
Wer nach einer mediterranen Ernährung fürs Herz sucht, landet schnell bei der Mittelmeerküche. Mit gutem Grund.
Spanische, italienische und französische Studien zeigen seit über zwanzig Jahren dasselbe: Diese Art zu essen senkt das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall, und zwar deutlich.
Die größte und bekannteste Untersuchung heißt PREDIMED. Über 7.400 Menschen mit erhöhtem Herzrisiko nahmen daran teil. Wer auf die mediterrane Ernährung mit zusätzlichem Olivenöl umstieg, hatte rund 30 Prozent weniger Herzinfarkte und Schlaganfälle als die Vergleichsgruppe. So eine Effektgröße erreichen einzelne Wirkstoffe nur selten.
Was die mediterrane Ernährungoder Mittelmeer-Kost?
Pasta und Pizza fallen einem als Erstes ein. Gemeint ist aber etwas ganz anderes.
Die echte mediterrane Ernährung ist das traditionelle Essen aus den Küstenregionen Süditaliens, Griechenlands und Spaniens. Aus der Zeit, bevor Fertigprodukte überall waren.
Die Basis ist pflanzlich. Gemüse, Obst, Vollkorn, Nüsse, Hülsenfrüchte, frische Kräuter. Dazu jeden Tag gutes Olivenöl. Fisch ein- bis zweimal die Woche. Joghurt und Käse in Maßen. Rotes Fleisch und Wurst sind selten.

Eine kurze Übersicht, was wann auf den Teller kommt:
- Selten: rotes Fleisch, Wurst, Süßes
- Jeden Tag: Gemüse, Obst, Vollkorn, Olivenöl, Kräuter
- Mehrmals pro Woche: Hülsenfrüchte, Fisch, Eier, Joghurt, Käse
So stärkt mediterrane Ernährung dein Herz
Die deutlichsten Effekte zeigen sich bei den schweren Ereignissen.
PREDIMED hat es dokumentiert: 31 Prozent weniger Herzinfarkte und Schlaganfälle in der Olivenöl-Gruppe. Eine ältere französische Studie fand bei Menschen nach einem Herzinfarkt sogar nur halb so viele zweite Infarkte, über vier Jahre.

Auch die einzelnen Werte verändern sich messbar:
- Der obere Blutdruckwert sinkt um 3 bis 7 mmHg.
- Das schlechte Cholesterin (LDL) geht um 5 bis 10 Prozent zurück.
- Die Blutfette (Triglyzeride) sinken deutlich.
- Stille Entzündungen im Körper gehen zurück.
Diese stillen Entzündungen sind heute als wichtiger Mitspieler bei Gefäßverkalkung bekannt. Sie zu senken, schützt das Herz zusätzlich.
In den großen europäischen Leitlinien zur Vorbeugung steht die mediterrane Ernährung deshalb ganz oben. Mehr Infos zur Herzgesundheit findest du hier.
Mediterrane Ernährung oder DASH-Diät: was passt zu dir?
Die DASH-Diät ist die amerikanische Variante, ursprünglich gegen hohen Blutdruck entwickelt. Die Idee dahinter ist sehr ähnlich: viel Gemüse, Obst, Vollkorn und Nüsse, wenig Salz, wenig rotes Fleisch.
Die Unterschiede sind klein.
Die DASH-Diät erlaubt mehr fettarme Milch und ist beim Salz strenger, höchstens 5 bis 6 Gramm am Tag. Die mediterrane Ernährung ist großzügiger bei Joghurt und Käse und stellt Olivenöl und Fisch nach vorn.
Wenn der Blutdruck im Vordergrund steht, ist die DASH-Diät einen Tick stärker. Für den langfristigen Herz-Schutz insgesamt liegt die mediterrane Ernährung vorn. Es gibt zu ihr einfach mehr und längere Studien.
15 Lebensmittel für ein gesundes Herz
Du musst nicht alle 15 jeden Tag essen. Wenn die Hälfte regelmäßig im Einkaufskorb landet, bist du auf einem guten Weg.
