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Rote Beete schälen ohne dass die Küche aussieht wie ein Tatort?

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Meine Frau macht das inzwischen mit Handschuhen da hab ich ja auch dafür gesorgt. Aber das eigentliche Problem ist das Messer, das Brett, die Arbeitsfläche. Selbst wenn die Hände sauber bleiben - irgendwie kriecht das Zeug überall hin. Ich frag mich ob das wirklich so sein muss oder ob da irgendein Trick existiert den wir nicht kennen. Kochpapier unterlegen? Anderes Messer? Keine Ahnung. Wir haben jetzt vakuumverpackte ausprobiert und frische vom Markt. Frische ist eigentlich besser vom Geschmack aber der Aufwand danach in der Küche ist halt nicht ohne. Die vakuumverpackten sind schon vorgegart, die färben auch noch aber deutlich weniger. Meine Frau sagt der Geschmack ist ihr da zu lasch. Ich finds egal, ich ess das Zeug sowieso nur weil sie es macht. Interessant ist das mit dem Schälen generell. Bevor man kocht oder danach? Ich hab gelesen dass manche die erst kochen und dann die Schale so abstreifen, soll leichter gehen. Klingt für mich nach mehr Arbeit nicht weniger, aber vielleicht täusch ich mich. Ich bin Elektriker, ich kenn mich mit Werkzeug aus. Gibt's da so spezielle Schäler für Rote Beete oder ist das Marketingquatsch? Weil im Laden hab ich sowas mal gesehen - irgendein komisches Ding für 12 Euro. Da muss ich lachen. Für 12 Euro kauf ich normalen Haushaltsschäler und leg Zeitungpapier drunter. Falls hier jemand wirklich nen funktionierenden Tipp hat - her damit. Aber bitte kein "einfach Kapseln kaufen" oder sonstwas aus der Supplement-Ecke damit spar ich mir den Stress gleich.

Zitat von ms_77

erst kochen und dann die Schale so abstreifen

Das ist faktisch der sinnvollere Weg. Nach dem Garen löst sich die Schale mit einem Küchentuch ab, kein Messer nötig, deutlich weniger Färbung auf Flächen. Vorher schälen und dann kochen macht null Sinn, weil die Farbe dabei stärker auslaugt und du trotzdem alles versaust. Der Zeitungsunterlagen-Ansatz funktioniert, ich nehm dafür alte Backpapierreste. Zeitungspapier hat mich immer leicht gestört wegen der Druckfarbe, ist vielleicht übertrieben vorsichtig. @ms_77 Zum Spezialschäler: Das halte ich für reines Marketing. Was du da für 12 Euro kaufst ist im besten Fall ein normaler Julienneschäler mit anderem Griff. Der Effekt auf die Färbung ist null, das Werkzeug ändert nichts daran wie viel Saft austritt. Das Problem ist die Knolle selbst, nicht das Gerät. Was ich noch nicht gelesen hab hier: die Temperatur macht einen Unterschied. Ich hab festgestellt dass frisch aus dem Kühlschrank die Knollen beim Schneiden weniger stark bluten als bei Raumtemperatur. Ob das reproduzierbar ist, weiß ich nicht, war nur meine Beobachtung.

Zitat von n.feld

frisch aus dem Kühlschrank die Knollen beim Schneiden weniger stark bluten

das is interessant. klingt erstmal komisch aber wenn ich kurz nachdenk - bei Elektrik gibts auch sowas. Kabel die kalt sind lassen sich anders biegen als warme, Physik halt. Also komplett abwegig ist das nicht. Ich werd meiner Frau das sagen. Die legt die Dinger immer irgendwo rum bis sie dran kommt, nie direkt aus dem Kühlschrank. Das mit dem Schale abstreifen nach dem Kochen - da bin ich jetzt hin und hergerissen. Klingt eigentlich logisch was du sagst @n.feld. Aber dann hab ich eine heiße nasse Knolle in der Hand und fummel da mit nem Küchentuch rum. Ich stell mir das unpraktischer vor als es klingt. Hat das bei dir wirklich gut funktioniert oder braucht man da Geduld? Und das Backpapier statt Zeitung - ok, den Druckfarben-Punkt lass ich gelten. Obwohl ich ehrlich gesagt nicht weiß ob das bei gekochter Roter Beete überhaupt noch ne Rolle spielt wenn die Schale schon ab ist. Ist vielleicht wurscht.

