Blutdruck selbst messen - wie verlässlich ist das eigentlich?
Zitat von rennradbernd am Juli 1, 2026, 19:19 UhrIch frag mich das grad weil ich seit ein paar Monaten öfter selbst messe. Hab mir so ein Handgelenksgerät geholt, relativ günstig, Marke sag ich jetzt mal nicht. Und die Werte schwanken teilweise brutal - morgens nüchtern manchmal 118/74, abends nach der Feierabendausfahrt dann 135/88. Beim Arzt war ich letztens, der hat dann wieder was ganz anderes gemessen. Meine Hausärztin hat gesagt das ist normal, Blutdruck ist keine fixe Größe. Das weiß ich ja auch. Aber wenn ich jetzt anfange gleichzeitig mehr Rote Bete zu essen und dabei messe - was sagt mir das dann überhaupt? Nichts verlässliches. Das ist doch das Problem mit diesen Selbstversuchen generell. Ich hab das jetzt zwei Wochen gemacht, jeden Abend gemessen, parallel mehr Rote Bete im Essen (frisch, nicht dieses Konzentrat-Zeug). Die Werte waren eher unauffällig, aber ich war in der Zeit auch weniger gestresst weil die Werkstatt grad ruhiger läuft. Was hat also was bewirkt? Dazu kommt noch die Frage wie man überhaupt richtig misst. Handgelenk oder Oberarm, immer zur selben Zeit, vorher fünf Minuten sitzen. Ich machs meistens direkt wenn ich heimkomm, also nach dem Absteigen, das ist wahrscheinlich sowieso falsch. Mich würde interessieren ob hier jemand das systematisch macht und ob das Handgelenksgerät überhaupt taugt oder ob ich mir gleich ein Oberarmgerät kaufen soll. Und ob ihr irgendwas an eurem Tagesablauf geändert habt damit die Messung wenigstens halbwegs vergleichbar ist. Weil so wie ich das grad mache ist das ehrlich gesagt mehr Datenmüll als Information.
Ich frag mich das grad weil ich seit ein paar Monaten öfter selbst messe. Hab mir so ein Handgelenksgerät geholt, relativ günstig, Marke sag ich jetzt mal nicht. Und die Werte schwanken teilweise brutal - morgens nüchtern manchmal 118/74, abends nach der Feierabendausfahrt dann 135/88. Beim Arzt war ich letztens, der hat dann wieder was ganz anderes gemessen. Meine Hausärztin hat gesagt das ist normal, Blutdruck ist keine fixe Größe. Das weiß ich ja auch. Aber wenn ich jetzt anfange gleichzeitig mehr Rote Bete zu essen und dabei messe - was sagt mir das dann überhaupt? Nichts verlässliches. Das ist doch das Problem mit diesen Selbstversuchen generell. Ich hab das jetzt zwei Wochen gemacht, jeden Abend gemessen, parallel mehr Rote Bete im Essen (frisch, nicht dieses Konzentrat-Zeug). Die Werte waren eher unauffällig, aber ich war in der Zeit auch weniger gestresst weil die Werkstatt grad ruhiger läuft. Was hat also was bewirkt? Dazu kommt noch die Frage wie man überhaupt richtig misst. Handgelenk oder Oberarm, immer zur selben Zeit, vorher fünf Minuten sitzen. Ich machs meistens direkt wenn ich heimkomm, also nach dem Absteigen, das ist wahrscheinlich sowieso falsch. Mich würde interessieren ob hier jemand das systematisch macht und ob das Handgelenksgerät überhaupt taugt oder ob ich mir gleich ein Oberarmgerät kaufen soll. Und ob ihr irgendwas an eurem Tagesablauf geändert habt damit die Messung wenigstens halbwegs vergleichbar ist. Weil so wie ich das grad mache ist das ehrlich gesagt mehr Datenmüll als Information.
