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Blutdruckmessung zu Hause - wer macht das regelmäßig und wie verlässlich ist das?

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Moin, ich hab mir vor ein paar Wochen so ein Oberarm-Messgerät gekauft, weil mein Hausarzt meinte, ich soll öfter kontrollieren statt nur bei den Terminen. Kostet ja nicht die Welt. Aber jetzt sitz ich da und frag mich ehrlich, ob ich das richtig mache. Das Ding spuckt mir jeden Morgen andere Werte aus - manchmal 138/88, manchmal 145/92, obwohl ich nichts anders gemacht hab. Die Bedienungsanleitung ist auf Chinesisch übersetzt worden, da wird man nicht schlau draus. Sitze ich falsch? Muss ich länger warten bevor ich mess? Ich hab da irgendwo gelesen dass man ne halbe Stunde vorher nix trinken darf, aber ob das Unsinn is oder nicht, keine Ahnung. Mich nervt auch, dass ich dann anfange rumzurechnen - ach, Montag war ich gestresst, Donnerstag hab ich ne kleine Radtour gemacht, vielleicht war deswegen der Wert besser. Am Ende schieb ich mir alles in den Schuh und weiß gar nicht mehr, was relevant ist. Mein Arzt sagt, ich soll damit ruig bleiben und nicht paranoid werden. Aber wenn ich mir das Ding kaufe, will ich ja auch wissen ob es mir hilft oder ob ich nur jeden Morgen Zeit verschwende. Hat hier jemand so ein Gerät und kann mir sagen wie oft die Werte schwanken? Und ob man dem Zeugs überhaupt trauen kann.

Zitat von gernot_w

manchmal 138/88, manchmal 145/92, obwohl ich nichts anders gemacht hab

@gernot_w das ist doch kein Fehler vom Gerät, das ist normal. Blutdruck schwankt - das ist Physiologie, hab ich mal beim Arzt aufgeschnappt. Dein Herz pumpt nicht wie eine Konstantstromquelle. Das mit dem "nichts anders gemacht" stimmt so auch nicht. Wie du geschlafen hast, ob du auf dem Weg zur Waage kurz aufgestanden bist, ob du Stress im Kopf hattest - das zählt alles rein. Man kann das nicht isolieren. Ich sag das nicht um dich zu nerven, ist einfach so. Was mich bei dem Thema immer aufregt ist diese Idee dass man zuhause dasselbe hinkriegt wie in einer Arztpraxis mit kalibriertem Gerät. Das billige ChinaDing aus dem Internet - keine Ahnung ob das überhaupt geeicht ist. Ich als Elektriker sag dir ein Messgerät das keine Zulassung hat und ne übersetzte Anleitung kann ich auch nicht gebrauchen. Da stimmt der Messwert vielleicht, vielleicht auch nicht. Und dieses halbstunde vorher nichts trinken - ich hab sowas auch irgendwo gelesen aber ich würd da nicht drauf bauen. Kaffee vorher ist sicher schlecht, das ist bekannt. Aber ob Wasser relevant ist weiss ich nicht. Dein Arzt hat eigentlich recht. Du fängst an zu interpretieren und weißt am Ende weniger als vorher.

@ms_77

Zitat von ms_77

das billige ChinaDing aus dem Internet

da hast du nicht ganz unrecht, aber ich würd das nicht so pauschal sagen. Es gibt Geräte die haben ne ordentliche Zulassung und kosten trotzdem keine 80 Euro. Ich hab meins von Omron, steht irgendwas von CE drauf und validiert oder so. Ob das was bedeutet weiß ich auch nicht hundertprozentig, aber besser als nix. Was mich eigentlich mehr beschäftigt bei dem Thema: @gernot_w du misst morgens, oder? Ich hab irgendwann angefangen zweimal zu messen. Einmal kurz nach dem Aufstehen und einmal nach ner Viertelstunde nochmal sitzen. Die Werte sind manchmal überraschend unterschiedlich. Mein Arzt - na ja, der hat das abgenickt ohne viel dazu zu sagen, typisch. Ich mach das jetzt seit knapp zwei Jahren so, weil ich die Tabletten rausschieben will so lange es geht. Das mit dem Interpretieren versteh ich aber auch. Man sucht sich halt zusammen was man sehen will. Schlechter Tag, schlechter Wert - passt. Hab ich auch schon gemacht. Echt jetzt.

