Rote Bete roh raspeln – wie gewöhnt man sich an den Geschmack?
Zitat von rennradrenate am Juli 8, 2026, 07:58 UhrIch frage mich ob der Einstieg über rohe Rote Bete der falsche war. Ich habe sie jetzt zweimal roh in den Salat geraspelt - das habe ich hier ja schon kurz erwähnt - aber der Geschmack ist immer noch so eine Sache. Dieser erdige, leicht süßliche Unterton, den man vom Gekochten kennt, ist roh nochmal intensiver. Manche beschreiben das als "nach Erde" und ich finde das gar nicht so falsch. Jetzt habe ich letzte Woche bei einer Kollegin gesehen wie sie die Rote Bete vorher kurz in Zitronensaft eingelegt hat, nur zwanzig Minuten oder so, und dann behauptet hat dass das die Erdigkeit mildert. Ich hab es probiert und tatsächlich wirkte es etwas weniger wuchtig. Ob das wirklich die Säure ist oder ob ich es mir eingeredet habe - keine Ahnung. Was mich interessiert: Habt ihr das auch erlebt, dass sich der Geschmack mit der Zeit verändert hat? Also nicht das Gemüse, sondern die eigene Wahrnehmung? Bei mir war es mit dem Konzentrat so - das erste Mal wirklich gewöhnungsbedürftig, nach ein paar Wochen kaum noch ein Thema. Ich frage mich ob das mit roher Rote Bete genauso läuft, oder ob das wirklich eine Frage der Zubereitung ist. Ich kombiniere sie jetzt mit Feta und Walnüssen, das puffert den Geschmack gut ab. Aber ich will nicht dass sie dauerhaft in Camouflage bleibt, wenn ich so sage. Das Ziel wäre eigentlich, sie auch pur essen zu können ohne dass es eine Überwindung ist. Hat jemand eine Zubereitungsvariante, die den Charakter erhält aber zugänglicher macht?
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Rennrad ist kein Hobby, das ist Therapie.
Ich frage mich ob der Einstieg über rohe Rote Bete der falsche war. Ich habe sie jetzt zweimal roh in den Salat geraspelt - das habe ich hier ja schon kurz erwähnt - aber der Geschmack ist immer noch so eine Sache. Dieser erdige, leicht süßliche Unterton, den man vom Gekochten kennt, ist roh nochmal intensiver. Manche beschreiben das als "nach Erde" und ich finde das gar nicht so falsch. Jetzt habe ich letzte Woche bei einer Kollegin gesehen wie sie die Rote Bete vorher kurz in Zitronensaft eingelegt hat, nur zwanzig Minuten oder so, und dann behauptet hat dass das die Erdigkeit mildert. Ich hab es probiert und tatsächlich wirkte es etwas weniger wuchtig. Ob das wirklich die Säure ist oder ob ich es mir eingeredet habe - keine Ahnung. Was mich interessiert: Habt ihr das auch erlebt, dass sich der Geschmack mit der Zeit verändert hat? Also nicht das Gemüse, sondern die eigene Wahrnehmung? Bei mir war es mit dem Konzentrat so - das erste Mal wirklich gewöhnungsbedürftig, nach ein paar Wochen kaum noch ein Thema. Ich frage mich ob das mit roher Rote Bete genauso läuft, oder ob das wirklich eine Frage der Zubereitung ist. Ich kombiniere sie jetzt mit Feta und Walnüssen, das puffert den Geschmack gut ab. Aber ich will nicht dass sie dauerhaft in Camouflage bleibt, wenn ich so sage. Das Ziel wäre eigentlich, sie auch pur essen zu können ohne dass es eine Überwindung ist. Hat jemand eine Zubereitungsvariante, die den Charakter erhält aber zugänglicher macht?
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Rennrad ist kein Hobby, das ist Therapie.