Zitat von miramira am Juli 2, 2026, 15:17 Uhr@rennradbernd
Zitat von rennradbernddirekt wenn ich heimkomm, also nach dem Absteigen
ok das ist halt wirklich suboptimal, das stimmt. Ich hab mal in einem Seminar gehört dass selbst leichtes Gehen vorher schon reicht um die Werte zu verzerren, also nicht nur Sport. was mich bei dir aber grad mehr beschäftigt: du hast die Rote Beete und den ruhigeren Alltag gleichzeitig gehabt. das ist eh das klassische Problem bei sowas. aber ich frag mich ob man das überhaupt lösen kann ohne irgendwie klinische Bedingungen. also im echten Leben passiert halt immer alles auf einmal. zum Handgelenksgerät - keine Ahnung ob das wirklich schlechter ist, ich hab gelesen dass die Positionierung entscheidend ist, Handgelenk auf Herzhöhe halten usw. aber ob das jemand wirklich jedes mal macht... ich glaub die meisten nicht. vielleicht ist das der Unterschied den du beim Arzt merkst, die haben eben ein Oberarmgerät und du sitzt ordentlich da. was ich mich grad frage ist ob tägliches Messen ohne Protokoll überhaupt irgendeinen Sinn hat. also wenn du nicht aufschreibst wann genau, was vorher war, wie gestresst du warst - hast du am Ende einfach eine Zahlenreihe die du nicht interpretieren kannst 🤷
Zitat von rennradbernddirekt wenn ich heimkomm, also nach dem Absteigen
ok das ist halt wirklich suboptimal, das stimmt. Ich hab mal in einem Seminar gehört dass selbst leichtes Gehen vorher schon reicht um die Werte zu verzerren, also nicht nur Sport. was mich bei dir aber grad mehr beschäftigt: du hast die Rote Beete und den ruhigeren Alltag gleichzeitig gehabt. das ist eh das klassische Problem bei sowas. aber ich frag mich ob man das überhaupt lösen kann ohne irgendwie klinische Bedingungen. also im echten Leben passiert halt immer alles auf einmal. zum Handgelenksgerät - keine Ahnung ob das wirklich schlechter ist, ich hab gelesen dass die Positionierung entscheidend ist, Handgelenk auf Herzhöhe halten usw. aber ob das jemand wirklich jedes mal macht... ich glaub die meisten nicht. vielleicht ist das der Unterschied den du beim Arzt merkst, die haben eben ein Oberarmgerät und du sitzt ordentlich da. was ich mich grad frage ist ob tägliches Messen ohne Protokoll überhaupt irgendeinen Sinn hat. also wenn du nicht aufschreibst wann genau, was vorher war, wie gestresst du warst - hast du am Ende einfach eine Zahlenreihe die du nicht interpretieren kannst 🤷
Zitat von gernot_w am Juli 2, 2026, 15:34 Uhr@miramira hat recht, ein Protokoll brauchste wenn du das ernst nehmen willst. Aber ehrlich gesagt - wer macht das wirklich? Ich hätte ja Zeit als Rentner, aber sowas morgens aufschreiben, Uhrzeit, was ich vorher gegessen hab, wie ich geschlafen hab... das interessiert mich einfach nicht genug. Das Kernproblem ist doch: wenn du wirklich was über deinen Blutdruck wissen willst, fragste deinen Arzt. Der hat die Meßgeräte die taugen und kennt deine ganze Geschichte. Nicht irgendwelche Hausautomaten-Messungen die du zwischen Tür und Angel machst. Bei mir wars so - ich hab mir vor zwei Jahren so ein Oberarm-Ding gekauft weil der Doc es wollte. Hab dann erst gemessen wie der Verrückte, jeden Tag, unterschiedliche Zeiten. Irgendwann hab ich gemerkt: die Werte sind einfach ständig anders und es bringt mir nichts außer Kopfschmerzen. Jetzt messe ich vielleicht zweimal die Woche immer morgens vorm Frühstück, sitze ordentlich da. Das reicht meinem Arzt und mir auch. Und wenn was Komisches ist, sag ich Bescheid beim nächsten Termin. @rennradbernd du sagst selbst dass du direkt nach der Tour misst - sowas ist ja Unfug natürlich sind die Werte höher. Setz dich halt hin, warte 10 Minuten, dann mess. Und dann vergiss die Zahlenspielerei. Edit: Wollte noch ergänzen - wenn man wirklich täglich messen soll (z.B. weil der Arzt es angeordnet hat) dann macht ein Blutdruck-Tagebuch natürlich Sinn. Aber freiwillig und ohne medizinischen Grund? Da stimme ich mir selbst zu, dass es eher stresst als hilft.
