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Rote Beete einkochen oder einfrieren – was lohnt sich wirklich?

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Ich steh gerade vor einem kleinen Problem: Am Naschmarkt hab ich letzte Woche impulsiv eine ganze Kiste Rote Beete gekauft, weil sie so günstig war und frisch ausgesehen hat. Jetzt liegen die Knollen bei mir in der Küche und ich überleg fieberhaft was ich damit mach bevor sie schlechter werden. Einfrieren hab ich noch nie probiert, ich weiß nicht mal ob man die roh oder vorgekocht einfriert. Irgendwer hat mir mal gesagt, gekocht und dann einfrieren ist besser - aber die Textur danach? Keine Ahnung ob das noch passt für einen Salat oder ob das dann nur noch für Suppe taugt. Einkochen in Gläsern wär die andere Option. Meine Oma hat das früher gemacht, klassisch mit Essig und Zucker, aber das ist dann halt schon sehr eingelegt und nicht mehr das gleiche wie frische Beete. Für manche Sachen will ich den reinen Eigengeschmack haben, nicht dieses Süß-Saure. Ich frag mich auch ob man Rote Beete einfach roh einfrieren kann, so wie man das mit manchen anderen Gemüsen macht. Kurz blanchieren vorher? Hab ich vage in Erinnerung dass das bei Gemüse oft empfohlen wird aber ich bin da nicht sicher. Mein Ziel ist eigentlich: ich will die nächsten Wochen öfter was damit kochen, ohne jedes Mal frisch kaufen zu müssen. Ich lauf gerade intensiver für einen Halbmarathon im Oktober und will die Rote Beete regelmäßiger ins Essen bringen - da wärs halt praktisch wenn ich immer was vorrätig hab. Hat wer damit Erfahrung was geschmacklich am wenigsten leidet beim Haltbarmachen? Danke schon mal!

@leni_k das mit dem Halbmarathon - respekt! Aber da muss ich ehrlich sagen, dass ich da ein bisschen skeptisch bin. Rote Beete regelmäßig zu essen ist eine gute Idee, mein Hausarzt hat mir ja auch geraten mehr davon zu nehmen wegen des Blutdrucks. Aber ob man es dann vorbereitend eingefroren haben muss, oder ob es nicht besser ist einfach frisch zu kaufen wenn man es braucht - das sind zwei verschiedene Dinge. Was ich in meinem Garten festgestellt habe: eingefrorene Beete verlieren tatsächlich an Knackigkeit. Das merkt man deutlich wenn man sie später in einen Salat macht. Wenn du die wirklich regelmäßig brauchst, würde ich dir ehrlich eher raten öfter einfach zum Einkaufen zu gehen statt die ganze Kiste auf einmal zu verarbeiten. Sonst sitzt du irgendwann mit zehn Gläsern ein Essig-Zucker-Mix da, und das ist ja nicht mehr das, was du willst wie du selber geschrieben hast. Deine Oma hat das eingekocht - aber das ist eben für andere Sachen gut, Aufschnitt oder als Beilage wenn's süßsauer sein darf. Für dein Training bräuchtest du ja eher die volle Kraft davon, nicht noch mit Zucker gepuffert. Wie lange sollen die Beete denn bei dir halten können? Wenn es nur um zwei, drei Wochen geht, würd ich sie schlicht kühl lagern im Keller wenn du einen hast. Die Haltbarkeit ist da besser als die Qualität

@elvira_k der Punkt mit dem Keller ist praktisch, aber er setzt voraus, dass man einen hat. In einer Erdgeschoss-Wohnung ohne Keller sieht das anders aus. Was mich hier eigentlich mehr beschäftigt: @leni_k hat eine konkrete Frage gestellt, nämlich was geschmacklich am wenigsten leidet, und die Antwort darauf ist eigentlich nicht so schwer. Vorgekocht einfrieren ist für Suppe oder Püree brauchbar, für Salat mit Biss nicht. Das ist factisch so, das liegt an den Zellstrukturen, die beim Gefrieren aufbrechen. Roh einfrieren ist nochmal schlechter, da braucht man sich keine Hoffnungen machen. Die Blanchierfrage ist berechtigt. Bei Roter Beete ist das aber weniger wichtig als bei anderen Gemüsen, weil die Beete ohnehin relativ robust ist. Was ich gelesen habe - war irgendein Beitrag auf einem Lebensmittelchemie-Blog, kann die Quelle nicht mehr genau benennen - ist dass kurzes Garen vor dem Einfrieren vor allem die Farbe stabilisiert, nicht primär die Textur.

Zitat von leni_k

ich will die nächsten Wochen öfter was damit kochen

Wenn der Horizont wirklich nur ein paar Wochen ist: die Knollen roh, kühl und dunkel lagern hält länger als die meisten denken. Nicht im Kühlschrank, der trocknet sie aus. Irgendwo zwischen 4 und 8 Grad, leicht feucht. Das wäre mein erster Ansatz bevor ich überhaupt über Einkochen nachdenke.

