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Hallo aus dem Südwesten - neu hier, aber nicht ganz neu beim Thema

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Hallo zusammen,

ich habe dieses Forum ein paar Wochen lang still mitgelesen und mich jetzt doch entschlossen, mich anzumelden. Mein Name ist Renate, ich bin Rennradfahrerin und beschäftige mich seit etwa einem Jahr intensiver mit Ernährung - aus einem konkreten Anlass, sagen wir mal so. Rote Bete kenne ich inzwischen in verschiedenen Formen, Saft, Konzentrat, gekocht - und ich merke, dass mir der Austausch hier viel konkreter vorkommt als das, was man sonst so findet. Das hat mich überzeugt mich anzumelden. Mich interessiert vor allem, was andere beim regelmäßigen Konsum beobachtet haben, weniger die großen Versprechen, mehr die kleinen alltäglichen Eindrücke. Ob es beim Sport einen Unterschied macht - das beschäftigt mich im Moment besonders. Falls jemand Erfahrungen mit Konzentrat vor langen Ausfahrten hat, würde ich das gerne lesen.

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Rennrad ist kein Hobby, das ist Therapie.

moin @rennradrenate, willkommen.

Zitat von rennradrenate

weniger die großen Versprechen, mehr die kleinen alltäglichen Eindrücke

das klingt vernünftig, und genau deswegen lese ich hier auch noch mit. Die meisten Leute die von Rote Beete schwärmen können dir nicht sagen ob es das Konzentrat war, die Ausfahrt, der Schlaf davor, oder einfach dass sie an dem Tag besser drauf waren. Ich find das interessant dass du Rennrad fährst - Ausdauer ist da nochmal was anderes als mein Kram. Beim Bankdrücken merke ich gar nichts von dem Zeug, aber ich bin auch kein guter Testfall weil ich keine langen submaximalen Belastungen mache. Wenn überhaupt gibt's für sowas wie Rennrad wenigstens eine plausiblere Erklärung warum Nitrat relevant sein könnte - der Effekt auf den Sauerstoffverbrauch bei gleichem Tempo, hab das irgendwo gelesen, weiß aber nicht mehr wo genau. Was mich bei dir interessiert: wie lange sind deine langen Ausfahrten? Und nimmst du das Konzentrat vorher weil du es irgendwo gelesen hast oder weil du schon selbst was gemerkt hast? Das macht nen Unterschied find ich. Wenn du schon ein Jahr dabei bist hast du ja vielleicht nen Vorher-Nachher im Kopf.

Willkommen @rennradrenate, freut mich dass du dich angemeldet hast. Rennrad mit Fokus auf Ernährung, das ist eine interessante Kombination - und die Frage nach dem Konzentrat ist nicht trivial. @tommi_kb hat eigentlich den wichtigsten Punkt schon angetippt, aber ich will da kurz einhaken: Der Sauerstoffeffizienz-Effekt ist relativ gut belegt, das läuft über die Umwandlung von Nitrat zu Nitrit und dann zu Stickstoffmonoxid im Blut, das erweitert die Gefäße und verbessert die Durchblutung der Muskulatur. Konkret gibt es dazu unter anderem Daten von der Exeter-Gruppe um Andrew Jones, die haben das mit Radfahrern untersucht - nicht perfekt auf alle übertragbar, aber methodisch solide. Was mich bei @rennradrenate jetzt aber tatsächlich interessiert: Konzentrat ist nicht gleich Konzentrat. Die Nitratgehalte schwanken je nach Produkt enorm, das ist ein echter Punkt den viele ignorieren. Hast du auf die Deklaration geschaut? Manche Produkte nennen gar nichts, manche 400 mg pro Portion. Draußen ist heute dieses typische Hamburger Juniwetter, grau und feucht, ich hätte eigentlich trainieren wollen. Aber egal. Was ich aus der Praxis sehe: Leute die Konzentrat nehmen, tun das oft zu dem falschen Zeitpunkt. Zwei bis drei Stunden vor der Belastung macht mehr Sinn als direkt davor, weil der Konversionsprozess Zeit braucht. Falls du das noch nicht so gehandhabt hast, wäre das mein erster Hinweis bevor man sich über Placebo vs. Effekt unterhält.

