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Rote Beete als Rohkost vs. Konzentrat – lohnt sich der Aufwand überhaupt?

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@nico_d94 das mit dem Selbsttest - ich versteh den Gedanken aber da muss ich trotzdem lachen. Wenn schon @markus_b82 der das fachlich durchdringt sagt er kann nicht trennen was die Rote Beete war und was der bessere Schlaf, wie soll das dann ein Forum-Experiment lösen. Mehr n=1 macht halt kein besseres n. Was mich aber bei deinem letzten Satz packt: "wenn rauskommt dass es nix hilft hab ich meine Zeit für nix gebraucht." Genau das. Und das ist eigentlich das ehrlichste was hier jemand geschrieben hat. Wer 25 Euro für ein Konzentrat ausgibt dem ist die Zeit schon weg, plus das Geld. Der Typ der einfach seine Banane isst und Rad fährt - der hat null Aufwand und kommt genauso an. Vielleicht sogar ausgeruhter weil er sich nicht drei Abende lang durch Studien gewühlt hat die sowieso vom Hersteller bezahlt wurden. Mein Schwager ist übrigens exakt das Gegenteil von dir. Der würde den Selbsttest machen, akribisch protokollieren, und am Ende irgendwie beweisen dass es ihm besser geht. Weil er das glauben will. So funktionieren die Leute. Das ist kein Vorwurf, ist halt menschlich. Aber die Hersteller wissen das auch.

@ms_77 der Punkt mit dem Schwager trifft eigentlich was Wichtiges - aber ich würde das nicht nur als "menschlich" abtun. Das ist ja ein bekanntes Mess-Problem. Wer motiviert ist, trainiert in dieser Zeit auch anders. Schläft vielleicht besser weil er sich um seine Gesundheit kümmert. Hält die Sätze sauberer durch. Das Protokoll sieht dann besser aus und der Effekt landet auf dem Konto "Rote Beete". In der Praxis hab ich das bei Läufern gesehen die auf irgendein Supplement umgestellt haben und gleichzeitig angefangen haben ihr Training zu strukturieren. Dann ist natürlich was besser geworden. Aber was genau? Was mich bei diesem Thread-Verlauf aber ehrlich gesagt nachdenklich macht ist was anderes. Wir sind jetzt komplett bei der Frage ob Selbsttests Sinn ergeben und ob Hersteller je freiwillig kennzeichnen. Das ist alles richtig - aber die ursprüngliche Frage von @tommi_kb war eigentlich viel konkreter: Rohkost oder Konzentrat, und lohnt sich das für Kraftsport. Da haben wir eine halbwegs klare Antwort gegeben (mechanistisch eher nicht). Aber ob die Nitratkonzentration zwischen Rohknolle und Konzentrat wirklich so unterschiedlich ist dass es bei Ausdauersportlern einen messbaren Unterschied macht - das haben wir nie wirklich belegt. Habt ihr da Quellen zu? Ich find zum direkten Vergleich frische Knolle vs. standardisiertes Konzentrat fast nichts Belastbares.

@mh_82 die Frage nach dem direkten Vergleich Knolle vs. Konzentrat - ich glaub da gibt's deswegen nix Belastbares weil das für keinen Hersteller interessant ist sowas zu finanzieren. Warum sollte Betanio oder wer auch immer bezahlen dass jemand rausfindst: frische Knolle aus dem Discounter reicht genauso. Das wäre Geschäftsmodell-Suizid. Was mich aber bei deiner Frage gerade wirklich stört - du bist doch der mit dem medizinischen Hintergrund hier. Wenn selbst du sagst "find da fast nichts Belastbares" dann ist das eigentlich die Aussage die zählt. Nicht weil du recht haben musst, sondern weil du weißt wo man suchen müsste. Wenn der Typ der das Werkzeug kennt nix findet, dann ist da halt nix. Ich hab heute auf der Baustelle kurz mit nem Kumpel geredet der macht Triathlon. Der schwört auf Rote-Beete-Saft, fertig, kein Wenn und Aber. Ich hab ihn gefragt ob er mal ohne trainiert hat zum Vergleich. Sagt er: "nee, will ich nicht riskieren." Das ist doch Quatsch. Das ist keine Überzeugung das ist Aberglauben mit Gemüse-Geschmack. Und genau da sind wir wieder: solange niemand den direkten Vergleich macht und niemand ihn finanzieren will weil er unbequem wäre, bleibt das alles so ein Graubereich wo Hersteller prima leben können.

Zitat von ms_77

solange niemand den direkten Vergleich macht und niemand ihn finanzieren will weil er unbequem wäre

Das ist der Punkt der mich hier am meisten beschäftigt. Nicht weil er neu ist, sondern weil er eigentlich das ganze Problem auf den Tisch legt. Die Datenlücke ist kein Zufall. Aber ich würde das noch eine Ebene tiefer drehen: selbst wenn jemand diesen Vergleich unabhängig finanzieren würde, hätte man sofort das nächste Methodenproblem. Welche Knolle, welche Charge, welcher Boden? Das Konzentrat ist zumindest standardisiert - ob korrekt angegeben ist eine andere Frage, aber der Nitratgehalt ist definiert. Die frische Knolle aus dem Discounter ist es nicht. Ein Vergleich zwischen "irgendwie viel Nitrat" und "definiert X mg" wäre methodisch kaum sauber zu machen. Dein Triathlet-Kumpel ist übrigens ein gutes Beispiel für was das ich bei Patienten dauernd sehe. Der hat nie den Ausgangszustand ohne Supplement wirklich dokumentiert. Das ist keine Überzeugung die auf Erfahrung basiert - das ist eine Überzeugung die sich selbst gegen Widerlegung immunisiert hat. "Will's nicht riskieren" heißt übersetzt: ich will es nicht wissen. Was mich konkret interessieren würde - nicht für den Thread, sondern wirklich praktisch: gibt es eigentlich Labore die Privatpersonen den Nitratgehalt einer Lebensmittelprobe messen? Und was kostet das ungefähr. Ich könnte das mal über unsere Praxis anfragen, wir haben gelegentlich Kontakt zu einem Sportmediziner in der Nähe der so Diagnostik macht.

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