Rote Beete schälen - färbt das wirklich alles ein oder übertreib ich?
Zitat von ms_77 am August 31, 2026, 00:12 Uhrmeine Frau hat neulich Rote Beete gekocht und danach sah unsere Spüle aus wie ein Tatortfoto. das Schneidebrett ist bis heute rötlich, ein billiges Plastikding das ich eigentlich wegschmeißen wollte. jetzt ist es halt auch weg. ich frag mich ob das bei allen so ist oder ob wir irgendwas falsch machen. sie hat die Dinger einfach roh geschält und dann in Stücke geschnitten. kein Handschuh, kein nix. das Ergebnis kennt ihr ja jetzt. im Netz findet man dann natürlich sofort Leute die sagen man soll sie erst kochen und dann schälen, soll dann leichter gehen und weniger Sau. hab ich noch nicht ausprobiert. frag mich ob das wirklich so viel besser ist oder ob das auch nur einer von diesen Tipps ist die in der Theorie super klingen. und dann gibt es ja noch die Gummihandschuh-Fraktion. die sagen einfach Einmalhandschuhe drüber und fertig. ich hab die Dinger in der Werkstatt ständig also das wär kein Problem. aber irgendwie fühlt sich das komisch an. Gemüse schälen mit Elektrikerhandschuhen. das Gemüse selbst hab ich nichts gegen, das sag ich dazu. schmeckt mir ganz ok wenn meine Frau das mit Essig und Zwiebeln macht. aber der Aufwand danach - Spüle schrubben, Hände halbwegs sauber kriegen - das nervt. gestern hab ich noch nen Auftrag in Taucha gehabt danach und ich wollte nicht aussehen als hätt ich vorher Autodienst gemacht. also: kocht ihr das erst und schält dann? oder gibt es irgendnen anderen Trick der wirklich funktioniert und nicht nur auf irgendeiner Küchenblog-Seite steht wo sowieso alles perfekt aussieht? Edit: Hab grad noch gelesen, dass man die Rote Beete auch mit Essig oder Zitronensaft waschen kann, damit die Flecken nicht so schlimm werden. Falls das jemand von euch schon probiert hat - funktioniert das wirklich oder ist das auch so ein Geheimt
meine Frau hat neulich Rote Beete gekocht und danach sah unsere Spüle aus wie ein Tatortfoto. das Schneidebrett ist bis heute rötlich, ein billiges Plastikding das ich eigentlich wegschmeißen wollte. jetzt ist es halt auch weg. ich frag mich ob das bei allen so ist oder ob wir irgendwas falsch machen. sie hat die Dinger einfach roh geschält und dann in Stücke geschnitten. kein Handschuh, kein nix. das Ergebnis kennt ihr ja jetzt. im Netz findet man dann natürlich sofort Leute die sagen man soll sie erst kochen und dann schälen, soll dann leichter gehen und weniger Sau. hab ich noch nicht ausprobiert. frag mich ob das wirklich so viel besser ist oder ob das auch nur einer von diesen Tipps ist die in der Theorie super klingen. und dann gibt es ja noch die Gummihandschuh-Fraktion. die sagen einfach Einmalhandschuhe drüber und fertig. ich hab die Dinger in der Werkstatt ständig also das wär kein Problem. aber irgendwie fühlt sich das komisch an. Gemüse schälen mit Elektrikerhandschuhen. das Gemüse selbst hab ich nichts gegen, das sag ich dazu. schmeckt mir ganz ok wenn meine Frau das mit Essig und Zwiebeln macht. aber der Aufwand danach - Spüle schrubben, Hände halbwegs sauber kriegen - das nervt. gestern hab ich noch nen Auftrag in Taucha gehabt danach und ich wollte nicht aussehen als hätt ich vorher Autodienst gemacht. also: kocht ihr das erst und schält dann? oder gibt es irgendnen anderen Trick der wirklich funktioniert und nicht nur auf irgendeiner Küchenblog-Seite steht wo sowieso alles perfekt aussieht? Edit: Hab grad noch gelesen, dass man die Rote Beete auch mit Essig oder Zitronensaft waschen kann, damit die Flecken nicht so schlimm werden. Falls das jemand von euch schon probiert hat - funktioniert das wirklich oder ist das auch so ein Geheimt
