Muskelkater nach langen Läufen – beeinflusst das wirklich was man isst danach?
Zitat von jenni_1997 am Mai 29, 2026, 15:50 Uhr@marek_rb okay die Frage trifft mich grad voll. also ob das auch nach 14km so war... ehrlich gesagt nein. oder zumindest nicht so extrem. nach den kürzeren Läufen hab ich montags normal gegessen, das war kein Thema. das Muster mit dem kaum-Hunger und dann donnerstags-alles-wegessen kenn ich wirklich erst seit ich die Distanzen hochgedrückt hab so in den letzten zwei Monaten. was mich dabei komisch berührt: ich dachte immer ich bin so diszipliniert weil ich montags "brav" ess und nicht übertreibe - und jetzt stellt sich raus das ist eigentlich das Problem. voll der verkehrte Gedankengang.
Zitat von marek_rbWenn Montag wirklich nur Kleinigkeiten draufgehen
ich glaub ich hab das sogar als positiv abgespeichert, so nach dem Motto - nach dem langen Lauf brauch ich halt nicht viel. das klingt im Nachhinein echt ein bisschen blöd wenn ichs so aufschreib. was ich mich jetzt frag - ich hab nächsten Sonntag wieder einen längeren Lauf geplant, so 17-18km. ich werd mal bewusst schauen ob ich montags wirklich was esse auch wenn der Hunger fehlt. nicht irgendwas übertriebenes aber halt ne richtige Mahlzeit. ob ich dann Mittwoch weniger schwer in den Beinen bin wär schon interessant zu wissen. @n.feld dein Punkt mit "strukturelle Sache im Wochenplan" macht für mich übrigens total Sinn jetzt. ich hab immer nur auf den Sonntag selbst geschaut und nie gedacht dass montag/dienstag eigentlich genauso zur Einheit gehören
@marek_rb okay die Frage trifft mich grad voll. also ob das auch nach 14km so war... ehrlich gesagt nein. oder zumindest nicht so extrem. nach den kürzeren Läufen hab ich montags normal gegessen, das war kein Thema. das Muster mit dem kaum-Hunger und dann donnerstags-alles-wegessen kenn ich wirklich erst seit ich die Distanzen hochgedrückt hab so in den letzten zwei Monaten. was mich dabei komisch berührt: ich dachte immer ich bin so diszipliniert weil ich montags "brav" ess und nicht übertreibe - und jetzt stellt sich raus das ist eigentlich das Problem. voll der verkehrte Gedankengang.
Zitat von marek_rbWenn Montag wirklich nur Kleinigkeiten draufgehen
ich glaub ich hab das sogar als positiv abgespeichert, so nach dem Motto - nach dem langen Lauf brauch ich halt nicht viel. das klingt im Nachhinein echt ein bisschen blöd wenn ichs so aufschreib. was ich mich jetzt frag - ich hab nächsten Sonntag wieder einen längeren Lauf geplant, so 17-18km. ich werd mal bewusst schauen ob ich montags wirklich was esse auch wenn der Hunger fehlt. nicht irgendwas übertriebenes aber halt ne richtige Mahlzeit. ob ich dann Mittwoch weniger schwer in den Beinen bin wär schon interessant zu wissen. @n.feld dein Punkt mit "strukturelle Sache im Wochenplan" macht für mich übrigens total Sinn jetzt. ich hab immer nur auf den Sonntag selbst geschaut und nie gedacht dass montag/dienstag eigentlich genauso zur Einheit gehören
Zitat von markus_b82 am Mai 29, 2026, 16:02 Uhr@jenni_1997 das mit dem "brav essen weil man diszipliniert ist" kenn ich ehrlich gesagt aus eigener Erfahrung - ich hab das vor zwei Jahren genauso gemacht und mich dann gewundert warum meine Halbmarathon-Vorbereitung ab Woche 8 oder 9 jedes Mal in die Knie ging. Nicht dramatisch, aber so ein schleichendes Flachwerden der Leistung das ich nie richtig zuordnen konnte.
Zitat von jenni_1997ich werd mal bewusst schauen ob ich montags wirklich was esse auch wenn der Hunger fehlt
Das ist eigentlich das einzig Sinnvolle was du jetzt tun kannst, und ich bin gespannt ob du nächste Woche einen Unterschied merkst. Was ich aber noch einwerfen würde, weil das im Thread noch nicht drin war: du läufst 17-18km, und mich würde interessieren wie deine Kohlenhydratzufuhr die Woche VOR dem langen Lauf aussieht. Also nicht nur danach. Wenn du schon mit halbleeren Speichern reingehst weil die Woche davor insgesamt zu knapp war, potenziert sich das Defizit danach nochmal. @marek_rb hat das aus Richtung Post-Belastung beschrieben, aber der Vorlauf spielt da rein. Ich hab letztens nochmal in ein Paper von Burke et al. reingeguckt (war eigentlich in nem anderen Zusammenhang, Periodisierung und Glykogen), und da war genau das ein Punkt - die Wochenstruktur als Ganzes, nicht einzelne Mahlzeiten. Hast du da eine Quelle für @marek_rb, ob sich das in deiner Praxis-Beobachtung auch so zeigt?
