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Post-Workout-Mahlzeit nach langen Ausfahrten – wann esst ihr wirklich?

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Ich grübele gerade über etwas, das mich schon länger beschäftigt, aber ich hab's nie konkret in Worte gefasst. Nach Ausfahrten über drei Stunden habe ich oft keinen richtigen Hunger - zumindest nicht sofort. Manchmal erst eine Stunde nach der Rückkehr, manchmal noch später. Ich esse dann trotzdem etwas, weil ich weiß, dass das Zeitfenster nach dem Training eine Rolle spielt. Aber ob ich das richtig mache, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Was ich konkret tue: meistens ein paar gekochte Kartoffeln mit Quark, manchmal Rote Bete dazu - gekocht, nicht aus dem Glas. Das ist schnell gemacht und fühlt sich satt-machend an ohne zu schwer zu sein. Meine Hausärztin hat mir vor einiger Zeit gesagt, ich soll nach langen Belastungen nicht zu lange warten, gerade weil mein Blutdruck eh schon ein Thema ist. Aber sie hat kein genaues Timing genannt. Was mich interessiert: macht ihr da einen Unterschied zwischen einer gemütlichen 90-km-Runde und einer Einheit, bei der ihr wirklich an die Grenze gegangen seid? Ich habe das Gefühl dass bei wirklich anstrengenden Touren mein Körper schneller ein Signal gibt als bei normalem Grundlagentraining. Aber ob das Hunger ist oder einfach Erschöpfung, die sich ähnlich anfühlt - das ist schwer zu trennen. Gestern war ich vier Stunden unterwegs, ziemlich warm, Hügel. Danach hatte ich erst Durst, dann nichts, dann nach fast neunzig Minuten richtigen Hunger. Ich hab dann relativ normal gegessen, aber das Timing hat mich beschäftigt. Vielleicht ist das bei Frauen über fünfzig auch hormonell noch mal anders - ich habe da gute Erfahrungen gemacht mit dem Hören auf den Körper, aber das ist eben auch keine verlässliche Methode.

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Rennrad ist kein Hobby, das ist Therapie.

@rennradrenate das mit dem "erst Durst, dann nichts, dann Hunger nach 90 Minuten" kenn ich irgendwie auch - aber ich mach halt nur Yoga und ab und zu langen Spaziergang, also komplett andere Liga. was mich trotzdem interessiert: du sagst, du weißt nicht ob das Hunger ist oder Erschöpfung die sich ähnlich anfühlt. ich frag mich ob das vielleicht gar keine sinnvolle Unterscheidung ist? also ich find, wenn der Körper nach sowas kein klares Signal mehr schickt, ist das ja selbst schon eine Info - so ein "alles verbraucht, System neu booten" - Modus. das Kartoffeln-mit-Roter-Bete Ding klingt übrigens voll nice, Rote Bete nach dem Sport ist sowieso mein Standard, nicht wegen irgendwelcher Nitrat-Theorien sondern weil es einfach... satt macht ohne dieses bleierne Gefühl. die gekochte Variante ist eh die unterschätzte - die meisten denken immer nur an roh oder aus dem Glas. was ich aber nicht ganz kapiere: du isst bewusst in dem Zeitfenster obwohl du gar keinen Hunger hast. meinst du das macht für dich einen merklichen Unterschied am nächsten Tag? weil ich könnte mir vorstellen dass das auch mentale Komponente hat - "ich hab jetzt das Richtige getan" und dann schläft man besser oder so. nicht als Kritik, ich find das ehrlich eine interessante Frage

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less is more ?

