
Kaum ein Gemüse ist in den letzten Jahren so intensiv im Hinblick auf seine Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System untersucht worden wie die Rote Bete. Im Zentrum steht dabei ihr außergewöhnlich hoher Nitratgehalt. In diesem Beitrag erfährst du, wie Nitrat im Körper wirkt, welche Faktoren die Umwandlung beeinflussen und worauf du bei der Einnahme achten solltest, um die möglichen Effekte optimal zu nutzen.
Was macht Rote Bete so besonders?
Rote Bete (botanisch: Beta vulgaris) gehört zur Familie der Gänsefußgewächse und ist eng mit Mangold und Zuckerrübe verwandt. Besonders interessant ist sie vor allem wegen ihres natürlich hohen Nitratgehalts, damit zählt sie zu den nitratreichsten Gemüsesorten überhaupt (1).
Nitrat ist eine natürliche Stickstoffverbindung, die Pflanzen über die Wurzeln aus dem Boden aufnehmen. Wie viel davon im Endprodukt steckt, hängt von Sorte, Anbau und Erntezeitpunkt ab. Rote Bete liegt mit ihrem Nitratgehalt klar an der Spitze.
Vergleich Nitratgehalt (durchschnittliche Werte pro 100 g):
- Rote Bete: 250–2.000 mg
- Rucola: 480–1.500 mg
- Spinat: 200–800 mg
- Mangold: 150–400 mg
- Tomaten: 1–10 mg

Der Nitrat-Stoffwechselweg verständlich erklärt
Damit das Nitrat aus Roter Bete für deine Gefäße nutzbar wird, muss es im Körper umgewandelt werden. Dieser Prozess ist eine kleine biochemische Meisterleistung in drei Schritten.
- Aufnahme: Du isst oder trinkst Rote Bete. Das enthaltene Nitrat gelangt über den Magen-Darm-Trakt schnell ins Blut.
- Umwandlung im Mund: Etwa 25 % des Nitrats werden über die Speicheldrüsen wieder in den Mundraum ausgeschieden. Dort kommen bestimmte Bakterien auf der Zungenrückseite ins Spiel: Sie wandeln Nitrat in Nitrit um.
Wichtig: Antibakterielle Mundspülungen können diesen Prozess deutlich behindern, weil sie auch die nützlichen Bakterien abtöten. Wer den Effekt von Rote Bete für Herz und Kreislauf nutzen will, sollte starke Mundspülungen vor und nach dem Verzehr meiden. - Umwandlung zu Stickstoffmonoxid: Im sauren Milieu des Magens und im Gewebe wird Nitrit weiter zu Stickstoffmonoxid umgewandelt. Dabei handelt es sich um ein Signalmolekül, das in deinem Körper zahlreiche Aufgaben übernimmt, besonders im Herz-Kreislauf-System.
Was Stickstoffmonoxid im Körper bewirkt:
- Es entspannt die glatte Muskulatur der Gefäßwände (Vasodilatation)
- Es weitet die Blutgefäße und kann den Blutfluss verbessern
- Es unterstützt eine normale Durchblutung von Organen und Muskeln
- Es kann zur Gefäßelastizität beitragen (2)
Doch der hohe Nitratgehalt führt häufig zu Unsicherheiten, da es früher generell eher kritisch gesehen wurde. Heute weiß man jedoch, dass hier genauer unterschieden werden muss. Wichtig ist vor allem die Herkunft: Nitrat aus Gemüse wird im wissenschaftlichen Kontext anders bewertet als Nitrat aus stark verarbeiteten Lebensmitteln oder Zusatzstoffen. Besonders in Kombination mit den natürlichen Pflanzenstoffen in Gemüse wird es in der Forschung mit möglichen positiven Effekten auf die Gefäßfunktion in Verbindung gebracht (3).