@jenni_1997 das mit dem "brav essen weil man diszipliniert ist" kenn ich ehrlich gesagt aus eigener Erfahrung - ich hab das vor zwei Jahren genauso gemacht und mich dann gewundert warum meine Halbmarathon-Vorbereitung ab Woche 8 oder 9 jedes Mal in die Knie ging. Nicht dramatisch, aber so ein schleichendes Flachwerden der Leistung das ich nie richtig zuordnen konnte.
Zitat von jenni_1997ich werd mal bewusst schauen ob ich montags wirklich was esse auch wenn der Hunger fehlt
Das ist eigentlich das einzig Sinnvolle was du jetzt tun kannst, und ich bin gespannt ob du nächste Woche einen Unterschied merkst. Was ich aber noch einwerfen würde, weil das im Thread noch nicht drin war: du läufst 17-18km, und mich würde interessieren wie deine Kohlenhydratzufuhr die Woche VOR dem langen Lauf aussieht. Also nicht nur danach. Wenn du schon mit halbleeren Speichern reingehst weil die Woche davor insgesamt zu knapp war, potenziert sich das Defizit danach nochmal. @marek_rb hat das aus Richtung Post-Belastung beschrieben, aber der Vorlauf spielt da rein. Ich hab letztens nochmal in ein Paper von Burke et al. reingeguckt (war eigentlich in nem anderen Zusammenhang, Periodisierung und Glykogen), und da war genau das ein Punkt - die Wochenstruktur als Ganzes, nicht einzelne Mahlzeiten. Hast du da eine Quelle für @marek_rb, ob sich das in deiner Praxis-Beobachtung auch so zeigt?
Zitat von marek_rb am Mai 29, 2026, 16:20 Uhr@markus_b82 ja, Burke et al. kenne ich, und der Punkt zur Wochenstruktur stimmt - aber ich würde kurz differenzieren, weil ich glaube dass er für Jennis Situation gerade nicht der dringlichste ist. Bei jemandem der systematisch periodisiert und Glykogenverfügbarkeit gezielt steuert, ist der Vorlauf entscheidend. Jenni läuft aber gerade eine Phase wo die Distanzen neu sind und das Körpergefühl noch nicht kalibriert ist. Da würde ich das Pferd nicht von hinten aufzäumen. Wenn Montag strukturell ein Loch ist, ist das der direktere Hebel.
Zitat von markus_b82Hast du da eine Quelle
Ehrliche Antwort: nicht parat, ich müsste schauen. Ich kann dir sagen was ich beobachte, aber ich werde das nicht als Beleg verkaufen. Das Paper das du meinst kenne ich aus einer anderen Diskussion, das war aber primär auf Leistungssportler ausgerichtet, soweit ich mich erinnere. Was mich bei Jennis letztem Post mehr beschäftigt: sie sagt das Muster taucht erst seit zwei Monaten auf, seit die Distanzen gestiegen sind. Das ist kein Zufall. Der Körper hat bei 14km einen Puffer den er bei 19km nicht mehr hat. Das nennt sich im Grunde relativer Energiemangel wenn er sich über Wochen aufbaut, und der ist bei Läuferinnen tatsächlich öfter unterkannt als bei Männern - nicht weil Frauen anders trainieren, sondern weil das "diszipliniert wenig essen nach dem Sport" gesellschaftlich anders bewertet wird. Das ist jetzt kein Vorwurf an Jenni, das ist ein strukturelles Ding. @jenni_1997 ich würd wirklich mal schauen wie das nächste Woche läuft mit dem bewussten Montag-Essen.
@markus_b82 ja, Burke et al. kenne ich, und der Punkt zur Wochenstruktur stimmt - aber ich würde kurz differenzieren, weil ich glaube dass er für Jennis Situation gerade nicht der dringlichste ist. Bei jemandem der systematisch periodisiert und Glykogenverfügbarkeit gezielt steuert, ist der Vorlauf entscheidend. Jenni läuft aber gerade eine Phase wo die Distanzen neu sind und das Körpergefühl noch nicht kalibriert ist. Da würde ich das Pferd nicht von hinten aufzäumen. Wenn Montag strukturell ein Loch ist, ist das der direktere Hebel.