Zitat von jana_w am Juli 8, 2026, 12:28 Uhr@rennradrenate die Sache mit dem Zitronensaft kenn ich tatsächlich, ich hab das irgendwann mal mit Apfelessig probiert, kurz drüber, nicht einlegen sondern wirklich nur kurz, und es war ähnlich - der Erdton bleibt, wird aber irgendwie runder? Schwer zu beschreiben. Aber was mich bei deinem Post mehr beschäftigt ist diese Frage zur Wahrnehmungsveränderung. Ich glaub da passiert wirklich was im Kopf, nicht nur am Gaumen. Bei mir war das mit intensiven Aromen generell so - bitterer Kaffee, auch Oliven früher - irgendwann kippst du um und findest es gut. Der Punkt ist aber, du musst dir Zeit lassen und nicht jedes Mal dagegen ankämpfen. Draußen ist heute so ein träger Mittwoch, macht irgendwie nachdenklich. Was ich noch nicht gemacht hab aber schon mal irgendwo gelesen hatte: ganz dünn hobeln statt raspeln. Also wirklich papierdünn mit dem Gemüsehobel. Soll das Mundgefühl komplett verändern, weil der Biss weg ist und die Intensität sich anders verteilt. Ich weiß nicht ob das stimmt, ich hab keine Quelle mehr dafür, war irgendein Kochblog glaub ich. Aber die Idee macht mir Sinn, weil raspeln ja viel Oberfläche erzeugt und damit mehr Aromaeintrag auf einmal. Das mit der Camouflage versteh ich übrigens, ich mein, man will das Ding ja auch wirklich mögen und nicht nur tolerieren.
@rennradrenate die Sache mit dem Zitronensaft kenn ich tatsächlich, ich hab das irgendwann mal mit Apfelessig probiert, kurz drüber, nicht einlegen sondern wirklich nur kurz, und es war ähnlich - der Erdton bleibt, wird aber irgendwie runder? Schwer zu beschreiben. Aber was mich bei deinem Post mehr beschäftigt ist diese Frage zur Wahrnehmungsveränderung. Ich glaub da passiert wirklich was im Kopf, nicht nur am Gaumen. Bei mir war das mit intensiven Aromen generell so - bitterer Kaffee, auch Oliven früher - irgendwann kippst du um und findest es gut. Der Punkt ist aber, du musst dir Zeit lassen und nicht jedes Mal dagegen ankämpfen. Draußen ist heute so ein träger Mittwoch, macht irgendwie nachdenklich. Was ich noch nicht gemacht hab aber schon mal irgendwo gelesen hatte: ganz dünn hobeln statt raspeln. Also wirklich papierdünn mit dem Gemüsehobel. Soll das Mundgefühl komplett verändern, weil der Biss weg ist und die Intensität sich anders verteilt. Ich weiß nicht ob das stimmt, ich hab keine Quelle mehr dafür, war irgendein Kochblog glaub ich. Aber die Idee macht mir Sinn, weil raspeln ja viel Oberfläche erzeugt und damit mehr Aromaeintrag auf einmal. Das mit der Camouflage versteh ich übrigens, ich mein, man will das Ding ja auch wirklich mögen und nicht nur tolerieren.
Zitat von rennradhorst am Juli 11, 2026, 10:26 Uhr@jana_w der Punkt mit dem Hobeln ist interessant, hab ich so noch net gedacht. Raspeln macht ja wirklich viel Oberfläche und das bedeutet der Saft kommt schneller raus, das Aroma schlägt einen quasi sofort. Dünn gehobelt ist mehr wie wenn man Schinken isst statt Hackfleisch - gleiches Produkt komplett anderes Erlebnis. Was mich beim Thread generell beschäftigt ist diese Frage ob man Rote Bete wirklich mögen "lernen" kann oder ob das bei manchen einfach net passiert. Ich kenn das von mir selbst, beim Konzentrat war das erste Mal wirklich grenzwertig, aber ich hab's halt weitergemacht weil ich einen Grund hatte. Den Grund hatte ich nicht wegen Geschmack sondern wegen dem Blutdruck. Ohne den Grund hätte ich vielleicht nach zweimal aufgehört. @rennradrenate ich frag mich ob du überhaupt einen Grund hast der groß genug ist. Nicht böse gemeint - aber wenn man Rote Bete nur "auch mögen" will ohne dass da irgendwas dahintersteckt, ist die Motivation halt dünn. Funktioniert bei Kaffee auch so, die die den wegen Koffein trinken gewöhnen sich schneller dran als die die ihn einfach mal probieren wollen. Ich hab letzte Woch beim Ausbessern einer Verteilerdose kurze Mittagspause gehabt und mir spontan was aus dem Supermarkt geholt, da lag vakuumierte vorgekochte Rote Bete - net das Glaszeug. Kalt, dünn geschnitten, bisschen Salz drauf. Überraschend angenehm ohne großen Aufwand.
