Rote Bete roh vs. gedämpft - macht das im Alltag wirklich einen Unterschied?
Zitat von markus_b82 am Juli 19, 2026, 17:43 UhrZitat von rote_socke_83was du überhaupt erreichen willst
Das ist eigentlich der Punkt der die ganze Diskussion aufdröselt, weil ich das für mich selbst nie wirklich sauber definiert hab. Ich lauf Halbmarathon, mein Ziel ist grob "weniger Einbrüche im letzten Drittel" - aber ob ich das auf Nitrat schieben kann oder ob da Trainingsvolumen, Schlaf und Kohlenhydratmanagement viel mehr reinspielt, ist schlicht nicht isolierbar. Was mich bei deiner Frage "einmal die Woche viel oder täglich wenig" gerade aber wirklich interessiert: ich glaub das ist tatsächlich nicht beantwortet, und ich mein das nicht als Kritik an dir, sondern an dem ganzen Forschungsfeld. Die Protokolle die ich kenne - und das ist halt hauptsächlich der Exeter-Kontext - arbeiten fast alle mit akuter Supplementierung kurz vor dem Test, nicht mit chronischer Aufnahme über Wochen. Was das für Leute bedeutet die das in den Alltag integrieren wollen statt kurz vorm Wettkampf zu "laden", ist mir nicht klar. Hast du da eine Quelle für die chronische Variante? Ich hab da selbst nichts Belastbares gefunden. Und die Frage ob "diffuses besser fühlen" überhaupt ein sinnvolles Ziel ist - da würd ich fast sagen nein, weil das zu anfällig für Erwartungseffekte ist. Ich merk das bei mir selbst: wenn ich weiß dass ich heute Rote Bete hatte, bild ich mir schon beim Aufwärmen ein dass die Beine leichter sind. Das ist kein valides Signal.
Zitat von rote_socke_83was du überhaupt erreichen willst
Das ist eigentlich der Punkt der die ganze Diskussion aufdröselt, weil ich das für mich selbst nie wirklich sauber definiert hab. Ich lauf Halbmarathon, mein Ziel ist grob "weniger Einbrüche im letzten Drittel" - aber ob ich das auf Nitrat schieben kann oder ob da Trainingsvolumen, Schlaf und Kohlenhydratmanagement viel mehr reinspielt, ist schlicht nicht isolierbar. Was mich bei deiner Frage "einmal die Woche viel oder täglich wenig" gerade aber wirklich interessiert: ich glaub das ist tatsächlich nicht beantwortet, und ich mein das nicht als Kritik an dir, sondern an dem ganzen Forschungsfeld. Die Protokolle die ich kenne - und das ist halt hauptsächlich der Exeter-Kontext - arbeiten fast alle mit akuter Supplementierung kurz vor dem Test, nicht mit chronischer Aufnahme über Wochen. Was das für Leute bedeutet die das in den Alltag integrieren wollen statt kurz vorm Wettkampf zu "laden", ist mir nicht klar. Hast du da eine Quelle für die chronische Variante? Ich hab da selbst nichts Belastbares gefunden. Und die Frage ob "diffuses besser fühlen" überhaupt ein sinnvolles Ziel ist - da würd ich fast sagen nein, weil das zu anfällig für Erwartungseffekte ist. Ich merk das bei mir selbst: wenn ich weiß dass ich heute Rote Bete hatte, bild ich mir schon beim Aufwärmen ein dass die Beine leichter sind. Das ist kein valides Signal.
Zitat von rote_socke_83 am Juli 19, 2026, 17:54 Uhr@markus_b82
Zitat von markus_b82bild ich mir schon beim Aufwärmen ein dass die Beine leichter sind
ja aber ist das wirklich das Problem? Ich mein: wenn du dich beim Aufwärmen besser fühlst und dadurch die ersten 20 Minuten entspannter angehst, dann verändert das dein Tempo, deine Herzfrequenz, deinen ganzen Rhythmus. Der Erwartungseffekt ist dann nicht mehr nur Einbildung sondern wird real - durch dein Verhalten. Das ist kein valides Signal für Nitrat, klar, aber es ist auch kein Nulleffekt. Das nervt mich an diesem "Placebo zählt nicht"-Reflex der überall auftaucht. Was mich bei deiner Frage zur chronischen Aufnahme aber ehrlich gesagt mehr beschäftigt: ich hab keine Quelle, und ich glaub die gibt es in dem Sinne kaum. Das ist das was mich am Forschungsfeld schon länger stört - die ganzen Protokolle sind auf Wettkampf-Kontext gebaut, und dann kommen Leute wie wir und fragen was das für einen Dienstagabend-Training-Typen aus Bochum bedeutet der dreimal die Woche 90 Minuten tritt. Die Antwort ist: keiner weiß es genau. Was ich mir vorstellen könnte - rein aus dem Bauch - ist dass chronisch niedrige Aufnahme vielleicht eher über Gefäßgesundheit langfristig was tut als über akute Leistung. Aber das ist Spekulation, ich hab da nichts in der Hand. Zu deinem Halbmarathon-Ziel: "weniger Einbrüche im letzten Drittel" klingt mir ehrlich gesagt mehr nach Tempomanagement und Kohlenhydratverteilung als nach irgendwas was Rote Bete löst. Aber das hab ich dir nicht gesagt.
