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Rote Beete gegen Blutdruck - echte Wirkung oder red ich mir was ein?

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Ich mess meinen Blutdruck seit zwei Jahren regelmäßig zuhause, weil mein Arzt mir damals gesagt hat erhöhte Werte, mach mal was. Was genau, hat er mir natürlich nicht gesagt. Typisch. Also hab ich selbst angefangen zu googeln und bin irgendwann bei Rote Beete gelandet. Ich mein, ich hab das dann einfach ausprobiert. Nicht als Kapsel oder irgendein Pulver das auf jeder Sportler-Seite beworben wird - das kommt mir nicht ins Haus. Einfach frische Rote Beete aus dem Supermarkt, gekocht, ab und zu als Salat. Manchmal auch den fertigen Saft aus dem Regal, den normalen ohne Schnickschnack. Und jetzt die ehrliche Frage: ich weiß nicht ob das was bringt. Ich hab in dem Zeitraum auch weniger Wurst gegessen, mehr spaziert (meine Frau hat mich dazu genötigt, mal ehrlich) und generell versucht ruhiger zu werden. Wie soll ich da rausfinden ob die Rote Beete irgendwas macht? Das ist doch nicht isolierbar. Gleichzeitig läuft da immer zehn Sachen. Meine Werte sind ein bisschen besser als vor nem Jahr. Aber ob das das Gemüse ist oder der Spaziergang oder weniger Stress weil ich im Betrieb inzwischen Vorarbeiter bin und nicht mehr selbst schleife - keine Ahnung. Was ich nicht versteh ist warum so viele Leute da sofort mit Konzentraten und Extrakten ankommen. Ich kauf lieber 'ne echte Rote Beete für 80 Cent als irgendwas im Apotheken-Look für 30 Euro. Das ist doch am Ende dasselbe, oder? Hat hier wer konkrete Erfahrungen gemacht wirklich nur mit dem Gemüse, ohne gleichzeitig alles andere zu ändern?

Zitat von rainer_w64

Wie soll ich da rausfinden ob die Rote Beete irgendwas macht?

@rainer_w64 ja genau das ist doch der Punkt den die meisten hier übersehen. Du kannst das nicht isolieren, das ist keine Werkstatt wo du eine Variable rausnimmst und den rest gleichhältst. Das Leben läuft halt parallel. Was mich aber grad beschäftigt ist was anderes. Du schreibst du misst seit zwei Jahren. Wie machst du das eigentlich - immer morgens, immer abends, mehrmals? Ich frag weil ich selbst gemerkt hab dass die Tageszeit bei mir krass unterschiedliche Werte gibt. Nachmittags nach der Schicht bin ich immer höher als morgens vor dem Frühstück. Da kann man sich schon selbst verrückt machen wenn man das nicht im Blick hat. mein Arzt hat mir damals gesagt ich soll immer zur selben Uhrzeit messen, dreimal hintereinander, ersten Wert weglassen. Klingt aufwendig aber ich sag mal - erst danach haben die Zahlen wirklich was bedeutet für mich. Das mit den Spaziergängen durch deine Frau kenn ich übrigens auch. Meine macht das genauso. Die Frage ist ob uns das mehr bringt als jede Rote Beete der Welt - ich tippe ja, aber beweisen kann ich das auch nicht.

@rainerw das mit dem dreimal messen und ersten Wert weglassen - das hab ich tatsächlich noch nie so konsequent durchgezogen. Ich kenn die Empfehlung, aber morgens vor der Schicht ist man halt froh wenn man überhaupt rankommt ans Gerät. Irgendwie bleibt das dann bei einmal.