@miramira hat recht, ein Protokoll brauchste wenn du das ernst nehmen willst. Aber ehrlich gesagt - wer macht das wirklich? Ich hätte ja Zeit als Rentner, aber sowas morgens aufschreiben, Uhrzeit, was ich vorher gegessen hab, wie ich geschlafen hab... das interessiert mich einfach nicht genug. Das Kernproblem ist doch: wenn du wirklich was über deinen Blutdruck wissen willst, fragste deinen Arzt. Der hat die Meßgeräte die taugen und kennt deine ganze Geschichte. Nicht irgendwelche Hausautomaten-Messungen die du zwischen Tür und Angel machst. Bei mir wars so - ich hab mir vor zwei Jahren so ein Oberarm-Ding gekauft weil der Doc es wollte. Hab dann erst gemessen wie der Verrückte, jeden Tag, unterschiedliche Zeiten. Irgendwann hab ich gemerkt: die Werte sind einfach ständig anders und es bringt mir nichts außer Kopfschmerzen. Jetzt messe ich vielleicht zweimal die Woche immer morgens vorm Frühstück, sitze ordentlich da. Das reicht meinem Arzt und mir auch. Und wenn was Komisches ist, sag ich Bescheid beim nächsten Termin. @rennradbernd du sagst selbst dass du direkt nach der Tour misst - sowas ist ja Unfug natürlich sind die Werte höher. Setz dich halt hin, warte 10 Minuten, dann mess. Und dann vergiss die Zahlenspielerei. Edit: Wollte noch ergänzen - wenn man wirklich täglich messen soll (z.B. weil der Arzt es angeordnet hat) dann macht ein Blutdruck-Tagebuch natürlich Sinn. Aber freiwillig und ohne medizinischen Grund? Da stimme ich mir selbst zu, dass es eher stresst als hilft.
Zitat von miramira am Juli 2, 2026, 15:37 Uhr@gernot_w
Zitat von gernot_wwenn du wirklich was über deinen Blutdruck wissen willst, fragste deinen Arzt
ja klar, aber ich glaub das ist halt nicht immer so einfach. ich mein, wie oft hat man einen Termin? und was passiert in der Zeit dazwischen. ich find das Argument irgendwie... nicht falsch, aber auch zu kurz gedacht. was mich bei dir grad mehr beschäftigt: du hast gesagt du misst zweimal die Woche morgens. das klingt eigentlich gar nicht schlecht als Kompromiss. aber machst du das dann wirklich immer unter den gleichen Bedingungen oder ist "morgens" auch mal nach dem Kaffee, mal davor? weil ich glaub genau da liegt der Haken. nicht wie oft man misst, sondern ob die Messzeitpunkte überhaupt vergleichbar sind. Kaffee vorher verzerrt ja zum Beispiel schon, hab ich gelesen. und der ist halt für die meisten Leute irgendwie unvermeidbar am Morgen... keine Ahnung ob das bei Hypertonie-Patienten anders gewichtet wird als bei jemandem der das einfach so beobachtet.