Jeden Tag
- 2 bis 4 Esslöffel kaltgepresstes Olivenöl
- Tomaten, Gurken, Paprika, buntes Gemüse
- Blattgemüse wie Spinat oder Mangold
- Zwiebeln und Knoblauch
- Vollkornbrot, Vollkornnudeln, Bulgur oder Couscous
- Eine kleine Handvoll Walnüsse oder Mandeln
- Frische Kräuter wie Oregano, Rosmarin und Basilikum
Mehrmals pro Woche
- Linsen, Kichererbsen oder Bohnen
- Beeren, Zitrusfrüchte, Granatapfel
- Joghurt, Frischkäse, Feta, Pecorino
- Rote Beete, frisch oder als Pulver
Zwei- bis dreimal pro Woche
- Lachs, Makrele oder Sardine
- Eier (3 bis 5 pro Woche sind unproblematisch)
So sieht eine Woche mediterrane Ernährung aus
Die Beispielwoche ist nur ein Vorschlag. Tausch einzelne Mahlzeiten gegen das, was bei dir Saison hat oder im Kühlschrank steht. Wichtig sind die Grundzutaten: viel Gemüse, gutes Öl, regelmäßig Fisch und Hülsenfrüchte.
Wasser, ungesüßter Tee und gelegentlich ein Glas Rotwein zum Essen runden das Bild ab. Mengen orientieren sich am Hunger, nicht am Gramm.
| Tag | Mahlzeiten |
|---|---|
| Montag | Frühstück: Joghurt mit Beeren und Walnüssen Mittag: Linsensalat mit Tomate, Feta und Olivenöl Abend: Lachs mit Ofengemüse und Quinoa |
| Dienstag | Frühstück: Vollkornbrot mit Avocado und Tomate Mittag: Kichererbsen-Couscous mit Zitrone Abend: Gemüsesuppe mit Bohnen und Vollkornbrot |
| Mittwoch | Frühstück: Haferflocken mit Apfel und Mandeln Mittag: Rote-Bete-Hummus mit Gemüsesticks Abend: Hähnchenfilet mit Spinat und Süßkartoffel |
| Donnerstag | Frühstück: Rührei mit Kräutern und Tomate Mittag: Pasta integrale mit Aubergine, Tomate und Pecorino Abend: Sardinen vom Grill mit Salat und Olivenöl |
| Freitag | Frühstück: Joghurt mit Walnuss und Honig Mittag: Linsensuppe mit Knoblauch und Olivenöl Abend: Pizza con verdure (dünn, viel Gemüse) |
| Samstag | Frühstück: Vollkorntoast mit Frischkäse und Gurke Mittag: Tabouleh mit Petersilie und Tomate Abend: Rote-Bete-Carpaccio mit Brot und Käse |
| Sonntag | Frühstück: Frühstücksplatte mit Käse, Oliven und Obst Mittag: Gegrillter Fisch mit Tomatensalat und Bulgur Abend: Leichte Suppe mit Gemüse |

Rote Bete in der Mittelmeerküche
In Süditalien und Griechenland landet Rote Beete oft auf dem Tisch. In dünnen Scheiben mit Olivenöl, Zitrone und Pecorino. Oder als roter Aufstrich aufs Brot.
Die Knolle passt aus zwei Gründen besonders gut zur Mittelmeerküche.
Sie liefert viel Nitrat. Im Körper wird daraus ein Stoff, der die Blutgefäße entspannt. Das hilft dem Blutdruck. Studien zeigen kleine, aber klar messbare Senkungen.
Außerdem bringt sie Folat, Kalium und natürliche rote Farbstoffe (Betalaine) mit. Genau die Nährstoffe, die in der mediterranen Ernährung ohnehin eine große Rolle spielen.
Wer Rote Bete nicht mehrmals pro Woche frisch zubereiten möchte, findet in einem Konzentrat eine alltagstaugliche Variante. Betanio PLUS bündelt alles Gute aus der Rote Bete. Nur 10 ml täglich versorgen den Körper mit 160 mg Nitrat sowie wertvollem Betain und Betanin. Einfach täglich einen Esslöffel in Wasser auflösen.
Weitere Infos, warum Rote-Beete ein echtes Super-Food ist, findest du in unserem Artikel Warum ist Rote Beete so gesund?