Rote Bete und Blutdruck: Studienlage
Rote Bete gehört zu den am besten untersuchten Lebensmitteln im Bereich Herz-Kreislauf-Gesundheit. Studien zeigen, dass Rote Bete Saft den Blutdruck um 2,5 bis 3,9 mmHg senken kann, besonders bei regelmäßiger Anwendung (4, 5).
Bereits kleine Veränderungen gelten in der Forschung als relevant für die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Besonders profitieren könnten Menschen mit erhöhtem Blutdruck, höherem BMI oder zunehmendem Alter.
Wichtig: Rote Bete kann eine sinnvolle Ergänzung für einen herzfreundlichen Lebensstil sein, ersetzt bei diagnostiziertem Bluthochdruck jedoch keine ärztliche Behandlung oder Medikamente.

Weitere Effekte auf das Herz-Kreislauf-System
Der Effekt von Rote Bete auf das Herz beschränkt sich nicht allein auf den Blutdruck. Forschungsarbeiten deuten auf weitere Mechanismen hin, die für die Gefäßgesundheit relevant sein könnten.
- Unterstützung der Gefäßfunktion: Das Endothel, die innere Schicht der Blutgefäße, reguliert unter anderem die Gefäßweite und Durchblutung. Forschungsergebnisse zeigen, dass Nitrat aus Roter Bete die Gefäßfunktion unterstützen kann, insbesondere bei eingeschränkter Gefäßelastizität (6).
- Bessere Sauerstoffversorgung: Stickstoffmonoxid (NO) kann die Durchblutung und Sauerstoffversorgung der Muskulatur unterstützen, auch die des Herzmuskels. Das könnte besonders bei körperlicher Belastung relevant sein.
- Weitere mögliche Effekte: Erste Studien untersuchen außerdem mögliche Einflüsse auf Cholesterinwerte und Entzündungsmarker (1).

Rote Bete im Sport
Rote-Bete-Saft ist längst nicht mehr nur im Gesundheitsbereich interessant, auch im Sport wird er häufig genutzt. Der Grund: Das enthaltene Nitrat kann die Durchblutung verbessern und die Sauerstoffversorgung der Muskulatur unterstützen.
Studien deuten darauf hin, dass Rote Bete vor allem bei intensiven Belastungen Vorteile bringen könnte:
- Unterstützung von Ausdauer- und Kraftleistungsfähigkeit (7, 8)
- Verbesserte kontraktile Eigenschaften der Muskulatur (9)
- Möglicherweise schnellere Regeneration nach Belastung (10)

Hinweise zur Einnahme von Roter Bete
Rote Bete gilt grundsätzlich als gut verträglich und kann eine sinnvolle Ergänzung für einen herzfreundlichen Lebensstil sein. Dennoch gibt es einige Punkte, die du beachten solltest:
- Nierensteine: Rote Bete enthält Oxalate. Wenn du zu Calciumoxalat-Nierensteinen neigst, solltest du größere Mengen vorsichtshalber mit deinem Arzt besprechen.
- Blutdruckmedikamente: Da Rote Bete den Blutdruck beeinflussen kann, ist bei blutdrucksenkenden Medikamenten eine ärztliche Rücksprache sinnvoll.
- Niedriger Blutdruck: Menschen mit chronisch niedrigem Blutdruck reagieren teilweise empfindlicher auf nitratreiche Lebensmittel.
- Rötlicher Urin oder Stuhl: Nach dem Verzehr kann sich Urin oder Stuhl leicht rötlich verfärben. Das ist harmlos und kein Grund zur Sorge.