Zitat von gernot_wwenn du wirklich was über deinen Blutdruck wissen willst, fragste deinen Arzt
ja klar, aber ich glaub das ist halt nicht immer so einfach. ich mein, wie oft hat man einen Termin? und was passiert in der Zeit dazwischen. ich find das Argument irgendwie... nicht falsch, aber auch zu kurz gedacht. was mich bei dir grad mehr beschäftigt: du hast gesagt du misst zweimal die Woche morgens. das klingt eigentlich gar nicht schlecht als Kompromiss. aber machst du das dann wirklich immer unter den gleichen Bedingungen oder ist "morgens" auch mal nach dem Kaffee, mal davor? weil ich glaub genau da liegt der Haken. nicht wie oft man misst, sondern ob die Messzeitpunkte überhaupt vergleichbar sind. Kaffee vorher verzerrt ja zum Beispiel schon, hab ich gelesen. und der ist halt für die meisten Leute irgendwie unvermeidbar am Morgen... keine Ahnung ob das bei Hypertonie-Patienten anders gewichtet wird als bei jemandem der das einfach so beobachtet.
Zitat von gernot_w am Juli 2, 2026, 15:42 Uhr@miramira naja, mit dem Kaffee hast du einen Punkt. Aber ich trinke meinen Kaffee immer direkt nach dem Aufstehen, und meine Messung mach ich danach - also unter den gleichen Bedingungen jedes Mal. Wenn das für meinen Arzt reicht, reicht es mir auch. Ich glaub das ist eh der Fehler bei der ganzen Diskussion: man will zu viel Präzision wo sie im echten Leben gar nicht machbar ist. Das eigentliche Problem ist doch eher - und da muss ich ehrlich sagen bei @rennradbernd nachfragen - warum misst du denn überhaupt so oft wenn du weißt dass die Werte sowieso überall rumspringen? Du hast ja gemerkt dass es dir Kopfschmerzen macht, aber machst trotzdem weiter. Das ist doch das Ding. Wenn der Arzt sagt "messen Sie mal regelmäßig", dann machen das viele und hängen dann an den Zahlen wie am Tropf. Da wär mir ehrlich gesagt egal ob mit oder ohne Protokoll - du wirst davon nicht schlauer, nur verrückter. Ich sach mal so: zwei-, dreimal die Woche, immer ähnliche Zeit, fertig. Alles andere ist Beschäftigungstherapie für Leute die zu viel Zeit haben. Und ja, ich bin Rentner und hab Zeit, aber gerade deswegen kenn ich die Falle.
@miramira naja, mit dem Kaffee hast du einen Punkt. Aber ich trinke meinen Kaffee immer direkt nach dem Aufstehen, und meine Messung mach ich danach - also unter den gleichen Bedingungen jedes Mal. Wenn das für meinen Arzt reicht, reicht es mir auch. Ich glaub das ist eh der Fehler bei der ganzen Diskussion: man will zu viel Präzision wo sie im echten Leben gar nicht machbar ist. Das eigentliche Problem ist doch eher - und da muss ich ehrlich sagen bei @rennradbernd nachfragen - warum misst du denn überhaupt so oft wenn du weißt dass die Werte sowieso überall rumspringen? Du hast ja gemerkt dass es dir Kopfschmerzen macht, aber machst trotzdem weiter. Das ist doch das Ding. Wenn der Arzt sagt "messen Sie mal regelmäßig", dann machen das viele und hängen dann an den Zahlen wie am Tropf. Da wär mir ehrlich gesagt egal ob mit oder ohne Protokoll - du wirst davon nicht schlauer, nur verrückter. Ich sach mal so: zwei-, dreimal die Woche, immer ähnliche Zeit, fertig. Alles andere ist Beschäftigungstherapie für Leute die zu viel Zeit haben. Und ja, ich bin Rentner und hab Zeit, aber gerade deswegen kenn ich die Falle.