Zitat von n.feld am August 31, 2026, 14:30 UhrZitat von ms_77mit Essig oder Zitronensaft waschen
Das ist faktisch ein Mythos. Betain, also der Farbstoff, ist wasserlöslich und sitzt tief im Gewebe. Was du mit Essig oder Zitrone machst, ist Säure auf etwas geben, das sich davon nicht beeindrucken lässt. Auf Haut mag es minimal helfen, weil du die oberste Schicht leicht aufrauhst und dann mechanisch mehr abreibst. Auf Plastik oder einer Silikonfuge nützt es nichts. Konkret gesagt: das Problem ist die poröse Schnittfläche, nicht die äußere Schale. Sobald du roh aufschneidest, läuft der Saft. Kochen vorher ist keine Kochblog-Theorie, das hat einen einfachen Grund - die Zellwände werden weich, der Saft bleibt innen, und du schälst mit weniger Druck, also weniger Spritzer. Ich mache das schon länger so. Nicht weil irgendwo steht, dass es besser ist, sondern weil es sich in der Praxis anders verhält. Das Schneidebrett-Problem ist allerdings ein anderes Thema. Weißes Plastik nimmt den Farbstoff an, da hilft danach auch Kochen vorher nicht viel, wenn der Saft beim Anschneiden trotzdem irgendwo landet. Ich benutze für sowas ein dunkles Brett oder einfach das älteste das ich noch habe. @ms_77 Elektrikerhandschuhe wären übrigens technisch korrekt, ich versteh die Hemmung nicht wirklich.
Zitat von ms_77mit Essig oder Zitronensaft waschen
Das ist faktisch ein Mythos. Betain, also der Farbstoff, ist wasserlöslich und sitzt tief im Gewebe. Was du mit Essig oder Zitrone machst, ist Säure auf etwas geben, das sich davon nicht beeindrucken lässt. Auf Haut mag es minimal helfen, weil du die oberste Schicht leicht aufrauhst und dann mechanisch mehr abreibst. Auf Plastik oder einer Silikonfuge nützt es nichts. Konkret gesagt: das Problem ist die poröse Schnittfläche, nicht die äußere Schale. Sobald du roh aufschneidest, läuft der Saft. Kochen vorher ist keine Kochblog-Theorie, das hat einen einfachen Grund - die Zellwände werden weich, der Saft bleibt innen, und du schälst mit weniger Druck, also weniger Spritzer. Ich mache das schon länger so. Nicht weil irgendwo steht, dass es besser ist, sondern weil es sich in der Praxis anders verhält. Das Schneidebrett-Problem ist allerdings ein anderes Thema. Weißes Plastik nimmt den Farbstoff an, da hilft danach auch Kochen vorher nicht viel, wenn der Saft beim Anschneiden trotzdem irgendwo landet. Ich benutze für sowas ein dunkles Brett oder einfach das älteste das ich noch habe. @ms_77 Elektrikerhandschuhe wären übrigens technisch korrekt, ich versteh die Hemmung nicht wirklich.
Zitat von leni_k am August 31, 2026, 16:04 Uhr@n.feld
Zitat von n.feldIch versteh die Hemmung nicht wirklich.
naja, die Hemmung is doch eigentlich total menschlich oder? wenn man Gemüse schält fühlt sich sowas einfach seltsam an, das hat nix mit Logik zu tun. was mich bei dem ganzen Thema noch interessiert: ich hab Rote Beete bisher immer aus dem Vakuumpack genommen weil mir genau der Aufwand zu viel war. und ehrlich gesagt, seit ich mal frische probiert hab beim Kochen mit ner Freundin, is das schon ein Unterschied. aber sie hat sich danach fast die halbe Küche eingesaut, wirklich komplett - Wand, Schürze, irgendwie sogar die Deckenlampe. ich hab bis heute keine Ahnung wie das passiert ist. was ich noch nie probiert hab: das Brett einfach vorher nass machen bevor man anfängt. hab ich irgendwo in den Kommentaren einer Kochseite gelesen, angeblich zieht der Saft weniger in nasse Oberflächen ein. keine Ahnung ob da was dran is, klingt ein bisschen nach Wunschdenken. @ms_77 vielleicht mal testen bevor du das nächste Brett wegschmeißt.