Zitat von markus_b82bild ich mir schon beim Aufwärmen ein dass die Beine leichter sind
ja aber ist das wirklich das Problem? Ich mein: wenn du dich beim Aufwärmen besser fühlst und dadurch die ersten 20 Minuten entspannter angehst, dann verändert das dein Tempo, deine Herzfrequenz, deinen ganzen Rhythmus. Der Erwartungseffekt ist dann nicht mehr nur Einbildung sondern wird real - durch dein Verhalten. Das ist kein valides Signal für Nitrat, klar, aber es ist auch kein Nulleffekt. Das nervt mich an diesem "Placebo zählt nicht"-Reflex der überall auftaucht. Was mich bei deiner Frage zur chronischen Aufnahme aber ehrlich gesagt mehr beschäftigt: ich hab keine Quelle, und ich glaub die gibt es in dem Sinne kaum. Das ist das was mich am Forschungsfeld schon länger stört - die ganzen Protokolle sind auf Wettkampf-Kontext gebaut, und dann kommen Leute wie wir und fragen was das für einen Dienstagabend-Training-Typen aus Bochum bedeutet der dreimal die Woche 90 Minuten tritt. Die Antwort ist: keiner weiß es genau. Was ich mir vorstellen könnte - rein aus dem Bauch - ist dass chronisch niedrige Aufnahme vielleicht eher über Gefäßgesundheit langfristig was tut als über akute Leistung. Aber das ist Spekulation, ich hab da nichts in der Hand. Zu deinem Halbmarathon-Ziel: "weniger Einbrüche im letzten Drittel" klingt mir ehrlich gesagt mehr nach Tempomanagement und Kohlenhydratverteilung als nach irgendwas was Rote Bete löst. Aber das hab ich dir nicht gesagt.
Zitat von markus_b82 am Juli 19, 2026, 17:57 Uhr@rote_socke_83
Zitat von rote_socke_83weniger Einbrüche im letzten Drittel klingt mir ehrlich gesagt mehr nach Tempomanagement
Das hab ich mir natürlich auch schon gedacht, und du hast wahrscheinlich nicht Unrecht. Mein letzter Halbmarathon im April war tatsächlich eher ein Pacing-Problem als ein Energieproblem - ich bin die ersten acht Kilometer zu flott angegangen, und dann war das letzte Drittel entsprechend zäh. Das hat mit Rote Bete genau gar nichts zu tun. Was mich aber an deinem Placebo-Punkt gerade beschäftigt: du argumentierst, dass der Erwartungseffekt real wird wenn er das Verhalten verändert. Das ist interessant, aber das gilt dann für jedes beliebige Ritual, ob Rote Bete oder ein bestimmtes Lied im Aufwärm-Playlist. Den Effekt dann noch "Nitrat" zuzuschreiben wäre dann halt einfach falsch - auch wenn das Ergebnis gut ist. Das fühlt sich für mich wie ein Buchungsfehler an. Was ich in dem Zusammenhang mal gelesen hab - ich glaub das war bei einem Beitrag auf einem Sportwissenschafts-Blog, keine Peer-Review-Quelle, also mit Vorsicht - war die These, dass chronische Nitrataufnahme über Monate eher auf Ruheblutdruck und Gefäßelastizität einzahlt als auf Trainingsleistung. Das wäre ein komplett anderes Ziel als das was wir hier die ganze Zeit diskutieren. Hast du da eine Quelle für, irgendwas Handfesteres? Weil wenn das stimmt, würde das die Frage "akut vor dem Wettkampf laden" vs. "täglich niedrig" komplett neu rahmen.
