Fermentierte Rote Beete – traut sich das hier jemand wirklich ran?
Zitat von rotebeete_rosi am Mai 30, 2026, 15:39 Uhr@renate_b63, das mit dem zweiten Glas und dem heftigeren Gebrubbel - ich glaub du hast das selbst schon richtig eingeschätzt. Wärmere Ecke im Keller bedeutet einfach dass die Milchsäurebakterien flinker arbeiten, das ist kein Zeichen dass da was falsch läuft. Mein erstes Fermentier-Malheur vor Jahren war übrigens genau umgekehrt - Glas zu kalt gestellt, kaum Aktivität, und ich dachte das ist kaputt. War es nicht, hat nur ewig gedauert. Was du fragst, also wie man merkt dass ein Glas "kippt" bevor mans riecht - das ist ehrlich gesagt schwerer zu erklären als ich dachte, jetzt wo ichs aufschreiben soll. Schimmel oben auf der Lake ist das deutlichste Zeichen, das siehst du sofort. Aber das Tricky kommt früher: wenn das Glas nach Fäulnis riecht und nicht nach Säure. Der Unterschied ist eigentlich eindeutig wenn mans einmal gerochen hat - Säure hat diesen stechend-frischen Zug, Fäulnis ist eher muffig-faulig, das geht einem sofort in die Nase. Schwierig zu beschreiben, man erkennt es aber. Das aktive Brubbeln bei deinem zweiten Glas klingt mir nach ganz normalem Verlauf. Ich würd da noch nichts anfassen, einfach beobachten. Und wenn du dir wirklich unsicher bist - Deckel kurz lüften reinriechen, fertig. Das muss ich mir selbst manchmal auch sagen weil ich früher auch auf irgendein äußeres Zeichen gewartet hab.
--
Eingemachtes schlägt Konzentrat — jeden Tag.
@renate_b63, das mit dem zweiten Glas und dem heftigeren Gebrubbel - ich glaub du hast das selbst schon richtig eingeschätzt. Wärmere Ecke im Keller bedeutet einfach dass die Milchsäurebakterien flinker arbeiten, das ist kein Zeichen dass da was falsch läuft. Mein erstes Fermentier-Malheur vor Jahren war übrigens genau umgekehrt - Glas zu kalt gestellt, kaum Aktivität, und ich dachte das ist kaputt. War es nicht, hat nur ewig gedauert. Was du fragst, also wie man merkt dass ein Glas "kippt" bevor mans riecht - das ist ehrlich gesagt schwerer zu erklären als ich dachte, jetzt wo ichs aufschreiben soll. Schimmel oben auf der Lake ist das deutlichste Zeichen, das siehst du sofort. Aber das Tricky kommt früher: wenn das Glas nach Fäulnis riecht und nicht nach Säure. Der Unterschied ist eigentlich eindeutig wenn mans einmal gerochen hat - Säure hat diesen stechend-frischen Zug, Fäulnis ist eher muffig-faulig, das geht einem sofort in die Nase. Schwierig zu beschreiben, man erkennt es aber. Das aktive Brubbeln bei deinem zweiten Glas klingt mir nach ganz normalem Verlauf. Ich würd da noch nichts anfassen, einfach beobachten. Und wenn du dir wirklich unsicher bist - Deckel kurz lüften reinriechen, fertig. Das muss ich mir selbst manchmal auch sagen weil ich früher auch auf irgendein äußeres Zeichen gewartet hab.
--
Eingemachtes schlägt Konzentrat — jeden Tag.
Zitat von julikra am Mai 30, 2026, 16:07 UhrZitat von rotebeete_rosiSäure hat diesen stechend-frischen Zug, Fäulnis ist eher muffig-faulig
ah ok das hilft mir ehrlich gesagt mehr als alle YouTube-Videos die ich mir angeschaut hab 😄 weil die zeigen dir ja immer nur die extremfälle - alles grün oder alles perfekt, aber sowas dazwischen gibt es nie. Das mit dem Deckel lüften und reinriechen - mach ich sowieso ständig weil ich einfach immer neugierig bin wie es weiter geht, hoffentlich stör ich damit nix. Was mich aber gerade beschäftigt - @renate_b63 du hast erwähnt dass dein zweites Glas eine Woche später angesetzt wurde, und @rotebeete_rosi sagt dass Wärme die Bakterien schneller arbeiten lässt. Heißt das eigentlich dass ich wenn ich mehrere Gläser hintereinander mache alle zum gleichen Zeitpunkt fertig sind auch wenn sie unterschiedlich lange stehen? Oder wird das zweite Glas wegen der Wärme schneller "fertig" und ich muss dann öfter probieren? Weil das würde ja bedeuten dass das Timing gar nicht so fix ist wie ich gedacht hab. Und ehrlich - das mit deiner Mutter @renate_b63 und der rotebeete_rosi mit ihrer Oma... das ist irgendwie bitter. Man liest überall Rezepte aber dieses "man weiß es einfach wenn es richtig ist" kann dir keiner beibringen. Ich glaub deswegen traue ich mich immer noch nicht wirklich ran obwohl ich das gerne machen würd. Aber vielleicht ist das auch ok - einfach anfangen und die erste Charge ist halt ein Lernversuch.
