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Rote-Beete-Konzentrat vs. Frischsaft – lohnt sich der Preisunterschied wirklich?

Ich bin gerade dabei, mein Protokoll für die nächste Triathlonsaison zu überarbeiten und stolpere dabei wieder über dasselbe Problem: Die fertigen Konzentrate wie Beet It Sport oder eben Betanio PLUS kosten das Zwei- bis Dreifache von einfachem Saft aus dem Kühlregal oder Pulver aus der Apotheke. Und die Argumentation der Hersteller läuft immer auf dasselbe hinaus: bessere Bioverfügbarkeit, standardisierter Nitratgehalt, klinisch getestet. Das klingt erstmal überzeugend. Aber wenn man sich die Daten anschaut, zum Beispiel die Metaanalyse von Siervo et al. (2013) oder die Arbeiten der Exeter-Gruppe um Exeter Uni (Jones et al.), dann sind die Effekte auf VO2max und Zeitfahrleistung meist mit einfachen Produkten gemessen worden, nicht mit teuren Markenpräparaten. Die Probanden haben oft simplen Rote-Beete-Saft getrunken, 500ml mit ca. 400-500mg Nitrat. Ich hab das selbst letzten Herbst durchgetestet, parallel zu einer intensiven Vorbereitungsphase. Erst vier Wochen mit dem Konzentrat von Beet It (70ml Shot), dann vier Wochen mit normalem Bio-Rote-Beete-Saft aus dem Tetrapack. Mein Laktatverhalten auf dem Ergometer hat sich zwischen beiden Phasen kaum unterschieden - zumindest nichts, was ich nicht auch auf Trainingsanpassung zurückführen könnte. Die Nitratmenge war ungefähr vergleichbar, hab ich nachgerechnet. Was mich interessiert: Hat jemand hier das wirklich mal sauber verglichen, vielleicht sogar mit Leistungsdaten? Oder läuft die Entscheidung für Markenprodukte bei den meisten über Bequemlichkeit und Marketing? Ich frage weil ich das in der Praxis gerade öfter erkläre - Klienten kommen mit dem teureren Zeug und ich will keine falschen Versprechungen machen aber auch nichts pauschal ablehnen.

@marek_rb du hast das wenigstens selbst getestet, das respektier ich. Aber ehrlich gesagt - "Klienten" klingt so als wärst du Ernährungsberater oder sowas? Dann versteh ich die Frage nochmal anders.

Zitat von marek_rb

Die Probanden haben oft simplen Rote-Beete-Saft getrunken

Genau das ist doch der Punkt. Die Studien, auf die sich die Markenhersteller beziehen, sind mit billigem Zeugs gemacht worden, und dann kommt Beet It um die Ecke und sagt "klinisch getestet" als ob das für ihr Konzentrat gelten würd. Das ist halt dreiste Rosinenpickerei. Was mich bei sowas immer nervt: der standardisierte Nitratgehalt als Argument. Als ob normaler Saft unkontrollierbar wär. Der Nitratgehalt schwankt je nach Rübe und Ernte, ja klar. Aber so wild ist das auch wieder nicht. Mein Vereinskollege Heinz - der hat mich damals auf den Rote-Bete-Trip gebracht - der hat mal in der Apotheke nachfragen lassen, und die meinten, die Schwankungen im Saft sind überschaubar wenn man ein halbwegs vernünftiges Produkt kauft. Das mit der Bioverfügbarkeit kaufe ich den Herstellern auch nicht so einfach ab. Wo ist da die unabhängige Vergleichsstudie? Die zeigen mir immer nur interne Daten oder irgendwelche Sponsoren-Geschichten. is halt so: wenn deine eigenen Ergometer-Daten keinen Unterschied zeigen, dann brauchst du deinen Klienten das teurere Zeug wirklich nicht empfehlen. Das wär doch das einfachste Argument.