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Rote Beete roh reiben – lohnt der Aufwand oder ist das Märtyrerküche?

Ich hab das letzte Woche mal wieder probiert, rohe Rote Beete fein geraspelt mit etwas Meerrettich und Apfelessig. Funktioniert geschmacklich gut, aber der Aufwand ist nicht ohne. Die Rübe ist hart, die Reibe wird sofort dunkelrot, und wer ohne Handschuhe arbeitet, sieht danach aus wie nach einer Notaufnahme. Die Textur ist tatsächlich interessanter als bei der gekochten Variante, das geb ich zu. Weniger süßlich, mehr Biss, der erdige Ton tritt eher in den Hintergrund wenn man Säure dazugibt. Ob das gesundheitlich relevant anders ist als gekocht, weiß ich nicht. Die Nitratdiskussion kenne ich, aber ich hab kein Paper zur Hand das einen klaren Vorteil für roh vs. gegart belegt, zumindest nicht für normale Verzehrmengen. Was mich eher beschäftigt: die frische Rübe vom Wochenmarkt gegenüber dem vakuumierten Supermarktprodukt. Die Vakuumware ist für rohe Zubereitungen meiner Meinung nach ungeeignet. Die ist schon gar, hat wenig Eigengeschmack und gibt nach dem Raspeln eine matschige Konsistenz. Konkret gesagt: das ist dann eher Brei als Salat. Die Marktware kostet kaum mehr, braucht aber tatsächlich Vorbereitungszeit. Ich schäle unter fließend kaltem Wasser, das mindert die Fleckenproblematik etwas, löst sie nicht vollständig. Gummihandschuhe aus dem Haushalt reichen. Mich interessiert ob jemand hier systematisch roh mit gekocht verglichen hat, also wirklich im Alltag und nicht einmal für ein Rezept. Ich komme ehrlich gesagt nicht zu einem klaren Ergebnis was besser ist, und "beides hat seinen Platz" wäre mir zu bequem als Antwort.

@n.feld dein Vergleich frische Rübe vs. Vakuumware trifft genau das was ich auch schon bemerkt hab. Die vakuumierte ist für mich inzwischen nur noch für warme Sachen brauchbar, als Beilage oder in der Suppe, da fällt's weniger auf. Was mich bei dir aber interessiert: du raspelst wirklich fein, oder? Ich hab das eine Weile mit der groben Reibe probiert und fand die Textur damit ehrlich gesagt angenehmer, weniger kompakt. Der Salat bleibt lockerer und saugt die Marinade gleichmäßiger auf. Mit Meerrettich dazu klingt das übrigens sehr gut, das probier ich mal.

Zitat von n.feld

die frische Rübe vom Wochenmarkt gegenüber dem vakuumierten Supermarktprodukt

Was mich interessiert: kaufst du die Rüben mit Grün oder ohne? Ich hab gelesen dass das Grün ein Indiz für Frische ist, aber auf dem Naschmarkt hier in Wien haben die meisten Standln das Grün schon ab. Keine Ahnung ob das was aussagt oder reiner Logistikaufwand is. Zum roh vs. gekocht Vergleich im Alltag - ich bin da nicht konsequent genug um das wirklich systematisch sagen zu können. Meistens kauf ich frische Rüben und koche sie dann doch weil's einfacher ist nach einem langen Tag. Roh reiben ist halt Sonntagsprojekt für mich, nicht Dienstagabend.

Zitat von leni_k

meistens kauf ich frische Rüben und koche sie dann doch weil's einfacher ist

ja same bruder, das ist einfach die realität digga. ich kauf mir auch immer mit den besten vorsätzen ein haufen zeug ein und dann am dienstag um 7 uhr abends wenn ich von der arbeit komm bin ich einfach zu faul zum raspeln. lieber 45 minuten in den ofen werfen und fertig. aber jetzt interessiert mich was anderes - @n.feld du hast ja geschrieben dass die säure den erdigen ton in den hintergrund rückt. das is mir noch nie so aufgefallen ehrlich gesagt. ich esse rote beete ja hauptsächlich gekocht und da find ich den geschmack immer noch ziemlich intensiv auch wenn ich apfelessig oder zitrone dazumach. liegt das daran dass die säure anders wirkt wenn's roh is oder bin ich einfach zu unempfindlich dafür? @leni_k zum grün - bei uns im markt am kotti die verkaufen auch fast alle ohne grün aber bei den besseren ständen die habens noch. ich glaub das is wirklich nur logistik und dass die lagerung kürzer is wenn man das abmacht. hab mich da nie so rein gedacht aber logisch macht's ja sinn

