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Rote-Bete-Saft selbst machen – lohnt der Aufwand wirklich?

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Mein Vereinskollege (der mit den Shots, einige kennen ihn aus meinen älteren Posts) hat mich letzte Woche überredet, mal selbst frisch zu pressen. Hat mir seinen Entsafter geliehen. Ich hab also am Samstag nach der Ausfahrt zwei Rüben durch das Ding gejagt, war laut wie eine Kreissäge und danach war die halbe Küche rot. Meine Frau hat mich schon angeschaut. Rausgekommen sind vielleicht 150ml. Für diesen Aufwand. Ich mein, ich bin Schreiner, ich hab nix gegen Arbeit. Aber das Verhältnis stimmt da net. Dann steh ich noch zwanzig Minuten beim Putzen. Das Konzentrat aus dem Laden ist halt schnell aufgemacht, ja ich weiß das ihr sagt frisch ist besser, aber sagt mir mal ehrlich: merkt man das wirklich? Geschmacklich war der frische Saft tatsächlich anders. Weniger dieser scharfe Beigeschmack den manche Konzentrate haben. Das geb ich zu. Aber ob das einen Unterschied macht für irgendwas außer dem Geschmack, das weiß ich nicht. Und ich bin skeptisch ob das wirklich rauskommt was die einem verkaufen wollen. Diese ganzen Nitrat-Geschichten. Meine Hausärztin hat mal gesagt, Rote Bete essen ist okay, aber sie hat da keine große Meinung zu den Säften gehabt, weder für noch gegen. Was ich eigentlich fragen will: macht von euch jemand das regelmäßig selbst, also wirklich regelmäßig, nicht nur zweimal im Sommer? Und habt ihr ein System wie das nicht jedes Mal eine Materialschlacht wird? Oder landet ihr am Ende auch alle beim Konzentrat weil es einfach praktikabler ist.

Zitat von rennradbernd

danach war die halbe Küche rot

@rennradbernd ja das kenn ich, das war bei mir genau der Moment wo ich gesagt hab - nein, das mach ich net jede Woche. Ich hab das Zeug sogar an der Arbeitskleidung gehabt und meine Frau hat mich gefragt ob ich verletzt bin. Aber ich hab neulich was ausprobiert das mir net in den Sinn gekommen wär: einfach vorgekochte Rote Bete aus dem Vakuumbeutel (die aus dem Kühlregal, net die eingemachte mit Essig) in den Mixer und dann durch ein normales Küchensieb drücken. Kein Entsafter, kein Theater. Saft ist net ganz so klar aber Nitrat ist ja trotzdem drin, dachte ich mir. Ob das wirklich stimmt weiß ich net genau, aber der Geschmack war ok und der Aufwand halbwegs realistisch für einen Abend nach der Arbeit. Das mit deiner Hausärztin kenn ich übrigens, meine sagt auch nix dagegen aber auch nix dafür. Die schaut halt auf die Messwerte und solang die passen ist ihr der Weg wurscht. Was ich mich dabei frage: ob das frisch Gepresste beim Nitratgehalt wirklich so viel anders ist als das Vakuumbeutel-Gemüse, das ja auch schon ein paar Tage alt ist wenn man's kauft. Das hab ich noch nirgends richtig erklärt gefunden.

Zitat von rennradhorst

ob das frisch Gepresste beim Nitratgehalt wirklich so viel anders ist als das Vakuumbeutel-Gemüse

das frag ich mich jetzt auch. Hab ehrlich gesagt keine Ahnung und ich trau den Aussagen auf den Verpackungen da net wirklich. Die schreiben drauf was sie wollen. Aber die Idee mit dem Mixer und Sieb - das ist eigentlich gar nicht so blöd @rennradhorst. Hätt ich net dran gedacht. Der Aufwand ist halt ein anderer als mit dem Entsafter, das stimmt. Ob der Nitratgehalt nach dem Kochen überhaupt noch relevant ist, das weiß ich net. Ich mein die Rüben im Vakuumbeutel sind ja vorgegart, irgendwas passiert da ja mit dem Zeug beim Erhitzen. Ich hab mal kurz gegoogelt - mehr net, war ja erst heut Abend - und da war irgendwas davon dass Nitrat selbst recht hitzestabil ist, aber wie verlässlich das ist was man da so findet weiß ich auch net. Das Internet ist voll von Leuten die Zeug behaupten ohne dass man weiß woher die das haben. Was mich mehr interessiert: die Vakuumbeutel-Dinger die du nimmst, sind das die von Edeka oder hast du da irgendwas spezielles? Die haben ja auch nicht alle den gleichen Geschmack, hab das mal verglichen vor ner Weile. Manche schmecken nach gar nix.