Zitat von rainerw

erst danach haben die Zahlen wirklich was bedeutet für mich

Das glaub ich dir. Ich frag mich nur wie viele Leute das wirklich so machen. Ich schätz mal 80 Prozent messen einmal drauf und nehmen den Wert als Wahrheit. Und dann wundert man sich über Schwankungen. Was ich in dem ganzen Thread noch nicht gesehen hab: was ist eigentlich mit dem Nitrat-Gehalt in frischer Rote Beete im Vergleich zu so einem Konzentrat? Weil @rainer_w64 sagt 80-Cent-Rübe gegen 30-Euro-Flasche - das klingt logisch, aber ich hab mal irgendwo gelesen dass der Nitratgehalt im Gemüse stark schwankt, je nach Boden, Lagerung, wie lange das schon liegt. Beim Konzentrat ist das angeblich standardisiert. Weiß ich nicht ob das stimmt, ich hab das nur so aufgeschnappt, keine Ahnung von wem. Kann das hier jemand einordnen? Ich frag weil ich für meine Granfondo-Vorbereitung auch drüber nachdenke ob ich einfach mehr Rüben essen soll oder ob das Betanio dann doch mehr Sinn macht - nicht weil ich dem Marketing glaube sondern weil ich wissen will ob die Dosis überhaupt vergleichbar ist.

@rote_socke_83 mit dem Nitrat-Gehalt hast du einen Punkt den ich ehrlich nicht überblicke. Aber deine Frage ob Betanin dann standardisierter ist - das klingt logisch, nur: wer kontrolliert das eigentlich. Ich meine Nahrungsergänzung ist ja nicht so streng reguliert wie Medikamente. Wenn der Hersteller sagt hier sind X mg Nitrat drin, wer prüft das nach? Das Interessante ist aber noch was anderes. @rainer_w64 hat ja gesagt er nimmt frische Rote Beete, und @rainerw hat richtig hingewiesen dass die Messmethode das Ganze erst sauber macht. Aber was ich gerade denke: selbst wenn die Dosis beim Konzentrat standardisiert wäre - heißt das nicht automatisch dass es besser wirkt. Vielleicht wirkt frisches Gemüse einfach anders weil da noch andere Stoffe drin sind die das Nitrat begleiten. Oder auch gar nicht, keine Ahnung. Bei mir hat's damals geholfen einfach mehr rohes Gemüse zu essen, nicht wegen irgendwelcher Superkräfte sondern weil ich dadurch weniger Salzstangen und Käse gegessen hab haha. Das war wahrscheinlich der größere Effekt. Für deine Granfondo würde ich ehrlich sagen: ess einfach regelmäßig Rote Beete wenn dir der Geschmack liegt kauf dir kein teures Pulver dafür. Wenn du dann merkst dass deine Leistung besser wird - schön. Wenn nicht, hast du wenigstens ein günstiges Gemüse gegessen das dir nicht schadet. Edit: Kleine Anmerkung noch - natürlich gibt es auch bei Supplements Kontrollen, aber die sind halt einfach weniger streng als bei Medikamenten. War etwas zu pauschal formuliert.

@fk_1988 der Punkt mit dem Salzzeug und dem Käse ist ehrlich gesagt der, der mich am meisten beschäftigt. Weil das so eine stille Substitution ist die man selbst kaum bemerkt. Du fängst an mehr Gemüse zu essen und irgendwie verschwindet der andere Kram einfach - nicht weil du bewusst drauf verzichtest sondern weil der Platz weg ist. Ob das dann die Rote Beete "wirkt" oder einfach die Kalorienverschiebung, das ist halt nicht trennbar. Kenn ich aus eigener Erfahrung mit Bananen vor dem Training.

Zitat von fk_1988

wer prüft das nach

Das ist meine eigentliche Baustelle mit den Konzentraten. Ich hab Betanio PLUS damals ein paar Wochen genommen und hab was gespürt - oder geglaubt zu spüren, kann ich heute nicht mehr sagen. Aber genau diese Frage hab ich mir nie richtig gestellt. Auf der Dose steht irgendeine Zahl und ich nehm das einfach hin. Wär ich in der Logistik so locker mit Lieferscheinen, wär ich längst weg. Was mich aber noch interessiert und was ich im Thread noch nirgends gesehen hab: spielt eigentlich eine Rolle ob man Rote Beete roh oder gekocht isst? Ich ess die meistens gegart weil meine Frau sie so macht. Ob da Nitrat verloren geht beim Kochen - keine Ahnung. Hab ich keine Quelle für, ist nur so ein Gedanke der mir gerade kommt.