@n.feld
Zitat von n.feldIch versteh die Hemmung nicht wirklich.
naja, die Hemmung is doch eigentlich total menschlich oder? wenn man Gemüse schält fühlt sich sowas einfach seltsam an, das hat nix mit Logik zu tun. was mich bei dem ganzen Thema noch interessiert: ich hab Rote Beete bisher immer aus dem Vakuumpack genommen weil mir genau der Aufwand zu viel war. und ehrlich gesagt, seit ich mal frische probiert hab beim Kochen mit ner Freundin, is das schon ein Unterschied. aber sie hat sich danach fast die halbe Küche eingesaut, wirklich komplett - Wand, Schürze, irgendwie sogar die Deckenlampe. ich hab bis heute keine Ahnung wie das passiert ist. was ich noch nie probiert hab: das Brett einfach vorher nass machen bevor man anfängt. hab ich irgendwo in den Kommentaren einer Kochseite gelesen, angeblich zieht der Saft weniger in nasse Oberflächen ein. keine Ahnung ob da was dran is, klingt ein bisschen nach Wunschdenken. @ms_77 vielleicht mal testen bevor du das nächste Brett wegschmeißt.
Zitat von n.feld am August 31, 2026, 16:42 UhrZitat von leni_kdas Brett einfach vorher nass machen
Das ist tatsächlich kein völliger Unsinn, aber der Mechanismus dahinter ist ein anderer als gedacht. Nasse Oberflächen nehmen nicht weniger auf, sie verzögern nur den Kontakt, weil der Saft erst durch das Wasser diffundieren muss. Bei Holz kann das marginal helfen. Bei porösem Plastik ist der Effekt vernachlässigbar, weil die Poren ohnehin Wasser aufnehmen und der Farbstoff dann gleich hinterherzieht. Die Deckenlampe-Geschichte interessiert mich allerdings mehr als das Brett. Das klingt weniger nach Schälen und mehr nach einem Schnittfehler bei hohem Druck. Rote Beete, roh, mit einem zu kleinen Messer und zu viel Kraft - das spritzt. Das ist keine Theorie, das ist Physik. Ich hab das selbst einmal mit einem Sparschäler und zu viel Tempo so hinbekommen, dass das Hemd danach Geschichte war. @leni_k die Hemmung beim Handschuh verstehe ich übrigens immer noch nicht, aber ich akzeptiere, dass mein Verhältnis zu Küchenlogistik vielleicht etwas untypisch ist.
Zitat von leni_kdas Brett einfach vorher nass machen
Das ist tatsächlich kein völliger Unsinn, aber der Mechanismus dahinter ist ein anderer als gedacht. Nasse Oberflächen nehmen nicht weniger auf, sie verzögern nur den Kontakt, weil der Saft erst durch das Wasser diffundieren muss. Bei Holz kann das marginal helfen. Bei porösem Plastik ist der Effekt vernachlässigbar, weil die Poren ohnehin Wasser aufnehmen und der Farbstoff dann gleich hinterherzieht. Die Deckenlampe-Geschichte interessiert mich allerdings mehr als das Brett. Das klingt weniger nach Schälen und mehr nach einem Schnittfehler bei hohem Druck. Rote Beete, roh, mit einem zu kleinen Messer und zu viel Kraft - das spritzt. Das ist keine Theorie, das ist Physik. Ich hab das selbst einmal mit einem Sparschäler und zu viel Tempo so hinbekommen, dass das Hemd danach Geschichte war. @leni_k die Hemmung beim Handschuh verstehe ich übrigens immer noch nicht, aber ich akzeptiere, dass mein Verhältnis zu Küchenlogistik vielleicht etwas untypisch ist.
