Rote Beete Konzentrat vs. echte Rübe – lohnt der Aufpreis wirklich?
Zitat von markus_hh88 am Juni 11, 2026, 18:48 Uhr@markus_b82 der Punkt mit den trainierten Athleten ist richtig, und da muss ich kurz einhaken. Die meisten Nitrat-Studien die ich kenne - Lansley et al. war da früh dran, Jones hat viel dazu publiziert - zeigen den Effekt vor allem bei Untrainierten oder moderat Trainierten. Je besser das aerobe System schon läuft, desto kleiner wird der messbare Unterschied. Das ist aus meiner Erfahrung auch das was Leute im Alltag nicht hören wollen, weil die Produktwerbung genau das Gegenteil suggeriert. Was mich aber bei deinem Beitrag wirklich aufhält: du beschreibst RPE als Messgröße und sagst selbst, das ist eine Ebene zu weit weg. Stimmt. Aber es gibt noch einen anderen Aspekt den hier niemand angesprochen hat: der Nitrat-Effekt ist hypoxie-abhängig, also er wird größer je niedriger die Sauerstoffverfügbarkeit im Gewebe ist. Das heißt bei lockeren Ausdauereinheiten passiert wahrscheinlich deutlich weniger als bei hochintensiven Intervallen oder Strecken die wirklich ans Limit gehen. Wer seine Rübe vor dem Grundlagentraining testet und dann "keinen Unterschied merkt", hat das System vielleicht gar nicht in den Bereich gebracht wo der Effekt überhaupt auftreten würde. Das erklärt auch warum @rennradwolf die Intervalle als spezifischen Anker nennt - das ist methodisch gar nicht so unklug, auch wenn der Rest des Setups wackelig ist. Betanio PLUS löst das alles natürlich auch nicht. 40 Euro für einen verkapselten Nitrat-Boost den du mit zwei Rüben kriegst ist halt Betanio PLUS.
@markus_b82 der Punkt mit den trainierten Athleten ist richtig, und da muss ich kurz einhaken. Die meisten Nitrat-Studien die ich kenne - Lansley et al. war da früh dran, Jones hat viel dazu publiziert - zeigen den Effekt vor allem bei Untrainierten oder moderat Trainierten. Je besser das aerobe System schon läuft, desto kleiner wird der messbare Unterschied. Das ist aus meiner Erfahrung auch das was Leute im Alltag nicht hören wollen, weil die Produktwerbung genau das Gegenteil suggeriert. Was mich aber bei deinem Beitrag wirklich aufhält: du beschreibst RPE als Messgröße und sagst selbst, das ist eine Ebene zu weit weg. Stimmt. Aber es gibt noch einen anderen Aspekt den hier niemand angesprochen hat: der Nitrat-Effekt ist hypoxie-abhängig, also er wird größer je niedriger die Sauerstoffverfügbarkeit im Gewebe ist. Das heißt bei lockeren Ausdauereinheiten passiert wahrscheinlich deutlich weniger als bei hochintensiven Intervallen oder Strecken die wirklich ans Limit gehen. Wer seine Rübe vor dem Grundlagentraining testet und dann "keinen Unterschied merkt", hat das System vielleicht gar nicht in den Bereich gebracht wo der Effekt überhaupt auftreten würde. Das erklärt auch warum @rennradwolf die Intervalle als spezifischen Anker nennt - das ist methodisch gar nicht so unklug, auch wenn der Rest des Setups wackelig ist. Betanio PLUS löst das alles natürlich auch nicht. 40 Euro für einen verkapselten Nitrat-Boost den du mit zwei Rüben kriegst ist halt Betanio PLUS.
Zitat von markus_b82 am Juni 11, 2026, 18:58 Uhr@markus_hh88 der hypoxie-abhängige Effekt ist ein guter Punkt, den ich so noch nicht auf dem Schirm hatte. Hast du da eine Quelle für? Ich kenn die Jones-Arbeiten grob, aber dass die Wirkung explizit sauerstoffabhängig stärker wird, wäre mal interessant direkt nachzulesen - nicht weil ich dir nicht glaube, aber ich will das selbst anschauen.