Zitat von rotebeete_rosiSäure hat diesen stechend-frischen Zug, Fäulnis ist eher muffig-faulig
ah ok das hilft mir ehrlich gesagt mehr als alle YouTube-Videos die ich mir angeschaut hab 😄 weil die zeigen dir ja immer nur die extremfälle - alles grün oder alles perfekt, aber sowas dazwischen gibt es nie. Das mit dem Deckel lüften und reinriechen - mach ich sowieso ständig weil ich einfach immer neugierig bin wie es weiter geht, hoffentlich stör ich damit nix. Was mich aber gerade beschäftigt - @renate_b63 du hast erwähnt dass dein zweites Glas eine Woche später angesetzt wurde, und @rotebeete_rosi sagt dass Wärme die Bakterien schneller arbeiten lässt. Heißt das eigentlich dass ich wenn ich mehrere Gläser hintereinander mache alle zum gleichen Zeitpunkt fertig sind auch wenn sie unterschiedlich lange stehen? Oder wird das zweite Glas wegen der Wärme schneller "fertig" und ich muss dann öfter probieren? Weil das würde ja bedeuten dass das Timing gar nicht so fix ist wie ich gedacht hab. Und ehrlich - das mit deiner Mutter @renate_b63 und der rotebeete_rosi mit ihrer Oma... das ist irgendwie bitter. Man liest überall Rezepte aber dieses "man weiß es einfach wenn es richtig ist" kann dir keiner beibringen. Ich glaub deswegen traue ich mich immer noch nicht wirklich ran obwohl ich das gerne machen würd. Aber vielleicht ist das auch ok - einfach anfangen und die erste Charge ist halt ein Lernversuch.
Zitat von rotebeete_rosi am Mai 30, 2026, 16:13 Uhr@julikra das mit dem Timing bei mehreren Gläsern - nu, das ist eigentlich gar nicht so kompliziert wie du denkst. Wärmeres Glas wird früher "fertig", kälteres später, und das kann durchaus ein paar Tage Unterschied machen. Deswegen ist das Probieren eben keine Faulheit sondern wirklich der einzige Weg. Kein Rezept der Welt kann dir sagen wann es für deinen Keller passt. Und zu dem
Zitat von julikraeinfach anfangen und die erste Charge ist halt ein Lernversuch
- ja, genau so. Das ist übrigens bei mir damals auch so gewesen, ich hab das erste Glas fermentierte Rote Beete nach zwei Wochen aufgemacht und dachte "na das kann doch nicht alles sein". War zu salzig, zu wenig Säure, Gemüse hatte eine komische Konsistenz. Weggeschmissen hab ich es trotzdem nicht, sondern kleingeschnitten und in einen Salat mit viel Öl und Zwiebeln - da hat das gepasst weil die anderen Zutaten den Rest aufgefangen haben. Das würde ich dir übrigens auch mitgeben für den ersten Versuch: wenn er nicht perfekt wird, ist er selten komplett verloren. Fermentiertes das zu sauer ist geht gut in Aufschnitt oder zu gekochtem Fleisch, zu salzig kannst du abspülen (verlierst dann aber Geschmack), zu wenig Säure einfach noch ein paar Tage stehen lassen. Das ist eigentlich das was meine Oma als "Küchenintelligenz" bezeichnet hätte - nicht alles muss so werden wie man es sich vorgestellt hat, man muss nur wissen was man damit macht.
--
Eingemachtes schlägt Konzentrat — jeden Tag.