Zitat von ms_77 am August 31, 2026, 16:59 Uhr@n.feld
Zitat von n.feldDas ist Physik.
ok das glaub ich dir. hatte heute morgen ähnliches mit einem Wasserrohr das unter Druck stand, da macht man auch einmal einen falschen Schnitt und alles ist nass. Druck ist Druck, ob Wasser oder rote Rübensoße. aber jetzt mal anders gefragt - du klingst als hättest du das alles schon ziemlich durchdacht. machst du das wegen dem Geschmack oder wegen irgendwas anderem. ich frag weil mein Schwager genau der Typ ist der einem dann gleich erklärt wieviel Nitrat da drin is und was das mit dem Blutdruck macht und so. und dann kommen die Kapselchen. ich will eigentlich nur wissen ob das Gemüse an sich es wert ist dass man sich die Küche versaut, nicht mehr. die Deckenlampe-Geschichte von @leni_k glaub ich übrigens sofort. hab mal einen Kollegen gesehen der eine Schleifmaschine falsch angesetzt hat das Ergebnis war ähnlich kreativ verteilt. anderes Material, gleiches Prinzip.
@n.feld
Zitat von n.feldDas ist Physik.
ok das glaub ich dir. hatte heute morgen ähnliches mit einem Wasserrohr das unter Druck stand, da macht man auch einmal einen falschen Schnitt und alles ist nass. Druck ist Druck, ob Wasser oder rote Rübensoße. aber jetzt mal anders gefragt - du klingst als hättest du das alles schon ziemlich durchdacht. machst du das wegen dem Geschmack oder wegen irgendwas anderem. ich frag weil mein Schwager genau der Typ ist der einem dann gleich erklärt wieviel Nitrat da drin is und was das mit dem Blutdruck macht und so. und dann kommen die Kapselchen. ich will eigentlich nur wissen ob das Gemüse an sich es wert ist dass man sich die Küche versaut, nicht mehr. die Deckenlampe-Geschichte von @leni_k glaub ich übrigens sofort. hab mal einen Kollegen gesehen der eine Schleifmaschine falsch angesetzt hat das Ergebnis war ähnlich kreativ verteilt. anderes Material, gleiches Prinzip.
Zitat von n.feld am August 31, 2026, 17:25 Uhr@ms_77
Zitat von ms_77machst du das wegen dem Geschmack oder wegen irgendwas anderem
Wegen dem Geschmack. Das ist die ehrliche Antwort. Den Schwager-Pfad mit Kapseln und Blutdruckoptimierung kenne ich, das ist faktisch eine andere Diskussion und eine die mich wenig interessiert. Was mich bei deiner Frage aber mehr beschäftigt: du formulierst das so als ob es eine Entweder-oder-Entscheidung wäre. Küche versauen oder es lassen. Die eigentliche Variable ist, wie oft du das machst. Wer Rote Beete einmal im Monat zubereitet, für den ist der Aufwand real. Wer das regelmäßig macht, entwickelt schlicht Routine und hört auf, die Spüle als Tatortbeweis zu betrachten. Ich hab das irgendwann einfach in den normalen Ablauf eingebaut, ähnlich wie beim Umgang mit rohem Fleisch. Man macht bestimmte Dinge automatisch, ohne darüber nachzudenken. Dunkle Unterlage, Handschuh links weil ich rechts schneide, Brett danach sofort unter kaltes Wasser. Das ist kein Aufwand mehr, das ist Gewohnheit. Ob das Gemüse "es wert ist" kann ich dir nicht beantworten, das ist eine Geschmacksfrage. Ich finde frische Rote Beete gut, vakuumverpackt akzeptabel wenn man keine Zeit hat, Kapselextrakt überflüssig. Das ist meine Einschätzung, keine Empfehlung.