@jana_w der Punkt mit dem Hobeln ist interessant, hab ich so noch net gedacht. Raspeln macht ja wirklich viel Oberfläche und das bedeutet der Saft kommt schneller raus, das Aroma schlägt einen quasi sofort. Dünn gehobelt ist mehr wie wenn man Schinken isst statt Hackfleisch - gleiches Produkt komplett anderes Erlebnis. Was mich beim Thread generell beschäftigt ist diese Frage ob man Rote Bete wirklich mögen "lernen" kann oder ob das bei manchen einfach net passiert. Ich kenn das von mir selbst, beim Konzentrat war das erste Mal wirklich grenzwertig, aber ich hab's halt weitergemacht weil ich einen Grund hatte. Den Grund hatte ich nicht wegen Geschmack sondern wegen dem Blutdruck. Ohne den Grund hätte ich vielleicht nach zweimal aufgehört. @rennradrenate ich frag mich ob du überhaupt einen Grund hast der groß genug ist. Nicht böse gemeint - aber wenn man Rote Bete nur "auch mögen" will ohne dass da irgendwas dahintersteckt, ist die Motivation halt dünn. Funktioniert bei Kaffee auch so, die die den wegen Koffein trinken gewöhnen sich schneller dran als die die ihn einfach mal probieren wollen. Ich hab letzte Woch beim Ausbessern einer Verteilerdose kurze Mittagspause gehabt und mir spontan was aus dem Supermarkt geholt, da lag vakuumierte vorgekochte Rote Bete - net das Glaszeug. Kalt, dünn geschnitten, bisschen Salz drauf. Überraschend angenehm ohne großen Aufwand.
Zitat von markus_b82 am Juli 11, 2026, 11:24 Uhr@rennradhorst der Punkt mit der Motivation trifft mich gerade etwas unvorbereitet, weil ich das eigentlich für mich selbst noch nie so direkt formuliert hab. Ich hab das immer über Nitrat und Leistung rationalisiert - also ja, es gab einen Grund, und das hat bei mir auch das Durchhalten erleichtert. Aber ob das wirklich der einzige Mechanismus ist, weiß ich nicht. Was mich bei dem Hobel-Argument von @jana_w noch beschäftigt: das mit der Oberfläche stimmt aus meiner Sicht auch biochemisch halbwegs, weil beim Raspeln die Zellstruktur stärker aufgebrochen wird und damit mehr Saft und flüchtige Aromastoffe freigesetzt werden. Ich hab das nicht gezielt getestet, aber ich erinner mich dass ich frisch geriebene Rote Bete als deutlich intensiver empfunden hab als dünn geschnittene, ohne da groß drüber nachgedacht zu haben. Ich frag mich ob da auch die Oxidation reinspielt - Oberfläche heißt mehr Kontakt mit Luft, und ob das den Erdton verstärkt oder verändert, wäre mal interessant zu wissen. Hast du da eine Quelle für, @jana_w, oder war das wirklich nur der Kochblog-Bauchgefühl-Bereich? Weil wenn das stimmt mit der Oberfläche, wäre die Konsequenz ja: je gröber geschnitten, desto zahmer der Geschmack - und dann wäre Zitronensaft nicht mal nötig.
@rennradhorst der Punkt mit der Motivation trifft mich gerade etwas unvorbereitet, weil ich das eigentlich für mich selbst noch nie so direkt formuliert hab. Ich hab das immer über Nitrat und Leistung rationalisiert - also ja, es gab einen Grund, und das hat bei mir auch das Durchhalten erleichtert. Aber ob das wirklich der einzige Mechanismus ist, weiß ich nicht. Was mich bei dem Hobel-Argument von @jana_w noch beschäftigt: das mit der Oberfläche stimmt aus meiner Sicht auch biochemisch halbwegs, weil beim Raspeln die Zellstruktur stärker aufgebrochen wird und damit mehr Saft und flüchtige Aromastoffe freigesetzt werden. Ich hab das nicht gezielt getestet, aber ich erinner mich dass ich frisch geriebene Rote Bete als deutlich intensiver empfunden hab als dünn geschnittene, ohne da groß drüber nachgedacht zu haben. Ich frag mich ob da auch die Oxidation reinspielt - Oberfläche heißt mehr Kontakt mit Luft, und ob das den Erdton verstärkt oder verändert, wäre mal interessant zu wissen. Hast du da eine Quelle für, @jana_w, oder war das wirklich nur der Kochblog-Bauchgefühl-Bereich? Weil wenn das stimmt mit der Oberfläche, wäre die Konsequenz ja: je gröber geschnitten, desto zahmer der Geschmack - und dann wäre Zitronensaft nicht mal nötig.