Zitat von rote_socke_83weniger Einbrüche im letzten Drittel klingt mir ehrlich gesagt mehr nach Tempomanagement
Das hab ich mir natürlich auch schon gedacht, und du hast wahrscheinlich nicht Unrecht. Mein letzter Halbmarathon im April war tatsächlich eher ein Pacing-Problem als ein Energieproblem - ich bin die ersten acht Kilometer zu flott angegangen, und dann war das letzte Drittel entsprechend zäh. Das hat mit Rote Bete genau gar nichts zu tun. Was mich aber an deinem Placebo-Punkt gerade beschäftigt: du argumentierst, dass der Erwartungseffekt real wird wenn er das Verhalten verändert. Das ist interessant, aber das gilt dann für jedes beliebige Ritual, ob Rote Bete oder ein bestimmtes Lied im Aufwärm-Playlist. Den Effekt dann noch "Nitrat" zuzuschreiben wäre dann halt einfach falsch - auch wenn das Ergebnis gut ist. Das fühlt sich für mich wie ein Buchungsfehler an. Was ich in dem Zusammenhang mal gelesen hab - ich glaub das war bei einem Beitrag auf einem Sportwissenschafts-Blog, keine Peer-Review-Quelle, also mit Vorsicht - war die These, dass chronische Nitrataufnahme über Monate eher auf Ruheblutdruck und Gefäßelastizität einzahlt als auf Trainingsleistung. Das wäre ein komplett anderes Ziel als das was wir hier die ganze Zeit diskutieren. Hast du da eine Quelle für, irgendwas Handfesteres? Weil wenn das stimmt, würde das die Frage "akut vor dem Wettkampf laden" vs. "täglich niedrig" komplett neu rahmen.
Zitat von rote_socke_83 am Juli 19, 2026, 18:02 Uhr@markus_b82
Zitat von markus_b82chronische Nitrataufnahme über Monate eher auf Ruheblutdruck und Gefäßelastizität einzahlt
ne Quelle hab ich dir nicht, sorry. Aber das ist der Punkt der mich gerade wirklich aufmacht, weil das zwei komplett verschiedene Diskussionen sind die wir die ganze Zeit durcheinander gewürfelt haben. Leistungsoptimierung vor dem Wettkampf ist das eine. Langfristige Gefäßgeschichte ist was völlig anderes - das wäre dann eher präventiv, und der Zeithorizont ist Monate bis Jahre, nicht Stunden. Wenn das stimmt was du da gelesen hast, dann ist die Frage ob man roh oder gedämpft isst eigentlich fast irrelevant - weil du bei so einem langen Zeitraum eh nicht weißt was genau was gebracht hat. Was mich daran aber ehrlich gesagt leicht beschäftigt: wenn das Ziel Gefäßgesundheit ist, dann gibt es vermutlich zehn andere Hebel die mehr bringen als Rote Bete. Schlaf, Stressmanagement, generell Ausdauertraining. Meine Hausärztin würde mir das so oder so sagen. Dann ist Rote Bete halt einfach ein nettes Gemüse und kein Optimierungstool. Buchungsfehler ist übrigens ein gutes Wort dafür. Das nehm ich mit.
Zitat von markus_b82chronische Nitrataufnahme über Monate eher auf Ruheblutdruck und Gefäßelastizität einzahlt
ne Quelle hab ich dir nicht, sorry. Aber das ist der Punkt der mich gerade wirklich aufmacht, weil das zwei komplett verschiedene Diskussionen sind die wir die ganze Zeit durcheinander gewürfelt haben. Leistungsoptimierung vor dem Wettkampf ist das eine. Langfristige Gefäßgeschichte ist was völlig anderes - das wäre dann eher präventiv, und der Zeithorizont ist Monate bis Jahre, nicht Stunden. Wenn das stimmt was du da gelesen hast, dann ist die Frage ob man roh oder gedämpft isst eigentlich fast irrelevant - weil du bei so einem langen Zeitraum eh nicht weißt was genau was gebracht hat. Was mich daran aber ehrlich gesagt leicht beschäftigt: wenn das Ziel Gefäßgesundheit ist, dann gibt es vermutlich zehn andere Hebel die mehr bringen als Rote Bete. Schlaf, Stressmanagement, generell Ausdauertraining. Meine Hausärztin würde mir das so oder so sagen. Dann ist Rote Bete halt einfach ein nettes Gemüse und kein Optimierungstool. Buchungsfehler ist übrigens ein gutes Wort dafür. Das nehm ich mit.