Von Rote-Beete.info · Zuletzt geprüft: Mai 2026 · Lesezeit: 6 Minuten

Rote Bete gilt als Superfood: Sie senkt nachweislich den Blutdruck und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (1, 2). Doch ist Rote Bete für alle unbedenklich? Die kurze Antwort: für die meisten ja – für drei Gruppen nein. Dieser Artikel zeigt, wann Rote Bete schädlich sein kann, welche Inhaltsstoffe dahinterstecken und welche Zubereitungsform diese Risiken nahezu vollständig entschärft.

Rote Bete gehört zur Familie der Fuchsschwanzgewächse (3) und stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum (4). Sie liefert Vitamin C, Beta-Carotin, Folsäure, Betain und vor allem Nitrat – eine Kombination, die besonders die Gefäßfunktion unterstützt (1, 2). Gleichzeitig enthält die Knolle aber rund 180 mg Oxalsäure pro 100 g. Diese Menge ist für gesunde Erwachsene unbedenklich – kann aber unter bestimmten Bedingungen zum Problem werden (5).

Für wen ist Rote Bete schädlich? Drei Personengruppen im Überblick

Trotz der zahlreichen positiven Eigenschaften gibt es drei Gruppen, die beim Verzehr von Rote Bete vorsichtig sein sollten:

  • Menschen mit Nierensteinen oder erhöhtem Steinrisiko
  • Menschen mit Osteoporose oder Risiko für Osteoporose
  • Säuglinge, Kleinkinder und – mit Einschränkungen – Schwangere

Die folgenden Abschnitte erklären die Hintergründe – und zeigen, wie sich die Risiken durch die richtige Zubereitung deutlich reduzieren lassen.

Nieren aus Pappe auf einem Klemmbrett mit Stethoskop
Der hohe Oxalsäuregehalt frisch Roter Bete kann die Nieren belasten.

Risiko 1: Nierensteine durch Oxalsäure

Was ist Oxalsäure?

Oxalsäure (auch Oxalat) ist eine in der Natur weit verbreitete Substanz und kommt in Pflanzen, Tieren und anderen Organismen vor (6). Sie wird über die Nahrung aufgenommen oder im Körper als Nebenprodukt des Stoffwechsels von Amino- und Ascorbinsäure gebildet. Problematisch wird sie, sobald sie sich mit Kalzium zu unlöslichen Komplexen verbindet – diese können sich als Nierensteine ablagern (7).

Wie entstehen Nierensteine?

Nierensteine sind mineralische Ablagerungen in den Hohlräumen der Niere (8). Sie entstehen, wenn der Urin mit bestimmten Stoffen übersättigt ist. Rund 80 % aller Nierensteine bestehen aus Kalzium-Oxalat-Verbindungen (9).

Das Risiko steigt vor allem durch:

  • hohe Zufuhr von tierischem Eiweiß
  • oxalatreiche Lebensmittel (siehe Tabelle unten)
  • zu geringe Flüssigkeitsaufnahme

Schützend wirken dagegen Zitrate, Magnesium, Kalium und ausreichend Wasser. Bereits 200 ml zusätzliche Flüssigkeit pro Tag senken das Nierensteinrisiko um rund 13 % (10).

Wie viel Oxalsäure steckt in Rote Bete?

Die folgende Tabelle zeigt den Oxalsäure-Gehalt einiger Lebensmittel im Vergleich. Frische Rote Bete liegt im oberen Mittelfeld – allerdings deutlich unter Spinat und Rhabarber. 

Lebensmittel Oxalsäure-Gehalt (mg/100g) 
Spinat  400-900 
Rhabarber  260-1235 
Rote Beete 76-675 
Kakao-Pulver 170-623 
Mandeln 431-490 
Weizenkleie 457 
Überblick einiger besonders Oxalsäure-reicher Lebensmittel (11) 

Tipp: Fermentation senkt den Oxalsäure-Gehalt deutlich

Wer Rote Bete nicht ganz weglassen möchte, hat zwei Stellschrauben: Kochen und Fermentation. Bereits durch das Kochen gehen 30 bis 87 % der Oxalsäure verloren (12). Noch effektiver ist die Fermentation mit Milchsäurebakterien – sie bauen Oxalsäure aktiv ab (13). Genau auf diesem Prinzip basieren hochwertige Rote-Bete-Konzentrate wie Betanio PLUS: Durch die schonende Fermentation mit ausgewählten Milchsäurekulturen bleibt der gesundheitsfördernde Nitratgehalt erhalten, während problematische Oxalsäure größtenteils abgebaut wird. So lässt sich der Nutzen der Knolle auch für Menschen erschließen, die frische Rote Bete besser meiden sollten.