Zitat von rennradhorst am Juli 11, 2026, 12:29 Uhr@markus_b82 die Oxidations-Frage finde ich tatsächlich spannend, daran hab ich noch gar net gedacht. Ich kenn das vom Apfel - aufgeschnitten wird er schnell braun und schmeckt dann auch anders, bitterer irgendwie. Ob das bei Rote Bete ähnlich läuft weiß ich net, aber wenn ja wäre frisch raspeln direkt vor dem Essen wahrscheinlich besser als irgendwas vorbereiten und stehen lassen. Meine Frau macht manchmal Rohkost auf Vorrat für den nächsten Tag und die sagt immer dass Rote Bete über Nacht im Kühlschrank nochmal erdiger wird - ob das Oxidation ist oder einfach dass die Aromen einziehen, keine Ahnung. Aber ein Hinweis ist das halt schon.
Zitat von markus_b82je gröber geschnitten, desto zahmer der Geschmack
wenn das stimmt wäre das ja fast paradox, weil die meisten Leute intuitiv raspeln wenn sie Rote Bete "irgendwie verarbeiten" wollen, als ob das Zerkleinern die Intensität rausnimmt statt raufsetzt. Ich hab das mit der vakuumierten vorgekochten letzte Woche in Scheiben gehabt und die war wirklich mild - aber da ist ja auch die Zellstruktur durch das Kochen schon anders, das ist net direkt vergleichbar mit roh. Was mich net loslässt: hat eigentlich jemand probiert die Rote Bete kurz anzurösten statt roh zu essen? Nicht durchgaren, nur kurz in der Pfanne. Ich frag mich ob das den Erdton ähnlich abdämpft wie Säure, aber auf anderem Weg.
@markus_b82 die Oxidations-Frage finde ich tatsächlich spannend, daran hab ich noch gar net gedacht. Ich kenn das vom Apfel - aufgeschnitten wird er schnell braun und schmeckt dann auch anders, bitterer irgendwie. Ob das bei Rote Bete ähnlich läuft weiß ich net, aber wenn ja wäre frisch raspeln direkt vor dem Essen wahrscheinlich besser als irgendwas vorbereiten und stehen lassen. Meine Frau macht manchmal Rohkost auf Vorrat für den nächsten Tag und die sagt immer dass Rote Bete über Nacht im Kühlschrank nochmal erdiger wird - ob das Oxidation ist oder einfach dass die Aromen einziehen, keine Ahnung. Aber ein Hinweis ist das halt schon.
Zitat von markus_b82je gröber geschnitten, desto zahmer der Geschmack
wenn das stimmt wäre das ja fast paradox, weil die meisten Leute intuitiv raspeln wenn sie Rote Bete "irgendwie verarbeiten" wollen, als ob das Zerkleinern die Intensität rausnimmt statt raufsetzt. Ich hab das mit der vakuumierten vorgekochten letzte Woche in Scheiben gehabt und die war wirklich mild - aber da ist ja auch die Zellstruktur durch das Kochen schon anders, das ist net direkt vergleichbar mit roh. Was mich net loslässt: hat eigentlich jemand probiert die Rote Bete kurz anzurösten statt roh zu essen? Nicht durchgaren, nur kurz in der Pfanne. Ich frag mich ob das den Erdton ähnlich abdämpft wie Säure, aber auf anderem Weg.
Zitat von markus_b82 am Juli 11, 2026, 12:41 UhrZitat von rennradhorsthat eigentlich jemand probiert die Rote Bete kurz anzurösten statt roh zu essen
Das ist ein guter Gedanke, @rennradhorst, und der Mechanismus wäre da ein anderer als bei der Säure. Beim kurzen Anrösten passiert Maillard-Reaktion - also Bräunung durch Hitze - und das erzeugt neue Aromaverbindungen die den Eigengeschmack überlagern oder zumindest verschieben können. Ob das den Erdton reduziert oder nur maskiert, wäre interessant zu wissen. Was mich zu deiner Frau und dem Overnight-Thema bringt: das klingt für mich eher nach Aromadiffusion als nach Oxidation. Die flüchtigen Verbindungen die für den Erdton verantwortlich sind - Geosmin ist da das bekannteste - die setzen sich bei längerer Lagerung vermutlich anders in der Zellmatrix fest. Ob das im Kühlschrank durch Oxidation verstärkt wird oder einfach weil mehr Zeit zum Einziehen war, lässt sich so nicht trennen. Ich hab selbst nie gezielt roh angeröstet, aber ich erinnere mich dass vakuumierte vorgekochte Scheiben für mich immer milder wirkten - was du ja auch beschreibst. Und das könnte genau an der Hitze-Geschichte liegen, die die Zellstruktur verändert hat. Kurz anrösten wäre da irgendwo dazwischen. Hast du da eine Quelle für den Maillard-Effekt bei Rote Bete speifisch? Ich find das spontan nicht, aber ich würde das eigentlich gerne mal nachlesen.