@rote_socke_83 die Frage mit roh oder gekocht ist eigentlich nicht dumm. Ich hab das auch nie hinterfragt. Meine Frau kocht die immer durch, ich ess die halt so wie sie auf dem Teller landet. Aber mal ehrlich - wenn beim Kochen Nitrat verloren geht, dann wär das doch ein ziemlich relevanter Punkt. Nicht weil ich jetzt anfang die rohe Rübe runterzubeißen wie ein Kaninchen, aber das wäre dann schon ein Argument das ich gern mal schwarz auf weiß hätte.

Zitat von rote_socke_83

Wär ich in der Logistik so locker mit Lieferscheinen, wär ich längst weg.

das ist gut gesagt. Ich sag dir, ich kenn das aus dem Betrieb auch. Wenn ein Bauteil kommt und draufsteht Toleranz 0,1mm dann geh ich davon aus dass das stimmt - aber ich prüf's trotzdem nach. Bei Lebensmitteln macht das keiner. Du schluckst das einfach und glaubst dem Etikett. Das ist bei Betanio oder sowas halt genau das Problem. Kein Mensch prüft das nach bevor er zahlt. Was mich bei dem Nitrat-Thema noch wurmt: ich hab neulich irgendwo aufgeschnappt dass Spinat und Feldsalat angeblich noch mehr Nitrat haben als Rote Beete. Wenn das stimmt - warum redet dann keiner über Spinat-Konzentrat für den Blutdruck. Weil's halt kein sexy Produkt ist das man auf Sportler-Seiten bewerben kann, vermut ich mal.

Zitat von rainer_w64

warum redet dann keiner über Spinat-Konzentrat für den Blutdruck

Ja, exakt das. Ich sag dir, das ist der Punkt der mich bei dem ganzen Rote-Beete-Hype immer ein bisschen stört. Es gibt offenbar Sachen mit ähnlichem oder höherem Nitratgehalt, aber die werden halt nicht auf Hochglanz vermarktet. Spinat sieht auf nem Produktfoto einfach nicht so geil aus wie eine leuchtend rote Rübe. Das ist Marketing-Logik, keine Ernährungswissenschaft. Was mich bei deinem Lieferschein-Vergleich @rainer_w64 aber grad noch auf was anderes bringt: ich frag mich ob das bei Lebensmitteln auch regional so stark schwankt. Also Nitrat im Spinat aus dem Gewächshaus im Januar gegen Freiland-Spinat im Mai - das ist doch bestimmt nicht dasselbe. Ich hab das mal in nem Artikel gelesen, keine Ahnung mehr wo, irgendwas über Dünger und Lichtstunden. Wenn das stimmt dann ist die ganze Debatte "frisches Gemüse vs. Konzentrat" nochmal komplizierter als gedacht. Und da kommen wir wieder zu der Frage die ich eigentlich nie wirklich beantworten kann: wenn ich nicht weiß was genau in meiner Rübe steckt und nicht weiß ob das Konzentrat hält was draufsteht - wo ist dann eigentlich der feste Boden unter der ganzen Diskussion. Ich weiß es nicht. Das frustriert mich ehrlich gesagt ein bisschen heute Abend.

@rote_socke_83 du sagst das frustriert dich, fester Boden fehlt unter der Diskussion. Ich versteh das. Aber ich glaub das ist genau das falsche Ziel. Du wirst den festen Boden nicht finden. Nicht hier im Forum, nicht auf irgendner Ernährungsseite. Was mich bei deinem Gewächshaus-Punkt grad aber wirklich beschäftigt: das bedeutet ja dass selbst die "normale" Rübe aus dem Supermarkt kein verlässlicher Wert ist. Die liegt da manchmal eine Woche im Regal bevor sie jemand kauft. Ich hab keine Ahnung was in der Zeit mit dem Nitrat passiert, ob das abbaut oder nicht. Das weiß ich schlicht nicht.