@n.feld, das mit dem Keller ist ein fairer Punkt, das gebe ich zu. Aber jetzt bin ich neugierig auf etwas anderes: Sie schreiben von dieser Lebensmittelchemie-Blog-Geschichte, und ehrlich gesagt - wie verlässlich ist das eigentlich? Ich meine, das könnte genauso gut Unsinn sein wie vieles andere, das im Internet rumgeistert. Mein Hausarzt hat mir geraten mehr Rote Beete zu essen aber der sagt mir auch, worauf ich achten soll, nicht irgendein Blog. Das Interessante an Ihrer Lagerungsidee - 4 bis 8 Grad, leicht feucht - das funktioniert tatsächlich. Ich habe da gute Erfahrungen gemacht mit meinen eigenen Beeten, wenn ich die im Herbst aus dem Garten hole. Die halten sich da überraschend lange, wenn man sie richtig lagert. Aber ich muss sagen, das setzt voraus dass man weiß wie man lagert. Bei mir im Keller - ja, Glück gehabt - steht eine alte Obstkiste mit Sand, da liegen die drin und die halten bis Januar locker. @leni_k - vielleicht ist das auch eine Option für Sie, wenn Sie Platz haben? Irgendwo dunkel und kühl, nicht im Kühlschrank. Das erspart Ihnen wenigstens die Frage ob eingefrorene Textur noch passt, wenn Sie ohnehin nur ein paar Wochen überbrücken müssen.

@elvira_k die Frage nach der Verlässlichkeit des Blogs ist berechtigt, aber das ist hier nicht der Kern. Ich habe die Quelle explizit als unsicher gekennzeichnet. Das ist ein Unterschied zu "irgendein Hausarzt sagt das" - auch Hausärzte sind keine Primärquelle, die geben weiter, was sie gelernt haben oder was gerade Konsens ist.

Zitat von elvira_k

Sand, da liegen die drin und die halten bis Januar locker

Das ist tatsächlich interessant, und das geht über das hinaus, was ich gesagt habe. Sand reguliert die Feuchtigkeit gleichmäßiger als freie Luft, das macht physikalisch Sinn. Ich hatte das so nicht auf dem Schirm, wenn ich ehrlich bin. Für @leni_k bleibt die Frage trotzdem offen, wie viel Aufwand sie sich machen will. Sand besorgen, Kiste aufstellen - das ist kein großer Aufwand, aber es setzt voraus, dass man den Platz und die Situation hat. Was ich noch nicht gehört habe in diesem Thread: was will sie konkret kochen. Das entscheidet nämlich mit, welche Lagerform überhaupt sinnvoll ist. Für Smoothies oder Suppe wäre vorgekocht und eingefroren vertretbar, auch wenn die Textur leidet. Für Salat nicht. Das ist keine Meinung, das ist einfach eine Frage der Verwendung.

@n.feld Sie haben recht, dass die Verwendung entscheidend ist - aber ehrlich gesagt finde ich, Sie springen da etwas schnell drüber hinweg. Wenn @leni_k sagt, sie will regelmäßig damit kochen für ihr Training, dann heißt das ja nicht automatisch, dass sie jeden Tag Salat macht. Bei mir ist es so: ich koche die Beete aus meinem Garten in verschiedenen Formen. Manchmal roh geraspelt für Salat, aber genauso oft - und da würde eingefrorene Beete kein Problem sein - als Beilage zu Fisch oder eben in einer warmen Suppe im Winter. Das ist völlig unterschiedliche Verwendung, und eine Kiste Beete kann man auch so verteilen, dass man beides hat. Was mich aber mehr interessiert: @leni_k, Sie trainieren für einen Halbmarathon und wollen die Beete regelmäßig essen. Mein Hausarzt hat mir ja auch geraten, das zu tun. Aber können Sie mir erklären, warum gerade eingefrorene Beete dafür besser sein sollen als einfach frisch zu kaufen wenn Sie Lust drauf haben? Sie müssen ja nicht die ganze Kiste auf einmal verarbeiten. Das würde mir persönlich viel weniger Kopfzerbrechen machen.

Zitat von elvira_k

warum gerade eingefrorene Beete dafür besser sein sollen als einfach frisch zu kaufen

Das hat @leni_k so nicht gesagt. Sie hat eine Kiste gekauft, die Kiste ist jetzt da, und die Frage ist was man damit macht. Das ist eine praktische Situation, keine Grundsatzdiskussion über Einkaufsverhalten. Was mich an Ihrem Beitrag eher beschäftigt: Sie vermengen gerade zwei verschiedene Fragen. Die eine ist Lagerung, die andere ist Verwendungszweck im Trainingskontext. Die zweite ist hier eigentlich nicht Thema, und ich würde sie auch nicht aufmachen, weil das sehr schnell in Richtung "Rote Beete fürs Training" geht, und da wird die Datenlage sehr dünn, sobald man über das Lebensmittel selbst hinausgeht. Konkret gesagt: @leni_k wäre gut beraten, die Kiste nach Verwendung aufzuteilen. Was für Salat gedacht ist, roh lagern und zeitnah verbrauchen. Was für Suppe oder warme Beilagen gedacht ist, vorgekocht portioniert einfrieren. Das ist keine besonders originelle Erkenntnis, aber sie beantwortet die Ausgangsfrage besser als die Diskussion, die wir hier gerade führen. Was ich noch nicht weiß: wie groß ist die Kiste überhaupt. Das verändert die Einschätzung ziemlich.

