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Blutdruck selbst messen - wie verlässlich ist das eigentlich?

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@gernot_w

Zitat von gernot_w

informiert beobachten ohne dabei den Anspruch zu haben dass man damit was Großes entdeckt

ja das klingt vernünftig aber ich frag mich ob das in der Praxis wirklich so trennbar ist. also ich kenn das von mir selbst - wenn ich anfange irgendwas zu tracken, auch beim Training, dann fang ich automatisch an zu interpretieren. das ist irgendwie menschlich. du schaust auf eine Zahl und willst dass sie was bedeutet. was mich bei deinem letzten Beitrag aber grad wirklich beschäftigt ist das mit dem "der Doc hat gesagt bring mir Zahlen mit, Punkt." - das ist ja eigentlich eine ziemlich klare Rahmung. aber was macht man wenn der Arzt eben gar nichts sagt? also weder messen noch nicht messen. einfach... nichts. weil das ist glaub ich für viele Leute die eigentliche Situation. nicht "Anweisung" und nicht "Neugier" sondern eher so ein vages "ich sollte das vielleicht im Auge behalten." und dann kauft man sich ein Gerät und misst irgendwie drauflos weil man nicht genau weiß was man eigentlich wissen will. ich glaub das ist bei @rennradbernd auch so ein bisschen der Fall. keine klare Frage, also auch keine klare Antwort möglich. und dann bleibt man halt in diesem Zwischenzustand wo man misst aber nicht wirklich weiß warum.

@miramira ja genau das is das Ding. Die meisten Ärzte sagen dir halt "pass auf deinen Blutdruck auf" und dann sitzt du da und fragst dich was das konkret heißen soll. Soll ich messen? Soll ich nicht messen? Soll ich was essen oder lassen? Das bleibt dann einfach offen. Bei mir war das anders weil mein Doc sehr direkt ist - die sagt "zweimal die Woche, morgens, und dann zeigen Sie mir die Werte". Da weiß ich was ich zu tun hab. Aber

Zitat von miramira

vages "ich sollte das vielleicht im Auge behalten"

- sowas ist eher das Problem. Das ist wie wenn dir jemand sagt "fahr vorsichtig" und dann weißt du nicht ob du 30 fahren sollst oder 80. Was mich grad bei @rennradbernd aber mal interessieren würde - hast du denn mit deinem Arzt überhaupt drüber geredet bevor du angefangen hast zu messen? Weil wenn der dir nix dazu gesagt hat, dann kannste ja auch fragen "soll ich das überhaupt?" Statt einfach anzufangen und dann zwei Wochen lang Zahlen zu sammeln die dir nix sagen. Das würde die ganze Sache klären. Und wenn der Arzt sagt "nee, brauchste nicht" - dann hast du die Antwort und kannst dich entspannen.

Zitat von gernot_w

hast du denn mit deinem Arzt überhaupt drüber geredet bevor du angefangen hast zu messen

- ja, das ist wahrscheinlich der Knackpunkt. Aber ich glaub auch dass viele Ärzte auf sowas keine richtig brauchbare Antwort geben. Ich war letztens bei meiner Hausärztin wegen was ganz anderes und hab nebenbei erwähnt dass mein Blutdruck manchmal höher ist. Die hat mir dann auf die Schulter geklopft und gesagt "na ja, mit 37 und Lagerlogistik is das normal, trinken Sie weniger Kaffee" - und dann wars das auch schon. Keine Messung, kein "machen Sie das oder das nicht", einfach weg. Das ist ja auch irgendwie unbefriedigend wenn man merkt dass einen das Thema beschäftigt. Aber @miramira hat recht dass man irgendwann anfängt zu interpretieren sobald man Zahlen hat. Das is mir auch passiert damals mit dem Konzentrat. Hab drei, vier Werte gehabt wo der systolische Druck unter 130 war und dachte "aha, funktioniert" - aber danach war er wieder bei 138. Und ich hatte gar keine Antwort was ich daraus lernen sollte. Was mich grad nervt is halt dass dieser vage Zustand - nicht krank genug für Medikamente, aber merkwürdig genug um sich Sorgen zu machen - der treibt Leute in so Selbstexperimente rein. Nicht weil sie wissenschaftlich arbeiten wollen, sondern weil sie einfach keine andere Info kriegen. Und dann wird aus Neugier ziemlich schnell Beschäftigungstherapie.

@gg1987 das mit deiner Hausärztin kenn ich. "Trinken Sie weniger Kaffee" und dann raus. Echt jetzt. Als ob man nicht selbst drauf käme dass Kaffee nicht gut ist. Aber was du sagst - dieser Zwischenzustand - das trifft es eigentlich. Nicht krank genug für Tabletten, aber irgendwas stimmt halt nicht ganz. Genau da stecke ich auch. Und dann fängst du an zu googlen, landest bei Rote Beete, kaufst dir ein Messgerät, und schwups bist du mittendrin in dem ganzen Theater. Was mich bei dem Thread hier aber grad wirklich wurmt: keiner redet darüber was mit den Werten passiert wenn man tatsächlich was findet. Angenommen @rennradbernd hätte nach vier Wochen konstant niedrigere Werte gehabt. Was dann? Zum Arzt damit? Und der sagt dann was - "schön weiter so"? Oder ignoriert er das komplett weil er die Zahlen vom Handgelenksgerät eh nicht ernst nimmt. Ich hab meinem Hausarzt mal ein paar aufgeschriebene Werte mitgebracht - vor nem Jahr ungefähr. Der hat draufgeschaut, kurz genickt, und das Blatt einfach beiseitegelegt. Kein Kommentar. Das sagt dir eigentlich alles. Also wozu dann messen wenn die Zahlen am Ende sowieso niemand auswertet. Außer man selbst, und man weiß ja schon dass man das nicht kann weil zu viele Sachen gleichzeitig passieren.

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