Zitat von rennradhorsthat eigentlich jemand probiert die Rote Bete kurz anzurösten statt roh zu essen
Das ist ein guter Gedanke, @rennradhorst, und der Mechanismus wäre da ein anderer als bei der Säure. Beim kurzen Anrösten passiert Maillard-Reaktion - also Bräunung durch Hitze - und das erzeugt neue Aromaverbindungen die den Eigengeschmack überlagern oder zumindest verschieben können. Ob das den Erdton reduziert oder nur maskiert, wäre interessant zu wissen. Was mich zu deiner Frau und dem Overnight-Thema bringt: das klingt für mich eher nach Aromadiffusion als nach Oxidation. Die flüchtigen Verbindungen die für den Erdton verantwortlich sind - Geosmin ist da das bekannteste - die setzen sich bei längerer Lagerung vermutlich anders in der Zellmatrix fest. Ob das im Kühlschrank durch Oxidation verstärkt wird oder einfach weil mehr Zeit zum Einziehen war, lässt sich so nicht trennen. Ich hab selbst nie gezielt roh angeröstet, aber ich erinnere mich dass vakuumierte vorgekochte Scheiben für mich immer milder wirkten - was du ja auch beschreibst. Und das könnte genau an der Hitze-Geschichte liegen, die die Zellstruktur verändert hat. Kurz anrösten wäre da irgendwo dazwischen. Hast du da eine Quelle für den Maillard-Effekt bei Rote Bete speifisch? Ich find das spontan nicht, aber ich würde das eigentlich gerne mal nachlesen.
Zitat von rennradhorst am Juli 11, 2026, 12:54 Uhr@markus_b82 eine Quelle hab ich net, ehrlich gesagt. Das war ein Gedanke den ich ins Forum geworfen hab weil ich ihn selbst net kenne, net weil ich da was gelesen hätte. Geosmin kannte ich bis vor drei Minuten auch net als Begriff, das ist interessant. Ich hab mal kurz gegoogelt und der taucht tatsächlich bei Rote Bete auf ist wohl das was den typischen Erdgeruch macht. Und anscheinend ist das hitzeempfindlich - also dass der beim Kochen teilweise abbaut. Wenn das stimmt würde kurzes Anrösten vielleicht wirklich was bringen, net nur Maskieren sondern tatsächlich weniger davon drin. Ob das reicht um roh-ähnliche Konsistenz zu behalten weiß ich net, weil kurz anrösten ja die Oberfläche verändert aber innen bleibt das Stück ja noch roh. Ich stell mir das vor wie wenn man Zwiebeln kurz anschwitzt - außen weich und mild, innen noch scharf. Ob das beim Erdton ähnlich funktioniert müsste man halt probieren. Ich werds beim nächsten Mal testen, die vakuumierte vorgekochte hab ich noch im Kühlschrank, die kann ich morgen früh kurz in die Pfanne hauen und schauen was passiert. Kein großes Experiment, einfach Frühstücksneugier.
@markus_b82 eine Quelle hab ich net, ehrlich gesagt. Das war ein Gedanke den ich ins Forum geworfen hab weil ich ihn selbst net kenne, net weil ich da was gelesen hätte. Geosmin kannte ich bis vor drei Minuten auch net als Begriff, das ist interessant. Ich hab mal kurz gegoogelt und der taucht tatsächlich bei Rote Bete auf ist wohl das was den typischen Erdgeruch macht. Und anscheinend ist das hitzeempfindlich - also dass der beim Kochen teilweise abbaut. Wenn das stimmt würde kurzes Anrösten vielleicht wirklich was bringen, net nur Maskieren sondern tatsächlich weniger davon drin. Ob das reicht um roh-ähnliche Konsistenz zu behalten weiß ich net, weil kurz anrösten ja die Oberfläche verändert aber innen bleibt das Stück ja noch roh. Ich stell mir das vor wie wenn man Zwiebeln kurz anschwitzt - außen weich und mild, innen noch scharf. Ob das beim Erdton ähnlich funktioniert müsste man halt probieren. Ich werds beim nächsten Mal testen, die vakuumierte vorgekochte hab ich noch im Kühlschrank, die kann ich morgen früh kurz in die Pfanne hauen und schauen was passiert. Kein großes Experiment, einfach Frühstücksneugier.