Zitat von gg1987 am Juli 2, 2026, 15:46 UhrZitat von gernot_wzwei- dreimal die Woche, immer ähnliche Zeit, fertig
- naja, das klingt vernünftig aber auch das ist bei mir in der Praxis einfach nicht machbar. Ich hab Schichten, manchmal früh manchmal spät, die Zeiten sind nie gleich. Und ehrlich gesagt interessiert mich das Ganze auch nicht so sehr dass ich da ne Routine draus mach. Was mich aber grade bei der ganzen Diskussion nervt: keiner hat bisher gesagt dass das alles vielleicht einfach Zeitverschwendung ist wenn man nicht wirklich was damit anfangen kann. @rennradbernd du hast zwei Wochen Rote Beete gemessen und nix gelernt außer dass du weniger Stress hattest. Das hätte dir jemand auch vorher sagen können. Ich bin ehrlich - ich hab das Rote-Beete-Konzentrat damals auch probiert war nicht überzeugt, und danach gemessen. Aber wieso? Damit ich mich selbst beruhige dass ichs richtig gemacht hab? Ich find das Problem ist eher: die meisten von uns wollen einfach ne schnelle Antwort haben. Messe ich, sehe ich Unterschiede, schon denk ich "aha, das war es". Aber beim Arzt wird man dann schnell ignoriert wenn man zu viel über sowas erzählt. Der interessiert sich nur für regelmäßig erhöhte Werte, nicht für deine Abendroutine. Also wozu das ganze Theater. Besser normal essen, ein bisschen mehr bewegen, und wenn der Doc sagt "messen Sie" dann macht mans - aber nicht als Selbstexperiment sondern weil er die Daten braucht.
Zitat von gernot_wzwei- dreimal die Woche, immer ähnliche Zeit, fertig
- naja, das klingt vernünftig aber auch das ist bei mir in der Praxis einfach nicht machbar. Ich hab Schichten, manchmal früh manchmal spät, die Zeiten sind nie gleich. Und ehrlich gesagt interessiert mich das Ganze auch nicht so sehr dass ich da ne Routine draus mach. Was mich aber grade bei der ganzen Diskussion nervt: keiner hat bisher gesagt dass das alles vielleicht einfach Zeitverschwendung ist wenn man nicht wirklich was damit anfangen kann. @rennradbernd du hast zwei Wochen Rote Beete gemessen und nix gelernt außer dass du weniger Stress hattest. Das hätte dir jemand auch vorher sagen können. Ich bin ehrlich - ich hab das Rote-Beete-Konzentrat damals auch probiert war nicht überzeugt, und danach gemessen. Aber wieso? Damit ich mich selbst beruhige dass ichs richtig gemacht hab? Ich find das Problem ist eher: die meisten von uns wollen einfach ne schnelle Antwort haben. Messe ich, sehe ich Unterschiede, schon denk ich "aha, das war es". Aber beim Arzt wird man dann schnell ignoriert wenn man zu viel über sowas erzählt. Der interessiert sich nur für regelmäßig erhöhte Werte, nicht für deine Abendroutine. Also wozu das ganze Theater. Besser normal essen, ein bisschen mehr bewegen, und wenn der Doc sagt "messen Sie" dann macht mans - aber nicht als Selbstexperiment sondern weil er die Daten braucht.