Zitat von ms_77

heiße nasse Knolle in der Hand

Ja, das klingt schlimmer als es ist. Man wartet halt kurz, zwei Minuten, bis man sie anfassen kann. Ich halt sie dafür unter kaltes Wasser, dann geht das ohne Fummelei. Das Küchentuch braucht etwas Grip, ein dünnes Geschirrtuch funktioniert schlechter als ein grobes. Zur Druckfarbe: du hast recht, bei vorgekochter Beete spielt das keine Rolle mehr, ich dachte beim Schälen roh. Da hab ich nicht klar getrennt. Was mich an deiner Antwort mehr beschäftigt ist das mit "heiße nasse Knolle fummel ich da rum". Das ist im Kern eine Frage des Ablaufs. Wenn man das Kochen plant, also nicht nebenbei macht während man sowieso gestresst in der Küche steht, geht das problemlos. Ich mach sowas meistens abends wenn sonst nichts läuft. Rote Beete braucht Zeit, das passt nicht in einen hektischen Kochablauf. @ms_77 Falls deine Frau das ändern will: Ofengaren statt Kochen ist nochmal ruhiger. Knolle in Alufolie, 180 Grad, eine Stunde. Schale löst sich danach genauso, aber der Saft bleibt innen, weniger Sauerei insgesamt. Hab das vor ein paar Monaten zum ersten Mal so gemacht und fand den Unterschied merkbar.

ok das klingt eigentlich sinnvoll, aber eine Stunde Ofen für Rote Beete... ich weiß nicht. Ich heiz den Ofen selten nur für eine Sache an, das fühlt sich ineffizient an. Macht ihr das dann so nebenbei wenn sowieso was anderes drin ist? Weil wenn ja, dann ändert das die Rechnung natürlich. @ms_77 das mit der heiße-Knolle-fummelei - ich kenn das, hab das mal versucht und war dann genervt. Kaltes Wasser drüber wie @n.feld sagt hab ich nicht probiert, ehrlich gesagt. Das klingt jetzt nachträglich logisch. Was ich noch nie gelesen hab: was macht ihr mit dem Schneidebrett danach? ich hab ein Holzbrett und das ist nach Roter Beete einfach gefärbt, egal wie schnell ich wasch. Bei Plastik ist das anscheinend weniger schlimm aber ich mag kein Plastikbrett. Hat wer da einen Tipp oder ist das bei Holz einfach so und man akzeptiert es irgendwann. Edit: "wurscht" → "egal" - wollte das verständlicher formulieren für alle, die das Wort nicht kennen.

Zitat von leni_k

was macht ihr mit dem Schneidebrett danach

ja das ist einfach so bei Holz, da gewöhnt man sich dran. Ich hab da ehrlich aufgehört drüber nachzudenken. Das Brett sieht halt aus wie ein Kunstwerk nach Rote Beete, aber es funktioniert noch genauso. Was mich aber mehr interessiert - ihr redet alle vom Schälen danach, aber niemand hat noch erwähnt ob die gekochte Beete überhaupt noch gut schmeckt wenn man sie so unter kaltem Wasser abkühlt und dann mit Tuch abreibt. Ich mein, der Saft läuft ja raus, und bei meiner Erfahrung mit Rote Beete generell - wenn du zu viel davon wegspülst wird das Ding leicht mehlig und fade. Oder spielt das bei euch keine Rolle weil ihr das Zeug sowieso in eine Suppe oder in Salat packt? Das mit dem Ofen in Alufolie klingt eigentlich smart für den Effekt, aber @n.feld - machst du das nur wenn du eh noch was anderes backst oder echt solo für die Beete? Weil allein für eine Portion finde ich das auch fragwürdig vom Energieaufwand her. Auch wenn's weniger Sauerei gibt.

Zitat von lisab_93

wenn du zu viel davon wegspülst wird das Ding leicht mehlig und fade

das find ich eigentlich einen guten Punkt, den ich mir selbst noch nicht überlegt hab. Ich hab die gekochte Beete bisher immer so verwendet wie sie rauskommt, nicht extra abgespült. Wenn das Abkühlen unter Wasser wirklich Geschmack rauszieht dann klingt das nach einem schlechten Tausch - weniger Sauerei, dafür lascheres Ergebnis. @lisab_93 die Frage ob mehlig ist aber glaub ich auch eine Frage wie lang du kochst, oder? Ich hab das Gefühl dass überkochte Beete generell schnell in diese mehlige Richtung geht, egal ob du sie abspülst oder nicht. Vielleicht ist das gar kein Abspül-Problem sondern ein Garzeiten-Problem. Was mich eigentlich mehr beschäftigt: ihr redet alle von Mengen wo sich das lohnt. Ich mach das meistens für eine Person, manchmal zwei. Für eine einzige Knolle den ganzen Prozess durchzuziehen - Ofen, Alufolie, Stunde warten, abkühlen, abstreifen - ich frag mich ob man das dann einfach gleich in größeren Mengen macht und einfriert. Hat wer Erfahrung damit? Also ob Rote Beete nach dem Einfrieren noch irgendwie akzeptabel ist oder ob die Textur komplett hinüber ist danach. Das würde für mich den ganzen Aufwand viel eher rechtfertigen.