Zitat von ms_77machst du das wegen dem Geschmack oder wegen irgendwas anderem
Wegen dem Geschmack. Das ist die ehrliche Antwort. Den Schwager-Pfad mit Kapseln und Blutdruckoptimierung kenne ich, das ist faktisch eine andere Diskussion und eine die mich wenig interessiert. Was mich bei deiner Frage aber mehr beschäftigt: du formulierst das so als ob es eine Entweder-oder-Entscheidung wäre. Küche versauen oder es lassen. Die eigentliche Variable ist, wie oft du das machst. Wer Rote Beete einmal im Monat zubereitet, für den ist der Aufwand real. Wer das regelmäßig macht, entwickelt schlicht Routine und hört auf, die Spüle als Tatortbeweis zu betrachten. Ich hab das irgendwann einfach in den normalen Ablauf eingebaut, ähnlich wie beim Umgang mit rohem Fleisch. Man macht bestimmte Dinge automatisch, ohne darüber nachzudenken. Dunkle Unterlage, Handschuh links weil ich rechts schneide, Brett danach sofort unter kaltes Wasser. Das ist kein Aufwand mehr, das ist Gewohnheit. Ob das Gemüse "es wert ist" kann ich dir nicht beantworten, das ist eine Geschmacksfrage. Ich finde frische Rote Beete gut, vakuumverpackt akzeptabel wenn man keine Zeit hat, Kapselextrakt überflüssig. Das ist meine Einschätzung, keine Empfehlung.
Zitat von ms_77 am August 31, 2026, 17:41 Uhr@n.feld
Zitat von n.feldWer das regelmäßig macht, entwickelt schlicht Routine
ja ok das leuchtet ein. ist bei mir mit Kabeldurchführungen auch so gewesen, irgendwann denkt man gar nicht mehr drüber nach. aber ich glaub das setzt voraus dass man überhaupt anfangen will. und da ist bei mir die Frage ob meine Frau das öfter machen will nach dem Spülbecken-Erlebnis. was mich bei deiner Antwort aber wirklich beschäftigt - du sagst vakuumverpackt akzeptabel wenn keine Zeit. das überrascht mich ehrlich gesagt. ich hätte erwartet dass jemand der so genau drüber nachdenkt das komplett ablehnt. schmeckt das wirklich noch nach irgendwas oder kauft man da eigentlich nur rote Farbe in Scheiben. ich frag weil meine Frau das mal aus dem Supermarkt mitgebracht hat und ich dachte das schmeckt nach Konserve mit Identitätskrise. draußen regnet es seit zwei Stunden also hab ich grad etwas Zeit für sowas. und zum Schwager - der würde jetzt sagen die vakuumverpackte Version hat trotzdem noch genug Nitrat drin also ist das ja egal. da muss ich lachen. für den ist Rote Beete halt Trägermaterial für seine Theorie.
@n.feld
Zitat von n.feldWer das regelmäßig macht, entwickelt schlicht Routine
ja ok das leuchtet ein. ist bei mir mit Kabeldurchführungen auch so gewesen, irgendwann denkt man gar nicht mehr drüber nach. aber ich glaub das setzt voraus dass man überhaupt anfangen will. und da ist bei mir die Frage ob meine Frau das öfter machen will nach dem Spülbecken-Erlebnis. was mich bei deiner Antwort aber wirklich beschäftigt - du sagst vakuumverpackt akzeptabel wenn keine Zeit. das überrascht mich ehrlich gesagt. ich hätte erwartet dass jemand der so genau drüber nachdenkt das komplett ablehnt. schmeckt das wirklich noch nach irgendwas oder kauft man da eigentlich nur rote Farbe in Scheiben. ich frag weil meine Frau das mal aus dem Supermarkt mitgebracht hat und ich dachte das schmeckt nach Konserve mit Identitätskrise. draußen regnet es seit zwei Stunden also hab ich grad etwas Zeit für sowas. und zum Schwager - der würde jetzt sagen die vakuumverpackte Version hat trotzdem noch genug Nitrat drin also ist das ja egal. da muss ich lachen. für den ist Rote Beete halt Trägermaterial für seine Theorie.