@n.feld Sie haben recht, die Kistengröße ist tatsächlich entscheidend - das hätte ich vorhin auch fragen sollen statt drumherum zu reden. Aber ehrlich gesagt ärgert mich ein bisschen, dass Sie die Trainingsfrage einfach so beiseitelegen. @leni_k hat das nämlich nicht ohne Grund erwähnt. Wenn jemand regelmäßig Rote Beete essen will - egal aus welchem Grund - dann ist es doch ein praktisches Problem, wie man das hinbekommt ohne ständig einkaufen zu müssen.

Zitat von n.feld

Was für Suppe oder warme Beilagen gedacht ist, vorgekocht portioniert einfrieren

- ja, das ist logisch. Aber da muss ich sagen, bei mir funktioniert das anders als Sie es beschreiben. Ich koche die Beete nicht komplett durch vor dem Einfrieren, sondern nur angegart, so 15 Minuten vielleicht. Die Fasern sind dann noch da, und wenn ich sie später aus dem Gefrierschrank hole und zu Ende gare, schmeckt man den Unterschied zur komplett frischen nicht so deutlich. Das mache ich schon seit Jahren so weil es mir einfach Kochzeit spart und funktioniert hat. Was mich jetzt interessiert: @leni_k, wie viele Knollen haben Sie denn ungefähr? Das ändert wirklich alles. Eine Hand voll - dann einfach kühl lagern. Ein ganzer Sack - dann wird das andere Thema. Außerdem: was kochen Sie denn sonst so gerne damit?

Zitat von elvira_k

nur angegart, so 15 Minuten vielleicht

Das ist tatsächlich ein Unterschied zu dem, was ich beschrieben habe, und klingt plausibler als komplett durchgaren. Die Zellstruktur ist nach 15 Minuten noch nicht vollständig kollabiert, das macht beim späteren Fertiggaren einen Unterschied. Kann ich nachvollziehen, auch wenn ich das selbst nicht systematisch verglichen habe. Was mich aber mehr beschäftigt: @elvira_k fragt @leni_k jetzt was sie sonst so gerne damit kocht, und das ist eigentlich die Frage, die am Anfang hätte gestellt werden sollen. Ohne die Information läuft die ganze Diskussion über Lagerform ins Leere. Das halte ich für das eigentliche Problem dieses Threads. Ich würde @leni_k konkret fragen: kommt roh überhaupt in Frage für sie, oder nicht. Wer mit roter Beete nicht zurechtkommt - Textur, Geschmack, der erdige Anteil - der kocht sie ohnehin immer durch, und dann ist die Einfrierfrage einfacher zu beantworten. Wer sie roh mag, hat ein anderes Problem, weil sich das mit keiner Lagermethode wirklich gut lösen lässt außer zeitnah verbrauchen.

ok ich les hier mit und @n.feld hat recht die Frage nach roh vs. gekocht ist eigentlich die entscheidende. Ich kann die beantworten: roh mag ich sie, ja. Geraspelt mit etwas Zitronensaft, das ist bei mir inzwischen öfter mal Mittagessen. Also die "roh lohnt sich nicht zum Einfrieren"-Schiene betrifft mich direkt.

Zitat von n.feld

kommt roh überhaupt in Frage für sie, oder nicht

kommt in Frage, und genau da liegt mein Problem. Für die roh-Anwendungen brauch ich frische Beete mit Biss, das ist klar. D.h. ich muss die sowieso zeitnah verbrauchen. Was dann noch übrig bleibt kann ich vorgekocht einfrieren - für Suppe oder was Warmes, da bin ich entspannt was Textur angeht. Was mich aber grad wirklich beschäftigt: wie viel verliere ich eigentlich geschmacklich wenn ich die Hälfte jetzt roh lass und die in zwei Wochen noch roh verarbeite? Ich hab keine Ahnung wie schnell der Eigengeschmack nachlässt bei Zimmertemperatur oder kühler Lagerung. @elvira_k, du schreibst die halten sich überraschend lang - aber wie merkst du das, wenn sie anfangen schlechter zu werden? Irgendein Zeichen von außen, oder merkt man das erst beim Schneiden? Die Kistengröße übrigens: ich schätz so 3-4 kg. Nicht riesig aber auch nicht mal schnell wegverarbeitet.

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