@rennradrenate ich hab grad nochmal nachgedacht über deine Aussage mit dem Blutdruck und dem Timing - weil das ist eigentlich ein anderer Aspekt als nur "Muskeln auffüllen". deine Hausärztin hat das ja nicht ohne Grund gesagt, und ich frag mich ob das nicht vielleicht sogar wichtiger ist als das übliche Kohlenhydrat-Fenster-Gerede. was mich dabei beschäftigt: du sagst, du isst trotzdem obwohl kein Hunger da ist. ich kenn das Gegenteil von mir - nach einem langen Lauf hab ich manchmal so einen Tunnelblick-Hunger, der gar nichts mit "ich brauch jetzt Nährstoffe" zu tun hat, der fühlt sich eher nach Stress-Reaktion an. und ich überleg gerade ob vier Stunden Radfahren in der Wärme den Körper vielleicht einfach in eine andere Prioritätenreihenfolge schickt - Kühlung zuerst, Verdauung kommt später. das wär zumindest eine Erklärung für dieses "erst Durst, dann nichts, dann Hunger nach 90 Minuten".

Zitat von rennradrenate

ob das bei Frauen über fünfzig auch hormonell noch mal anders

das würde mich wirklich interessieren ob du da konkrete Erfahrungen gesammelt hast. ich bin 34, also noch ein Stück entfernt, aber ich merk schon in bestimmten Zyklusphasen dass mein Hunger nach dem Training komplett anders reagiert. da kann ich mir vorstellen dass sich das nochmal verschiebt. hast du da irgendwas gelesen oder war das eher so ein Gefühl das sich über die Zeit geformt hat?

@jana_w das mit dem Stress-Reaktions-Hunger kenn ich tatsächlich auch aber eher nach intensiven Läufen als nach gemütlichen. Und du sprichst da was an das mich selbst länger beschäftigt hat - ob man seinem Körper trauen kann oder ob das einfach nur Chaos ist nach vier Stunden Belastung. Bei mir ist es so, dass ich nach der Schicht - bin ja im Lager, also körperlich auch nicht nix - oft abends noch ne Runde laufe. Wenn ich dann hungrig bin, ess ich einfach. Wenn nicht, lass ich's. Und ehrlich gesagt hab ich da keinen Unterschied gemerkt ob ich direkt was zu mir nehme oder erst ne Stunde später. Vielleicht bin ich auch nur zu ungeduldig um das wirklich zu tracken haha. Was mich aber interessiert bei @rennradrenate und auch bei dir - ihr habt beide ein konkretes Signal von jemandem bekommen, dass Timing wichtig ist. Ihre Hausärztin sagt es wegen Blutdruck, du merkst es zyklisch. Das ist ja was anderes als nur "das optimale Fenster" Gerede das überall rumgeistert. Das ist individuell. Deswegen frag ich mich ob die ganze Diskussion über Hunger/kein Hunger vielleicht auch gar nicht das Kernthema ist sondern eher - wann fühlt sich dein Körper bereit für Verdauung, unabhängig davon ob du Lust drauf hast. Bei mir hat's geholfen einfach nen fixen Snack immer daheim zu haben - ne Banane, Brot, was auch immer. Dann denk ich nicht drüber nach sondern mach's einfach.

@fk_1988 du hast da was. Fixer Snack immer parat - das ist ehrlich gesagt die einzige Methode die bei mir funktioniert hat. Nicht weil ich drüber nachdenken muss sondern weil die Entscheidung schon getroffen ist. Bei mir war's so: Nach der Diagnose mit dem Bluthochdruck hat meine Hausärztin gesagt der Körper braucht nach Belastung was Solides, nicht erst zwei Stunden später wenn der Blutzucker im Keller ist. Das war weniger das "optimale Fenster"-Gerede sondern eher - pass auf dein Kreislauf ist angespannt, lass ihn nicht ins Chaos rutschen. Seitdem nehm ich nach längeren Sachen - und bei mir ist das eher Wandern oder Gartenarbeit, kein Radsport - immer ne Schüssel Kartoffeln mit was Frischem mit. Rote Bete, Möhren, was grad da ist. Nicht weil ich Hunger hab sondern weil's ein Ritual ist das meinen Blutdruck stabilisiert, denk ich zumindest. Was mich aber bei deinem Post reizt: du sagst, du merkst keinen Unterschied ob sofort oder eine Stunde später. Kann sein dass das bei dir einfach so ist. Aber hast du auch gemessen - also wirklich hingeschaut ob dein Körper anders reagiert. Nicht nur Gefühl sondern auch wie du dich am nächsten Morgen fühlst. Bei mir war's damals überraschend deutlich. Nicht spektakulär aber deutlich. Vielleicht lohnt sich da mal ne echte Woche wo du's anders machst.