Zitat von miramira am Juli 2, 2026, 16:14 Uhr@gg1987
Zitat von gg1987beim Arzt wird man dann schnell ignoriert wenn man zu viel über sowas erzählt
das kenn ich irgendwie. wobei ich glaub das liegt auch daran wie man das präsentiert. wenn du mit einer handvoll Zahlen ohne Kontext ankommst ist das halt schwer zu interpretieren - auch für den Arzt. aber was mich bei deinem Beitrag grad mehr beschäftigt ist dieses "damit ich mich selbst beruhige". ich glaub das ist ehrlicher als die meisten hier zugeben würden. weil was ist der eigentliche Antrieb beim Selbstmessen - geht's wirklich um Daten, oder geht's um das Gefühl dass man irgendetwas tut. und das ist ja nicht per se schlimm, aber dann sollte man sich das vielleicht auch eingestehen. was mich bei der ganzen Diskussion noch beschäftigt ist eine andere Frage: für wen ist Selbstmessen überhaupt sinnvoll. ich mein bei @gernot_w klingt das nach einer konkreten Anweisung vom Arzt, das hat also einen Zweck. bei @rennradbernd ist es eher... neugierig draufschauen. das sind ja zwei komplett verschiedene Ausgangssituationen aber wir reden grad so als wäre das dasselbe. keine Ahnung ob das wirklich einen Unterschied macht für die Qualität der Messungen, aber für die Frage ob man was damit anfangen kann - ja eigentlich schon
Zitat von gg1987beim Arzt wird man dann schnell ignoriert wenn man zu viel über sowas erzählt
das kenn ich irgendwie. wobei ich glaub das liegt auch daran wie man das präsentiert. wenn du mit einer handvoll Zahlen ohne Kontext ankommst ist das halt schwer zu interpretieren - auch für den Arzt. aber was mich bei deinem Beitrag grad mehr beschäftigt ist dieses "damit ich mich selbst beruhige". ich glaub das ist ehrlicher als die meisten hier zugeben würden. weil was ist der eigentliche Antrieb beim Selbstmessen - geht's wirklich um Daten, oder geht's um das Gefühl dass man irgendetwas tut. und das ist ja nicht per se schlimm, aber dann sollte man sich das vielleicht auch eingestehen. was mich bei der ganzen Diskussion noch beschäftigt ist eine andere Frage: für wen ist Selbstmessen überhaupt sinnvoll. ich mein bei @gernot_w klingt das nach einer konkreten Anweisung vom Arzt, das hat also einen Zweck. bei @rennradbernd ist es eher... neugierig draufschauen. das sind ja zwei komplett verschiedene Ausgangssituationen aber wir reden grad so als wäre das dasselbe. keine Ahnung ob das wirklich einen Unterschied macht für die Qualität der Messungen, aber für die Frage ob man was damit anfangen kann - ja eigentlich schon
Zitat von gernot_w am Juli 2, 2026, 16:28 Uhr@miramira hat da einen wichtigen Punkt - ob der Arzt es angeordnet hat oder nicht macht echt nen Unterschied. Bei mir war es so dass mein Doc gesagt hat "messen Sie regelmäßig damit wir sehen wie es läuft" - das war klare Ansage. Aber @rennradbernd misst ja quasi aus Neugier, und dann ist es was ganz anderes. Das Problem das @gg1987 beschreibt - dieses "damit ich mich selbst beruhige" - das kenn ich auch. Meine Frau macht das mit ihrem Zucker, misst ständig, und am Ende hat sie nur Stress davon. Der Arzt sagt "reicht wenn Sie alle drei Monate komm", aber sie macht es täglich. Das is dann eher schädlich als nützlich. Was mich aber grad irritiert: @rennradbernd hat ja vorhin gemeint dass die Werkstatt ruhiger lief, und das könnte genau so viel bewirkt haben wie die Rote Beete. Das ist ja eigentlich die ehrliche Antwort - wenn du nach zwei Wochen nicht sagen kannst was es war, dann war's wahrscheinlich nichts Verlässliches. Und dann mit Oberarm-Gerät neu anfangen? Naja. Das ist dann wie wenn man nen kaputten Motor auseinander nimmt weil man vielleicht was falsch diagnostiziert hat. Ich sach mal - wenn die Neugier einen antreibt ist das ok, aber dann sollte man nicht so tun als würde man dabei wissenschaftlich arbeiten. Das is zwei verschiedene Dinge.
