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Rote Beete schälen - muss das wirklich so eine Sauerei sein?

Meine Frau hat letzte Woche frische Rote Beete vom Markt mitgebracht. Schön kein Problem. Dann fang ich an die Dinger zu schälen und nach fünf Minuten sah meine Arbeitsplatte aus wie ein Tatortbild. Hände rot, Schneidebrett rot, das weiße Spülbecken... sag ich lieber nichts. Ich hab dann kurz gegoogelt und da kommen die Ratschläge mit Einmalhandschuhen und so. Okay fein, hab ich keine zuhause. Elektriker-Arbeitshandschuhe hab ich natürlich, aber die sind nicht grad für die Küche gedacht. Die Frage ist jetzt ob man die Dinger einfach vorher kocht und dann schält. Ich hab gehört das geht leichter weil die Haut dann quasi von selbst runterrutscht. Hat das jemand hier mal probiert? Macht das dann geschmacklich nen Unterschied oder ist mir das egal? Ich frag das weil ich eigentlich kein Küchenprofi bin und auch keiner sein will. Ich koch was Vernünftiges nach der Arbeit, keine großen Experimente. Rote Beete is okay als Beilage, meine Frau mag das und ich ess es mit. Aber wenn ich dafür jedes Mal das halbe Bad schrubben muss danach - da hört der Spaß auf. Die vakuumverpackten aus dem Supermarkt hatte ich mal die schmecken nach nix. Also das ist keine Option. Wie macht ihr das mit dem Schälen ohne dass danach die Küche aussieht wie ein Schlachtfeld. Gibt's da nen einfachen Trick oder ist das einfach immer so.

@ms_77 ja gut, die Elektriker-Handschuhe - das funktioniert notfalls, ist aber auch wieder overkill für sowas. Ich mach das anders. Einfach nen feuchtes Küchenrollen-Paket griffbereit haben während du schälst. Nach jedem Schnitt abwischen, dann verfärbt sich nichts so wild. Klingt aufwändig, ist es aber nicht. Dauert vielleicht zwei Minuten länger. Das mit dem Vorkochen - ja, die Schale geht leichter ab, nur merkst du dann echt den Unterschied. Gekocht verliert das Ding geschmacklich, wird so ein bisschen mehlig. Roh schälen ist zwar nerviger aber die Beete behält mehr Biss und schmeckt intensiver. Deine Frau wird den Unterschied merken, wenn sie da empfindlich ist. Ich sag dir ehrlich - wenn das nur ab und zu ist und deine Frau das mag dann nimm die feuchte Küchenrolle-Methode. Kostet nix und ist weniger Theater als immer Handschuhe zu besorgen oder das Zeug zu kochen und hinterher das ganze Aroma zu vermissen. Bei meiner Mutter daheim war das auch immer ein Thema, aber seit sie das mit den Rollen macht sagt sie, es geht viel schneller als vorher.

@rainer_w

Zitat von rainer_w

Küchenrollen-Paket griffbereit haben

okay das klingt ehrlich gesagt machbarer als ich dachte. Aber ich frag mich ob das nicht auch irgendwann so ein Theater wird - nach jedem Schnitt abwischen, Küchenrolle holen, Messer hinlegen. Ich bin da wohl zu ungeduldig für. Was mich aber mehr interessiert: du sagst gekocht wird das mehlig. Meine Frau kocht die immer durch bevor sie die überhaupt auf den Tisch bringt, also da war das eh schon weg mit dem Biss. Ich hab das nie roh gegessen. Vielleicht ist der Unterschied dann gar nicht so groß wenns sowieso nachher im Topf landet. Ich glaub das eigentliche Problem ist dass ich das nicht regelmäßig mach. Wenn man das jeden zweiten Tag machen würde hat man wahrscheinlich irgendwann den Dreh raus. Aber einmal im Monat weil die Frau Lust drauf hat - da fängt man immer wieder von null an. Mein Schwager schwört ja auf irgendwelche Saftpressen und Extrakt-Kram, der kauft das gar nicht mehr frisch. Für sowas hab ich kein Geld übrig, und Kapseln schlucken damit man sich das Schälen spart ist doch Quatsch. Ich probier das mit den Küchenrollen. Schlechter als letzte Woche kanns net werden.

@ms_77

Zitat von ms_77

nach jedem Schnitt abwischen Küchenrolle holen, Messer hinlegen

naja, so schlimm ist das nicht. Du legst das Messer nicht hin, du wischst nebenbei ab während du ohnehin gerade pausierst. Is ne Bewegung, nicht drei. Aber du hast recht - wenn deine Frau die eh durchkocht dann is der Punkt mit dem Biss sowieso erledigt. Dann kannst du die auch vorher dünsten wenn dir das lieber is. Spart dir die Fleckerei. Nur - und das is wichtig - schmecken tut's halt weniger intensiv. Aber wenn sie die eh zu Suppe oder sowas verarbeitet, interessiert das wahrscheinlich keinen. Das Problem mit einmal im Monat kenne ich. Bei sowas merkst du wirklich jedes Mal aufs neue wie wild die Dinger färben, weil du die Routine nicht hast. Mein Kollege in der Firma - der is Vegetarier oder so - der macht das ständig, der sagt inzwischen is ihm das schnuppe. Der schält die über'm Müll und gut is. Aber der is auch der Typ der sich danach die Hände mit Zitronensaft abreibt. Funktioniert angeblich. Dein Schwager mit den Kapseln - ja da bin ich mit dir einer Meinung. Das is mir zu blöd. Wenn mans nicht frisch isst dann lieber gar nicht. Die ganze Sache hat nur Sinn wenn du die Beete auch wirklich zubereitest.