Hand deutet mit Kugelschreiber auf ein Skelett-Modell
Bei hohem Osteoporose-Risiko sollte auf frische Rote Bete verzichtet werden.

Risiko 2: Osteoporose – wenn Oxalsäure die Kalziumaufnahme blockiert

Oxalsäure bindet nicht nur in der Niere Kalzium, sondern bereits im Darm. Dadurch sinkt die Bioverfügbarkeit wichtiger Mineralstoffe wie Kalzium, Eisen und Magnesium (3). Was im jungen Erwachsenenalter kaum ins Gewicht fällt, kann mit zunehmendem Alter zum Problem werden.

Osteoporose beschreibt eine fortschreitende Abnahme der Knochendichte – die Folge sind eine schwächere Knochensubstanz und ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche (14). Da Kalzium ein zentraler Bestandteil der Knochen ist, kann eine durch Oxalsäure verminderte Kalziumaufnahme das Krankheitsbild zusätzlich verstärken (14).

Für ältere Menschen und Personen mit erhöhtem Osteoporose-Risiko gilt daher: frische Rote Bete in Maßen genießen. Gekochte Rote Bete und vor allem fermentierte Rote-Bete-Säfte sind die deutlich verträglichere Wahl, da der Oxalsäure-Gehalt hier stark reduziert ist (12, 13).

Schwangere Frau in weißem Shirt sitzt auf dem Sofa und umfasst ihren Bauch
Die Datenlage zu Rote Bete in der Schwangerschaft ist noch uneindeutig, im Zweifel mit dem Arzt sprechen.

Risiko 3: Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder

Warum Säuglinge keine Rote Bete bekommen sollten

Der hohe Nitratgehalt, der für Erwachsene gerade den gesundheitlichen Vorteil ausmacht, kann für Säuglinge gefährlich werden. Es droht eine sogenannte Methämoglobinämie – die funktionsunfähige Form des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin (15).

Methämoglobin kann keinen Sauerstoff mehr transportieren. Bei erhöhter Konzentration im Blut führt das zu Sauerstoffmangel und einem vorzeitigen Abbau der roten Blutkörperchen. Säuglinge sind besonders gefährdet, weil ihr Stoffwechsel das Methämoglobin nicht so schnell zurück in die funktionsfähige Form umwandeln kann wie der eines Erwachsenen.

Ältere Kinder ab dem Kleinkindalter können Rote Bete dagegen in normalen Mengen problemlos verzehren.

Rote Bete in der Schwangerschaft: Was sagt die Forschung?

Bei Schwangeren besteht zumindest ein theoretisches Risiko einer Methämoglobinämie beim ungeborenen Kind. Gleichzeitig gibt es Hinweise auf potenziell positive Effekte von Rote Bete in der Schwangerschaft – etwa zur Blutdruckregulation (16). Die Datenlage ist nicht eindeutig. Schwangere sollten den Verzehr daher mit der betreuenden ärztlichen Praxis abstimmen, statt eigenständig größere Mengen zu konsumieren.

Fazit: Rote Bete – gesund, aber nicht für alle in jeder Form

Rote Bete ist ein wertvolles Lebensmittel mit nachweislich positiven Effekten auf Blutdruck und Gefäßgesundheit. Schädlich ist sie nicht pauschal – aber für drei Gruppen ist Vorsicht angebracht:

  • Menschen mit Nierensteinen sollten den Oxalsäure-Gehalt im Blick behalten.
  • Bei Osteoporose kann die verminderte Kalziumaufnahme das Krankheitsbild verstärken.
  • Säuglinge sollten Rote Bete generell meiden, Schwangere den Verzehr ärztlich abklären.

Die gute Nachricht: Durch Kochen und vor allem durch Fermentation mit Milchsäurebakterien lässt sich der Oxalsäure-Gehalt drastisch reduzieren (12, 13). Hochwertige fermentierte Rote-Bete-Konzentrate sind damit eine sinnvolle Alternative für alle, die von den positiven Eigenschaften der Knolle profitieren möchten, frische Rote Bete aber nicht uneingeschränkt verzehren können.


Häufige Fragen zu Rote Bete

Ist Rote Bete schädlich?

Für die meisten Menschen ist Rote Bete unbedenklich und sogar gesundheitsfördernd. Vorsicht ist nur bei Nierensteinen, Osteoporose und bei Säuglingen geboten.