Willkommen @rennradrenate, die Kombination Rennrad und nüchterner Blick auf Ernährung ist hier eher selten, das ist schon mal ein guter Start. @marek_rb hat den Timing-Punkt richtig gesetzt, ich würde da noch eine Kleinigkeit ergänzen: Die Exeter-Daten, auf die er sich bezieht, stammen größtenteils aus Studien mit mäßig trainierten Probanden oder Freizeitsportlern. Jones et al. haben das selbst thematisiert - bei gut trainierten Ausdauersportlern (VO2max grob über 60 ml/kg/min) werden die Effekte kleiner bis kaum messbar. Das ist kein Angriff auf die Forschung, die ist methodisch solide, aber der Trainingsstand ist eine Variable die in den meisten Diskussionen hier komplett fehlt.

Zitat von rennradrenate

ob es beim Sport einen Unterschied macht

Das hängt ehrlich gesagt stark davon ab, wo du leistungsmäßig stehst. Ich frage das nicht rhetorisch - das ist buchstäblich die entscheidende Frage für die Interpretation deiner eigenen Beobachtungen. Wenn du seit Jahren auf einem guten Niveau trainierst, ist die Erwartung eines spürbaren Effekts deutlich gedämpfter als wenn du erst seit einem Jahr strukturiert fährst. Was mich beim Lesen noch beschäftigt: Du schreibst "aus einem konkreten Anlass" hast du angefangen dich mit Ernährung zu beschäftigen. Das klingt als wäre da mehr dahinter als reine Neugier. Ich frag das nicht um neugierig zu sein, aber manchmal verändert ein konkreter Anlass auch die Wahrnehmung von Effekten erheblich - in beide Richtungen.

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Meinungen hier sind privat, nicht Institutsposition.

@tobi_w

Zitat von tobi_w

manchmal verändert ein konkreter Anlass auch die Wahrnehmung von Effekten erheblich

Das ist nu ein wirklich guter Punkt und ich find es gut dass du das ansprichst. Ich kenn das selbst - wenn man aus einer Situation kommt wo man irgendetwas ändern will, dann merkt man plötzlich überall Unterschiede. Ob die real sind, das ist eben die Frage. Ich bin keine Rennradfahrerin, das nur zur Klarheit, ich schreib hier weil mich das Thema grundsätzlich interessiert. Aber ich hab bei mir selbst beobachtet, und das ganz ohne Sport und Konzentrat: wenn ich anfange mehr Rote Beete zu essen, weil ich sie gerade geerntet hab und sie weg muss, dann bild ich mir manchmal auch ein ich fühl mich frischer. Und dann frag ich mich ob das die Beete ist oder ob ich einfach mehr gegessen hab und weniger Fertigkram. Was mich bei @rennradrenate ehrlich interessiert - sie schreibt "verschiedenen Formen" und kennt das also schon eine Weile. Ich frag mich ob sie einen Unterschied gemerkt hat zwischen Saft und Konzentrat im Alltag, nicht beim Sport, sondern einfach so. Weil das wäre für mich als jemand der das frisch anbaut schon interessant - ob das verarbeitete Zeug überhaupt noch was taugt oder ob da das meiste rausgekocht ist. Ich bin da skeptisch, ich sag das ganz offen. Das ist nu mal so, dass ich dem Frischen mehr zutraue als irgendwelchen Konzentraten im Fläschchen.

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Selbstgemacht schlägt Gekauft — immer.

@renate_b63 du sprichst mir aus der Seele mit dem Frischen - aber ich will da einen anderen Gedanken reinschieben, weil mich das gerade beschäftigt.