Fermentiertes Rote-Bete-Saftkonzentrat als Lösung
Durch die Fermentation wird die Rote Bete nicht nur haltbarer, sondern auch funktionell aufgewertet:
- Verbesserte Bioverfügbarkeit: Pflanzliche Strukturen werden enzymatisch aufgeschlossen, wodurch Inhaltsstoffe leichter verfügbar sein können
- Reduzierter Oxalsäuregehalt: Durch die Fermentation wird der Gehalt an Oxalsäure deutlich reduziert (11)
- Mildere Geschmacksnote: Der typische erdige Geschmack wird deutlich abgeschwächt
- Hohe Konzentration: Bereits kleine Mengen liefern die Vorteile mehrerer Rote-Bete-Knollen in kompakter Form
Unsere Empfehlung

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Fazit
Der Hype um Rote Bete und Herz-Kreislauf-Gesundheit ist mehr als ein Trend. Hinter dem Wurzelgemüse steckt ein gut untersuchter biochemischer Mechanismus: Nitrat aus Roter Bete wird im Körper schrittweise zu Stickstoffmonoxid umgewandelt, einem Signalmolekül, das die Gefäße entspannt und die Durchblutung unterstützen kann. Studien zeigen moderate, aber konsistente Effekte auf den Blutdruck und weitere Marker der Gefäßgesundheit.
Rote Bete ersetzt weder eine medikamentöse Therapie noch einen insgesamt gesunden Lebensstil. Was sie bieten kann, ist ein wissenschaftlich gut belegter Baustein einer ausgewogenen, gefäßfreundlichen Ernährung und das in einer angenehm unkomplizierten Form.
Häufige Fragen
Nitrat dient als Ausgangsstoff für die Bildung von Stickstoffmonoxid (NO), einem wichtigen Signalmolekül für die Regulation der Blutgefäße und der Durchblutung.
Nach der Aufnahme wird Nitrat teilweise über Mundbakterien in Nitrit umgewandelt und anschließend im Körper weiter zu Stickstoffmonoxid reduziert.
Die Wirkung hängt stark von der Quelle und dem Kontext ab. Nitrat aus Gemüse wird anders bewertet als Nitrat aus stark verarbeiteten Lebensmitteln.
Rote Bete enthält viel Nitrat, das im Körper zu Stickstoffmonoxid (NO) umgewandelt wird. Dieses kann die Blutgefäße erweitern und so die Durchblutung sowie die Gefäßfunktion unterstützen.
Einige Studien deuten darauf hin, dass Rote Bete durch verbesserte Sauerstoffnutzung und Durchblutung die Ausdauerleistung unterstützen kann, besonders bei intensiven Belastungen.
Grundsätzlich ja, jedoch sollten Menschen mit Neigung zu Nierensteinen, niedrigem Blutdruck oder unter blutdrucksenkender Medikation den Konsum individuell abklären. Fermentierte Rote Bete gilt als sicherer und besser verträglich.
Literatur
- Punia Bangar S, Sharma N, Sanwal N, Lorenzo JM, Sahu JK. Bioactive potential of beetroot (Beta vulgaris). Food Res Int 2022; 158:111556. doi: 10.1016/j.foodres.2022.111556.
- Lee E, Park H-Y, Sun Y, Choi J-H, Woo S, Cho S et al. Beetroot Juice and Exercise for Clinical Health and Athletic Performance: A Narrative Review. Nutrients 2026; 18(1). doi: 10.3390/nu18010151.
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- Bahrami LS, Arabi SM, Feizy Z, Rezvani R. The effect of beetroot inorganic nitrate supplementation on cardiovascular risk factors: A systematic review and meta-regression of randomized controlled trials. Nitric Oxide 2021; 115:8–22. doi: 10.1016/j.niox.2021.06.002.
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- Silva KVC, Costa BD, Gomes AC, Saunders B, Mota JF. Factors that Moderate the Effect of Nitrate Ingestion on Exercise Performance in Adults: A Systematic Review with Meta-Analyses and Meta-Regressions. Adv Nutr 2022; 13(5):1866–81. doi: 10.1093/advances/nmac054.
- Soliman NR, Effat BAM, Mehanna NS, Tawfik NF, Ibrahim MK. Activity of probiotics from food origin for oxalate degradation. Arch Microbiol 2021; 203(8):5017–28. doi: 10.1007/s00203-021-02484-3.
