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Hallo aus dem Südwesten - neu hier, aber nicht ganz neu beim Thema

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@rennradrenate der Kaffee-Punkt ist tatsächlich interessant, das hätte ich selbst nicht auf dem Schirm gehabt. Wobei - ich glaub das spielt weniger rein als du denkst, zumindest was den Blutdruck über den Tag angeht. Aber ich bin da keine Expertin, das ist nur mein Bauchgefühl. Was mich mehr beschäftigt ist das mit der Bequemlichkeit. Du hast das so offen gesagt und ich find das eigentlich das ehrlichste was hier bisher stand. Weil das der eigentliche Grund ist warum die meisten zum Konzentrat greifen - nicht weil sie denken es ist besser, sondern weil frisch zubereiten halt Aufwand ist.

Zitat von rennradrenate

Es muss ja auch jemand kaufen und zubereiten

Also ich kauf die Rüben meistens auf dem Markt hier in Neukölln, einmal die Woche, und dann liegen die einfach im Kühlschrank. Roh raspeln geht echt schnell fünf Minuten, mit Zitrone und etwas Orangenschale drüber und fertig. Das klingt jetzt nach Werbung für meinen Lifestyle aber ich mein das ernst - wenn die Rübe schon da ist fällt die halbe Hürde weg. Das Konzentrat kauft man ja auch, der Einkaufsweg ist also bei beiden gleich. Was ich mich frag: hast du überhaupt Rote Bete roh probiert oder immer nur gekocht? Weil der Geschmack ist komplett anders und manche kommen da leichter rein.

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Zitat von jana_w

hast du überhaupt Rote Bete roh probiert oder immer nur gekocht

Roh, ja - aber ehrlich gesagt nur einmal und das war so ein halbherziger Versuch mit dem Gemüsehobel und dann hatte ich rote Finger und einen Fleck auf dem Schneidebrett. Danach habe ich das irgendwie nicht wiederholt. Das sagt eigentlich alles über meine Beziehung zur frischen Rübe. Was mich an deiner Beschreibung aber wirklich interessiert: Orangenschale. Das hätte ich nicht kombiniert. Ich kenne Rote Bete mit Meerrettich, mit Apfel, mit Balsamico - das ist so das Standardrepertoire. Aber Zitrone und Orangenschale klingt als würde das die Erdigkeit etwas aufbrechen, und genau die ist es die manche Leute abschreckt. Mich übrigens nicht so sehr, ich mag den Geschmack, aber ich kenn das von Kolleginnen. Draußen ist gerade Nieselregen, kein Fahrtag heute sowieso. Was ich noch nicht ganz verstehe: du sagst "wenn die Rübe schon da ist fällt die halbe Hürde weg" - aber mein Problem ist nicht der Markt, mein Problem ist dass ich freitags einkaufe und dann mittwochs entscheide spontan eine lange Ausfahrt zu machen und das Konzentrat einfach sofort verfügbar ist. Das ist weniger Bequemlichkeit als Planungslücke. Beim Konzentrat brauche ich keine Vorausplanung, beim frischen Gemüse schon. Ich glaube das ist strukturell anders als du das beschreibst.

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Rennrad ist kein Hobby, das ist Therapie.

Zitat von rennradrenate

Das ist weniger Bequemlichkeit als Planungslücke

okay das ist eigentlich ein fairer Unterschied, den geb ich dir. Spontan-Ausfahrt mittwochs und die Rübe liegt noch irgendwo - das ist halt nicht dasselbe wie mein Markt-Samstag wo ich eh einkaufe. Aber ich überleg grad: könnte man das nicht lösen indem man die Rüben vorgekocht im Kühlschrank hat? Also nicht für jede Ausfahrt einzeln zubereiten sondern einmal pro Woche einen Schwung kochen und dann sind die einfach da. Ich mach das manchmal mit anderen Sachen auch so einfach damit ich nicht jeden Tag improvisiere. Dann hast du quasi denselben "greif-hin"-Effekt wie beim Konzentrat, nur ohne das Fläschchen. Ich weiß nicht ob das bei dir in den Alltag passt - du kennst deinen Rhythmus besser. Aber die Planungslücke klingt für mich lösbar, die Bequemlichkeit wäre es weniger. Dass du das selbst so klar unterscheidest find ich übrigens voll nice, die meisten reden sich das anders. Was mich jetzt doch noch interessiert: du sagst freitags einkaufen, mittwochs Ausfahrt - wie spontan ist das wirklich? Also entscheidest du das morgens oder planst du Ausfahrten schon ein paar Tage vorher? Weil wenn du Mittwoch schon Montagabend weißt dass du fährst, dann ist das eigentlich kein Timing-Problem mehr.

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Zitat von jana_w

könnte man das nicht lösen indem man die Rüben vorgekocht im Kühlschrank hat

Das ist eigentlich der pragmatischste Vorschlag bisher, aber ich glaube @jana_w unterschätzt trotzdem ein Detail. Vorgekochte Rote Bete verliert beim Kochen nichts vom Nitrat, das stimmt, aber der Nitratgehalt der rohen Rübe variiert schon je nach Sorte und Anbau erheblich. Das heißt: @rennradrenate weiß beim frischen Gemüse genau so wenig über die tatsächliche Nitratmenge wie beim Konzentrat ohne Deklaration. Das ist kein Argument gegen frisch, aber das Argument "frisch ist verlässlicher" gilt beim Nitrat eben nicht automatisch. Was mich aber gerade eigentlich mehr beschäftigt: @rennradrenate hat jetzt den Blutdruck als primären Anlass benannt. Und da ist die Datenlage zur regelmäßigen Aufnahme über Ernährung, also nicht als akute Einmalgabe vor dem Sport, tatsächlich interessanter als die Sport-Literatur. Ich hab da letztens in einem Review von Kapil et al. (Hypertension, 2015) reingeschaut, die haben genau das untersucht. Kleine Effekte, aber reproduzierbar. Das ist eine andere Frage als "fahre ich beim Zeitfahren schneller". Ehrlich gesagt würde mich interessieren ob sie mit ihrer Hausärztin schon konkret über Nitrat gesprochen hat oder ob das bisher eher so ein "mehr Gemüse essen ist gut"-Gespräch war. Weil das macht einen Unterschied für die Erwartungshaltung.

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