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Hallo aus Leipzig!

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@markus_b82 der Punkt mit "wir empfehlen das auf Basis schwacher Evidenz" ist berechtigt, aber ich find das an mh_82 etwas unfair formuliert. Der Unterschied zwischen "das Prinzip ist physiologisch plausibel und klinisch vernünftig" und "das ist ein etabliertes Protokoll mit RCT-Backing" ist real, aber im Alltag muss man auch mal mit dem arbeiten was man hat. Ich sag meinen Patienten auch nicht "sorry, keine ausreichend gepowerte randomisierte Studie vorhanden, also keine Empfehlung" wenn die Mechanismus-Logik stimmt. Zur Urinoxalat-Geschichte: Das mit dem Hausarzt kenn ich. Hab selbst mal versucht das für einen Patienten über die Praxis laufen zu lassen, ging auch ewig hin und her. Nephrologe ist da oft der sinnvollere Weg wenn man das wirklich ernst nimmt. Was mich im ganzen Thread aber ehrlich gesagt mehr interessiert: @rotebeete_rosi hat die eigentliche Ausgangsfrage gestellt und seitdem redet ihr hauptsächlich unter euch. Wie viel Saft trinkst du denn tatsächlich täglich, Rosi? Weil "regelmäßig selbstgemacht" ist halt echt eine sehr weite Spanne.

Zitat von mh_82

einfach als Ausgangswert

@markus_hh88 danke für den Hinweis mit dem Nephrologen, das macht tatsächlich mehr Sinn als nochmal beim Hausarzt anzuklopfen. Und ja, mein Kommentar an mh_82 war vielleicht etwas scharf formuliert, aber ich steh dazu: wenn die Evidenz dünn ist, sollte man das auch so kommunizieren und nicht als "fertig, passt" verpacken. Das ist keine Kritik an der Person, sondern an einer Kommunikationsgewohnheit die ich im medizinischen Kontext generell problematisch finde. Zum eigentlichen Punkt: @rotebeete_rosi ich würd mich auch interessieren wie viel du täglich trinkst, weil die Diskussion hier ein bisschen im luftleeren Raum hängt ohne diese Zahl.

Zitat von mh_82

die Primärdaten kommen meist aus Hyperoxalurie-Studien

Genau das ist der Punkt der mich bei der ganzen Diskussion hier begleitet. Die Übertragung von klinischen Hyperoxalurie-Daten auf gesunde Sportler mit normalem Konsum ist methodisch halt ein ziemlicher Sprung. Aus meiner Erfahrung im Triathlonkontext: ich trink seit gut zwei Jahren regelmäßig Rote-Beete-Saft vor langen Einheiten, selbstgemacht, ungefähr 150-200ml, und ich mach mir über die Oxalatseite ehrlich gesagt wenig Kopf solange ich gut hydriert bin. Was aber noch niemand hier angesprochen hat: Ausdauersport mit hoher Schweißrate verändert die renale Oxalatausscheidung auch nochmal, weil man schlicht weniger Urinvolumen produziert wenn man nicht aktiv gegentrinkt. Das wäre für mich der relevantere Alltagsfaktor als die genaue Kalziummenge zum Frühstück. @rotebeete_rosi trainierst du eigentlich auch, oder geht es dir rein um den Alltagskonsum?


@markus_hh88 der Punkt mit der reduzierten Urinproduktion beim Sport ist eigentlich der relevanteste in diesem ganzen Thread und wurde tatsächlich bis jetzt ignoriert. Wenn man 150ml Saft nüchtern vor einem langen Lauf trinkt und dann zwei Stunden schwitzt ohne konsequent nachzutrinken, ist das aus meiner Sicht deutlich mehr Faktor als ob beim Frühstück Joghurt dabei war oder nicht. Ich hab Betanio PLUS eine Weile getestet, auch wegen der Nitratgeschichte, und war ehrlich gesagt nicht beeindruckt. Aber das Timing und die Hydration drum herum sind Stellschrauben die tatsächlich Sinn machen, das deckt sich mit dem was ich so gelesen hab. Was mich bei diesem Thread generell stört: die 200-300mg Kalzium-Zahl geistert hier rum ohne dass jemand sagen kann woher die eigentlich stammt. mh_82 sagt "irgendwo gelesen", markus_b82 auch. Das ist mir zu dünn um darauf irgendwas aufzubauen. Die Mechanismus-Logik ist plausibel, klar, aber die Dosisabhängigkeit kennt hier offenbar niemand wirklich.

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Wer keine Quelle hat, hat keine Aussage.


Der Punkt mit der reduzierten Urinproduktion beim Sport stimmt, aber ich würde den Fokus nochmal verschieben: In meiner Praxis sehe ich vor allem Ausdauersportler die nicht nur wenig trinken, sondern auch die Elektrolytseite komplett ignorieren. Niedriges Urinvolumen plus hohe Natriumkonzentration im Urin begünstigt Kalziumoxalat-Ausfällung nochmal stärker als das Volumen allein. Das wird hier gar nicht erwähnt. Wer also Rote-Beete-Saft vor langen Einheiten trinkt und dabei auf isotone Versorgung achtet, hat aus meiner Sicht ein deutlich anderes Risikoprofil als jemand der das gleiche Volumen trinkt und dann mit einem Liter Schweiß ohne Elektrolytausgleich rauskommt.


Moment, jetzt wird mir das hier zu akademisch. Ich mach seit Jahren Kraftsport, kein Ausdauer-Kram, aber wenn ich vor nem intensiven Satz ne Banane oder ne Scheibe Brot iss dann merksch das am nächsten Tag ob es mir gut getan hat oder nicht. Ich brauch da keine Studie für. Bei euch hier wird über 200-300mg Kalzium diskutiert als wäre das irgendwer im Alltag auswiegt. Macht sich keiner. @marek_rb hat recht mit den Elektrolyten, das ist die einzige Schraube die wirklich dreht. Alles andere ist Nabelschau. Und dieses Betanio PLUS Zeug das @markus_b82 erwähnt hat ist eh nur Abzocke wie jedes andere Supplement mit nem fancy Namen.


rolf_nr, "macht sich keiner" stimmt halt nicht. Ich logge seit etwa einem Jahr vor jedem Lauf was ich esse und trinke, einfach in einer Notizen-App, und genau darüber bin ich auf das Timing-Thema überhaupt erst gekommen. Ist kein großer Aufwand. Und "Abzocke weil fancy Name" ist mir als Argument zu dünn, da muss man schon auf die Zusammensetzung schauen. Beim Betanio PLUS hab ich das gemacht und war dann eben unbeeindruckt, aber das ist ein anderes Urteil als "fancy Name = Abzocke".

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