Zitat von rote_socke_83 am Juli 11, 2026, 13:05 Uhr@rennradhorst das mit dem Geosmin hab ich auch gerade kurz gegoogelt weil ich den Begriff nicht kannte. Interessant dass das tatsächlich hitzeempfindlich ist, ich hab das bisher immer nur vom "Petrichor" her gekannt, also dieser Geruch nach Regen auf trockener Erde. Ist exakt dasselbe Zeug. Und wenn Bakterien im Boden das produzieren, und Rote Bete das aus dem Boden aufnimmt, dann macht es irgendwie Sinn dass frisch gewaschen vs. schon ein paar Tage alt einen Unterschied macht. Was mich bei deinem Experiment-Plan beschäftigt: du nimmst ja vorgekochte. Die hat den Geosmin-Abbau durch das Kochen schon hinter sich. Ob du da durch kurzes Anrösten nochmal was rauskriegst weiß ich ehrlich gesagt nicht. Das wäre quasi doppelt behandelt. Wenn du den Effekt wirklich testen willst, bräuchtest du rohe Rote Bete in die Pfanne, sonst weißt du hinterher nicht was du da eigentlich gemessen hast. Ich sag's direkt: ich hab das nie ausprobiert, ich komm da nur von der Logik her. Kann komplett falsch liegen. Was mich bei dem ganzen Thread noch beschäftigt ist die Ausgangsfrage von @rennradrenate, die ist irgendwo unterweggegangen. Die wollte wissen ob Gewöhnung passiert oder ob's Zubereitung ist. Ich glaub das ist gar kein Entweder-oder. Mein Eindruck mit dem Konzentrat war: beides läuft parallel, und irgendwann trennst du das nicht mehr. Edit: Kleine Korrektur. Bei Petrichor ist es nicht nur Geosmin, sondern auch noch andere flüchtige Stoffe, aber Geosmin ist halt der Hauptverantwortliche für den typischen Geruch. Wollte das nicht so pauschal stehen lassen.
@rennradhorst das mit dem Geosmin hab ich auch gerade kurz gegoogelt weil ich den Begriff nicht kannte. Interessant dass das tatsächlich hitzeempfindlich ist, ich hab das bisher immer nur vom "Petrichor" her gekannt, also dieser Geruch nach Regen auf trockener Erde. Ist exakt dasselbe Zeug. Und wenn Bakterien im Boden das produzieren, und Rote Bete das aus dem Boden aufnimmt, dann macht es irgendwie Sinn dass frisch gewaschen vs. schon ein paar Tage alt einen Unterschied macht. Was mich bei deinem Experiment-Plan beschäftigt: du nimmst ja vorgekochte. Die hat den Geosmin-Abbau durch das Kochen schon hinter sich. Ob du da durch kurzes Anrösten nochmal was rauskriegst weiß ich ehrlich gesagt nicht. Das wäre quasi doppelt behandelt. Wenn du den Effekt wirklich testen willst, bräuchtest du rohe Rote Bete in die Pfanne, sonst weißt du hinterher nicht was du da eigentlich gemessen hast. Ich sag's direkt: ich hab das nie ausprobiert, ich komm da nur von der Logik her. Kann komplett falsch liegen. Was mich bei dem ganzen Thread noch beschäftigt ist die Ausgangsfrage von @rennradrenate, die ist irgendwo unterweggegangen. Die wollte wissen ob Gewöhnung passiert oder ob's Zubereitung ist. Ich glaub das ist gar kein Entweder-oder. Mein Eindruck mit dem Konzentrat war: beides läuft parallel, und irgendwann trennst du das nicht mehr. Edit: Kleine Korrektur. Bei Petrichor ist es nicht nur Geosmin, sondern auch noch andere flüchtige Stoffe, aber Geosmin ist halt der Hauptverantwortliche für den typischen Geruch. Wollte das nicht so pauschal stehen lassen.