Zitat von leni_k

ob Rote Beete nach dem Einfrieren noch irgendwie akzeptabel ist

hab das tatsächlich mal gemacht. Gekocht, geschält, in Würfel geschnitten, eingefroren. Ehrlich gesagt - die Textur wird matschig, aber für Suppe oder Smoothie völlig okay. Für sowas wo du die Konsistenz brauchst wie bei nem Salat würde ich das nicht machen. Aber dein Punkt mit der einzelnen Knolle ist real. Ich mach das mittlerweile anders - ich koche gleich drei, vier Stück wenn ich eh anfange. Dann hab ich was im Kühlschrank für die nächsten Tage und kann spontan was damit machen ohne jedes Mal die ganze Show abzuziehen. Das erspart mir die Gefrierei und der Geschmack bleibt besser. Passt auch besser in meinen Rhythmus beim Laufen - nach längeren Trainingsläufen gern was mit Beete, aber ich plane das nicht konkret. @n.feld - deine Ofenmethode - fragst du dich nicht ob die Schale sich genauso leicht abstreift wenn die Beete kalt ist? Also wenn du sie danach im Kühlschrank lagerst und später verarbeitest. Oder machst du das immer direkt nach dem Backen während die noch warm ist?

Zitat von lisab_93

ich koche gleich drei, vier Stück wenn ich eh anfange

ok das klingt eigentlich wie die sinnvollste Lösung die ich im ganzen Thread gelesen hab, ehrlich gesagt. Einfach mehr auf einmal und dann im Kühlschrank lassen. Ich weiß nicht warum ich da selbst nicht drauf gekommen bin. Was mich bei deiner Antwort aber noch interessiert @lisab_93 - wie lang hält die gekochte Beete im Kühlschrank eigentlich? Ich stell mir vor dass drei Stück für eine Person trotzdem mehrere Tage sind und ich hab so ein ungutes Gefühl bei Roter Beete wenn sie länger liegt. Konkret: wird die irgendwann schleimig oder verändert sich der Geschmack nach Tag drei, vier nochmal stark? Weil wenn ja, dann ist das für mich Solo-Haushalt trotzdem kein perfekter Plan. Das mit matschig-nach-dem-Einfrieren für Smoothie - passt eigentlich für mich, ich mach das eh manchmal morgens vor dem Lauf. Aber ich will die Textur nicht komplett aufgeben wenn ich die Beete mal anders verwenden will. @n.feld deine Frage ob die Schale sich kalt noch abstreift interessiert mich auch, da bin ich gespannt was du sagst. Ich vermut eher dass man das direkt warm machen muss sonst sitzt die Schale wieder fester.

Zitat von leni_k

wie lang hält die gekochte Beete im Kühlschrank eigentlich?

also bei mir hält die locker vier, fünf Tage ohne Probleme. Schleimig wird die nicht, der Geschmack bleibt eigentlich gleich. Was sich eher verändert ist die Konsistenz - sie wird nach ein paar Tagen etwas fester, aber nicht unangenehm. Für Suppe ist das egal, für Salat auch. Nur wenn du die Beete noch roh verwenden willst - also Carpaccio oder sowas - dann lieber nicht zu alt. Bei mir persönlich ist das weniger ein Haushalt-für-eine-Person-Problem sondern eher ein Spontanitats-Problem. Ich kauf die Dinger und wenn ich keine Lust drauf hab dann liegen sie halt. Deswegen is dein Punkt mit dem Kühlschrank-Puffer eigentlich sinnvoll für mich. Dann bin ich nicht gezwungen die gleich zu verarbeiten.

Zitat von leni_k

ich vermut eher dass man das direkt warm machen muss sonst sitzt die Schale wieder fester

da würde ich tippen dass du recht hast, aber das ist auch wieder ne Frage des Aufwands - wenn die Schale kalt nicht abgeht dann backst du die halt ganz normal vor und fertig. Das mit der Alufolie im Ofen wird dann wahrscheinlich eh nur interessant wenn du eh noch was anderes backst oder wenn du mehrere Knollen machst auf einmal.

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