Empfehlung der Redaktion

Eine konsequent mediterrane Ernährung ist die solideste nicht-medikamentöse Basis für ein gesundes Herz. Wer Rote Bete als Bestandteil dieser Kost in den Alltag integrieren möchte, findet in Betanio PLUS einen wertvollen Begleiter. Hochkonzentriert aus 5,3 kg Roter Bete pro Flasche und milchsauer fermentiert für einen reduzierten Oxal-Säuregehalt.
Hinweis: Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine ausgewogene Ernährung oder ärztliche Behandlung. Bei bestehender Medikation, Nierensteinen oder vorerkrankten Nieren bitte vor regelmäßigem Konsum von Rote-Bete-Konzentraten ärztlich Rücksprache halten.
Fünf typische Stolpersteine im deutschen Alltag
1. Das gute Olivenöl landet in vielen Küchen ausschließlich in der heißen Pfanne.
Damit gehen die hitzeempfindlichen Polyphenole verloren. Hochwertige Sorten gehören kalt über Salate, Gemüse und Brot, fürs Anbraten genügt eine günstigere Qualität.
2. Pasta wird hierzulande zur Hauptmahlzeit mit Sahne und Hackfleisch.
In Italien ist sie eine Beilage zwischen Antipasti und Hauptgang, klein portioniert und mit Olivenöl, Tomate und etwas Käse serviert. Die Portion macht den Unterschied.
3. Tiefkühl-Pizza und Fertig-Pesto
Sie tragen zwar mediterrane Etiketten, gehören aber zur stark verarbeiteten Industriekost. Verarbeitungsgrad zählt, nicht das Stichwort auf der Packung.
3. Hülsenfrüchte sind in Deutschland chronisch unterrepräsentiert.
Linsen, Kichererbsen und Bohnen liefern lösliche Ballaststoffe, die LDL nachweislich senken. Drei bis vier Portionen pro Woche sind ein realistisches Ziel.
4. Salz wird unterschätzt.
Auch in der mediterranen Kost gilt das Maximum von 5 bis 6 Gramm pro Tag. Wer mit Kräutern, Zitrone und Knoblauch würzt, kommt mit deutlich weniger aus, ohne dass es geschmacklich auffällt.
Häufige Fragen
Nein. Die Basis aus Hülsenfrüchten, saisonalem Gemüse, Vollkorn und Olivenöl ist günstiger als die deutsche Standardkost mit viel Fleisch und Fertigprodukten. Olivenöl in guter Qualität ist der einzige spürbare Posten.
Ja, Vollkorn-Sauerteigbrot in moderaten Mengen ist Teil der traditionellen Kost. Weißbrot und Toastbrot sollten die Ausnahme bleiben.
Ein Glas Rotwein zum Essen ist klassisch. Aktuelle Empfehlungen sehen Alkohol jedoch generell kritisch. Wer keinen trinkt, soll nicht anfangen.
Ja. Viele Studien wurden bei Patienten unter Standardtherapie durchgeführt. Mediterran wirkt additiv. Ärztliche Rücksprache ist bei Blutdrucksenkern und Statinen sinnvoll, weil die Medikation eventuell angepasst werden kann.
Aktuelle Leitlinien sehen 3 bis 5 Eier pro Woche als unbedenklich. Der Mythos „Eier treiben das Cholesterin“ ist überholt.
Quellen (Auswahl)
- Estruch R. et al., Primary Prevention of Cardiovascular Disease with a Mediterranean Diet Supplemented with Extra-Virgin Olive Oil or Nuts. New England Journal of Medicine 2018 (PREDIMED).
- de Lorgeril M. et al., Mediterranean Diet, Traditional Risk Factors, and the Rate of Cardiovascular Complications After Myocardial Infarction. Circulation 1999 (Lyon Heart Study).
- ESC/EAS Lipidleitlinie 2024.
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Empfehlungen zur mediterranen Ernährung.
- Webb A. et al., Acute Blood Pressure Lowering, Vasoprotective, and Antiplatelet Properties of Dietary Nitrate via Bioconversion to Nitrite. Hypertension 2008.
