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Neu hier, Rennradfahrer aus BaWü

Hallo zusammen. Bin neu im Forum und schau mich grad mal um. Ich fahr seit zwanzig Jahren Rennrad, meistens Wochenende und nach Feierabend wenn die Werkstatt zu hat. Bin Schreiner, also kein Profi oder so - aber das Radfahren ist mir schon ernst. Zum Thema Ernährung und Supplemente bin ich ehrlich gesagt eher skeptisch. Hat vor zwei Jahren angefangen als ein Kollege aus dem Verein plötzlich von Rote-Bete-Shots geschwärmt hat und seitdem les ich mich halt so durch. Ob das wirklich was bringt oder nur Modekram ist - da bin ich noch nicht schlau draus geworden. Interessiert mich vor allem wie das andere Hobbyfahrer so sehen. Nicht die Profis mit Sponsor-Paketen, sondern Leute die nach ner langen Arbeitswoche noch 80km fahren wollen und sich fragen obs lohnt für teures Zeug Geld auszugeben. Gibt's hier Leute mit ähnlicher Erfahrung?

Willkommen, @rennradbernd - schön, noch jemanden aus BaWü hier zu haben.

Zitat von rennradbernd

wie das andere Hobbyfahrer so sehen

Das ist genau die richtige Frage, finde ich. Weil die Profi-Perspektive da wirklich wenig hilft - andere Trainingsumfänge, andere Körper, andere Rahmenbedingungen. Ich bin auch Hobbyfahrerin, Vereinsanschluss seit ein paar Jahren, und ich hab das mit den Rote-Bete-Shots genau so angefangen wie du es beschreibst: über eine Kollegin, zunächst skeptisch, dann einfach mal ausprobiert. Was ich konkret gesagt sagen kann - bei mir war es so, dass ich vor langen Ausfahrten subjektiv besser in die Beine gekommen bin. Ob das Einbildung ist, weiß ich nicht mit Sicherheit. Ich behaupte das nicht als Beweis. Was mich bei dem Thema aber wirklich interessiert: hast du mal verglichen, was gekochte Rote Bete kostet gegen das Konzentrat aus dem Sportladen? Ich hab das letztens durchgerechnet, weil mich meine Hausärztin nach meinen Ausgaben für sowas gefragt hat. Der Preisunterschied ist erheblich, und ob das Konzentrat wirklich mehr bringt als das Gemüse selbst - da hab ich ehrlich gesagt noch keine befriedigende Antwort gefunden. Dein Punkt mit der langen Arbeitswoche und dann noch 80km - das kenne ich. Montag bis Freitag Schule, und dann am Samstag früh raus, und man fragt sich ob man dem Körper irgendwie unter die Arme greifen kann. Ich glaube das ist der Moment, wo viele anfangen mit Supplements, und dann wird es zur Gewohnheit ohne dass man mal nachfragt ob es noch sinnvoll ist.

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Rennrad ist kein Hobby, das ist Therapie.

@rennradrenate der Punkt mit dem Vergleich Gemüse vs. Konzentrat ist tatsächlich interessant, aber ich würd da noch eine Ebene tiefer gehen: es geht nicht nur um den Preis, sondern um die Nitratstabilität. Gekochte Rote Bete verliert je nach Zubereitungsart einen Teil des Nitrats, weil es hitzeempfindlich ist - zumindest zeigt das eine Auswertung von Hobson et al. aus dem Journal of the International Society of Sports Nutrition, die ich mir vor ein paar Monaten angeschaut hab. Rohkost oder kaltgepresster Saft liegt da besser. @rennradbernd willkommen, und deine Ausgangsfrage ist eine gute, aber ich stell sie mal um: Wie strukturiert ist dein Training gerade? Das klingt nicht wie eine Fangfrage - es ist wirklich die entscheidende Variable. Ich sehe in der Praxis relativ häufig, dass Leute mit drei lockeren Feierabendfahrten und einer langen Tour am Wochenende in einem Bereich unterwegs sind, wo der Effekt von Nitrat einfach schwächer ausfällt. Die Studienlage zeigt hier ziemlich konsistent, dass der Effekt vor allem bei intensiven, definierten Belastungen auftritt - also Intervalle, Zeitfahren, sowas. Wer gemütlich 80km rollt, wird vermutlich wenig spüren, egal welches Produkt. Das bedeutet nicht, dass es sich nicht lohnt - kommt drauf an, wie du es nutzen willst. Aber ich frag mich immer zuerst: Was will ich damit eigentlich erreichen, und wie messe ich ob es klappt.