Zitat von n.feld am August 31, 2026, 17:54 UhrZitat von ms_77schmeckt das wirklich noch nach irgendwas oder kauft man da eigentlich nur rote Farbe in Scheiben
Das ist eine faire Beschreibung. Vakuumverpackt schmeckt anders, nicht zwingend schlecht, aber flacher. Der erdige Grundton ist gedämpft, die Textur weicher als sie sein müsste. Ich würde sagen: es ist noch erkennbar Rote Beete, aber die interessanteren Nuancen fehlen. Ob das für jemanden reicht, hängt davon ab was man erwartet. Was mich an deiner "Konserve mit Identitätskrise" mehr amüsiert als es sollte: das trifft es eigentlich ganz gut. Die Industrie hat das Produkt entschärft. Weniger Aufwand, weniger Farbe, weniger Geschmack. Das ist kein Zufall, das ist Produktentwicklung nach Kundenbeschwerden. @ms_77 zum Schwager noch kurz: der hat in dem Punkt sogar formal recht, Nitrat ist in beiden Varianten vorhanden. Nur dass das für mich kein Argument ist, Gemüse überhaupt zu essen. Wenn das die Begründung sein muss, hat man schon verloren. Und zu deiner Frau - die eigentliche Frage ist doch ob sie das nochmal machen würde wenn die Prozedur halbwegs kontrolliert abläuft. Das Spülbecken-Erlebnis klingt nach einem einmaligen Kaltstart ohne Vorbereitung. Das ist kein repräsentatives Ergebnis.
Zitat von ms_77schmeckt das wirklich noch nach irgendwas oder kauft man da eigentlich nur rote Farbe in Scheiben
Das ist eine faire Beschreibung. Vakuumverpackt schmeckt anders, nicht zwingend schlecht, aber flacher. Der erdige Grundton ist gedämpft, die Textur weicher als sie sein müsste. Ich würde sagen: es ist noch erkennbar Rote Beete, aber die interessanteren Nuancen fehlen. Ob das für jemanden reicht, hängt davon ab was man erwartet. Was mich an deiner "Konserve mit Identitätskrise" mehr amüsiert als es sollte: das trifft es eigentlich ganz gut. Die Industrie hat das Produkt entschärft. Weniger Aufwand, weniger Farbe, weniger Geschmack. Das ist kein Zufall, das ist Produktentwicklung nach Kundenbeschwerden. @ms_77 zum Schwager noch kurz: der hat in dem Punkt sogar formal recht, Nitrat ist in beiden Varianten vorhanden. Nur dass das für mich kein Argument ist, Gemüse überhaupt zu essen. Wenn das die Begründung sein muss, hat man schon verloren. Und zu deiner Frau - die eigentliche Frage ist doch ob sie das nochmal machen würde wenn die Prozedur halbwegs kontrolliert abläuft. Das Spülbecken-Erlebnis klingt nach einem einmaligen Kaltstart ohne Vorbereitung. Das ist kein repräsentatives Ergebnis.
Zitat von ms_77 am August 31, 2026, 18:04 Uhr@n.feld
Zitat von n.feldkein repräsentatives Ergebnis
da hast du wahrscheinlich recht. wobei ich meine Frau kenne und die wird das als Argument nicht gelten lassen. einmal Spüle rosé einmal reicht. aber was du über die Industrie sagst - das find ich eigentlich interessant. also dass die das absichtlich entschärft haben weil die Leute sich beschwert haben. das klingt plausibel. ist bei Käse auch so passiert wenn ich das richtig erinnere, irgendwann schmeckt der ganze Supermarktschnitt nach nix mehr weil die Hälfte der Kundschaft das so wollte. am Ende kauft man dann Farbe und Konsistenz aber keinen Geschmack mehr. was mich jetzt aber wirklich beschäftigt - du sagst Nitrat ist kein Argument Gemüse zu essen. da stimm ich dir komplett zu. mein Schwager dreht das aber andersrum. der isst das Zeug nicht weil ihm das schmeckt sondern weil er eine Wirkung erwartet. und dann ist der Schritt zu den Kapseln für den auch nur noch klein. das is mir schnuppe wie er sein Geld ausgibt aber er redet mich damit seit Monaten voll. ich glaub das ist sein eigentliches Problem - er sucht keine Küchentipps sondern einen Grund warum sein Pulverchen genauso gut ist wie echtes Gemüse. und da muss ich lachen weil der Typ ist 52 und kauft sich Rote-Beete-Extrakt aber raucht nach dem Abendessen.