Wer sollte keine Rote Bete essen?

Säuglinge sollten generell keine Rote Bete bekommen. Menschen mit Nierensteinen oder Osteoporose sollten den Verzehr einschränken oder auf fermentierte Produkte ausweichen. Schwangere sollten Rücksprache mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt halten.

Wie viel Oxalsäure ist in Rote Bete?

Frische Rote Bete enthält je nach Sorte und Anbau zwischen 76 und 675 mg Oxalsäure pro 100 g – im Durchschnitt rund 180 mg. Durch Kochen sinkt dieser Wert um 30 bis 87 %, durch Fermentation noch deutlicher.

Ist gekochte Rote Bete besser verträglich?

Ja. Kochen reduziert den Oxalsäure-Gehalt um 30 bis 87 %. Noch wirksamer ist die Fermentation mit Milchsäurebakterien, die in hochwertigen Rote-Bete-Konzentraten zum Einsatz kommt.

Darf man Rote Bete in der Schwangerschaft essen?

Kleine Mengen gelten als unbedenklich, größere Mengen sollten mit der betreuenden Praxis abgestimmt werden. Grund ist das theoretische Risiko einer Methämoglobinämie beim ungeborenen Kind.


Quellen 

  1. Hack, D. (2016): Rote Bete – Superfood für Herz und Gefäße. Carstens-Stiftung.
  2. Clifford, T., Howatson, G., West, D. J., & Stevenson, E. J. (2015): The potential benefits of red beetroot supplementation in health and disease. Nutrients, 7(4), 2801–2822. https://doi.org/10.3390/nu7042801
  3. M.M.P.N.D. – Sorting Beta names (Universität Melbourne). Wissenschaftliche Namen von Beta vulgaris.
  4. Pflanzen-Lexikon.com: Rote Bete (Beta vulgaris ssp. vulgaris var. conditiva), abgerufen am 26.11.2022.
  5. Landesregierung Rheinland-Pfalz: Rote Bete – diese Knollen können mehr, abgerufen am 27.11.2022.
  6. Çalışkan, M. (2000): The Metabolism of Oxalic Acid. Turkish Journal of Zoology, 24(1), Article 12.
  7. Robertson, D. S. (2011): The function of oxalic acid in the human metabolism. Clinical Chemistry and Laboratory Medicine, 49(9), 1405–1412. https://doi.org/10.1515/CCLM.2011.238
  8. DocCheck Flexikon: Nierenkelch, abgerufen am 03.12.2022.
  9. Khan, S. R., Pearle, M. S., Robertson, W. G., Gambaro, G., Canales, B. K., Doizi, S., Traxer, O., & Tiselius, H. G. (2016): Kidney stones. Nature Reviews Disease Primers, 2. https://doi.org/10.1038/nrdp.2016.8
  10. Ferraro, P. M., Bargagli, M., Trinchieri, A., & Gambaro, G. (2020): Risk of Kidney Stones: Influence of Dietary Factors, Dietary Patterns, and Vegetarian-Vegan Diets. Nutrients, 12(3), 779. https://doi.org/10.3390/nu12030779
  11. Massey, L. K. (2007): Food oxalate – factors affecting measurement, biological variation, and bioavailability. Journal of the American Dietetic Association, 107(7), 1191–1196. https://doi.org/10.1016/j.jada.2007.04.007
  12. Chai, W., & Liebman, M. (2005): Effect of different cooking methods on vegetable oxalate content. Journal of Agricultural and Food Chemistry, 53(8), 3027–3030. https://doi.org/10.1021/jf048128d
  13. Petrova, P., Arsov, A., Tsvetanova, F., Parvanova-Mancheva, T., Vasileva, E., Tsigoriyna, L., & Petrov, K. (2022): The Complex Role of Lactic Acid Bacteria in Food Detoxification. Nutrients, 14(10), 2038. https://doi.org/10.3390/nu14102038
  14. Jakob, F., Seefried, L., & Schwab, M. (2014): Alter und Osteoporose. Der Internist, 55, 755–761. https://doi.org/10.1007/s00108-014-3468-z
  15. Fleck, C. (2020): Methämoglobinämie. Pschyrembel Online.
  16. Bahadoran, Z., Mirmiran, P., Azizi, F., & Ghasemi, A. (2018): Nitrate-rich dietary supplementation during pregnancy: The pros and cons. Pregnancy Hypertension, 11, 44–46. https://doi.org/10.1016/j.preghy.2017.12.010

Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen empfehlen wir die Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.