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Rote Beete roh raspeln – zu zäh oder bin ich falsch?

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Ich hab das jetzt endlich mal ausprobiert, weil hier so oft davon die Rede war. Rohe Rote Beete, fein geraspelt, mit etwas Öl und Zitrone. Klingt erstmal gut. Aber bei mir war das Ergebnis ziemlich zäh und irgendwie hat man das Kauen wirklich gemerkt - mein Mann hat nach zwei Bissen aufgehört und ich hab tapfer weitergemacht. Jetzt frag ich mich ob das an der Sorte liegt. Ich hab die aus dem Garten genommen, schon etwas größere Knollen die schon ne Weile drin waren. Vielleicht sind die einfach zu alt und damit zu fest? Oder muss man da wirklich die ganz jungen, kleinen nehmen? Ich hab auch gelesen dass manche die geraspelte Beete vorher kurz mit Salz ziehen lassen, damit sie weicher wird. Habt ihr da erfahrung mit, macht das wirklich was aus oder ist das eher so ein Tipp der nichts bringt? Und dann ist da noch die Frage mit der Reibe. Ich hab eine normale Küchenreibe genommen, mittelgrobe Seite. Zu grob vielleicht. Wenn ich die feiner reibe wird das dann zarter oder eher matschig? Bei gekochter Roter Beete hab ich das nie da ist die Textur eigentlich immer okay. Aber roh hat mich das wirklich ein bisschen überrascht wie fest das ist. Fast schon wie rohe Karotte, nur irgendwie knotiger. Ich will das gerne nochmal probieren weil ich den Gedanken mag, die Beete nicht zu kochen wenn sie frisch aus dem Garten kommen. Aber so war das noch kein Genuss.

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Selbstgemacht schmeckt's immer besser 🥰

hm @rotebeete_fan also ehrlich gesagt - wenn deine knollen schon länger im garten lagen dann könnte das wirklich der punkt sein. hab ich glaub ich schon mal irgendwo gelesen dass ältere beeten fasriger werden, aber roh merkt man das wahrscheinlich viel mehr als wenn man sie kocht und sie dadurch eh weich werden. aber das mit dem salz ziehen - das würde mich auch interessieren ob das was bringt. klingt irgendwie nach ner alten omas-tricks-situation aber vielleicht entzieht das wasser und macht sie zarter? keine ahnung ehrlich. ich hab das noch nie probiert. was mich eher wundert ist dass du die normale küchenreibe genommen hast. ich hab mal bei nem video gesehen dass profis die fast schon in ner food processor machen - also viel feiner. aber ob das dann nicht zu matschig wird... krass ey. gekocht schmeckt die sache einfach anders, das ist wahr. hast du vielleicht noch die möglichkeit frischere knollen zu nehmen? also richtig junge von nem markt oder so? würde ich ehrlich mal probieren bevor du aufgibst. dein mann hat wahrscheinlich einfach keine lust auf das kauen gehabt lol

Edit: ach ja, und falls du es nochmal probierst - vielleicht auch mal mit nem bisschen zucker oder essig abschmecken? kann manchmal auch helfen den eigengeschmack zu verbessern. --
weniger reden mehr heben