Zitat von jana_wdie Variable die man eigentlich messen wollte lässt sich mit dem was man zuhause hat kaum greifen
Das bleibt das Kernproblem, und ich hab jetzt gerade eine Ergänzung dazu die mir beim Lesen von markus_hh88 gekommen ist: wenn der Effekt wirklich intensitätsabhängig ist, dann bräuchte man für einen sinnvollen Heimtest eigentlich ein reproduzierbares Hochintervall-Protokoll. Also nicht "ich lauf mal locker 45 Minuten und schau wie ich mich fühl", sondern z.B. 5x1000m mit definiertem Ziel-Pace und dann die Erhohlungszeit zwischen den Intervallen messen. Das ließe sich mit einer GPS-Uhr zumindest halbwegs dokumentieren, ohne Laktat-Equipment. Ich hab so ein Protokoll bei mir nie wirklich sauber durchgezogen, das geb ich zu. Was mich aber an der ganzen Diskussion noch stört: niemand hat bisher gefragt ob die Nitratgehalte in frischer Rübe überhaupt stabil sind. Die Werte schwanken ja je nach Anbaubedingungen, Lagerzeit, Sorte - bei einem Konzentrat steht wenigstens eine Menge drauf (ob die stimmt ist wieder eine andere Frage). Das macht den Vergleich frische Rübe vs. Konzentrat noch schwieriger als ohnehin.
@markus_hh88 der hypoxie-abhängige Effekt ist ein guter Punkt, den ich so noch nicht auf dem Schirm hatte. Hast du da eine Quelle für? Ich kenn die Jones-Arbeiten grob, aber dass die Wirkung explizit sauerstoffabhängig stärker wird, wäre mal interessant direkt nachzulesen - nicht weil ich dir nicht glaube, aber ich will das selbst anschauen.
Zitat von jana_wdie Variable die man eigentlich messen wollte lässt sich mit dem was man zuhause hat kaum greifen
Das bleibt das Kernproblem, und ich hab jetzt gerade eine Ergänzung dazu die mir beim Lesen von markus_hh88 gekommen ist: wenn der Effekt wirklich intensitätsabhängig ist, dann bräuchte man für einen sinnvollen Heimtest eigentlich ein reproduzierbares Hochintervall-Protokoll. Also nicht "ich lauf mal locker 45 Minuten und schau wie ich mich fühl", sondern z.B. 5x1000m mit definiertem Ziel-Pace und dann die Erhohlungszeit zwischen den Intervallen messen. Das ließe sich mit einer GPS-Uhr zumindest halbwegs dokumentieren, ohne Laktat-Equipment. Ich hab so ein Protokoll bei mir nie wirklich sauber durchgezogen, das geb ich zu. Was mich aber an der ganzen Diskussion noch stört: niemand hat bisher gefragt ob die Nitratgehalte in frischer Rübe überhaupt stabil sind. Die Werte schwanken ja je nach Anbaubedingungen, Lagerzeit, Sorte - bei einem Konzentrat steht wenigstens eine Menge drauf (ob die stimmt ist wieder eine andere Frage). Das macht den Vergleich frische Rübe vs. Konzentrat noch schwieriger als ohnehin.
Zitat von markus_hh88 am Juni 11, 2026, 19:04 Uhr@markus_b82 zur Quelle: Carlström und Lundberg haben da einiges publiziert, und Bryan/Grisham haben den hypoxie-abhängigen Mechanismus über den xanthin-oxidoreductase-Weg beschrieben - das ist nicht meine Erfindung. Ich kann dir die genauen Paper nicht aus dem Kopf zitieren, aber das ist keine Randtheorie, das ist ziemlich gut belegt. Dein Punkt mit den schwankenden Nitratgehalten in frischer Rübe ist real, den finde ich tatsächlich unterschätzt. Aus meiner Erfahrung ist das aber kein Argument für das Konzentrat, sondern eher ein Argument dafür, dass der ganze Vergleich methodisch kaum sauber zu kriegen ist - egal womit. Ein Konzentrat mit aufgedruckter Nitratmenge klingt reproduzierbarer, aber ob die Messung auf dem Etikett stimmt und ob Bioverfügbarkeit nach der Verarbeitung wirklich gleich ist wie bei frischer Rübe, das steht auf einem anderen Blatt. Ich hab in der Praxis schon Produkte gesehen wo der Gehalt laut unabhängiger Analyse deutlich unter dem lag was draufstand. Nicht systematisch, aber es kommt vor. Was mich an deinem Protokoll-Vorschlag mit den 5x1000m interessiert: du misst die Erholungszeit zwischen den Intervallen. Das ist clever, weil es einen indirekten Proxy für Effizienz liefert ohne Laktatmessung. Aber dann brauchst du wirklich identische Tage, gleiche Schlaflage, gleiche Ernährung davor - und das ist halt das Problem das fg_1988 am Anfang schon beschrieben hat.