@rainer_w

Zitat von rainer_w

der schält die über'm Müll und gut is

okay das ist eigentlich gar nicht so blöd. Ich hab da noch nie drüber nachgedacht, ich schäl das immer auf dem Schneidebrett wie normales Gemüse. Über dem Müll - dann hat man wenigstens den Dreck direkt weg. Der Zitronensaft-Trick klingt mir aber nach zu viel Aufwand. Ich hab dann rote Hände, Zitrone aufschneiden, Saft drüber, das Zeug zieht rein, wieder abwaschen. Irgendwann koch ich lieber einfach die Dinger vorher durch wenn meine Frau die eh für Suppe nimmt. Geschmack hin oder her - sie würzt da sowieso noch alles mögliche rein, Meerrettich oder irgend sowas, da geht der Eigengeschmack doch eh unter. Was mich gerade beschäftigt ist ob man frische Rote Beete eigentlich einfrieren kann. Meine Frau hat damals gleich vier Stück mitgebracht. Zwei haben wir verarbeitet, zwei liegen noch irgendwo im Keller. Ich will nicht wieder die ganze Prozedur machen wenn die eh bald schlecht werden.

@ms_77

Zitat von ms_77

ob man frische Rote Beete eigentlich einfrieren kann

ja, klar geht das. Nur - und das is wichtig - du musst die vorher blanchieren, sonst wird das Zeug beim Auftauen matschig. Fünf Minuten kochendes Wasser, raus, kalt abschrecken, dann in Scheiben schneiden und ab ins Gefrierfach. Hält sich locker zwei, drei Monate. Meine Schwägerin macht das jeden Herbst wenn die günstiger sind, kocht drei Kisten auf einmal durch. Spart ihr später die Arbeit. Aber ehrlich gesagt - wenn deine Frau die eh durchkocht für Suppe, dann könntest du die auch jetzt schon zu Suppe verarbeiten und die fertige Suppe einfrieren. Is weniger Aufwand hinterher, schmeckt genauso und du hast die Putzer-Aktion nur einmal. Mach ich bei Kartoffeln auch manchmal so. Kochst du Sonntag abends, portionierst Montag, Woche durch. Dann brauchst du die Beete nicht extra lagern. Vier Stück is ja nicht mal viel. Wie lange liegen die denn schon im Keller.

@rainer_w

Zitat von rainer_w

könntest du die auch jetzt schon zu Suppe verarbeiten

ja das klingt eigentlich vernünftig. Aber das ist dann schon wieder mein Abend weg. Ich komm um halb sieben heim heute war Baustelle in Markranstädt, ich bin platt. Da fang ich nicht noch an Suppe zu kochen für die Tiefkühltruhe. Die liegen übrigens seit einer Woche im Keller. Ich schätz die halten das noch ein paar Tage aus, die sehen noch gut aus. Das Blanchieren klingt nach dem realistischsten Weg - das ist wenigstens schnell erledigt und dann hab ich Ruhe. Fünf Minuten Kochwasser krieg ich noch hin. Was mich noch interessiert: du sagst kalt abschrecken. Macht das wirklich was aus oder ist das so ein Küchenregel-Ding das eh keiner versteht warum. Bei uns in der Berufsschule haben sie uns auch immer gesagt man soll Kabel nach dem Biegen abkühlen lassen bevor man weitermacht - hat auch keiner gemacht und irgendwie hat's trotzdem funktioniert. Ich frag mich ob das Abschrecken wirklich nötig ist oder ob ich das weglassen kann ohne dass die Scheiben hinterher zu Matsch werden.

@ms_77

Zitat von ms_77

du sagst kalt abschrecken. Macht das wirklich was aus

ja das macht was aus. Aber nicht aus dem Grund den du denkst. Es geht nicht darum dass die Scheiben sonst zu Matsch werden - die werden ohnehin weich durchs Blanchieren. Das Abschrecken stoppt einfach den Garprozess. Wenn du das weglässt kochen die Dinger im eigenen Dampf noch zwei, drei Minuten weiter, und dann werden sie tatsächlich matschiger als nötig. Is wie bei Kartoffeln - wenn du die zu lange im heißen Wasser lässt zerfallen sie dir später in der Pfanne. Bei deinem Kabel-Beispiel - ja, da ist es ähnlich. Das Abkühlen lassen ist weniger dringend als die Schule dir eingebläut hat, aber es hat seinen Grund. Nur bei sowas merkst du das eben nicht sofort, erst nach Monaten wenn der Draht spröde wird. Bei der Beete merkst du es beim Auftauen direkt. Kurz: mach das Abschrecken. Kostet dich dreißig Sekunden, ein Sieb ins kalte Wasser halten. Dann hast du weniger Ärger und deine Frau kann die gefrorenen Scheiben später noch zum Kochen nutzen ohne dass sie dir zerfallen. Und ehrlich - nach ner Baustelle würde ich auch nicht noch Suppe kochen wollen. Blanchieren und gut is. Das packst du easy.