@rotebeete_fan, ich glaube da liegt wirklich einiges im Argen bei den älteren Knollen. In meinem Garten habe ich da gute Erfahrungen gemacht - die ganz jungen, noch zarten Roten Beeten im Juni, Juli raspeln sich viel leichter und schmecken auch deutlich milder. Die großen Exemplare, die bis September, Oktober noch drin sind, die werden wirklich fasrig und erdiger. Was @derbasti mit dem Salz ziehen sagt, das könnte tatsächlich was dran sein. Ich hab das Jahre lang mit Gurken gemacht - das entzieht Wasser und macht das Gemüse knackiger, nicht weicher. Aber ob das bei roher Beete hilft, keine Ahnung ehrlich gesagt. Das müsste ich auch erst ausprobieren. Das Interessante ist eher: wenn die Knolle schon älter ist kann man die nicht wirklich noch retten, egal wie fein man raspelt. Mein Hausarzt hat mir ja geraten, mehr Rote Beete zu essen, aber er hat auch nie erwähnt, dass rohe Beete irgendwie gesünder sein soll als gekochte. Vielleicht ist das für Sie auch gar nicht das Problem, sondern Sie könnten sich einfach sparen, die großen Lagerbeeten roh zu probieren und stattdessen direkt verwerten. Gekocht schmecken die dann immer noch gut, da merkt man die Fasrigkeit nicht so. Nächstes Jahr im Frühsommer würde ich das nochmal mit ganz jungen Knollen versuchen, dann sieht das wahrscheinlich völlig anders aus. Edit: Kleine Anmerkung noch - beim Lagern im Keller/Kühler halten die sich ja deutlich länger, aber für Rohkost würde ich dann wirklich eher zu den Frühjahrsknollen greifen!

@elvira_k der Punkt mit den jungen Beeten im Juni/Juli - das klingt einleuchtend, aber ich frag mich ob das wirklich so viel ausmacht oder ob das auch ein bisschen Erwartungsmanagement ist. ich mein ich hab roh raspelte Beete bisher immer mit dem Konzentrat verglichen das ich trinke, also völlig anderes Produkt, nützt hier nix. was mich bei dem Salz-Thema beschäftigt: @elvira_k du sagst bei Gurken wird das Gemüse knackiger davon, nicht weicher. aber bei roher Beete wäre das doch eigentlich das Gegenteil von dem was @rotebeete_fan braucht? wenn Salz Wasser entzieht und das Gewebe dadurch straffer wird, dann wird die Raspel ja erst recht zäh. ich könnte mir eher vorstellen dass ein leichter Säurezusatz - also die Zitrone die sie eh schon drin hatte, oder vielleicht Apfelessig - das Zellgewebe ein bisschen aufweicht, das kenn ich vom Marinieren. aber das ist auch nur so ein Gefühl, ich hab das nicht systematisch getestet. was ich noch nie ausprobiert hab: die geraspelte Beete einfach 20 Minuten mit dem Dressing stehen lassen, bevor man sie isst. nicht mit Salz, sondern mit der Säure. ob das was macht weiß ich nicht, klingt aber logischer als Salz wenn man weicher will. @rotebeete_fan wäre das vielleicht ein Test wert beim nächsten Mal?

Zitat von jana_w

ein leichter Säurezusatz das Zellgewebe ein bisschen aufweicht

Das ist zumindest die plausiblere Hypothese, ja. Salz entzieht osmotisch Wasser, das macht Gewebe kompakter, nicht weicher. Was @jana_w zur Säure sagt, deckt sich mit dem was ich über Denaturierung von Pektinen gelesen habe, aber konkret für Rote Beete hab ich das nirgendwo belegt gesehen. Ist also auch nur Analogieschluss. Was hier noch niemand erwähnt hat: die Raspelrichtung und die Faser-Orientierung der Knolle. Rote Beete hat konzentrische Ringe, man sieht das wenn man sie aufschneidet. Wenn man quer zu diesen Ringen raspelt, zerschneidet man die Fasern, das Ergebnis ist kürzer und weniger zäh. Längsraspeln ergibt lange Faserstränge, genau das was @rotebeete_fan wahrscheinlich hatte. Das kann man auch bei Karotten beobachten, ist kein Hexenwerk. Ob das bei einer alten Knolle noch viel bringt, weiß ich nicht. Mein Gefühl sagt: wahrscheinlich nicht genug, um das grundlegende Problem zu lösen. Die Knolle war schlicht zu weit. Das mit dem Stehenlassen im Dressing würde ich trotzdem testen, nicht weil ich viel erwarte, sondern weil das die einzige Variable im Thread ist, die noch nicht systematisch angeschaut wurde.