@markus_b82 zur Quelle: Carlström und Lundberg haben da einiges publiziert, und Bryan/Grisham haben den hypoxie-abhängigen Mechanismus über den xanthin-oxidoreductase-Weg beschrieben - das ist nicht meine Erfindung. Ich kann dir die genauen Paper nicht aus dem Kopf zitieren, aber das ist keine Randtheorie, das ist ziemlich gut belegt. Dein Punkt mit den schwankenden Nitratgehalten in frischer Rübe ist real, den finde ich tatsächlich unterschätzt. Aus meiner Erfahrung ist das aber kein Argument für das Konzentrat, sondern eher ein Argument dafür, dass der ganze Vergleich methodisch kaum sauber zu kriegen ist - egal womit. Ein Konzentrat mit aufgedruckter Nitratmenge klingt reproduzierbarer, aber ob die Messung auf dem Etikett stimmt und ob Bioverfügbarkeit nach der Verarbeitung wirklich gleich ist wie bei frischer Rübe, das steht auf einem anderen Blatt. Ich hab in der Praxis schon Produkte gesehen wo der Gehalt laut unabhängiger Analyse deutlich unter dem lag was draufstand. Nicht systematisch, aber es kommt vor. Was mich an deinem Protokoll-Vorschlag mit den 5x1000m interessiert: du misst die Erholungszeit zwischen den Intervallen. Das ist clever, weil es einen indirekten Proxy für Effizienz liefert ohne Laktatmessung. Aber dann brauchst du wirklich identische Tage, gleiche Schlaflage, gleiche Ernährung davor - und das ist halt das Problem das fg_1988 am Anfang schon beschrieben hat.
Zitat von ms_77 am Juni 11, 2026, 19:11 Uhrok ich les hier schon ne Weile mit und normalerweise halt ich die Klappe aber @markus_hh88 hat grad was gesagt was mich doch kurz rausholt.
Zitat von markus_hh88ob die Messung auf dem Etikett stimmt
genau da ist doch der Haken. ich kenn das von einer anderen Seite - wenn ich Material bestelle, Kabel, Sicherungen, was auch immer, da steht auch was drauf. Und ich kann das nachmessen. Hab ein Messgerät fertig. Ihr habt für euren Nitratgehalt auf dem Fläschchen... nix. Ihr vertraut dem Hersteller. Das ist bei 40 Euro pro Monat schon frech. und das mit den schwankenden Werten bei frischer Rübe - ja, stimmt, aber das ist bei Obst und Gemüse immer so. Ich weiss nicht warum das plötzlich ein Argument gegen die Rübe sein soll. Beim Konzentrat weißt du auch nicht ob die Angabe stimmt, das haben die hier im Thread selbst gesagt. was mich aber eigentlich interessiert - und das hat noch keiner gefragt - diese ganzen Studien, Carlström und wie sie alle heißen, wurden die an normalen Leuten gemacht die morgens auf die Baustelle müssen oder an Ausdauersportlern die sowieso schon optimiert leben? Weil wenn das zweite dann red ich von ner anderen Welt als die meisten hier.
ok ich les hier schon ne Weile mit und normalerweise halt ich die Klappe aber @markus_hh88 hat grad was gesagt was mich doch kurz rausholt.
Zitat von markus_hh88ob die Messung auf dem Etikett stimmt
genau da ist doch der Haken. ich kenn das von einer anderen Seite - wenn ich Material bestelle, Kabel, Sicherungen, was auch immer, da steht auch was drauf. Und ich kann das nachmessen. Hab ein Messgerät fertig. Ihr habt für euren Nitratgehalt auf dem Fläschchen... nix. Ihr vertraut dem Hersteller. Das ist bei 40 Euro pro Monat schon frech. und das mit den schwankenden Werten bei frischer Rübe - ja, stimmt, aber das ist bei Obst und Gemüse immer so. Ich weiss nicht warum das plötzlich ein Argument gegen die Rübe sein soll. Beim Konzentrat weißt du auch nicht ob die Angabe stimmt, das haben die hier im Thread selbst gesagt. was mich aber eigentlich interessiert - und das hat noch keiner gefragt - diese ganzen Studien, Carlström und wie sie alle heißen, wurden die an normalen Leuten gemacht die morgens auf die Baustelle müssen oder an Ausdauersportlern die sowieso schon optimiert leben? Weil wenn das zweite dann red ich von ner anderen Welt als die meisten hier.