Zitat von markus_b82Hast du da eine Quelle
Ehrliche Antwort: nicht parat, ich müsste schauen. Ich kann dir sagen was ich beobachte, aber ich werde das nicht als Beleg verkaufen. Das Paper das du meinst kenne ich aus einer anderen Diskussion, das war aber primär auf Leistungssportler ausgerichtet, soweit ich mich erinnere. Was mich bei Jennis letztem Post mehr beschäftigt: sie sagt das Muster taucht erst seit zwei Monaten auf, seit die Distanzen gestiegen sind. Das ist kein Zufall. Der Körper hat bei 14km einen Puffer den er bei 19km nicht mehr hat. Das nennt sich im Grunde relativer Energiemangel wenn er sich über Wochen aufbaut, und der ist bei Läuferinnen tatsächlich öfter unterkannt als bei Männern - nicht weil Frauen anders trainieren, sondern weil das "diszipliniert wenig essen nach dem Sport" gesellschaftlich anders bewertet wird. Das ist jetzt kein Vorwurf an Jenni, das ist ein strukturelles Ding. @jenni_1997 ich würd wirklich mal schauen wie das nächste Woche läuft mit dem bewussten Montag-Essen.
Zitat von ms_77 am Mai 29, 2026, 16:31 Uhr@marek_rb du schreibst "gesellschaftlich anders bewertet wird" - okay das ist jetzt mal ein Satz den ich nicht erwartet hätte hier. und ich geb zu der trifft irgendwie. mein Schwager macht das nämlich auch so, nach langen Radtouren isst der montags kaum was, aber bei dem würd ich nie drauf kommen dass da irgendwas gesellschaftliches drinsteckt. bei ihm hieß es immer einfach "bin halt nicht hungrig".
Zitat von marek_rbrelativer Energiemangel wenn er sich über Wochen aufbaut
das klingt jetzt schon wieder fast nach nem Fachbegriff der gleich ein Produkt nach sich zieht - aber ich glaub dir dass du das nicht so meinst. was mich trotzdem beschäftigt: das ist doch im Grunde nix anderes als "zu wenig essen über Zeit". das braucht doch keinen lateinischen Namen. wenn ich auf ner Baustelle vier Tage zu wenig esse merk ich das auch - bin schlapp, Konzentration weg, abends fress ich dann die Küche leer. das kenn ich. kein Arzt hat mir dafür nen Begriff gegeben. @jenni_1997 ich find das gut dass du das nächste Woche ausprobierst mit dem Montag-Essen. das ist wenigstens was Konkretes. kein Kapsel, kein Konzentrat, einfach ne Mahlzeit die eh da sein sollte. was mich bei dem ganzen Thread aber nochmal grundsätzlich stört - wir reden hier die ganze Zeit über Stellschrauben und Optimierung aber die Ausgangsfrage war eigentlich: ist Muskelkater nach 19km normal wenn man das vorher noch nie gelaufen ist. und die Antwort ist doch schlicht ja.
@marek_rb du schreibst "gesellschaftlich anders bewertet wird" - okay das ist jetzt mal ein Satz den ich nicht erwartet hätte hier. und ich geb zu der trifft irgendwie. mein Schwager macht das nämlich auch so, nach langen Radtouren isst der montags kaum was, aber bei dem würd ich nie drauf kommen dass da irgendwas gesellschaftliches drinsteckt. bei ihm hieß es immer einfach "bin halt nicht hungrig".
Zitat von marek_rbrelativer Energiemangel wenn er sich über Wochen aufbaut
das klingt jetzt schon wieder fast nach nem Fachbegriff der gleich ein Produkt nach sich zieht - aber ich glaub dir dass du das nicht so meinst. was mich trotzdem beschäftigt: das ist doch im Grunde nix anderes als "zu wenig essen über Zeit". das braucht doch keinen lateinischen Namen. wenn ich auf ner Baustelle vier Tage zu wenig esse merk ich das auch - bin schlapp, Konzentration weg, abends fress ich dann die Küche leer. das kenn ich. kein Arzt hat mir dafür nen Begriff gegeben. @jenni_1997 ich find das gut dass du das nächste Woche ausprobierst mit dem Montag-Essen. das ist wenigstens was Konkretes. kein Kapsel, kein Konzentrat, einfach ne Mahlzeit die eh da sein sollte. was mich bei dem ganzen Thread aber nochmal grundsätzlich stört - wir reden hier die ganze Zeit über Stellschrauben und Optimierung aber die Ausgangsfrage war eigentlich: ist Muskelkater nach 19km normal wenn man das vorher noch nie gelaufen ist. und die Antwort ist doch schlicht ja.