@julikra das mit dem Timing bei mehreren Gläsern - nu, das ist eigentlich gar nicht so kompliziert wie du denkst. Wärmeres Glas wird früher "fertig", kälteres später, und das kann durchaus ein paar Tage Unterschied machen. Deswegen ist das Probieren eben keine Faulheit sondern wirklich der einzige Weg. Kein Rezept der Welt kann dir sagen wann es für deinen Keller passt. Und zu dem
Zitat von julikraeinfach anfangen und die erste Charge ist halt ein Lernversuch
- ja, genau so. Das ist übrigens bei mir damals auch so gewesen, ich hab das erste Glas fermentierte Rote Beete nach zwei Wochen aufgemacht und dachte "na das kann doch nicht alles sein". War zu salzig, zu wenig Säure, Gemüse hatte eine komische Konsistenz. Weggeschmissen hab ich es trotzdem nicht, sondern kleingeschnitten und in einen Salat mit viel Öl und Zwiebeln - da hat das gepasst weil die anderen Zutaten den Rest aufgefangen haben. Das würde ich dir übrigens auch mitgeben für den ersten Versuch: wenn er nicht perfekt wird, ist er selten komplett verloren. Fermentiertes das zu sauer ist geht gut in Aufschnitt oder zu gekochtem Fleisch, zu salzig kannst du abspülen (verlierst dann aber Geschmack), zu wenig Säure einfach noch ein paar Tage stehen lassen. Das ist eigentlich das was meine Oma als "Küchenintelligenz" bezeichnet hätte - nicht alles muss so werden wie man es sich vorgestellt hat, man muss nur wissen was man damit macht.
--
Eingemachtes schlägt Konzentrat — jeden Tag.
Zitat von julikra am Mai 30, 2026, 16:16 UhrAh das mit der "Küchenintelligenz" hat mich grad zum Lachen gebracht @rotebeete_rosi weil das ist genau das Wort das mir immer fehlt wenn ich versuche meiner Oma zu erklären warum ich ständig nachschlag. Sie schaut mich dann an wie "du machst das einfach zu kompliziert" aber es ist halt anders wenn man nicht damit aufgewachsen ist. Das mit dem zu salzigen Glas in den Salat werfen - genau das brauch ich glaub ich zu hören. Ich bin so eine die wenn was nicht perfekt läuft sofort denkt "naja dann war das für die Tonne" obwohl das ja völlig dumm ist. Du hast recht dass man da kreativ werden kann. Was mich aber jetzt noch reizt - und vielleicht auch @renate_b63 interessiert das - wenn ich jetzt anfang und mein erstes Glas steht im Keller... wie oft darf ich denn wirklich den Deckel aufmachen zum probieren? Ich mein ich versteh dass man probieren sollte aber ob man das täglich macht oder nur einmal in der Woche macht da bin ich mir unsicher. Weil jedes Mal wenn man aufmacht kommt ja Luft rein und das könnte doch auch was mit dem Prozess machen? Oder ist das komplett egal solang ich dann wieder zumache? Weil ich kenn mich selbst und ich werde da wahrscheinlich jeden zweiten Tag reinschauen wollen einfach um zu sehen wie es sich entwickelt. Ist das ok oder bin ich dann die Nervensäge die ihr eigenes Zeug ruiniert 😅
Ah das mit der "Küchenintelligenz" hat mich grad zum Lachen gebracht @rotebeete_rosi weil das ist genau das Wort das mir immer fehlt wenn ich versuche meiner Oma zu erklären warum ich ständig nachschlag. Sie schaut mich dann an wie "du machst das einfach zu kompliziert" aber es ist halt anders wenn man nicht damit aufgewachsen ist. Das mit dem zu salzigen Glas in den Salat werfen - genau das brauch ich glaub ich zu hören. Ich bin so eine die wenn was nicht perfekt läuft sofort denkt "naja dann war das für die Tonne" obwohl das ja völlig dumm ist. Du hast recht dass man da kreativ werden kann. Was mich aber jetzt noch reizt - und vielleicht auch @renate_b63 interessiert das - wenn ich jetzt anfang und mein erstes Glas steht im Keller... wie oft darf ich denn wirklich den Deckel aufmachen zum probieren? Ich mein ich versteh dass man probieren sollte aber ob man das täglich macht oder nur einmal in der Woche macht da bin ich mir unsicher. Weil jedes Mal wenn man aufmacht kommt ja Luft rein und das könnte doch auch was mit dem Prozess machen? Oder ist das komplett egal solang ich dann wieder zumache? Weil ich kenn mich selbst und ich werde da wahrscheinlich jeden zweiten Tag reinschauen wollen einfach um zu sehen wie es sich entwickelt. Ist das ok oder bin ich dann die Nervensäge die ihr eigenes Zeug ruiniert 😅