@miramira hat da einen wichtigen Punkt - ob der Arzt es angeordnet hat oder nicht macht echt nen Unterschied. Bei mir war es so dass mein Doc gesagt hat "messen Sie regelmäßig damit wir sehen wie es läuft" - das war klare Ansage. Aber @rennradbernd misst ja quasi aus Neugier, und dann ist es was ganz anderes. Das Problem das @gg1987 beschreibt - dieses "damit ich mich selbst beruhige" - das kenn ich auch. Meine Frau macht das mit ihrem Zucker, misst ständig, und am Ende hat sie nur Stress davon. Der Arzt sagt "reicht wenn Sie alle drei Monate komm", aber sie macht es täglich. Das is dann eher schädlich als nützlich. Was mich aber grad irritiert: @rennradbernd hat ja vorhin gemeint dass die Werkstatt ruhiger lief, und das könnte genau so viel bewirkt haben wie die Rote Beete. Das ist ja eigentlich die ehrliche Antwort - wenn du nach zwei Wochen nicht sagen kannst was es war, dann war's wahrscheinlich nichts Verlässliches. Und dann mit Oberarm-Gerät neu anfangen? Naja. Das ist dann wie wenn man nen kaputten Motor auseinander nimmt weil man vielleicht was falsch diagnostiziert hat. Ich sach mal - wenn die Neugier einen antreibt ist das ok, aber dann sollte man nicht so tun als würde man dabei wissenschaftlich arbeiten. Das is zwei verschiedene Dinge.
Zitat von miramira am Juli 2, 2026, 16:45 Uhr@gernot_w
Zitat von gernot_wdann sollte man nicht so tun als würde man dabei wissenschaftlich arbeiten
ja genau das ist der Punkt den ich irgendwie interessant find. weil - was wäre denn die Alternative? entweder man macht es "richtig" mit Protokoll und Kontext und Bedingungen, oder man lässt es ganz. aber das fühlt sich auch irgendwie zu schwarz-weiß an. was mich bei deinem Beitrag grad mehr beschäftigt: die Frau deines Arztes... also ich mein deine Frau mit dem Zucker. das klingt nach einem anderen Mechanismus als bei @rennradbernd. die misst weil sie Angst hat, oder zumindest so klingt das. rennradbernd misst weil er neugierig ist. das ist doch ein echter Unterschied in der Motivation, und ich würde sagen das bestimmt auch wie man mit den Zahlen umgeht danach. was mich noch beschäftigt: du sagst "dann war's wahrscheinlich nichts verlässliches" - aber das stimmt ja nur wenn man erwartet dass zwei Wochen überhaupt ausreichen um was zu sehen. keine Ahnung ob das realistisch ist. ich hab dazu ehrlich gesagt nichts gelesen das ich grad zitieren könnte. aber mein Bauchgefühl sagt: zwei Wochen bei so vielen Variablen ist einfach zu kurz um irgendwas auszuschließen oder zu bestätigen. und dann ist ja die Frage ob das überhaupt der Anspruch sein sollte. vielleicht ist "ich schau mal was passiert" als Haltung völlig legitim solange man nicht anfängt daraus medizinische Entscheidungen abzuleiten
Zitat von gernot_wdann sollte man nicht so tun als würde man dabei wissenschaftlich arbeiten
ja genau das ist der Punkt den ich irgendwie interessant find. weil - was wäre denn die Alternative? entweder man macht es "richtig" mit Protokoll und Kontext und Bedingungen, oder man lässt es ganz. aber das fühlt sich auch irgendwie zu schwarz-weiß an. was mich bei deinem Beitrag grad mehr beschäftigt: die Frau deines Arztes... also ich mein deine Frau mit dem Zucker. das klingt nach einem anderen Mechanismus als bei @rennradbernd. die misst weil sie Angst hat, oder zumindest so klingt das. rennradbernd misst weil er neugierig ist. das ist doch ein echter