Zitat von n.feld

Raspelrichtung und Faser-Orientierung

ok das hab ich echt nicht auf dem Schirm gehabt. Klingt logisch, so wie wenn man Holz quer zur Maserung schneidet, das geht leichter. Ich mein, das ist Werkstoffkunde, das hat nix mit Esoterik zu tun. Macht Sinn. Aber ich frag mich - weiß das jemand wirklich oder ist das auch wieder Analogieschluss wie @n.feld selbst sagt. Wär interessant obs jemand tatsächlich ausprobiert hat mit der selben Knolle, einmal längs einmal quer, direkter Vergleich. Draußen ist es heute schon wieder grau, hab grad Pause gemacht zwischen zwei Aufträgen, da denkt man über sowas nach. Was mich eigentlich eher beschäftigt: die ganze Diskussion dreht sich darum wie man rohe Beete irgendwie genießbar kriegt. Wenn man so viel Aufwand betreiben muss - Faser-Orientierung beachten, Säure, Stehzeit, richtige Sorte, richtiges Alter - dann frag ich mich warum man das nicht einfach kocht. Fertig. Zehn Minuten mehr, keine Kauorgie, alle glücklich. @rotebeete_fan ihr Mann hat nach zwei Bissen aufgehört, das sagt doch alles. Ich sag nicht dass roh falsch ist. Ich sag nur sag mir einer warum der Aufwand sich lohnt wenn gekocht genauso schmeckt und keiner am Tisch streikt.

Zitat von ms_77

warum man das nicht einfach kocht

Das ist keine falsche Frage, aber sie geht am eigentlichen Punkt vorbei. @ms_77 fragt nach dem Aufwand-Nutzen-Verhältnis, was legitim ist. Nur: wenn jemand frisch geerntete Beete hat und die nicht kochen will, dann ist das eine Entscheidung, keine Fehlfunktion. Der Aufwand entsteht hier nicht weil roh irgendwie besser ist, sondern weil die Ausgangsbedingungen schlecht waren. Alte Knolle, falsche Erwartung. Was mich an dem Thread mehr beschäftigt als die Textur-Frage: niemand hat bisher gefragt, was @rotebeete_fan eigentlich will. Geht es um Geschmack, um Textur, um das Prinzip "frisch aus dem Garten, nicht kochen"? Das sind drei verschiedene Ziele mit drei verschiedenen Antworten. Das Stehenlassen im Dressing, das ich letztes Mal erwähnt hatte, wäre nur sinnvoll wenn das Ziel ist, aus der Knolle noch irgendetwas Essbares zu machen. Wenn das Ziel ist "roh mag ich generell", dann müsste man das mit frischen, kleinen Knollen neu testen, nicht mit dem Gartenrest vom September. @ms_77 hat recht dass der Mann nach zwei Bissen aufgehört hat. Das ist aber kein Argument gegen Rohkost, das ist ein Argument gegen diese spezifische Knolle unter diesen spezifischen Bedingungen. Das ist ein Unterschied.

mal ehrlich, ich steig jetzt erst ein weil ich den Thread erst jetzt richtig gelesen hab, und ich frag mich die ganze Zeit warum hier alle so viel Theorie machen.

Zitat von n.feld

das ist ein Argument gegen diese spezifische Knolle

ja, das stimmt soweit, aber dann hört's auch schon auf. 35 Jahre lang hab ich in der Werkstatt gelernt: wenn ein Material sich nicht bearbeiten lässt wie du willst, nimmst du erstmal das richtige Material, bevor du die Technik optimierst. Faserlage, Säure, Stehzeit - das ist alles schön und gut, aber wenn die Knolle zu alt ist, ist sie zu alt. Da kannst du raspeln wie du willst. Was mich hier eigentlich wundert ist wat @ms_77 sagt, und ich find die Frage eigentlich berechtiger als @n.feld das darstellt. Nicht weil roh falsch ist, sondern weil ich noch von keinem im Thread gehört hab was das Ziel eigentlich bringt - also geschmacklich, nicht als Prinzip. Frisch aus dem Garten, okay, leuchtet mir ein. Aber schmeckt die rohe raspelte Beete dann wirklich so viel anders als die gekochte, dass man den Aufwand will? Die aus dem Glas vom Supermarkt kenn ich ja, die ist weich, ein bisschen süßlich-sauer, das passt zu nem Schnitzel. Ob die roh raspelte da irgendwie drüber liegt, das hat hier noch keiner konkret beschrieben. Heute zieht hier eh das erste schlechte Wetter rein, da kommt man ins Grübeln über sowas.