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weniger reden mehr heben

Zitat von derbasti

die säure anders wirkt wenn's roh is

ich glaub da ist wirklich was dran aber ich kann's nicht hundertprozentig erklären. mein Gefühl ist: roh hat die Rübe so eine mineralische Schärfe die sich mit Säure irgendwie aufhebt, während die gekochte Variante eher diesen tiefen, schon fast süßen Erdton hat der sich nicht so leicht wegdiskutieren lässt. Apfelessig drüber und es bleibt halt Rote Beete. roh ist das anders, der Charakter wird leichter. @derbasti das mit dem Markt am Kotti ist interessant, ich hab das Grün-Thema nie so ernst genommen aber jetzt frag ich mich ob ich einfach falsch eingekauft hab all die Zeit. auf dem Naschmarkt schau ich nächstes Mal gezielt danach. was mich noch beschäftigt: n.feld hat geschrieben dass er unter fließend kaltem Wasser schält. ich mach das immer danach, also erst schälen, dann die Hände unter Wasser. vielleicht ist da mein Fehler. die Flecken an den Fingern sind bei mir meistens hartnäckiger als auf der Reibe selbst, keine Ahnung warum das so ist.

alter @leni_k das mit dem schälen unter wasser vs danach is ja krass dass du das erwähnst. ich hab das eigentlich immer genau andersrum gemacht - erst trockenshälen und dann die hände sofort waschen. aber jetzt wo du das sagst - bei mir bleiben die flecken an den fingern auch ewig haften, vielleicht liegt's wirklich daran dass ich die säfte zu lang antrocknen lass bevor ich sie abwasch. sollte ich das mal umdrehen und die rübe unter wasser schälen obwohl die dann super rutschig wird? oder ist das einfach zu unpraktisch wenn man eh schon diese gummihandschuhe anzieht. aber was mich mehr reizt - @n.feld du hast geschrieben dass die vakuumware schon gar ist. meine frage: wie merkst du das eigentlich? also wenn ich ehrlich bin kauf ich die vakuumverpackte rote beete manchmal weil's schneller geht und ich sie warm esse. aber jetzt bin ich mir gar nicht sicher ob ich das überhaupt schmecken würde wenn die nur noch matsch ist oder ob mir das einfach egal ist. gibt's da so nen trick wie man das direkt beim kauf sieht oder musste das wirklich erst verarbeiten um es zu merken? weniger reden mehr heben

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weniger reden mehr heben

@derbasti zur Vakuumware - ob man das beim Kauf sieht ist ehrlich gesagt schwer. Ich drück immer kurz drauf durch die Packung wenn's schon sehr nachgibt ist das kein gutes Zeichen. Aber das ist auch kein verlässlicher Test, muss ich zugeben.

Zitat von derbasti

ob mir das einfach egal ist

ich glaub das ist die entscheidende Frage und ich find's gut dass du das so direkt sagst. Wenn man's warm isst und als Beilage, dann fällt's wahrscheinlich wirklich weniger auf. Der Unterschied zur frischen Rübe ist für mich vor allem kalt spürbar in so nem Salat wo die Konsistenz alles ist. Was mich bei deiner Schäl-Frage noch beschäftigt: ich hab das Gefühl die Rübe selbst ist das geringere Problem. Das Schlimmste sind bei mir immer die Schnittflächen wo der Saft sofort rausläuft und sich irgendwo hinspritzt wo man's nicht erwartet. Am Schneidebrett, am Ärmel... ich hab mal eine komplett neue Schürze ruiniert weil ich zu selbstsicher war 😅

Das mit dem Handschuh hat mich kurz erinnert - ich hab mal eine Kollegin die kocht viel, die hat mir gesagt sie reibt sich vorher die Hände mit etwas Öl ein bevor sie anfängt. Soll die Poren versiegeln damit der Farbstoff nicht so tief einzieht. Hab ich noch nie getestet ob das wirklich funktioniert oder ob das auch so ein Küchen-Mythos ist.