Unterschied in der Motivation, und ich würde sagen das bestimmt auch wie man mit den Zahlen umgeht danach. was mich noch beschäftigt: du sagst "dann war's wahrscheinlich nichts verlässliches" - aber das stimmt ja nur wenn man erwartet dass zwei Wochen überhaupt ausreichen um was zu sehen. keine Ahnung ob das realistisch ist. ich hab dazu ehrlich gesagt nichts gelesen das ich grad zitieren könnte. aber mein Bauchgefühl sagt: zwei Wochen bei so vielen Variablen ist einfach zu kurz um irgendwas auszuschließen oder zu bestätigen. und dann ist ja die Frage ob das überhaupt der Anspruch sein sollte. vielleicht ist "ich schau mal was passiert" als Haltung völlig legitim solange man nicht anfängt daraus medizinische Entscheidungen abzuleiten
Zitat von gernot_w am Juli 2, 2026, 16:48 Uhr@miramira du sagst da was wichtiges - zwei Wochen is natürlich zu kurz. Aber ehrlich wer wartet denn zwei Monate oder ein halbes Jahr ab um zu gucken ob Rote Beete was bringt? Das ist ja genau das Problem. Die Leute wollen schnelle Antworten, und wenn nach zwei Wochen nichts passiert ist, kaufen sie sich das nächste Konzentrat oder ein neues Messgerät. Was mich aber grad mehr ärgert - und das richtete sich weniger an dich sondern eher an @gg1987 - diese "das is eh Zeitverschwendung" Haltung find ich zu einfach. Klar, wenn jemand damit anfängt sich selbst zu therapieren und dann zum Arzt sagt "ich brauch keine Tabletten mehr weil mein Blutdruck jetzt besser ist", dann is das dumm. Aber zwischen "ich mess mal regelmäßig und schau was los ist" und "das ist wissenschaftliche Arbeit" gibt es auch noch einen mittleren Weg. Man kann sich einfach informiert beobachten ohne dabei den Anspruch zu haben dass man damit was Großes entdeckt. Das Problem ist eher - und da geb ich @gg1987 recht - dass viele nicht wirklich wissen wofür sie messen. Ob es der Arzt will oder ob es ihnen selbst hilft, oder ob es nur Beschäftigung ist. Wenn man das weiß, wird die ganze Sache weniger stressig. Bei mir wars klar: der Doc hat gesagt "bringen Sie mir Zahlen mit". Punkt. Alles andere wäre Theater gewesen.
@miramira du sagst da was wichtiges - zwei Wochen is natürlich zu kurz. Aber ehrlich wer wartet denn zwei Monate oder ein halbes Jahr ab um zu gucken ob Rote Beete was bringt? Das ist ja genau das Problem. Die Leute wollen schnelle Antworten, und wenn nach zwei Wochen nichts passiert ist, kaufen sie sich das nächste Konzentrat oder ein neues Messgerät. Was mich aber grad mehr ärgert - und das richtete sich weniger an dich sondern eher an @gg1987 - diese "das is eh Zeitverschwendung" Haltung find ich zu einfach. Klar, wenn jemand damit anfängt sich selbst zu therapieren und dann zum Arzt sagt "ich brauch keine Tabletten mehr weil mein Blutdruck jetzt besser ist", dann is das dumm. Aber zwischen "ich mess mal regelmäßig und schau was los ist" und "das ist wissenschaftliche Arbeit" gibt es auch noch einen mittleren Weg. Man kann sich einfach informiert beobachten ohne dabei den Anspruch zu haben dass man damit was Großes entdeckt. Das Problem ist eher - und da geb ich @gg1987 recht - dass viele nicht wirklich wissen wofür sie messen. Ob es der Arzt will oder ob es ihnen selbst hilft, oder ob es nur Beschäftigung ist. Wenn man das weiß, wird die ganze Sache weniger stressig. Bei mir wars klar: der Doc hat gesagt "bringen Sie mir Zahlen mit". Punkt. Alles andere wäre Theater gewesen.