Zitat von rennradberndsind das die von Edeka oder hast du da irgendwas spezielles

@rennradbernd nein nix Besonderes - ich nehm meistens die von Rewe oder Lidl, was halt grad da ist. Der Unterschied im Geschmack ist mir auch aufgefallen, manche schmecken wirklich nach fast nix. Ich hab gemerkt dass die von Rewe (die mit dem grünen Etikett, vakuumiert, nicht eingelegt) etwas kräftiger sind als die billigeren. Ob das am Anbau liegt oder an der Lagerzeit keine Ahnung. Zum Nitrat nach dem Kochen - das mit der Hitzestabilität hab ich auch mal irgendwo aufgeschnappt, ich glaub in dem Podcast wo ich ursprünglich auf das Thema gekommen bin, aber ich würd da nicht drauf schwören. Was mich eigentlich mehr beschäftigt: die Vakuumbeutel-Rüben sind ja schon vorgekocht und dann nochmal einige Tage im Regal. Das ist halt nicht das gleiche wie frisch aus dem Boden, das ist klar. Trotzdem - wenn ich die Alternative anschau nämlich jeden Samstag den Entsafter rausholen und die Küche neu streichen, dann ist mir das Vakuumding lieber. Was ich noch nicht ausprobiert hab: einfach rohe Rüben im Mixer zerkleinern und dann pressen. Also nicht vorgegart. Ob das realistisch ist ohne Entsafter weiß ich nicht, die rohe Rübe ist ja hart wie Holz. Ich frag mich ob das überhaupt geht ohne dass der Mixer abraucht. Edit: Gerade noch gedacht - man könnte die rohen Rüben vielleicht vorher kurz in Wasser einweichen, damit sie etwas weicher werden. Könnte den Mixer schonen.

@rennradhorst die Idee mit dem Einweichen - ich sag dir, das wird nix. Rohe Rübe ist so dicht, da hilft kein Einweichen. Das ist kein Problem von Feuchtigkeit an der Oberfläche sondern von der Zellstruktur. Hab das mal mit Sellerie probiert rohen, im normalen Standmixer - der Mixer hat überlebt aber das Ergebnis war eine Art Brei den ich nicht mal als Saft bezeichnen würde.

Zitat von rennradhorst

dann ist mir das Vakuumding lieber

Ehrlich gesagt kann ich das nachvollziehen, auch wenn ich bei Betanio PLUS gelandet bin weil mir der Aufwand insgesamt zu groß war. Was mich aber interessiert: habt ihr mal drauf geachtet wie lange die Vakuumbeutel schon im Regal hängen bevor ihr die kauft? Ich mein das MHD sagt ja wenig darüber, wann die Rüben geerntet und gekocht wurden. In der Logistik weiß ich wie lang Ware manchmal rumsteht bevor sie zum Kunden kommt - und bei Kühlregal-Produkten ist das nicht immer so frisch wie's aussieht. Was mich bei der ganzen Diskussion etwas wurmt: wir reden die ganze Zeit über Aufwand und Praktikabilität, aber niemand hat bisher gesagt ob er tatsächlich einen Unterschied gespürt hat zwischen frisch gepresst und Vakuumbeutel-Saft. Nicht beim Blutdruck oder sowas, einfach beim Trainieren danach. Das wäre für mich die eigentliche Frage.

@rote_socke_83 das ist eigentlich die richtige Frage ja. Ich versuch mal ehrlich zu antworten. Ich hab das tatsächlich einmal direkt verglichen - eine Woche mit frisch gepresstem Saft vor der Ausfahrt, dann wieder zurück auf Konzentrat. Aber ich bin da selbst skeptisch was ich dabei "gemessen" hab, weil ich nie weiß ob das Einbildung ist oder ob ich an dem Tag einfach besser geschlafen hab oder die Strecke leichter war. Was ich sagen kann: beim frisch Gepressten hab ich das Gefühl gehabt dass die Beine nach etwa 40-50 Minuten noch ok waren, aber das kann hundert andere Gründe haben. Ich würd das nie als Beweis hinstellen. Zu Betanio PLUS sag ich jetzt nix mehr, das haben wir schon durch. Aber dass du aus der Logistik kommst und sagst dass Ware lang rumsteht - das glaub ich dir sofort. Ich schau seit kurzem aufs Einfrierdatum bei Fleisch und sowas, bei Rote Bete im Kühlregal hab ich das ehrlich gesagt noch nie gemacht. Man kauft halt und hofft. Was mich bei deiner Frage noch beschäftigt: man müsste eigentlich über mehrere Wochen gleiche Bedingungen haben - selbe Strecke, selbe Tageszeit, selbe Müdigkeit - damit man da irgendwas rauslesen kann. Das ist im echten Leben net machbar wenn man selbständig ist und die Woche nie gleich aussieht. Edit: Kleine Korrektur - "Beweis hinstelln" sollte natürlich "Beweis hinstellen" sein. Und um fair zu sein: selbst wenn man die Bedingungen irgendwie standardisieren könnte, wäre das Placebo-Effekt wahrscheinlich so groß dass man damit rechnen muss.