Zitat von holli

du sagst, du merkst keinen Unterschied ob sofort oder eine Stunde später

ja aber das ist ja auch die Sache - ich hab da nie wirklich drauf geachtet. Hab mich halt immer gedacht wenn ich keinen Hunger hab, brauch ich auch nix. Und es ist mir nicht schlecht gegangen deswegen. Aber das heißt ja nicht dass mein Körper nicht trotzdem was von mir wollen würde, nur weil ich's nicht spüre. Bei dir klingt es ja so als hätte es konkret was verändert - am nächsten Morgen beim Gefühl, insgesamt. Das interessiert mich ehrlich. Weil ich bin ja jemand der erst glaubt wenn er's selbst merkt. Und "du schläfst besser" oder "du fühlst dich weniger müde" - das kann ich ja schwer von anderen übernehmen. Das doofe ist nur, ich hab keinen Grund das zu testen. Mir geht's gut, der Blutdruck ist okay, keine Beschwerden. Da hat man halt wenig Anlass um was zu verändern. Bei dir und der @rennradrenate ist das anders - ihr habt konkrete Gründe warum euer Körper das braucht. Ich bin nur so ein durchwachsener Lagerist der ab und zu läuft haha. Aber wenn ich ehrlich bin, seitdem ich den festen Snack immer dabei hab, merke ich schon dass ich nicht mehr dieses "was ess ich jetzt oder nicht" Theater hab. Das ist praktisch. Ob das auch physiologisch was bringt - keine Ahnung, aber die mentale Komponente ist nicht zu unterschätzen, oder.

Zitat von fk_1988

Ob das auch physiologisch was bringt - keine Ahnung, aber die mentale Komponente ist nicht zu unterschätzen

genau das. Aber hier will ich mal widersprechen - das ist nicht einfach nur mentale Komponente sondern dein Körper dankt dir das konkret. Das merkst du nur nicht direkt weil du keinen Grund hattest es zu testen. Hör mal, die Sache mit dem Blutdruck ist nicht irgendein Wellness-Gerede. Wenn du nach vier Stunden Bewegung deinen Kreislauf einfach hängen lässt - also wirklich nichts zu dir nimmst - dann fährt der wie auf der Achterbahn. Rauf runter rauf. Und das ist für jemanden wie dich der noch jung ist vielleicht nicht direkt zu spüren. Aber @fk_1988 - warte bis du 50 bist. Dann merkst du jedes Mal wenn du das falsch machst. Bei mir war's so: erste Woche nach der Diagnose hab ich das ignoriert. Dachte mir auch - mir geht's gut, warum sollte ich was ändern. Nach zwei Wochen konsequent Kartoffeln und Gemüse direkt danach war ich weniger erschöpft am nächsten Morgen. Nicht weil ich placebo-gläubig bin sondern weil mein Körper einfach stabiler war. Das ist nicht esoterisch, das ist Physiologie. Mein Tipp: mach es nicht weil du glaubst dass es was bringt. Mach es weil's keinen Nachteil hat. Ein fester Snack nach der Laufrunde - das kostet dich nix. Frisches Gemüse tut's auch.