Zitat von rainer_w64

die Tabletten rausschieben will so lange es geht

@rainer_w64 das versteh ich ja, ehrlich. Aber genau da fängt für mich das Problem an. Du misst zweimal morgens, vergleichst die Werte, und am Ende entscheidest du ob du die Tabletten noch brauchst oder nicht. Das ist kein Arzt. Das bist du mit nem Plastikding vom Versandhandel. Ich sag nicht dass Omron Schrott ist. Mag sein dass das vernünftig gebaut ist. Aber "validiert oder so" - das ist halt kein klares Ja. Entweder ist das Ding nach ESH-Protokoll validiert oder nicht. Das kann man nachschauen. Gibt ne Liste. Was mich grad beschäftigt: du machst das seit zwei Jahren so. Hat dein Arzt jemals deine Messmethode wirklich geprüft? Also nicht abgenickt sondern wirklich geguckt wie du misst, welcher Arm, ob die Manschettengröße stimmt. Die Manschettengröße ist nämlich nicht egal. Zu kleine Manschette gibt zu hohe Werte raus - das ist kein Geräteproblem, das ist simples Handwerk. Ich kenn das vom Messen mit dem Zangenamperemeter, falsches Werkzeug am falschen Leiter und der Wert ist für die Tonne. Und dann optimierst du zwei Jahre lang auf Zahlen die vielleicht einfach falsch sind.

@ms_77

Zitat von ms_77

Hat dein Arzt jemals deine Messmethode wirklich geprüft?

nein, ehrlich gesagt nicht. Der hat mich einmal gefragt ob ich ein Gerät habe und dann war das Thema durch. Kein Wort zur Manschette. Und da hast du mich erwischt, mal ehrlich. Ich hab nie nachgefragt ob die Manschette passt. Die war dabei, hab ich draufgemacht, fertig. Ist halt Schlosser-Logik - Werkzeug aus der Verpackung, benutzen, fertig. Dass da ne Größe relevant ist hab ich nie wirklich ernst genommen. Die ESH-Liste kenn ich nicht das schau ich mir heute abend noch an. Falls das Omron da drauf steht ist gut, falls nicht dann hab ich zwei Jahre auf Sand gebaut. Wär nicht das erste Mal dass ich was falsch eingeschätzt hab. Aber @ms_77 - ich glaub du siehst das ein bisschen zu schwarz. Klar kann ich nicht selbst entscheiden ob ich Tabletten brauche, das hab ich auch nie behauptet. Ich will dem Arzt was mitbringen bei den Terminen, nicht blind warten bis er mal wieder Zeit hat. Alle paar Monate einmal messen und sagen "alles gut" - das kann's doch auch nicht sein. Der Arzt hat mir das Gerät ja selbst empfohlen, irgendwie. Die Frage ist halt was man mit den Werten macht danach.

Zitat von rainer_w64

was man mit den Werten macht danach

@rainer_w64 das ist eigentlich die einzig sinnvolle Frage in dem ganzen Thread. Und die Antwort is einfacher als man denkt: du gibst die dem Arzt. Fertig. Du interpretierst nix, du entscheidest nix, du optimierst nix. Einfach Zettel hinlegen und sagen - hier drei Wochen morgens gemessen, das sind die Zahlen. Was mich bei dem "blind warten" Argument stört: dein Arzt hat dir das Gerät empfohlen, gut. Aber hat er dir gesagt was er damit anfangen will? Also konkret - bringt mir die Werte, ich guck mir das bei nächsten Termin an. Oder war das so ein "machen Sie mal" ohne Plan dahinter. Weil das wär nämlich auch ein Problem nur auf anderer Seite. Die ESH-Liste findest du übrigens einfach, einfach "ESH validated blood pressure monitors" googeln. Da steht Omron meistens drauf, die bauen kein schlechtes Zeug. Das sag ich ungern weil ich dem Supplement- und Gadgetmarkt misstraue aber die Geräte von denen sind meistens ok. Mein Schwager hat auch eins - das ist der der mich überhaupt auf das ganze Nitrat-Rote-Beete-Thema gebracht hat, anderes Fass. Jedenfalls. Manschette nachschauen würd ich trotzdem.

@ms_77

Zitat von ms_77

bringt mir die Werte ich guck mir das bei nächsten Termin an

nein, so lief das nicht. Er hat gesagt "messen Sie öfter" und das wars. Kein Plan, kein "bring mir was mit", nix. Ich steh da wie ein Idiot mit nem Notizbuch voller Zahlen und beim nächsten Termin guckt er kurz drauf und sagt "ja passt so". Was soll ich damit. Das mit dem Rote-Beete-Nitrat-Fass von deinem Schwager - da bin ich neugierig. Nicht weil ich daran glaube dass das der Gamechanger ist. Aber ich mach das ja auch, esse die Dinger ab und zu wegen dem Blutdruck. Hab nie ernsthaft drüber nachgedacht ob meine Messwerte in den Wochen wo ich das regelmäßig gegessen hab irgendwie anders waren. Hab das nie zusammen aufgeschrieben. Wär vielleicht mal interessant das wirklich parallel zu notieren, nicht um was zu beweisen, einfach um zu gucken ob da irgendwas auffällt. Oder ob alles gleich bleibt wie immer. Manschette hab ich grad nachgeguckt. Steht "22-32 cm" drauf. Ich hab keine Ahnung wie viel mein Oberarm misst ehrlich gesagt.