Zitat von rennradhorst

Man müsste eigentlich über mehrere Wochen gleiche Bedingungen haben

@rennradhorst genau das ist das Problem. Ich kenn das selbst - du glaubst du testest irgendwas aber am Ende weißt du net ob die Beine gut waren weil du Rote Bete getrunken hast oder weil du Donnerstag mal früher ins Bett gegangen bist. Das ist kein Test, das ist Rätselraten. Und @rote_socke_83 deine Frage ob einer einen Unterschied gespürt hat - ich sag dir ehrlich, ich hab einmal nach dem frisch gepressten Saft gedacht "läuft heute gut" aber ich war auch ausgeschlafen und das Wetter war angenehm. Kann ich da wirklich was draus lesen? Net wirklich. Was mich aber gerade bei dem ganzen Hin und Her mehr beschäftigt: wir vergleichen hier frisch gegen Vakuumbeutel gegen Konzentrat, aber keiner von uns weiß eigentlich was überhaupt drin ist. Nicht konkret. Die Packungsangaben beim Konzentrat sind Mittelwerte irgendwo aus der Produktion, und bei der Frischware hängt das vom Boden ab, von der Sorte, vom Erntezeitpunkt. Mein Vereinskollege hat mal gesagt dass Rüben die im Herbst geerntet werden mehr Nitrat haben sollen als Sommerrüben - hab ich nie nachgeprüft aber klingt zumindest plausibel. Wenn das stimmt dann ist der Vergleich "frisch gegen Konzentrat" sowieso schon Makulatur weil man net weiß welche Rüben im Konzentrat waren. Das macht das Ganze für mich ehrlich gesagt noch unübersichtlicher als vorher.

Zitat von rennradbernd

Rüben die im Herbst geerntet werden mehr Nitrat haben sollen

@rennradbernd das mit dem Erntezeitpunkt - das hab ich so noch gar net gedacht. Wenn das stimmt dann kauft man im März andere Rüben als im Oktober, auch wenn die Verpackung gleich aussieht. Und das Konzentrat ist dann ein Mischmasch aus weiß ich woher und wann. Da weiß wirklich keiner mehr was er eigentlich schluckt. Was mich dabei noch trifft: ich kauf ja meistens spontan, whatever grad im Regal liegt. Kein Mensch schaut beim Gemüse auf den Erntemonat. Das steht ja meistens auch gar net drauf. Bei Wein interessiert das Jahrgang jeden, bei Rüben denkt keiner dran. Ich frag mich ob man da irgendwo Infos kriegt - also ob Hersteller von Konzentraten sowas angeben, welche Charge aus welchem Zeitraum. Ich hab das noch nie auf einer Flasche gesehen. Vielleicht gibts das per Chargennummer irgendwo, aber wer macht das schon. Ich jedenfalls net, dafür hab ich nach nem langen Arbeitstag keine Nerven mehr.

Zitat von rennradhorst

ob man da irgendwo Infos kriegt

@rennradhorst ich hab das mal bei einem Olivenöl-Hersteller gesehen die hatten eine Seite wo man die Chargennummer eingeben konnte und dann kam Erntejahr und Region. Fand ich damals beeindruckend. Aber das ist halt Olivenöl - da interessiert sich eine zahlungskräftige Kundschaft wirklich dafür und der Hersteller macht das als Qualitätsmerkmal. Bei Rote-Bete-Konzentrat kauft halt keiner für 18 Euro die Flasche und entsprechend ist der Druck zur Transparenz gleich null. Was mich dabei noch trifft: selbst wenn du die Chargennummer hast und irgendwo nachschaust - was machst du dann mit der Info? Du kaufst halt das was da ist. Du wirst net extra im Oktober auf Vorrat einkaufen weil du weißt dass die Herbstrüben besser sind. Das ist doch lebensfremd. Ich glaub das ist so ein Wissen das eigentlich keinen praktischen Unterschied macht. Wie wenn mir jemand sagt welcher Wald mein Fichtenholz hergibt - interessant vielleicht, aber ich verarbeite das Holz das ich bekomme.

Zitat von rennradbernd

was machst du dann mit der Info

@rennradbernd ja genau das ist der Punkt. Das Olivenöl-Beispiel ist gut - da bezahlt man auch dafür dass man weiß was man hat. Bei Rote Bete ist das halt Massenware, da drückt keiner auf Transparenz. Aber dein Vergleich mit dem Fichtenholz hat mich grad auf was gebracht. Du als Schreiner weißt ja auch dass das gleiche Holz aus zwei verschiedenen Lagen komplett anders arbeiten kann, Feuchtigkeit, Wuchsrichtung, keine Ahnung was noch. Und trotzdem verarbeitest du das ohne Datenblatt. Irgendwie machen wir das mit dem Essen auch so - man entwickelt halt ein Gefühl dafür was gut ist und was net, ohne dass man das groß belegen kann. Was mich bei dem Vergleich aber stört: beim Holz siehst du die Maserung du kannst einschätzen was du hast. Bei der Rübe im Vakuumbeutel sieht alles gleich aus. Das ist eher wie wenn du Holz kaufst das schon grundiert ist - du weißt net was drunter steckt. Ich frag mich ob das bei regionalen Direktvermarktern besser wäre, also ob die sagen können wann die Ernte war. Ich hab hier in der Ecke einen Hofladen der auch Rote Bete anbietet - ob die da überhaupt Auskunft geben würden, das hab ich noch nie probiert.

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