Zitat von renate_b63

ob das verarbeitete Zeug überhaupt noch was taugt oder ob da das meiste rausgekocht ist

Das frag ich mich schon länger, und ich hab mal bei meiner Hausarztin nachgehakt (die ist ziemlich nüchtern und mag keinen Hype, das passt). Die hat gesagt, das Nitrat selbst ist eigentlich recht hitzestabil - das Problem ist eher was sonst noch drin ist oder eben nicht mehr drin ist nach der Verarbeitung. Das heißt, das Konzentrat liefert vielleicht tatsächlich Nitrat, aber ob das dann mit dem ganzen frischen Gemüse vergleichbar ist mit allem drumrum, da hat sie auch gezögert. Was mich bei @rennradrenate eigentlich viel mehr interessiert als das Konzentrat-Timing-Zeug (das haben die anderen hier ja schon breit getreten): sie schreibt "aus einem konkreten Anlass" und dann ist Schluss. Das klingt für mich nicht nach Leistungsoptimierung, das klingt nach sowas wie Blutdruck oder ähnliches. Und wenn das so ist, dann ist das Konzentrat nochmal eine ganz andere Diskussion als "fahre ich beim Rennrad schneller". 25 Jahre im Einzelhandel, da kenne ich die Tricks - Konzentrat wird immer mit Sport beworben, nie mit "ich hab erhöhten Blutdruck und will was ändern". Dabei wäre letzteres die ehrlichere Aussage für viele die das kaufen. Nu ja.

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Eingemachtes schlägt Konzentrat — jeden Tag.

@rotebeete_rosi

Zitat von rotebeete_rosi

nie mit "ich hab erhöhten Blutdruck und will was ändern"

Das hast du jetzt aber gut auf den Punkt gebracht, ich muss sagen. Und ich glaub da ist wirklich was dran. Ich kenn mindestens zwei Leute hier aus dem Bekanntenkreis die irgendwas mit Blutdruck haben und dann mit Säften anfangen aber keiner redet offen darüber. Das ist nu mal so in der Generation, man sagt nicht einfach "ich hab ein Problem", man sagt "ich interessiere mich für Ernährung". Was mich bei deiner Hausarztgeschichte interessiert - die hat gesagt Nitrat ist hitzestabil. Das wusste ich so nicht. Ich hab immer gedacht kochen macht das kaputt, deswegen ess ich die Rote Beete ja so gern roh oder nur kurz gedünstet. Wenn das nicht stimmt, dann müsste ich mein Bild da ein bisschen revidieren. Obwohl - ich bleib trotzdem beim Frischen, das ist klar. Schon wegen dem Geschmack. Aber zu @rennradrenate: ich frag mich ob sie überhaupt antwortet. Sie hat sich angemeldet, einen Beitrag geschrieben und dann ist hier viel passiert, das kann auch erschlagen. Vielleicht wartet sie einfach ab. Ich würd das auch manchmal lieber so machen, reinlesen und erstmal schauen wer hier wie drauf ist.

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Selbstgemacht schlägt Gekauft — immer.

Zitat von tobi_w

manchmal verändert ein konkreter Anlass auch die Wahrnehmung von Effekten erheblich

Ja, das ist ein fairer Einwand - und ich finde es gut, dass du das direkt benannt hast. Ich will da ehrlich sein: Der konkrete Anlass war leicht erhöhter Blutdruck bei einer Routineuntersuchung. Kein Drama, aber genug um mich zu fragen was ich selbst beitragen kann, bevor mein Arzt anfängt über Medikamente zu reden. Das hat meine Hausärztin übrigens ausdrücklich begrüßt. @rotebeete_rosi hat das gut gelesen. Ja, genau das ist es. Was mich dabei beschäftigt, und das ist ein Gedanke der mir gerade erst kommt: Ich habe nie wirklich zwischen "läuft es beim Sport besser" und "fühlt sich der Blutdruck stabiler an" unterschieden. Das war bei mir immer ein Brei. Und wenn ich @tobi_w richtig verstehe, sind das eigentlich zwei ziemlich verschiedene Fragen mit möglicherweise verschiedenen Antworten. Beim Sport merke ich subjektiv etwas, und ich weiß nicht was das ist. Beim Blutdruck messe ich inzwischen regelmäßig, da sind die Zahlen tatsächlich leicht besser - aber ich habe gleichzeitig auch weniger Salz gegessen und mehr Wasser getrunken. Konkret gesagt: ich kann da nichts isolieren. @renate_b63 du hast recht, dass ich erstmal schauen wollte wie hier so diskutiert wird. Ich finde es eigentlich ziemlich angenehm hier - auch wenn mir gerade vorkommt als hätte ihr alle etwas von mir gewusst bevor ich es selbst geschrieben habe.

