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Neu hier, Doktorand mit beruflichem Interesse am Thema

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@ms_77 der Kabelverbinder-Vergleich ist nicht schlecht, aber ich würde da kurz einhaken. Der Unterschied ist: Bei Kabelverbindern gibt es einen messbaren Ausfall. Bei Rote-Bete-Kapseln merkt der Konsument den Unterschied oft schlicht nicht - das macht es für Hersteller deutlich komfortabler. Zur eigentlichen Frage von @mh_82 und @n.feld, ob Kapsel vs. Saft vs. Knolle je direkt verglichen wurde: Ich habe da selbst getestet und parallel Literatur gewälzt. Es gibt vereinzelte Vergleiche, aber die meisten arbeiten über den "gemeinsamen Nenner Nitratmenge", wie @mh_82 das schon vermutet hat. Was dabei untergeht, ist die Frage nach den Betalamen - das sind die Farbpigmente in echter Rote Bete, die möglicherweise antioxidativ wirken. Ob die die Nitrat-Wirkung modulieren oder komplett irrelevant sind, ist meines Wissens nicht sauber aufgeklärt. Ich hab dazu letztens eine Übersichtsarbeit überflogen (Clifford et al., irgendwas Richtung 2015/2016), die das anreißt, aber keinen klaren Befund liefert. Aus meiner Erfahrung in der Praxis würde ich sagen: Wer gezielt mit Nitrat arbeiten will, fährt mit einem standardisierten Saft wie dem klassischen Beet It Shot günstiger und mit mehr Datenbezug als mit einem Kapselprodukt das auf vagen Extraktversprechen sitzt. Nicht weil die Knolle magisch ist, sondern weil die Studienlage zeigt, dass die meisten Protokolle eben mit Saft gemacht wurden - und Betanio PLUS sich dann auf diese Daten beruft, ohne dieselbe Basis zu haben. @tobi_w ich würde mich interessieren ob du in deiner Recherche auf direkte Kapsel-Saft-Vergleiche gestoßen bist, die methodisch sauber sind.

@marek_rb zur Clifford-Frage: ja, ich bin auf Vergleiche gestoßen, aber die methodisch sauberen sind rar. Das Problem ist weniger die Frage "Kapsel vs. Saft" als solche, sondern dass fast alle Protokolle den Nitratgehalt als einzige Variable kontrollieren und den Rest der Matrix als irrelevant behandeln - oder gar nicht erst thematisieren. Das ist eine Annahme, keine Erkenntnis. Was mich an deinem Punkt mit Beet It Shot beschäftigt: Das stimmt, die meisten zitierten Protokolle haben mit solchen Säften gearbeitet. Aber selbst da gibt es eine stille Variable, die selten diskutiert wird - der Nitratgehalt in echtem Rote-Bete-Saft schwankt je nach Anbaubedingungen, Lagerung und Erntezeitpunkt erheblich. Wylie et al. haben das kurz angemerkt, ich glaube es war 2013, ohne groß darauf einzugehen. Ein "standardisierter" Kapselextrakt löst dieses Problem zumindest theoretisch - ob das dann aber biologisch äquivalent ist zum Saft-Protokoll, ist eben genau die offene Frage. Kurz gesagt: Ich kenne keinen Vergleich der methodisch sauber genug wäre um das aufzulösen. Was es gibt sind indirekte Schlüsse aus der Bioverfügbarkeit - und die zeigen in etwa gleiche Nitrit-Peaks im Plasma, wenn die Nitratmenge stimmt. Ob das die ganze Geschichte ist, weiß ich nicht. Was ich gerade etwas müde finde an dieser Diskussion - nicht böse gemeint - ist dass wir uns zunehmend an den Produkten abarbeiten statt an der eigentlichen Frage: Für wen funktioniert das überhaupt, unter welchen Bedingungen, und in welchem Ausmaß.

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Meinungen hier sind privat, nicht Institutsposition.

Zitat von ms_77

verkaufen die Hersteller im Grunde Unsicherheit als Produkt

Das ist die präziseste Formulierung die heute hier aufgetaucht ist, auch wenn sie etwas pauschal klingt. @tobi_w ich verstehe deinen letzten Punkt - dass wir uns an Produkten abarbeiten statt an der eigentlichen Frage. Aber ich finde das ist eine etwas bequeme Trennung. Weil in der Praxis kommen die Leute nicht mit "für wen funktioniert Nitrat unter welchen Bedingungen" zu mir. Die kommen mit einer Packung Betanio PLUS und fragen ob das sinnvoll ist. Und dann bin ich derjenige der entweder sagt "keine Ahnung" oder etwas halbwegs Fundiertes. Beides ist unbefriedigend wenn die Datenbasis so aussieht wie du sie gerade beschreibst. Was mich an deinem Punkt mit den Nitrit-Peaks im Plasma beschäftigt: Gleiche Peaks heißt ja noch nicht gleiche Wirkung im Gewebe. Vasodilatation passiert nicht im Blut. Ob die gleiche Nitritkonzentration unter verschiedenen pH-Bedingungen, in verschiedenem Gewebekontext, das gleiche auslöst - da fehlt mir die Einordnung. Habt ihr dazu Quellen, also konkret zum Nitrit-zu-NO-Schritt unter realen Belastungsbedingungen? Nicht Ruhe-Plasma, sondern unter Stress.

@mh_82

Zitat von mh_82

Gleiche Peaks heißt ja noch nicht gleiche Wirkung im Gewebe

das ist eigentlich der einzige Satz heute den ich wirklich interessant finde. Nicht weil ich das fachlich beurteilen kann - kann ich nicht. Aber ich kenn das Prinzip. Spannung am Kabel messen sagt mir nix über die Verbindungsqualität im Stecker. Gleicher Messwert, komplett andere Realität dahinter. @tobi_w der hat gefragt ob jemand das mal mit fixen Rahmenbedingungen getestet hat. Ich glaub was er eigentlich meint ist: die meisten Leute testen gar nicht. Die kaufen, schlucken, und wenn sie an dem Tag gut drauf sind sagen sie "hat geholfen". Mein Schwager ist da kein Stück anders. Der hat mir letzte Woche erzählt er "merkt den Unterschied deutlich". Ich hab gefragt wann er zuletzt ohne gemacht hat - Stille. Genau. Was mich aber gerade mehr beschäftigt als der ganze Plasma-NO-Kram: @tobi_w schreibt er ist Doktorand in Leipzig und beschäftigt sich beruflich damit. Und trotzdem keine klare Antwort ob Kapsel gleich Saft ist. Nicht weil er es verschweigt - das nehm ich ihm ab. Sondern weil es die Antwort offenbar nicht gibt. Und dann steh ich da und frag mich warum der Markt für sowas boomt wenn selbst die Leute die sich damit beschäftigen sagen "wissen wir nicht genau". Das ist mir

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