@n.feld
Zitat von n.feldkein repräsentatives Ergebnis
da hast du wahrscheinlich recht. wobei ich meine Frau kenne und die wird das als Argument nicht gelten lassen. einmal Spüle rosé einmal reicht. aber was du über die Industrie sagst - das find ich eigentlich interessant. also dass die das absichtlich entschärft haben weil die Leute sich beschwert haben. das klingt plausibel. ist bei Käse auch so passiert wenn ich das richtig erinnere, irgendwann schmeckt der ganze Supermarktschnitt nach nix mehr weil die Hälfte der Kundschaft das so wollte. am Ende kauft man dann Farbe und Konsistenz aber keinen Geschmack mehr. was mich jetzt aber wirklich beschäftigt - du sagst Nitrat ist kein Argument Gemüse zu essen. da stimm ich dir komplett zu. mein Schwager dreht das aber andersrum. der isst das Zeug nicht weil ihm das schmeckt sondern weil er eine Wirkung erwartet. und dann ist der Schritt zu den Kapseln für den auch nur noch klein. das is mir schnuppe wie er sein Geld ausgibt aber er redet mich damit seit Monaten voll. ich glaub das ist sein eigentliches Problem - er sucht keine Küchentipps sondern einen Grund warum sein Pulverchen genauso gut ist wie echtes Gemüse. und da muss ich lachen weil der Typ ist 52 und kauft sich Rote-Beete-Extrakt aber raucht nach dem Abendessen.
Zitat von n.feld am August 31, 2026, 18:14 Uhr@ms_77
Zitat von ms_77der isst das Zeug nicht weil ihm das schmeckt sondern weil er eine Wirkung erwartet
Das ist eigentlich der Kern. Wenn Essen primär Trägermaterial für einen erwarteten Effekt ist, dann ist der Kapselschritt konsequent. Nicht sympathisch, aber konsequent. Das Problem ist die Prämisse, nicht die Schlussfolgerung. Das mit dem Rauchen nach dem Abendessen ist allerdings das Einzige was mich an der ganzen Geschichte wirklich beschäftigt, nicht weil es witzig ist, sondern weil es zeigt wie selektiv diese Optimierungslogik funktioniert. Man kauft Extrakt für den Blutdruck und zündet sich danach was an. Das ist faktisch keine Gesundheitsstrategie, das ist Ablasshandel in Kapselform. Ich kenne das Muster. Jemand in meinem früheren Umfeld hat ähnlich gedacht, Fischölkapseln gegen Entzündungen, aber Schlaf und Bewegung waren verhandelbar. Irgendwann fragt man sich ob die Kapseln das schlechte Gewissen substituieren sollen oder wirklich den Körper. Was mich bei deinem Schwager aber noch interessiert: redet der auch darüber was er isst, oder nur über was er supplementiert. Das wäre diagnostisch.
Zitat von ms_77der isst das Zeug nicht weil ihm das schmeckt sondern weil er eine Wirkung erwartet
Das ist eigentlich der Kern. Wenn Essen primär Trägermaterial für einen erwarteten Effekt ist, dann ist der Kapselschritt konsequent. Nicht sympathisch, aber konsequent. Das Problem ist die Prämisse, nicht die Schlussfolgerung. Das mit dem Rauchen nach dem Abendessen ist allerdings das Einzige was mich an der ganzen Geschichte wirklich beschäftigt, nicht weil es witzig ist, sondern weil es zeigt wie selektiv diese Optimierungslogik funktioniert. Man kauft Extrakt für den Blutdruck und zündet sich danach was an. Das ist faktisch keine Gesundheitsstrategie, das ist Ablasshandel in Kapselform. Ich kenne das Muster. Jemand in meinem früheren Umfeld hat ähnlich gedacht, Fischölkapseln gegen Entzündungen, aber Schlaf und Bewegung waren verhandelbar. Irgendwann fragt man sich ob die Kapseln das schlechte Gewissen substituieren sollen oder wirklich den Körper. Was mich bei deinem Schwager aber noch interessiert: redet der auch darüber was er isst, oder nur über was er supplementiert. Das wäre diagnostisch.