Zitat von rote_socke_83

wo ist dann eigentlich der feste Boden

ich sag dir wo ich meinen festen Boden hab: ich ess das Gemüse weil's mir schmeckt und weil's mich nicht 40 Euro im Monat kostet. Das reicht mir als Begründung. Alles andere - ob's jetzt 180 oder 220 Mikrogramm Nitrat sind - das kann ich eh nicht kontrollieren. Das ist wie wenn ich im Betrieb anfange die Legierung von jedem Rohr selbst zu analysieren. Mach ich nicht, weil ich das Gerät nicht hab und weil's mich wahnsinnig machen würde. Was mich aber ehrlich gesagt mehr stört als alles andere: wir reden die ganze Zeit über Nitrat und Konzentrat und keiner hat mal gefragt was eigentlich mit dem Blut passiert wenn man beides macht - also Rote Beete und dazu irgendwann doch noch Tabletten. Ob da irgendwas zusammenkommt was man lieber nicht will. Mein Arzt hat das nie angesprochen, ich hab's nie gefragt.

Zitat von rainer_w64

ob da irgendwas zusammenkommt was man lieber nicht will

@rainer_w64 das ist tatsächlich die Frage die ich mir auch noch nie gestellt hab. Und jetzt wo du's sagst - ich weiß es schlicht nicht. Ich bin kein Bluthochdruckpatient im klinischen Sinn, also für mich ist das grad noch kein Thema mit Tabletten. Aber ich kenn Leute im Bekanntenkreis die das beides machen. Einfach so, ohne den Arzt zu fragen. Der Gedanke dass Nitrat aus dem Gemüse und bestimmte Blutdruck-Medikamente irgendwie interagieren könnten - das klingt nicht abwegig. Gerade bei so Sachen die den Gefäßtonus beeinflussen. Ich hab keine Quelle dafür, das ist Bauchgefühl aus halbgarem Halbwissen. Kann ich nur sagen: bei sowas wär ich vorsichtig. Nicht weil ich dem Arzt grundsätzlich vertrau, das tu ich nicht blind. Aber das ist eine Frage die man stellen sollte bevor man anfängt Konzentrate zu schlucken und gleichzeitig Tabletten nimmt. Punkt. Was mich dabei noch stört: die Packungsbeilage bei Betanio sagt dazu nichts. Ich hab die damals überflogen, da stand irgendwas über Schwangere und Nierenkranke aber das war's. Wechselwirkungen mit Medikamenten - Fehlanzeige. Und das ist bei einem Nahrungsergänzungsmittel vielleicht auch nicht vorgeschrieben, keine Ahnung. Wär ich in der Logistik so mit Sicherheitsdatenblättern - das würde ich gar nicht erst

Zitat von rote_socke_83

Wär ich in der Logistik so mit Sicherheitsdatenblättern

@rote_socke_83 echt jetzt, das ist der Punkt der mich grad am meisten beschäftigt. Du hörst mitten im Satz auf aber du hast trotzdem recht. Bei uns im Betrieb gibt's für jeden Schmierstoff ein Sicherheitsdatenblatt. Wechselwirkungen mit anderen Stoffen - Seite zwei steht drauf. Bei nem Nahrungsergänzungsmittel für das du 40 Euro hinlegst steht da nix. Das ist schlicht nicht vergleichbar und das sollte mehr Leute stören als es tut. Was mich jetzt aber noch auf was anderes bringt: du sagst du kennst Leute die das beides machen, Gemüse und Tabletten, ohne den Arzt zu fragen. Ich frag mich ob die Ärzte das überhaupt wissen wollen. Ich mein - ich hab meinem damals nie erzählt dass ich regelmäßig Rote Beete esse. Der hat mich auch nie danach gefragt. Was essen Sie so, Herr W.? Kam nie. Die Frage war Blutdruck hoch, wollen Sie Tabletten oder nicht. Mal ehrlich, ich weiß nicht ob das Absicht ist oder einfach Zeitmangel. Zehn Minuten pro Patient, da kommt man nicht weit. Aber das bedeutet halt dass der Arzt ein unvollständiges Bild hat von dem was ich tue und ich ein unvollständiges Bild von dem was passieren könnte. Beide stochern irgendwie im Dunkeln. Das mit den Wechselwirkungen - da würde ich nicht mal wissen wen ich konkret fragen soll. Apotheke vielleicht, die haben manchmal mehr Zeit als der Arzt.

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