehrlich gesagt ein bisschen stört - der Vergleich mit Karotten hinkt ja schon. Karotten hobel ich auch, die färben halt nur nicht. der Aufwand ist ähnlich, der Nebeneffekt halt nicht. das ist der einzige echte Unterschied. und ja, die Vakuumpackung ist bequem. ich nutz sie ja auch. aber wenn ich ehrlich bin schmeckt das roh-frische Zeug einfach nach mehr - da ist irgendwie mehr Biss drin, nicht nur in der Textur. schwer zu erklären ohne dass es nach Markteinkauf-Romantik klingt

Zitat von leni_k

da ist irgendwie mehr Biss drin, nicht nur in der Textur

- genau das! Und ich glaube das liegt auch daran, dass frische Rote Beete noch ihre Nährstoffe hat, die nicht durch Lagerung verloren gegangen sind. Der Hausarzt hat mir geraten mehr davon zu essen, und ich merke selbst dass es einen Unterschied macht ob ich meine eigenen aus dem Garten verarbeite oder ob ich was Eingelegtes kaufe. Das ist nicht nur Geschmack, das ist tatsächlich was anderes. Was mich aber bei @ms_77s Argument mit dem Aufwand beschäftigt - ich verstehe die Ungeduld wirklich, aber wenn ich ehrlich bin: der Vergleich mit Karotten ist trotzdem nicht ganz fair. Rote Beete zu hobeln dauert vielleicht drei Minuten länger, aber man muss sich dafür ja nicht anders organisieren. Ich mach das nebenbei während ich noch anderes vorbereite. Das ist nicht wie eine komplizierte Mahlzeit kochen. Das Interessante ist eher - und das hab ich bei mir im Garten festgestellt - dass Menschen die roh essen anfangen, plötzlich viel mehr davon verbrauchen. Nicht aus Pflichtbewusstsein wegen des Blutdrucks, sondern weil es ihnen schmeckt. Das ist ein großer Unterschied. @leni_k, hast du denn vor noch öfter zum Brunnenmarkt zu gehen, oder war das eher ein Experiment?

Zitat von elvira_k

dass Menschen die roh essen anfangen plötzlich viel mehr davon verbrauchen

das klingt jetzt aber schon ein bisschen nach Verkaufsargument, sorry. "man will mehr davon" - ja, das sagt man über alles was irgendwie gesund vermarktet wird. mein Schwager sagt dasselbe über seine Kapseln. was mich bei @elvira_k aber ehrlich gesagt mehr stört ist der Hausarzt-Verweis. "der hat mir geraten mehr davon zu essen" - ok und? mein Arzt sagt ich soll weniger Stress haben. mach ich deswegen Yoga? das ist so eine allgemeine Ansage die jeder Arzt macht. mehr Gemüse, weniger Fleisch, mehr Bewegung. das ist kein Beleg dafür dass rohe Rote Beete irgendwas besonderes ist. @leni_k ich geb dir recht dass der Karotten-Vergleich nicht ganz sauber war. das seh ich ein. aber der Punkt war eigentlich ein anderer - der Ruf des Gemüses macht den Aufwand größer als er ist. in dem Punkt stimmen wir ja überein. was ich mich aber gerade frage - hat hier irgendjemand die mal wirklich bitter erlebt? ich kenn das nur erdig oder neutral, je nach Zubereitung. meine Frau meinte mal sie hatte welche die wirklich unangenehm geschmeckt haben, fast muffig. sie konnte sich nicht erklären warum. zu alt vielleicht? oder ist das sortenabhängig?

@ms_77 die muffige Variante kenn ich tatsächlich auch - hab das mal bei einer Freundin gegessen, die hatte welche die schon länger lagen, und die hatten so einen komischen Nachgeschmack. ich hab damals gedacht es liegt an der Zubereitung aber jetzt bin ich mir nicht mehr sicher. zu alt klingt plausibel. vielleicht ist das auch sortenabhängig, keine Ahnung - am Brunnenmarkt gibt's ja manchmal diese länglichen, eher helleren, die schmecken mir anders als die klassisch runden dunkelroten. ob das ein echter Sortenunterschied ist oder ob ich mir das einbilde... schwer zu sagen. was mich bei deinem Beitrag aber mehr beschäftigt ist die Hausarzt-Sache. ich find das eigentlich nicht so abwegig wie du das darstellst. klar ist "mehr Gemüse" eine Standardansage. aber wenn jemand konkret Rote Beete erwähnt, dann ist das schon spezifischer als "iss gesünder". meine Hausärztin hat mir auch mal was zu Nitrat gesagt in dem Zusammenhang - ich hab das dann selber nachgelesen und da ist schon was dahinter, zumindest was die Studienlage zu Ausdauerleistung angeht. nicht weil mir irgendwer was verkaufen will sondern weil ich selbst drüber gestolpert bin. ist aber ein anderes Thema. zur Bitterkeit - hat das bei euch mal jemand mit der Jahreszeit in Verbindung gebracht? ich frag mich ob Herbst-Rüben anders schmecken als Sommer-Rüben. die Frau am Stand hat da irgendwas angedeutet aber ich hab nicht richtig zugehört.

Zitat von leni_k

ob Herbst-Rüben anders schmecken als Sommer-Rüben

das ist eigentlich ne interessante Frage. ich hätt das jetzt so nicht auf dem Schirm gehabt. meine Frau kauft die hauptsächlich im Herbst, ich weiß gar nicht ob das Zufall ist oder weil die dann besser sind. zur Bitterkeit - ich glaub meine Frau hatte damals alte Rüben. die lagen noch vom Einkauf davor, keine Ahnung wie lange. so ein leicht muffiger Keller-Beigeschmack, das klingt nach Lager. nicht nach Sorte. @leni_k wegen der Nitrat-Sache - da muss ich kurz einhaken. ich hab nix dagegen dass du das nachgelesen hast und selber schaust was dran ist. das ist sogar vernünftig. was mich stört ist wenn Leute das dann nehmen um Kapseln zu rechtfertigen. du machst das nicht so, ok, aber das Thema driftet immer dahin. und mein Schwager ist da ein Paradebeispiel, der ist von "Rote Beete ist gut" direkt zu "also kauf ich den Extrakt" gesprungen ohne mal nachzudenken ob das überhaupt Sinn macht. das Gemüse selbst - ja. alles drumherum - is mir schnuppe. ob die Sorte wirklich so viel ausmacht weiß ich ehrlich gesagt nicht. ich kenn nur die runden dunklen und hab die nie mit irgendwas verglichen. die länglichen helleren hab ich noch nie in der Hand gehabt.

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