Zitat von holli

das ist nicht einfach nur mentale Komponente sondern dein Körper dankt dir das konkret

ja okay, aber das ist genau der Punkt wo ich nicht mitgehe. Du merkst was bei dir, weil du vorher ein klares Problem hattest - Blutdruck, Diagnose, konkrete Rückmeldung vom Arzt. Bei mir ist es halt anders. Ich kann nicht einfach so tun als hätte ich ein Problem nur um dann zu sehen ob die Lösung funktioniert. Das ist Rückwärts denken. Was ich aber kapiere - und das war glaub ich vorher nicht so klar - ist dass Kreislaufstabilität halt ne andere Kategorie ist als "Muskeln auffüllen". Dafür muss ich nicht besonders älter sein oder ne Diagnose haben. Das ist einfach Physiologie, wie du sagst. Nur - und das ist ne echte Frage - wie merkst du denn ob dein Kreislauf gerade auf der Achterbahn fährt oder nicht? Also beim laufen selbst oder danach? Weil wenn ich ehrlich bin, kenn ich das Gefühl nicht. Nach ner Tour bin ich müde, fertig, punkt. Ob das dann Kreislaufs-Chaos ist oder normales Auspowern, das kann ich gar nicht auseinander halten. Bei mir im Lager merke ich eher wenn was mit mir nicht stimmt - dann werd ich gereizt oder mein Nacken zieht sich zu. Aber nach dem Laufen? Da spür ich nix davon. Vielleicht bin ich auch einfach nur zu dicht dabei um das zu sehen. Oder mein Körper funktioniert halt anders und braucht das nicht so dringend. Weiß ich nicht.

@fk_1988 ehrlich gesagt. du merkst das vielleicht gar nicht weil du nicht drauf achtest und nicht weil es nicht da ist. bei mir ist es so - nach ner längeren ausfahrt am samstag bin ich total fertig, schlaf dann auch direkt ein. aber wenn ich nichts esse vorher spür ich sonntag morgens dass ich einfach länger zum hochfahren brauch. nicht krank oder so einfach dieser bleierne zustand wo alles langsamer geht. das ist nicht dramatisch aber es nervt. und seit ich einfach ne kleine schüssel kartoffeln mit was drauf mach bevor ich mich hinleg ist das vorbei. nicht spektakulär, keine große veränderung, aber halt weg. das könnte bei dir genauso sein nur dass du das sonntag morgen nicht als "problem" wahrnimmst weil du ja eh nicht vorhast viel zu machen. was mich aber interessiert - du sagst nach vier stunden im lager arbeit plus laufen machst du das. wie oft laufen wir denn da von? ne kleine runde oder wirklich auslastung. weil wenn das regelmäßig ist und du merkst nächsten morgen nix davon, kann natürlich auch sein dass dein körper das einfach so wegsteckt. aber dann würde ich trotzdem ne banane mitnehmen. kostet ja nix und du bist auf der sicheren seite

Zitat von fk_1988

wann fühlt sich dein Körper bereit für Verdauung

Das ist eigentlich die sauberere Formulierung als das übliche "Zeitfenster"-Gerede, aber ich frag mich ob die Frage trotzdem messbar ist oder ob das reine Introspektion bleibt. @kb_91 du beschreibst genau den Effekt, der mich bei solchen Selbstberichten skeptisch macht: "nicht krank, einfach dieser bleierne Zustand". Das ist schwer zu trennen von Schlafqualität, Stresslevel am Vorabend, oder wie viel du am Samstag wirklich rausgehauen hast. Ich hab das selbst getestet, über mehrere Wochen, mit und ohne Post-Workout-Mahlzeit in den ersten 45 Minuten. Ehrlich gesagt war das Ergebnis bei mir nicht eindeutig - an manchen Montagen war ich fitter wenn ich direkt was gegessen hatte, an anderen gar nicht, und ich konnte das nicht sauber auf das Timing zurückführen. Was mich aber an dem ganzen Thread etwas stört: es wird viel über Gefühl, Blutdruck, Kreislauf geredet, aber niemand hat hier tatsächlich Werte. Nicht als Vorwurf, das ist eben klinische Forschung vs. Alltagserfahrung. Nur - "mein Körper war stabiler" ohne irgendeinen Messwert dahinter ist halt schwer zu bewerten. Die Frage die ich @fk_1988 stellen würde: hast du irgendwann mal Ruhepuls oder Herzratenvariabilität nach dem Schlafen gecheckt? Das wäre zumindest ein halbwegs objektiver Proxy für Erholung, ohne gleich ne Studie aufzusetzen.

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