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Rote Bete vor langen Ausfahrten – wann genau essen/trinken?

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@fk_1988 genau das ist der Knackpunkt für mich. Du schreibst, dass du rote Bete einfach regelmäßig isst und null Unterschied merkst, ob du's vorher oder drei Tage vorher gegessen hast. Das würde ja bedeuten - wenn Nitrat überhaupt was bringt - dass die chronische Aufnahme wichtiger ist als das exakte Timing. Und ehrlich, das macht physiologisch auch mehr Sinn als diese ganze Minutenrechnerei. Aber hier ist meine Frage: wie oft isst du das denn? Jeden Tag ein bisschen rote Bete oder nur zweimal die Woche? Weil wenn das einen Effekt haben soll - und ich sag ja, frisches Gemüse tut's auch - dann muss man das halt regelmäßig machen. Nicht nur vor dem Sport, sondern wirklich im Alltag. Das ist was anderes als einen Shot vor der Ausfahrt zu nehmen. @rennradrenate hat acht Ausfahrten im Monat. Das sind acht Tage, wo sie aktiv ist. Was ist mit den anderen 22 Tagen - isst du da auch bewusst rote Bete oder nur wenn du weißt dass ne Tour kommt? Weil wenn es nur die Tage davor sind dann kriegst du das mit dem regelmäßig-Essen-Konzept gar nicht hin. Ich hab das bei mir selber ausprobiert. Jeden zweiten Tag ne Handvoll rohes Gemüse, nicht weil ich trainiere, sondern weil ich's mag. Und seit mein Blutdruck besser ist - naja, das könnte auch vom Gewicht sein oder weniger Stress. Keine Ahnung ehrlich. Aber das ist eben genau das Problem - man weiß nie, wo der Effekt herkommt. Edit: Kleine Anmerkung - ich will damit nicht sagen, dass Nitrat komplett wirkungslos ist. Aber für Hobbyfahrer wie uns ist der Effekt vermutlich so marginal, dass man ihn im Alltag gar nicht isolieren kann.

Zitat von rennradrenate

ich will alles was ich beeinflussen kann auch beeinflussen

Das ist eine Haltung, die ich gut verstehe - aber @holli bringt da was auf, das ich noch nicht explizit gesehen habe im Thread: die Frage nach der Baseline-Nitratversorgung an trainingsfreien Tagen. Und das ist eigentlich interessanter als das Timing-Thema. Konkret: wenn Nitrat im Körper nur wenige Stunden wirksam erhöht bleibt, dann hilft eine einmalige Einnahme vor der Ausfahrt kurzfristig - aber die Gewebsanpassungen, falls es die überhaupt gibt, brauchen eine chronische Exposition. Das ist zumindest das, was ich aus den Lundberg-Arbeiten so verstanden habe, ich bin kein Biochemiker, das sei klar gesagt. Was mich an holllis Beitrag aber eigentlich beschäftigt: du schreibst, dein Blutdruck hat sich verbessert, weißt aber nicht ob's am Gemüse liegt oder am Gewicht oder am Stress. Das ist ehrlich. Aber genau deswegen wäre ich vorsichtig mit dem Rückschluss "also bringt regelmäßiges Essen so viel wie das gezielte Timing". Das könnte stimmen, könnte aber auch gar nichts bedeuten. Hast du da eine Quelle für den chronischen Effekt vs. akute Einnahme, @holli? Ich such das schon länger und finde die Studienlage dazu dünn - die meisten RCTs die ich kenne sind auf akute Einnahme ausgelegt, nicht auf Wochen-Protokolle.

@markus_b82 du fragst nach Quellen für chronische vs. akute Einnahme - ehrlich gesagt hab ich da auch nichts Konkretes in der Hand, ich kenn das Problem. Aber was mich an deinem Beitrag eigentlich mehr beschäftigt ist was du über Gewebsanpassungen schreibst. Das ist ein Punkt den ich bisher gar nicht auf dem Schirm hatte. Weil wenn das stimmt - dass es überhaupt erstmal eine Art Grundversorgung braucht bevor die akute Einnahme richtig greift - dann wäre die ganze Timing-Diskussion ja fast egal wenn die Baseline fehlt. Man optimiert dann sozusagen auf einem leeren Tank. Ich trink mein Rote-Bete-Konzentrat ehrlich gesagt nicht nur vor dem Laufen, ich hab das irgendwann einfach morgens eingebaut weil ich eh schon immer was getrunken hab bevor ich in die Arbeit geh. Ob das was bringt oder nicht - ich weiß es nicht, ich schwöre drauf aber ich wäre die letzte die behauptet das sei Beweis. Was ich aber merke: wenn ich das mal eine Woche nicht gemacht hab, fühlt sich irgendwas komisch an. Placebo, wahrscheinlich. Was mich gerade wirklich beschäftigt ist ob das Konzentrat überhaupt für diese "chronische Exposition" taugt oder ob das eher für frisches Gemüse gilt weil da vielleicht noch andere Sachen drin sind die beim Konzentrat fehlen. Das weiß ich nicht und ich find's auch schwer rauszufinden weil die meisten Produktseiten das natürlich so darstellen als wär alles erhalten.

@jana_w die Frage nach dem Konzentrat vs. frischem Gemüse für chronische Exposition - das ist ein Punkt, den ich auch noch nicht aufgelöst habe. Was ich weiß: bei der Verarbeitung zu Konzentrat geht thermolabiles Zeug verloren, Enzyme zum Beispiel, aber Nitrat selbst ist hitzebeständig. Also rein für die Nitratversorgung sollte das Konzentrat taugen. Aber ob da noch andere Kofaktoren aus frischer Rote Bete eine Rolle spielen - Vitamin C, Polyphenole - die die Bioverfügbarkeit beeinflussen könnten, das weiß ich ehrlich gesagt nicht. Das wäre eigentlich die spannendere Frage als das Timing, und ich finde dazu wenig in der Literatur die ich kenne.

Zitat von jana_w

wenn ich das mal eine Woche nicht gemacht hab, fühlt sich irgendwas komisch an

Das ist das klassische Placebo-Problem, und ich sag das nicht abwertend - ich kenn das von mir selbst. Ich hab mal drei Wochen lang Betanio PLUS weggelassen, bewusst, um zu schauen ob ich subjektiv einen Unterschied merke. Ergebnis war wenig aussagekräftig, weil ich in der Zeit auch einen stressigen Sprint bei der Arbeit hatte und die Schlafqualität dementsprechend war. Genau das macht Selbstexperimente so mühsam - die Störvariablen lassen sich nie sauber raushalten. Was mich bei deinem Morgens-Trinken-Ritual beschäftigt: hast du das mal mit einem Blutdruckmessgerät begleitet über mehrere Wochen? Das wäre zumindest ein Biomarker der sich messen lässt, auch wenn er für Ausdauerleistung nicht direkt relevant ist. Und Holli hatte ja auch den Blutdruck erwähnt.

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