@rainer_w64 Maßband. Hast du keins? Ich hab hier im Betrieb zig Meter davon rumliegen. Einfach um den Oberarm wickeln fertig. Wenn du über 32 cm kommst brauchst du ne größere Manschette, die gibt's extra. Das ist kein Hexenwerk. Zitat von rainer_w64Hab keine Ahnung wie viel mein Oberarm misst ehrlich gesagt

das ist halt das Problem. Du misst seit zwei Jahren und weißt das nicht. Ich sag's nicht böse aber das zeigt genau warum ich skeptisch bin bei dem ganzen Heimgemesse. Man denkt man hat alles im Griff und am Ende fehlt die einfachste Grundlage. Zum Rote-Beete-Ding - nein ich mach jetzt nicht das Fass auf. Mein Schwager ist da anderer Meinung als ich und da könnten wir noch bis Mitternacht drüber reden. Kurze Version: ich find frische Rote Beete ok, das Gemüse ist in Ordnung. Aber parallel zu deinen Blutdruckwerten aufschreiben wann du die gegessen hast und dann Schlüsse ziehen - das ist genau das Interpretieren das wir grad beide kritisiert haben. Du änderst ja nie nur eine Variable. Du schläfst mal besser, stresst dich mal weniger, isst mal anders. Was willst du dann rauslesen. Edit: Wollte noch sagen - das ist keine persönliche Kritik an dir. Ich mach das auch nicht anders wenn ich ehrlich bin. Aber deshalb sollte man sich eben bewusst sein dass die Aussagekraft begrenzt ist.

Zitat von ms_77

Du änderst ja nie nur eine Variable

ja, das stimmt. Ärger mich aber trotzdem drüber, weil das heißt man kann eigentlich gar nix rauslesen aus dem ganzen Aufschreiben. Wozu dann überhaupt notieren. Ich mein - Maßband hab ich, bin Schlosser, klar hab ich eins. Hab grad eben gemessen. 31 cm. Bin also noch knapp drin mit der Manschette das ist wenigstens was. Aber @ms_77 - du sagst "du interpretierst nix, du gibst die Zahlen dem Arzt". Klingt logisch. Nur was machst du wenn der Arzt die Zahlen gar nicht richtig anschaut. Ich hab dem beim letzten Termin mein Notizbuch hingelegt drei Seiten, sauber aufgeschrieben. Der hat kurz reingeguckt, gesagt "ja, ist in Ordnung" und dann über was anderes geredet. Ich sag dir, das macht was mit einem. Dann denkt man sich halt selbst irgendwas zusammen weil sonst macht's keiner. Das ist mein eigentliches Problem bei dem ganzen Thema. Nicht ob das Gerät gut ist oder die Manschette passt. Sondern was danach kommt. Die Daten sind ja da. Irgendwer muss die doch auswerten wollen.

@rainer_w64 das mit dem Arzt der kurz reinguckt und "ja passt" sagt - das kenn ich. Mein Hausarzt ist auch nicht der Redseligste. Aber weißt du was ich irgendwann gelernt hab. Wenn du willst dass der sich das wirklich anguckt dann musst du konkret fragen. Nicht Notizbuch hinlegen und warten. Sondern sagen: ich hab hier Werte zwischen 138 und 152, was bedeutet das für die Entscheidung mit den Tabletten. Direkte Frage. Dann kann er nicht einfach "ja passt" sagen und weiterreden. Ich bin kein Arzt, ich zieh nur Leitungen. Aber ich kenn das aus dem Betrieb - wenn ich einem Kunden einfach nen Schaltplan hinleg ohne was zu sagen, guckt der drauf und nickt. Wenn ich frag "hier an Klemme 7, ist das für Sie so in Ordnung" dann kommt auf einmal ein Gespräch. Das Problem ist nicht dass dein Arzt die Daten nicht will. Das Problem ist vielleicht dass der nicht weiß was du von ihm erwartest. Du willst ne Auswertung, der denkt du willst Bestätigung. Das sind zwei verschiedene Dinge. 31 cm Oberarm ist knapp drin, gut. Wenigstens das.

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