Zitat von n.feld

niemand hat bisher gefragt, was @rotebeete_fan eigentlich will

da hast du recht, aber ehrlich gesagt - bei mir klingt das so als wollte sie einfach nur, dass es schmeckt. Nicht als Prinzip, nicht als Theorie. Sondern: frische Beete aus dem Garten, roh probieren, geniessen. Das ist legit. Nur eben bei einer Knolle die schon Monate drin lag. Das ist wie wenn ich ne alte Schraube mit nem neuen Bohrer bearbeiten will und dann drei Tage überlege wie ich die Geometrie anpasse - manchmal ist die Schraube halt einfach Schrott. Was mich aber mehr interessiert - und das hat hier wirklich noch keiner konkret gesagt - wie schmeckt das Zeugs denn, wenn man es richtig macht. @rotebeete_fan hat geschrieben der Geschmack war okay, aber die Textur war das Problem. Bei mir ist es andersrum. Wenn ich Beete esse, gekocht oder so, dann schmeckt mir das dieses erdige immer zu sehr durch. Selbst mit Öl und Zitrone. Und wenn rohe Beete das noch stärker macht weil man mehr davon merkt beim Kauen - naja dann is mir schnuppe ob die Fasern kurz oder lang sind. Dann ess ich lieber Salat. @ms_77 hat recht gehabt mit einer Sache - der Mann hat nach zwei Bissen die Waffen gestreckt. Das sagt was. Ich hab das jetzt nicht als Beweis gegen rohkost verstanden, aber als Signal dass hier was nicht passt. Und statt noch mehr Tricks zu testen würd ich ehrlich sagen: nächstes Jahr im Juni ne junge Knolle nehmen, eine einzige, und dann wirklich testen. Ohne ganzen Aufwand. Dann weiss man ob es am Alter lag oder ob Rote Beete roh einfach nicht die Sache ist für euch. Punkt.

Zitat von ms_77

sag mir einer warum der Aufwand sich lohnt wenn gekocht genauso schmeckt

also ich hab da jetzt den ganzen Thread nochmal durch und irgendwie dreht sich alles im Kreis. Wat mich aber gerade wirklich beschäftigt - und das ist mir jetzt erst aufgefallen - keiner hat gefragt was @rotebeete_fan danach damit gemacht hat. Hat sie die Restmenge einfach weggeworfen? Oder doch noch irgendwie gerettet? Weil das würde mir was sagen über wie ernst das Problem war. Und dann noch was, ganz konkret: ich kenn das von meiner Frau, die raspelt manchmal Karotten roh in den Salat, und die lässt die dann tatsächlich zwanzig Minuten im Dressing stehen bevor die auf den Tisch kommt. Ob sie das bewusst wegen der Textur macht oder einfach weil sie nebenbei kocht, hab ich nie gefragt. Aber die Karotten sind danach merklich weicher. Vielleicht funktioniert das bei Beete wirklich ähnlich, ich weiß es nicht. Ausprobiert hab ich das nie. Was mich aber stoert ist dass @n.feld und @ms_77 jetzt schon zweimal aneinander vorbeireden und beide irgendwie recht haben nur wollen sie das nicht zugeben. Die Frage ob Aufwand sich lohnt und die Frage ob roh grundsätzlich taugt - das sind halt zwei verschiedene Fragen, das hat @n.feld ja selbst gesagt. Aber dann so tun als wäre @ms_77 am Thema vorbei, das find ich auch nicht fair.

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