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Rennrad ist kein Hobby, das ist Therapie.

@rennradrenate das mit dem "Brei" find ich so treffend das ist echt das Problem bei solchen Selbstversuchen. Du änderst drei Dinge gleichzeitig und weißt hinterher nicht was gewirkt hat. Kenn ich von mir selbst - hab mal versucht mehr Rote Bete einzubauen und gleichzeitig weniger Kaffee getrunken und dann war mein Schlaf besser und ich hatte keine Ahnung woran das lag. Was mich bei deinem Post aber mehr beschäftigt: du misst jetzt regelmäßig Blutdruck - das find ich eigentlich voll gut. Weil dann hast du wenigstens Daten, auch wenn du die Ursachen nicht isolieren kannst. Subjektives Sportgefühl ist halt nochmal schwerer greifbar. Also ich find Kapselkonzentrate und so Zeug eher meh - zu teuer und ich weiß nie was da wirklich drin ist. Aber das ist off-topic, das haben die anderen hier ja nicht mal angesprochen. Was ich mich frag: hast du mal versucht die Rote Bete einfach als normales Essen einzubauen statt als Supplement-Ersatz? Weil dann fällt dieser ganze "nehme ich das richtig ein, richtiger Zeitpunkt, richtiges Produkt"-Stress weg. Heute ist so ein Sonntag wo ich eh gerade alles ein bisschen entspannter seh. --
less is more? Edit: wollte nur noch schnell sagen - wenn du die normalen Rüben nimmst (gekocht oder roh), kriegst du wahrscheinlich auch bessere Ergebnisse weil die Bioverfügbarkeit einfach höher ist als bei irgendwelchen Pulvern. Und man merkt auch direkt ob man das verträgt.

@jana_w der Punkt mit dem "Supplement-Ersatz" trifft mich gerade etwas unvorbereitet, weil ich merke dass du recht hast - ich habe das tatsächlich von Anfang an so eingebaut. Morgens vor der Ausfahrt das Fläschchen, fertig. Das hat so eine Ritual-Logik bekommen die ich gar nicht hinterfragt habe.

Zitat von jana_w

hast du mal versucht die Rote Bete einfach als normales Essen einzubauen

Ich habe das zwischendurch mal gemacht, aber ehrlich gesagt unregelmäßig. Einmal die Woche gekocht, dann wieder zwei Wochen gar nicht. Das ist das Problem mit echtem Gemüse - es muss ja auch jemand kaufen und zubereiten. Das Konzentrat liegt einfach im Kühlschrank und ich greife hin. Das ist kein Argument für das Konzentrat, das ist ein Argument für meine eigene Bequemlichkeit, das weiß ich selbst. Was mich bei deinem Post aber wirklich beschäftigt: du hast das Kaffeethema kurz angetippt und dann fallen gelassen. Ich trinke morgens auch Kaffee, manchmal zwei Tassen, und der Kaffee steht zeitlich oft sehr nah am Konzentrat. Ich frage mich ob das überhaupt Sinn ergibt oder ob ich mir da selbst im Weg stehe - nicht aus irgendeinem Synergiegedanken, sondern weil Koffein ja auch den Blutdruck kurzfristig beeinflusst und ich das in meiner kleinen Eigenbeobachtung komplett ignoriert habe. Das wäre vielleicht die nächste Variable die ich aus dem Brei heraushalten müsste.

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Rennrad ist kein Hobby, das ist Therapie.

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